Mein geplanter (ungewollter) KS,der leider nicht so schön geendet hat.

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von babygirl2010 15.03.10 - 21:37 Uhr

Hallo zusammen.

Ich wollte euch von der Geburt meiner kleinen Lea Zoe berichten. Jemand der Angst vor einem KS hat und ihn nocht vor sich hat bitte nicht lesen!

Erst mal vorab, ich wollte nie einen Kaiserschnitt. Für mich war der Gedanke KS ganzzz weit weg und es war klar das ich spontan entbinden würde.
Als dann vor einigen Wochen klar war, das es bei mir nicht möglich ist spontan zu entbinden, musste ich mich damit "abfinden" das es ein KS wird. Es war sehr schwer für mich damit klar zu kommen und ich habe paar Wochen gebraucht, mich einigermaßen damit ab zu finden. :-(

Weil ich dann auf einmal so wenig Fruchtwasser hatte beschloss der Oberarzt aus dem KH das der KS bei 36+0 statt finden wird.
Das war nochmal ein Schlag für mich denn ich wollte mit dem KS solange warten wie es geht um so nah wie möglich an den ET ran zu kommen.
Wie dem auch sei, ich hatte keine Wahl und somit wurde der Termin fest gelegt... der 05.03.2010...#liebdrueck

Am Abend davor war noch meine Mum da mit ihrer besten Freundin und meine Cousine.
Wir haben noch schön zusammen gegessen und die letzten Monate revue passieren lassen... denn meine Schwangerschaft war alles andere als leicht.
(6 Krankenhausaufenthalte wg. OP während der FrühSS, nach der OP wg. Schmerzen zur Überwachung, heftiger Magen Darm Infekt, vorzeitigen Wehen, schlechten Herztönen der Kleinen, wieder wg. vorzeitigen Wehen...)

Kurz bevor alle gegangen sind ist mir wie ein Blitz eingefallen das ich mein Heparin ja schon vor 2 Stunden hätte spritzen sollen, damit bei der OP morgen alles glatt geht. (Musste Heparin spritzen während der SS wg. einer Gerinnungsstörung)
Aus Spass hab ich noch gesagt "Oh man wenn jetzt wegen den 2 Stunden der KS mit Vollnarkose gemacht werden muss flipp ich echt aus, denn des wär des schlimmste was mir je passieren könnte".
(Denn die Spinale darf nur gelegt werden wenn das Blut nicht zu dünn ist)

Die Nacht war alles andre als ruhig... is ja klar. ;-)
Wer wäre da nicht nervös? *g* :-)

6.45 Uhr: Am Morgen dann gings los, meine Schwester hat meinen Schatz und mich abgeholt und ins Krankenhaus gefahren.
Man... ich war sooooo nervös!!

7.15 Uhr: Im Krankenhaus angekommen musste wir im Kreissaal klingeln und sagen das wir wegen der Sectio heute da sind.

Wir wurden freundlich begrüßt und ich wurde im Kreissaal ans CTG geschlossen.
Dann kam eine Hebamme und nahm mir noch Blut ab, denn sie wollte nochmal meinen Blutspiegel kontrollieren bevor sie bei mir die Spinale legen aufgrund der Gerinnungsstörung.
In ner Stunde kam dann die Nachricht alles super ich kann meinen KS ganz normal mit einer Spinalanästesie machen. :-) Die Freude war groß denn somit konnte ich wenigstens den ersten Schrei meines Kindes miterleben und mein Mann durfte mit.

Nach einer weiteren Stunde wurde mir dann noch eine Infusion gelegt und dann kam eine Hebamme rein und meinte ich sei an dem Tag die letzte und soll nochmal hoch auf Station sie rufen dann auf Station an wenn es los geht.
Jetzt war nich noch mehr nervös... denn keiner wusste wann es wirklich los geht..#zitter

9.30: Wir kamen auf der Station an und ich hab dann erst mal meine Tasche aus gepackt und alles verstaut.
Dann klopfte es an der Tür und meine Lieblinshebamme stand vor mir und meinte strahlend "So, heute ist es also soweit?!" :-)
Ich war sooo froh als ich sie sah. :-) (In dem KH sind es nur Beleghebammen man kann sich also leider keine Hebamme aussuchen und ich hatte Glück das meine Lieblinshebamme genau da auf Station Schicht hatte wo ich entbunden habe #huepf)
Sie meinte dann es wird wohl ca. 11.30 Uhr werden bis sie mich holen.
Ich dachte mir nur wie ich noch 2 Stunden durch halten soll...#zitter#schwitz

Mein Mann und ich saßen dann im Zimmer und drehten Däumchen...:-p wir haben uns total angeschwiegen weil wir beide super nervös waren.
Und auf einmal klopfte es an der Tür und meine Lieblingshebamme stand mit 2 Schwesternschülerinnen in der Tür und meinte "So, es geht los!".
Allerdings war es da erst 10.50 Uhr. :-) Ging wohl doch schneller.

