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Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von kasia4 15.03.10 - 21:32 Uhr

hallo zusammen,
ich bräuchte nach langer Zeit wieder einen Rat von euch.
Ich bin seit einem halben Jahr von meinem letzten Lebensgefährten getrennt, weil sich in dieser Zeit immer mehr herauskristallisiert hat, das mein Sohn und er nicht klar kamen und auch ich sah es nun ein. Vielleicht hätte ich noch einen Neuanfang gemacht, wenn er bereit gewesen wäre, zb. eine Familientherapie zu machen, damit es besser wird. Da hat er aber abgelehnt. Nun ja, eins kam zum anderen und auch meine Gefühle sind inzwischen erloschen.
Das aber nur zur Vorgeschichte. Ich bin deshalb fast von einem Tag auf den anderen wieder Alleinerziehend geworden. Die Organisation fing wieder an, weil ich eine halbe Stelle habe mit sehr flexiblen Arbeitszeiten. Ich habe unregelmäßig meinen 8jährigen Sohn bei 5 verschiedenen Betreuungspersonen. (Drei davon bezahle ich , zum Freundschaftspreis). Bei einem Psychiater,wo ich mit meinem Sohn war, kam raus, das mein Sohn aufgrund meiner Lebens- bzw. Beruflichen Situation halt Verhaltensweisen entwickelt und da eine Veränderung erfolgen muss. Nun die Lebenssituation hab ich nun geändert, Trennung von meinem Lebensgefährten. Nun zur Beruflichen und da hab ich ein Problem. Meine Stelle ist bis zum Herbst befristet. Man hat mir eine Verlängerung von 2 Jahren angeboten. Es wird so bezahlt, das wir keine Not leiden. Jetzt hab ich also flexible Arbeitszeiten, muss manchmal sogar 2 mal am Tag zur Arbeit fahren, bin am Wochenende eingespannt, komme meist erst nach Hause, wenn mein Sohn schon da ist (max. ne halbe - 1 Stunde später), und das größte Problem ist, das ich dort gemobbt werde, der Leistungsdruck ist sehr hoch. Und ich brenne da aus, zu Hause kann ich fast gar nicht mehr abschalten, mein Sohn leidet darunter, das weiß ich. Rituale sind ganz viele zusammengebrochen. Er protestiert und verweigert, zu recht. Aber ohne Arbeit, wäre es für uns auch schwer. Eine Alternative zu der Arbeit gibt es nicht, wir leben auf dem Land und ich habe eine sehr spezifische Ausbildung, da gibt es hier kaum Stellen. Wenn ich also meiner Familie zur Liebe Kündige, bleibt mir nur von der Stütze leben. Wäre nichts neues, hab ich schon gehabt, weiss wie hart das ist. Und wie schwer es ist da wieder rauszukommen. Ich hab einen neuen Vorgesetzten (einen von acht anderen), der verspricht mir bessere Arbeitsbedingungen, aber ich hab die Hoffnung verloren, das sich was ändert, er ist ja einer von acht anderen und die wollen Leistung, zur Not ehrenamtlich, wenn du dein Pensum nicht schaffst. Ich hab jetzt eine Reha (Burnout) beantragt, um Abstand zu bekommen, und dann zu einer Entscheidung zu kommen. Bis spätestens Mai muss ich mich entscheiden, ob ich auf der Stelle weitermache oder aufhöre. Ich gehe grade auf die 40 zu, es ist jetzt schon fast unmöglich in dem Alter noch ne anständige Arbeit zu bekommen. Anderseits sollte meine Gesundheit und die meines Kindes im Vordergrund stehen. Bitte gebt mir einen Rat. Wie seht ihr das?
gruss und ich bin gespannt auf eure Antworten
kasia :-)

Beitrag von karna.dalilah 16.03.10 - 07:17 Uhr

Schwierige Situation:
Ich denke im Leben stehen neben der eigenen Sicherstellung des Lebensunterhaltes auch noch andere Dinge.
Überleg dir mal was du brauchst(Notwendigkeiten) um deine Definition von Glück und Zufriedenheit zu erfüllen.
Auf was für ein Leben willst du mal zurückblicken?
Dann schau was nötig ist um die Notwendigkeiten zu erfüllen.
Manchmal sind Umzug und ein Job im ungelernten Bereich erfüllender und auch gesünder für die Seele und den Körper sowie für das Familienleben.
Was bitte ist anständige Arbeit?
Nicht alle Firmen wollen nur 20jährige Fachkräfte sondernbauen auf lebenserfahrene Arbeitskräfte.
Mal nich alles so schwarz :-)
Ichdenke eine Kur ist ein guter Weg , abstand zu gewinnen und neue Pläne zu schmieden.

