Ärger im KIGA - weiß nicht mehr, was ich raten soll

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von fee166 15.03.10 - 21:14 Uhr

Guten Abend,

mein Sohn hat im KIGA seit vielen Monaten Ärger mit einem anderen Jungen, der neu aus einem anderen KIGA in unseren gekommen ist. Der Junge ist ein Jahr älter und hat von Anfang an Probleme gemacht.

Er schlägt, beißt, hat mit wirklich jedem Kind Ärger.

Mein Sohn hatte phasenweise sogar Angst, in den KIGA zu gehen. Es gab viele Gespräche im KIGA, leider hatten die Eltern kein Einsehen, der KIGA hatte ihnen angeraten, sich Hilfe zu holen, aber sie meinten, ihr Sohn hätte keine Probleme...

Irgendwann haben die Erzieherinnen uns und den Kindern geraten, zurückzuschlagen. Traurig, aber sozusagen als letzter Ausweg.

Der Junge ist zum totalen Außenseiter geworden, er kann einfach keinen Kontakt knüpfen zu den anderen.

Alle anderen Kinder meiden ihn und es vergeht wirklich kein Tag, an dem er keinen Unsinn macht.

Ich hab oft mit meinem Sohn darüber gesprochen, dass man im Leben immer auf Menschen trifft, die man nicht mag, dass man mit denen aber irgendwie auskommen muss. Er solle versuchen, mit dem Jungen irgendwie klar zu kommen.

Letzte Woche hat sich mein Sohn ein Herz gefasst und mit dem Jungen gespielt.

Seitdem bekommt er doofe Sprüche der anderen zu hören, er dürfe sie nicht mehr zu Hause besuchen und sie würden ihn auch nicht mehr besuchen, weil er mit dem Jungen gespielt hat. Mein Sohn ist nun totunglücklich darüber und ich fühle mich schlecht, weil ich da irgendwie Schuld dran habe.

Eigentlich halte ich nichts davon, mich einzumischen, aber ich wollte meinem Sohn halt vermitteln, dass er keine Angst mehr vor dem Jungen haben darf und versuchen soll, mit ihm klarzukommen.

Sorry, ist etwas lang geworden.

Ist Euch sowas schon mal passiert? Was rate ich ihm nun?

Lieben Dank

fee166

Beitrag von scrollan01 15.03.10 - 21:17 Uhr

Wie war das Spielen denn für beide Jungen?

Ging es gut, war der Junge nett zu deinem Sohn?

Wenn ja, dann würde ich meinen Sohn dahin gehend unterstützn, dass er mit dm Jungen weiter spielen soll und di anderen evtl. mit einbeziehen kann!

So können die ihn auch kennen lernen ...

Jeder hat ine Chance verdient und ausgrenzen ist doof!

LG

Beitrag von fee166 15.03.10 - 21:21 Uhr

Hey,

ja es ging wohl gut. Es gibt ihm KIGA so einen Elektrobaukasten, den nur Vorschulkinder benutzen dürfen. Der Junge kommt im Sommer in die Schule und darf daher damit spielen. Mein Sohn findet diesen Baukasten spitze und war natürlich begeistert, dabei sein zu "dürfen".

Er hat immer noch Angst vor diesem Jungen und es vergeht kein Tag, an dem er nicht über ihn spricht.

Der Junge hatte leider zu viele Chancen, seine Eltern verweigern jegliche Zusammenarbeit. Der Junge tut mir auch leid, er hat keinen Kontakt zu irgendeinem Kind, weil er es sich eben selbst versaut hat.

Andererseits hat mein Sohn seit Monaten Angst vor ihm.

Er hatte gerade Kontakt zu einem Nachbarsjungen geknüpft und ist nun tottraurig, dass der nicht mehr kommen möchte.

Wenn ich nun mit dessen Eltern rede, mache ich mich sicher lächerlich.

lg fee166

Beitrag von berry26 16.03.10 - 10:34 Uhr

Also wie mir das scheint, ist dieses Kind einfach nur verunsichert und ist deshalb so aggressiv. Ich denke auch nicht das es die Schuld der Eltern allein ist, denn viel mehr sehe ich hier die Erzieher in der Verantwortung.

Wie kann es sein das ein Kind in einem Kindergarten so ausgegrenzt wird?? Das Verhalten ist nicht ok, ganz klar aber die Erzieher haben dafür zu sorgen das dieses Kind ins Spiel integriert wird, denn dann scheint es ja auch keine Probleme zu geben. Den Kindern zu raten, zurückzuschlagen ist ja wohl das Allerletzte. Gewalt darf in keinem Fall geduldet werden und in so einem Fall ist der Junge klar in die Schranken zu weisen aber er muss ja auch wissen wie schön es sein kann wenn man "lieb" ist.

Nun was ich dir raten soll, weiß ich leider nicht, denn du kannst in so einem Fall nicht viel machen. Ich finde deinen Rat und das Verhalten deines Kleinen vorbildlich aber ich verstehe auch das es nicht einfach ist, wenn die Erzieher nicht mit dir an einem Strang ziehen. Ich muss ganz ehrlich sagen, das ich meinen Sohn nicht in so einen Kiga schicken würde.