Dann ging alles ganz schnell, sie haben mir noch so ein Hemdchen gebracht und so eine "sexy" Netzunterhose.:-p

Und dann haben se mich schon runter in Kreissaal gefahren.
Meine Lieblingshebamme meinte dann noch "Ich wünsche ihnen ganzzz viel Glück und in ner Stunde haben sie ihre Maus im Arm liegen... bis morgen in der Spätschicht, ich freu mich!!".:-)

Als ich dann wieder im Kreissaal war wurde ich an eine Infusion angeschlossen (das wirkt gegen Kopfweh nach der OP) und mein Schatz bekam das OP Outfit.:-)
Ich war nun sooo nervös das ich kaum ruhig liegen konnte im Bett.:-p
Ich wurde nochmal ans CTG geschlossen und dann kam schon die Narkoseärztin und meinte es geht gleich los, sie reinigen noch den OP und dann gehts los.
Alle waren super nett.

Ich musste dann noch auf die Toilette und als ich da war hörte ich draußen das es los geht.
Als ich wieder im Bett war hab ich meinem Schatz noch zu gewunken und wurde in den OP gefahren.

11.20 Uhr: Ich habe dann so eine schicke Haube für die Haare bekommen :-) und musste die Netzhose ausziehen. Dann musste von meinem Bett auf den OP Tisch rüber klettern. Es waren schon einige Leute um mich rum, aber alle super nett und lieb und haben mir wirklich jeden einzelnen Schritt der gemacht wurde erklärt.

Ich wurde dann in den Op rein geschoben. Dann wurde mir nochmal eine neue Infusion gelegt weil die andere dicht gemacht hatte.

Ich wurde überall mit so Klebern fest gemacht damit wurde mein Herz und Puls und so überwacht.
Mir wurde alles wirklich super erklärt, jeder einzelne Schritt. Das hat mich total sicher gemacht.:-)

Dann sollte ich mich aufsetzen und einen runden Rücken machen. Die Anästhesistin hat mir dann jeden einzelnen Schritt erklärt, was sie als nächstes tut usw... und ich muss sagen die Spinale legen hat GAR nicht weh getan.
Bis auf einmal als sie ganz tief drin war hab ich so ein Piecksen gespürt am Steißbein... voll komisch. Aber sonst war gar nichts schmerzhaft.

Dann sollte ich mich nach hinten legen und sie meinte es hat super geklappt.

Ich habe dann schon gemerkt wie meine Füße schwer und warm werden... irre Gefühl.

Als ich dann lag haben sie vor mir das Tuch gespannt und meinten das die Oberärztin gleich kommt zur OP und es dann los geht.
Wieder wurde mir alles genau erklärt (Ich erwähne das nur so oft weil es später ganz anders kam..) und ich hab mich sicher gefühlt und freute mich auf die Geburt unsrer kleinen Maus.

So, und jetzt kommt der nicht so schöne Teil vom KS... wer Angst davor hat und ihn noch vor sich hat bitte nicht lesen.