Viel Glück
Karna

Beitrag von frau.mecker 16.03.10 - 08:38 Uhr

Ich glaube einen Rat hättest du viel früher nötig gehabt.

Du schreibst, als ob dich alles nicht beträfe.
So als ob du an der Situation die dein Sohn womöglich jahrelang ertragen musste, nicht schuld bist, nein du schreibst sogar noch, du hättest es mit deinem LG nocheinmal probiert!

Ich glaube kaum, daß im Wesentlichen eine Teilzeitstelle daran schuld ist, mehr dein Verhalten in allen Teilbereichen deines Lebens.

Der LG versteht sich nicht mit dem Sohn, du verharrst!
Du hast eine Arbeit, bei der du gemobbt wirst, du verharrst!
Du beantragst eine Kur wegen Burn-OUt, das hilft aber deinen Problemen nicht weiter.
Die sind nach der Kur nach wie vor da, deshalb musst du etwas an deiner alltäglichen Situation ändern und nicht nur du sondern auch deinem Kind etwas anderes bieten, als das!
Mach dich nicht abhängig von anderen die dich evtl. aus deiner Situation retten,

Du solltest an deiner Einstellung und Verarbeitungsweise arbeiten.
Wirst du persönlich gemobbt und hast es mal offensichtlich angesprochen auf der Arbeit? Da du womöglich 2 Jahre verlängert bekommst, kann es nicht an der Qualität der Arbeit liegen!

Ich persönlich kann Frauen nicht verstehen, die auf Biegen und Brechen einen Mann halten wollen, der sich partout nicht auf Kinder einlassen kann und damit in der Kinderseele alles kaputt macht.

mfg


Beitrag von rosalinde.x 16.03.10 - 12:22 Uhr

Hallo Kasia,

"musst" du denn am selben Ort bleiben?
Suche dir eine andere Arbeitsstelle, wenn möglich mit festen Arbeitszeiten - auch wenn es nicht einfach ist.
Ggf. ist das mit einem Umzug verbunden - das kann auch ein Neuanfang sein.

Liebe Grüße und alles Gute für dich und deinen Sohn

Beitrag von minusch73 16.03.10 - 12:55 Uhr

Ich denke, eine Kur als Auszeit ist gar nicht schlecht. Mit etwas Abstand sieht man die Dinge meistens klarer.

Was ist denn das Wichtigste in Deinem Leben und bist Du bereit, dafür in anderen Bereichen Abstriche zu machen?

Dein Kind sollte Vorrang haben. Dies ist kein Hartz-IV-Plädoyer, und ich denke, dass Du selbst in Deinem Alter (bist ja noch nicht Mitte 50) wieder einen Job bekommst. Selbst mit einer sehr spezifischen Ausbildung hast Du in einer größeren Stadt eine Chance. Wenn Du Dir eine Wohnung am Stadtrand suchst, ist der Kulturschock auch nicht so groß ;-)

Überstürze nichts. Überlege Dir in aller Ruhe, was Du ändern willst und wie. Beziehe (innerhalb gewisser Grenzen) Deinen Sohn mit ein. Mach eine Liste mit "+" und "-" für "Bleiben" und "Wegziehen" (zum Beispiel).
Plane für den Anfang einer Veränderung (wenn sie denn stattfindet) auch mal Entbehrungen ein.

Sollte Dir Dein Kind emotional "entfleuchen", er irgendwann mal "ausflippen", wirst Du es möglicherweise bereuen.

Hast Du Verwandte, Freunde, mit denen Du dieses Thema ausführlich besprechen kannst?
Auf jeden Fall muss etwas passieren, sonst bist Du eines Tages völlig hinüber und Dein Sohn hat sich vielleicht irreparabel negativ verändert.

Kopf hoch! Es gibt immer eine Lösung.

Ganz viel Kraft und Mut zur Entscheidung wünscht

Minusch