LG

Judith


Beitrag von silkes. 16.03.10 - 15:02 Uhr

Hallihallöle...

ein solcher "Problemfall" kann von normalen Kindergärten und dem derzeitig herrschenden Erzieher- Kind Schlüssel nicht aufgefangen werden.

Es gibt Kinder, die bräuchten permanent jemanden neben sich um im Kindergarten keine Gefährdung für sich selbst und/oder andere zu sein. Das geht nur mit Hilfe einer Integrationshilfe (ist oft zu teuer) oder in einem Kindergarten, in dem 5 Kinder auf eine Erzieherin kommen.

Ich vermute, dass die Erzieher schon versucht haben, den Jungen nicht zu stigmatisieren- dennoch gibt es Kinder, die weder auf Belohnungen noch auf irgendwelche Tabellen reagieren. Wenn die Eltern bei Therapien (egal welcher Art) dann nicht mitziehen, bleiben einem für den Alltag leider wenig Überlebenshilfen.

Grüssle Silke

Beitrag von jeannylie 15.03.10 - 21:19 Uhr

Ganz klar, im Kiga auf die Barrikaden gehen. Wenn das Kind so schlimm ist, muss das Jugendamt eingeschaltet werden. Ich würde mein Kind sicher nicht verprügeön lassen o.ä.
Mit den anderen Kindern, bzw. seinen Freunden das renkt sich sicher wieder ein. Wenn diese das nächste mal bei Euch sind, kannst Du ja mal unauffällig intervenieren. Ansonsten vielleicht auch mal mit der Erzieherin sprechen, event. greifen die das Thema mal auf? Ansonsten sind die kleinen ja nicht nachtragend..

Beitrag von fee166 15.03.10 - 21:23 Uhr

Huhu,

mit den Erzieherin mag ich darüber nicht mehr reden, die halten mich schon für bekloppt, weil ich ständig nerve.

Mein Sohn hat seit Monaten Angst vor diesem Jungen.

Ich hoffe, dass die anderen wirklich nicht nachtragend sind.

Das ist ne sch... Situation, entweder, er wird von dem Jungen geärgert oder er macht den "Fehler", mit ihm zu spielen, dann ist das auch wieder verkehrt.

lg fee166

Beitrag von jeannylie 15.03.10 - 21:51 Uhr

Also ich rede in Fällen die mir ernst sind nur mit der Leitung - nie mit der Erzieherin. Dann kommt meist Bewegung in die Sache. Ob die mich für bekloppt halten ist mir total egal. Es geht schließlich um Dein Kind das Du vor irgedwelchen Asis schützen musst, da werde ich zum Tier...

Beitrag von unipsycho 15.03.10 - 22:08 Uhr

Hallo!

Ich finde dein Verhalten und das deines Sohnes absolut vorbildlich! #pro#pro#pro

Übe mit deinem Sohn solche "Wenn du mit dem spielst, mag ich dich nicht mehr!"-Gespräche.

Ladet den Nachbarsjungen zu euch ein. Redet mal miteinander darüber. Kinder können da auch recht einsichtig sein.

Mit anderen Muttis darüber reden fände ich dann gut, wenn du dich mit den Muttis auch verstehst. Sonst isses schon schwierig, wenn man kein Riesenredetalent hat...
Aber mal so beim Kaffee über so ein Kind reden - das mache ich mit befreundeten Muttis auch mal. Ich versuch dann auch mal gezielt Kontakt zu Muttis zu knüpfen, von denen ich spüre, dass sie mehr Einfluss haben, als ich.

An die Eltern des Jungen werdet ihr wohl nie rankommen. Da muss echt das außerfamiliäre Umfeld für Schadensbegrenzung sorgen.

Beitrag von fritzeline 15.03.10 - 23:08 Uhr

>>>Seitdem bekommt er doofe Sprüche der anderen zu hören, er dürfe sie nicht mehr zu Hause besuchen und sie würden ihn auch nicht mehr besuchen, weil er mit dem Jungen gespielt hat. <<<

Das Verhalten der anderen Kinder finde ich ja schon fast "asozialer" (im Sinne des Wortes) als das des aggressiven Jungen.

Das ist Ausgrenzung der übelsten Art. Ein bisschen passt das auch zum Thread weiter unten (Sportlehrer) wo es um die selbsterfüllende Prophezeiung eines "schwierigen" Kindes geht.

Ich würde durchaus mit den anderen Müttern das Gespräch suchen, dass es ja wohl nicht sein kann, dass dein Sohn jetzt gemobbt wird, wo er der einzige(?) ist, der sich des neuen Jungens angenommen und mit ihm gespielt hat.
Die sollten sich mal in die Lage des neuen Jungen versetzen, es versuchen wenigstens.