Als dann alles fertig war haben die diesen Zupftest gemacht... ob ich noch was spüre. Und ich muss sagen meine Füße waren taub... auch das Katheter legen hab ich kaum gespürt es war eher wie so Kribbeln... aber der Bauch war nicht taub... es war komisch aber da habe ich alles gespürt...
das sagte ich dann auch und dann haben se mich auf der Liege so rum gefahren nach links und nach hinten das sich die Narkose verteilen kann... wieder wurde der Zupftest gemacht und nun war rechts alles taub aber links hab ich noch leicht was gespürt. Ich sagte dann das links noch leicht was zu spüren sei (also so pieksen).
Wieder wurde ich nach links gedreht... dann beim dritten Test sah ich schon alle Blicke der Ärzte und Helfer... was nichts gutes hieß. Ich dachte aber nun spür ich nix mehr also habe ich gesagt ich spür nix mehr.
Dann wurde der erste Schnitt gemacht (Mein Mann wäre dann gleich rein gekommen die holen die Männer erst, wenn sie schon angefangen haben) und auf ein Schlag spürte ich links einen stechenden schlimmen Schmerz... ich dachte ich muss sterben. Ich hab dann gerufen ich spür was!!!
Dann ging alles ganz schnell...:-( ich habe gesehen wie die Anästhesistin neben mir vom Stuhl aufgesprungen is und den Narkoseoberarzt angerufen hat... und alle sind rum gerannt... währenddessen wurde mir nochmal eine Infusion gelegt... nach 4x suchen hatten sie endlich eine Vene gefunden...
bis dahin war der Oberarzt da... und schon hörte ich wie die Anästhesistin sagte "Frau ***** für sie ändert sich nichts wir müssen sie nur schlafen legen" und schon hatte ich die Maske drauf... ich hab dann angefangen zu weinen und habe gesagt "Doch, ich hör den ersten Schrei meines Kindes nicht..." ... doch das hörte keiner mehr denn die Beatmungsmaske war schon drauf... dann wurde sie nochmal kurz angehoben und der Narkoseoberarzt fragte wie viel ich wiege... ich antwortete und weg war ich...:-(#schmoll#schmoll#schmoll

Nach 2 Stunden wachte ich im Aufwachraum auf... habe sofort wieder angefangen zu weinen... ich hatte zwar noch keine Stimme (warum dazu komm ich gleich) aber ich versuchte auf mich aufmerksam zu machen denn ich wollte unbedingt wissen wie es meiner Kleinen geht... da ich ja erst bei 36+0 war und es nicht klar war wie es ihr geht und nach der ganzen Sache jetzt hatte ich höllen Angst.

Als endlich jemand sah das ich wach war kamen sie sofort her und ich hab unter flüstern gefragt wie es meinem Kind geht...#heul

Die meinten dann ganz ok sie ist nicht auf der Frühchenstation sie is beim Papa aber hat noch Probleme beim Atmen.

Ich hab dann die ganze Zeit weinen müssen... weiß auch nicht... dann haben se mich nach 20 Minuten im Aufwachraum endlich zu meiner Maus in Kreissaal gefahren.

Ich hab sie dann auf dem Wickeltisch liegen sehen mit dem Papa und dann wurde sie mir auf meinen Bauch gelegt... das war ein wahnsinns Gefühl... schön aber auch komisch weil sie schon fertig angezogen war und ich sie gar nicht nackig gesehen habe und so...

da lag ich dann 4 Stunden mit ihr und ganz langsam hat sich ihre Atmung reguliert.
Meine Mama, mein Papa und meine Schwester kamen dann noch in den Kreissaal und waren super begeistert... ich hab aber irgendwie alles nur so halb mit bekommen.

Naja und im Nachhinein kam noch raus wieso ich 3 Tage lang keine Stimme hatte.
Die konnten mich nicht intubieren (oder wie man das schreibt??)... also sie hatten Schwierigkeiten mir den Beatmungsschlauch zu legen.. erst nach dem 3. Anlauf hat es funktioniert... und nach dem 2. Anlauf haben se Panik bekommen und einfach versucht ihn mir einfach irgendwie zu legen und haben halt dann die Stimmbänder erwischt...

Die nächsten zwei Tage hab ich viel geweint... ich musste das alles erst mal verdauen... das mir die ersten zwei Stunden von meiner Maus fehlen... das es ein KS war.. und dann noch so ein schlimmer... wenn ich darüber rede oder schreibe muss ich noch viel weinen aber ansonsten gehts mir einigermaßen gut.

Das schlimme war auch noch, das ich meine Maus erst am 2. Lebenstag nackig gesehen habe da ich ja am ersten Tag nicht selber wickeln konnte... war noch so schwach und voller Schmerzen das ich es nur auf die Toilette geschafft habe.

So, ich hoffe ich habe nichts vergessen...:-)

Ganz liebe Grüße Janine mit Lea Zoe schlafend im Arm...#verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von mupfel-83 15.03.10 - 21:51 Uhr

#heul#heul

#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck

arme arme Maus

Beitrag von babygirl2010 15.03.10 - 22:02 Uhr

#liebdrueck

Beitrag von babygirl2010 15.03.10 - 21:58 Uhr

Ach ja... was ich vergessen habe:

Als ich meine Maus das erste mal da liegen sah und gehört habe... das war das schönste Gefühl das ich je in meinem Leben hatte...

Beitrag von .mami.2010. 15.03.10 - 22:19 Uhr

Hallo,

erstmal Herzlichen Glückwunsch zur Maus #herzlich.

Und dann tut mir das so schrecklich Leid was du da erlebt hast #heul, da stehen mir schon die Tränen beim Lesen in den Augen.

Aber ich finds super das Ihr 2 das so super überstanden habt #liebdrueck.

Ganz viel #klee zusammen und noch eine schöne Kennlernzeit.

lg

Beitrag von sally87 15.03.10 - 22:40 Uhr

Hallo,
herzlichen Glückwunsch zur kleinen Maus.Ich habe letztes Jahr im Dezember ähnliches mit erleben müssen.Meine Schwester hat da entbunden und ich war mit dabei.Ihr Muttermund war schon 8cm auf.Da kam der Oberarzt und wollte dringend mit uns sprechen.Beim Ultraschall kam heraus,dass die Kleine ca. 4270g wiegen soll.Meine Schwester war Erstgebährende und der Oberarzt hatte Angst,dass die Kleine nicht durchs Becken passt.Als er mit uns sprach fielen die Herztöne der kleinen mit einem Schlag ab.Meine Schwester bekam dann ein wehenhemmendes Mittel gespritzt.Der Arzt wollte dann solche Elektroden an den Kopf von der Kleinen legen aber das ging nicht.Meine Schwester fing mit einem Schlag an richtig doll zu zittern und zu krampfen.Dann hieß es: Kaiserschnitt.Meine Schwester wurde dann sofort fertig gemacht.Als ihr die Spinale gelegt wurde,durfte ich mich umziehen.Es kam mir wie eine Ewigkeit vor bis ich endlich in den Op zu ihr durfte.Der Narkosearzt sagte der Ärztin noch,dass sie noch kurz warten muss da die Betäubung noch nicht richtig wirkt aber die Ärztin fing einfach an zu schneiden.Meine Schwester schrie fürchterlich los.Ich musste dann ganz schnell raus und meine Schwester bekam eine Vollnarkose.Ich kann also ein ganz wenig nachvollziehen wie es dir geht.Es ist schrecklich.

Die kleine war übrigends:
54cm
4280g

Viel Spaß mit eurer Maus.

Lg
sally87

Beitrag von fechtwoman 15.03.10 - 22:44 Uhr

Ach, du Arme!

Ich gratuliere dir ganz, ganz herzlich zur Geburt eurer kleinen Maus!

Hauptsache ihr geht es gut und ihr könnt nun die Zeit zusammen in vollen Zügen genießen. Trotzdem wirst du dieses Erlebnis sicherlich nie vergessen. #liebdrueck

Wie sind denn die Daten von Zoe?

Alles Liebe,
Gunda

Beitrag von babygirl2010 17.03.10 - 14:59 Uhr

Meine Lea Zoe wog bei der Geburt 3220 g und war 51 cm groß. :-)

Ja, ich werde dieses Erlebnis nie vergessen... es tut sehr weh wenn ich daran denke.

Beitrag von felicat 16.03.10 - 01:17 Uhr

Hallo Janine,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Kleinen!
Diese Art von KS wünscht man wirklich niemanden!

Ich hatte leider auch einen KS, also es war klar dass es ein KS wird (weil Zwillis und eine davon in BEL) aber kein Termin geplant.

Bei mir hat die PDA gottseidank gut gewirkt, also wenn ich das von dir les bin ich da echt dankbar, aber ich konnte meine Kinder auch nicht gleich sehen.

Meine Zwerge kamen bei 33+3. Also zuerst wurde Max rausgeholt, die haben ihn gleich der Kinderärztin übergeben und die sind zu zweit (Ärztin + Hebamme) einfach nur losgerannt.
Bei Lene konnte ich 1 kleinen Fuß sehen, mehr nicht. Auch mit ihr sind sie zu weit losgerannt.

Ich hab sie das erste Mal ca. 2 Std. später am Foto gesehen, mein Schatz hat Fotos gemacht, aber ich hätte sie sooo gerne gesehen, wie sie aussahen, als sie von meinem Bauch kamen.
Die Hebammen haben keine Fotos gemacht, nicht mal einen Fußabdruck...

Sie lagen beide auf der Neo, aber nur im Wärmebettchen. Max war 2000g/44cm und Lenchen 1800g/42cm.