Übrigens, auch wenn das normalerweise nicht zum guten Ton gehört, aber ich würde im Zweifelsfalle auch mal einen Spruch ablassen von wegen der Erziehung zum Mitläufertum.


Beitrag von dani.m. 16.03.10 - 10:02 Uhr

So sehe ich das auch. Ich würde zusätzlich noch mit den Erzieherinnen reden, ob sie es irgendwie fördern können, dass die Kinder alle zusammen spielen. So wie es im Moment ist, ist das doch kein Zustand!

Beitrag von wemauchimmer 16.03.10 - 08:26 Uhr

Ehrlich gesagt, finde ich das Ganze etwas seltsam.
Vor allem, daß die Erzieherinnen vor einem Kind kapitulieren und den anderen Kindern raten, zurückzuschlagen. Du bist kein Fake, oder? Das kann doch nicht sein, es ist ihr Job, mit Kindern umzugehen. Wenn das Kind verhaltensauffällig ist, müssen sie sich Hilfe holen, wenn sie dazu nicht ausgebildet sind (Integrationskindergarten). Wenn Euer Kindergarten nicht das Personal für behinderte Kinder hat, dann kann der Junge da auch nicht hin. An Deiner Stelle würde ich über den Elternbeirat an den Träger gehen, das kann ja wohl nicht sein, daß dieses Kind alleinegelassen wird mit seinen Problemen.
Was das Verhalten Deines Kinds angeht: Das ist natürlich eine guter Zug an ihm. Aber man kann das doch oft bei kleinen Kindern beobachten, daß sie nicht so nachtragend sind wie eben die Großen. Ich finde es gut, daß Du das förderst und die anderen Kindern werden schon die Kurve kriegen. Wie gesagt, in dem Alter sind die Zuneigungen und Abneigungen doch noch nicht so festgefahren und es ändert sich dauernd.
LG

Beitrag von momsik79 16.03.10 - 09:40 Uhr

Hallo,

ich kann meiner Vorrednerin nur Zustimmen. Kinder in diesem Alter sind nicht nachtragend und werden sicherlich nach dieser Aussage wieder vergessen haben, was sie da zu deinem Kleinen gesagt haben.

Ich stelle auch immer wieder fest, dass sich die Kinder schnell mal streiten und keine "Freunde" mehr sind und am nächsten Tag ist wieder alles ganz anders.

Zu der Erzieherin kann ich nur sagen, dass ich diese Aussage den Kindern gegenüber echt verantwortungslos finde. Sie sollte sich mal über Intergrationsmöglichkeiten des auffälligen Jungen in die Gruppe Gedanken machen und den Jungen eher stärken, dieses Verhalten zu unterlassen.

Er braucht bestimmt noch etwas Zeit, bis er sich in die Gruppe eingefügt hat. Und Kinder diskutieren nun mal nicht, wenn sie klein sind sonern lösen ihre Probleme mit Schubsen, Hauen, Schreien... aber dafür sind ja auch wieder die Fachkräfte da, um darauf einzugehen.

Ob du auf offene Ohren bei den anderen Eltern treffen wirst, kannst du nur ausprobieren. Die meisten schauen eh bei Problemen weg - das ist ja nun mal der "einfachste" Weg...

Ich finde dein Verhalten echt top und Hut ab vor deinem Kleinen!!!

LG mo + ihre wilden Kerlchen

Beitrag von unipsycho 16.03.10 - 12:25 Uhr

>>Vor allem, daß die Erzieherinnen vor einem Kind kapitulieren und den anderen Kindern raten, zurückzuschlagen. Du bist kein Fake, oder? Das kann doch nicht sein, es ist ihr Job, mit Kindern umzugehen.<<

Unser Kindergarten ist angeblich ein Integrationskindergarten, aber hier werden trotzdem Kinder benachteiligt, die sich nicht "normal" verhalten.
Siehe unten mein Beitrag über den Sportlehrer, der ein Mädchen unfair behandelt.

Ich werde da echt STINKSAUER, wenn ich sehe, wie Erzieher die einfachsten Mechanismen übersehen und auffällige Kinder durch Ignoranz und Demütigungen schädigen!!! :-[ Als Mutter ist man dann machtlos, weil man ja den guten ausgebildeten Pädagogen nichts zu sagen hat. #aerger
Ich bin imer noch sehr am Überlgen, ob ich mich trauen kann zu der bereffenden Erzieherin zu gehen, denn die hat auch meinen Sohn auf dem Kieker. Der ist auch nicht so ganz 0-8-15...

Beitrag von fee166 16.03.10 - 21:28 Uhr

Hey,

ein Fake?

Es wäre schön, wenn ich mir das ganze nur ausgedacht hätte, aber leíder ist es genauso, wie ich es beschrieben habe.

Es ist schwierig für die Erzieher, wie hier einige schon geschrieben haben, mit dem derzeitigen erziehungsschlüssel auf jedes Kind einzugehen. Sie haben ja auch versucht, mit den Eltern zu reden. Aber die Eltern verschließen die Augen vor den Problemen.

LG

Fee166