Für mich war der KS ein Horror, also danach, diese Schmerzen möchte ich nie wieder haben, das war das Schlimmste, was ich mir bis jetzt vorstellen konnte.

Bei Zwillingen wird der Schnitt ja größer gemacht (meiner ist ca. 24cm) und da meine Zwerge nicht bei mir im Zimmer waren, konnte ich mich nicht ausruhen und im Bett liegen, ich war den ganzen Tag sitzend oder stehend in der Neo.
Das erste Mal aufstehen war ganz schlimm...

Ich habe den Schnitt übrigens auch gespürt, aber nicht schmerzhaft, die Schmerzen waren durch die PDA gottseidank ganz weg, aber man spürt es, wie wenn jemand mit einem Filzstift über den Bauch fährt...

Ich wünsch euch noch alles Gute, und glaub mir, die Zeit heilt zwar nicht alle Wunden, aber viele!

LG Astrid

Beitrag von sunnygirl77 16.03.10 - 15:22 Uhr

*Snief*

Trotz all Deiner Vorwarnungen musste ich Deinen Bericht ganz genau lesen. Habe heute in einer Woche meinen KS und schon mächtig Bammel, aber was muss das muss ;-)

Wow, haben wir eine Menge Gemeinsamkeiten
6 Krankenhausaufenthalte wg. OP während der FrühSS °bei mir waren es "nur" 4°, nach der OP wg. Schmerzen zur Überwachung, heftiger Magen Darm Infekt, vorzeitigen Wehen, schlechten Herztönen der Kleinen, wieder wg. vorzeitigen Wehen..°passt Wortgenau auf mich!°
Und Heparin muss ich auch spritzen.

Aber hoffe doch dass mein KS GANZ ANDERS als bei Dir abläuft ;-)

Wünsche Euch eine schöne Zeit, und denke daran, das wichtigste ist dass es Dir und Deiner Kleinen gut geht!!!

GLG Sandra KS-7#zitter

Beitrag von lilly7686 18.03.10 - 06:57 Uhr

Guten Morgen!

Ich kann dich sehr gut verstehen...
Wenn man auf sowas nicht vorbereitet ist, dann ist es umso schlimmer.

Ich hatte bei meiner Großen auch einen KS. Hatte meinen Blasesprung bei 25+4 und wurde direkt ins KH gebracht (bin meiner Mutter immernoch dankbar, dass sie das gemerkt hat, ich war 17 und hatte von nichts ne Ahnung). Bei 26+2 fingen die Wehen an. Zum Glück nur schwache, die sich nicht direkt auf den Muttermund ausgewirkt haben.
Mir wurde von Anfang an gesagt, je länger das Kind im Bauch bleibt, desto besser ist es für sie. Und mir wurde gleich gesagt, dass sie per KS kommen würde. Ich hab mich damit abgefunden, weil mir erklärt wurde, dass sie eine spontane Geburt so früh wohl nicht überleben würde.
Nach 4 Tagen Wehen wurde sie dann bei 26+6 geholt, weil die Wehen immer stärker wurden und der MuMu aufging. Die Ärzte haben ab Beginn der Wehen alle 2 Stunden kontrolliert und mehrmals pro Tag US gemacht.

Ich hatte eine Vollnarkose und meine Tochter kam auf die Frühchenstation. Der KS war um 22:01 Uhr. Das erste Mal gesehen hab ich sie dann gegen 10:00 Vormittags. Also gut 12 Stunden nach ihrer Geburt. Warum? Weil die Frühchenstation in einem anderen Gebäude ist, direkt über der Kinderstation. Zwar alles am selben Gelände, aber halt in nem anderen Gebäude. Es gibt einen Unterirdischen Gang, wo es recht warm ist (es war Dezember), aber ich durfte erst zu ihr, wenn ich aufstehen konnte. Die Schwestern morgens meinten ja, sie kämen nach dem Mittagessen und dann versuchen wir das Aufstehen und wenn ich das schaff, werd ich von einem Zivildiener mit Rollstuhl rüber gefahren. Ha ha ha. Ich hab den Schwestern gesagt, ich will sofort aufstehen, sonst versuch ichs allein. Ganz brav waren sie dann nach dem Frühstück sofort da. Gut, ich hätte es nicht allein geschafft. Da hätt ich mich noch so sehr anstrengen können...

Für mich war die Geburt nicht ideal. Aber meine Tochter hat überlebt und die Ärzte und Schwestern waren super lieb. Sie haben mir immer wieder Mut gemacht. Und auch die Leute auf der Frühchenstation waren super! Es gab dort auch eine Psychologin, die ein paar Mal pro Woche auf die Frühchenstation kam und mit denen die Eltern der Kleinen sprechen konnten. Mit ihr hab ich das alles sehr gut verarbeitet.

Dennoch hatte ich immer das Gefühl, was verpasst zu haben.
Wahrscheinlich will ich auch deswegen ein zweites Baby. Bin jetzt in der 29.SSW (ja, die kritische Zeit ist überstanden) und hoffe, dass diesmal alles klappt und ich normal entbinden kann.
Ich will Rückenschmerzen haben, weil mein Bauch so schwer ist (ja, damit fang ich grad an), ich will Wasser in den Beinen haben (noch nicht, aber wohl bald), ich will mein Baby unter Schmerzen selbst zur Welt bringen, ich will es stillen (musste Milch abpumpen weil meine Tochter es einfach nicht geschafft hat zu saugen). Ich will das alles erleben. Auch wenn meine Stiefmutter mir immer wieder sagt, ich würde eine normale Geburt nicht schaffen (ich jammer halt gerne und sie meint, ich würde keine Schmerzen aushalten können).


Ich würde dir raten, vielleicht auch einen Psychologen aufzusuchen, um deinen KS zu verarbeiten. Wie gesagt, das hat mir sehr geholfen. Oder vielleicht gibts jemanden, mit dem du gut reden kannst, der dir hilft.
Ich finde es sehr wichtig, solche Erlebnisse gut zu verarbeiten. Und vorallem: such die Nähe deiner Tochter. Klar, sie braucht Nähe. Aber nicht nur sie! Auch du! Mir hat es auch sehr geholfen, dass ich sie vom ersten Tag an auf meinen Bauch und meine Brust legen durfte. Klar hat es auch ihr geholfen. Aber mir hat es geholfen, eine besondere Bindung zu ihr aufzubauen. Solch ein Erlebnis verbindet Mutter und Kind, wenn es möglich gemacht wird. Ich weiß, dass noch vor einigen Jahren Frühchen möglichst viel abgeschirmt wurden. Niemand durfte sie anfassen oder gar rausnehmen. Ich will nicht wissen, unter welchen "Störungen" Eltern und Kinder damals gelitten haben bzw. welche Spätfolgen das hat.

Also kuschel viel mit deiner Tochter! Du wirst sehen, es hilft euch beiden! Denn auch für deine Tochter wird es nicht schön gewesen sein, so lang von dir getrennt zu sein.

Ich wünsch dir alles Liebe!

Beitrag von yorks 19.03.10 - 14:08 Uhr

#heul

Echt schlimm. Bin auch eine KS Mami, ebenfalls ein geplanter aber ungewollter KS.

Ich denke den ersten Schritt hast du getan damit du es verarbeiten kannst. Denn das Aufschreiben tut sehr gut. Habe hier auch meinen Geburtsbericht reingestellt und seit dem geht es mir Schritt für Schritt besser. Mein KS war nicht so dramatisch wie deiner, bin ich auch dankbar für, aber ich hatte vorher starke Schmerzen bei der Spinalen. Habe sowas von gezittert und bin dabei fast vom Tisch gesprungen, habe großes Glück das nicht passiert ist und ich noch laufen kann. Konnte einfach nicht still sitzen, also wurde ich festgehalten aber auch nur das half wenig....habe zwar keine Schmerzen mehr danach gehabt, war sehr gut betäubt, habe aber auch alles ganz genau gemerkt...das Aufreißen der Haut, die Geräusche, das viele Blut, habe gedacht ich werde geschlachtet....

Jeder nimmt andere Erfahrungen mit aus dem OP. Das muss man erst mal verarbeiten. Konnte meinen Kleinen zwar direkt nach dem KS sehen (der war morgens um 9 Uhr) aber dann wurde ich auf die Gyn verlegt, da die Wochenbettstation voll war und ich habe meinen Kleinen erst abends 20 Uhr wieder gesehen. Er hat mir auch so gefehlt. Das ist schlimm wenn man plötzlich von seinem Kind getrennt wird.

Du wirst sehen, die Erinnerungen verblassen bald etwas und es wird fast wie vorher. Ich hätte es nicht gedacht aber ich kann jetzt daran zurückdenken ohne das ich immer gleich sehr traurig bin. #liebdrueck Gib dir selber Zeit.