schlaganfall

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von sibelli 15.03.10 - 23:05 Uhr


hallo,

mein Vater hatte vor zwei Wochen einen schlaganfall
er kann nicht mehr schlucken sagen die Ärtzte.In der klinick
haben sie eine Magensonde durch die Nase gelegt und
sonst haben sie keine andere untersuchungungen
durchgeführt,nach einer woche haben sie ihn ins Reha
geschickt und jetzt ist fünf tage vorbei und immer noch
nichts.Die sonde ist immernoch in der Nase.Mein Vater
versucht uns zu sagen das er das nicht mehr will aber
die Ärtzte lassen sich nichts sagen.Ich weiss garnicht
mehr wie ich ihm helfen soll das tut mir Sehr Weh.
Hat jemand erfahrung mit Rehaabruch wer zahlt es
was kann ich tun?Sie wollen jetzt auch das ich rechtlich
für ihn entscheiden soll, er kann aber noch denken und
wenn man gut zuhört versteht man es auch.
Wäre sehr dankbar für Antworten#blume

Beitrag von glu 15.03.10 - 23:11 Uhr

Ich würde mal mit der KK bzw. dem Rentenversicherer sprechen!

Vielleicht kann Euch auch ein Anwalt helfen, Dein Vater hätte eine ganz andere Behandlung bekommen können/müssen!

lg glu

Beitrag von nicola_noah 16.03.10 - 07:54 Uhr

Hallo,

Ich selber weiß leider aus eigener Erfahrung (Mein Sohn hatte mehrere Schlaganfälle) das Deinem Vater die falsche Behandlung zugekommen ist!!!
Finde das ein wenig dürftig was die dort gemacht haben...

Habt ihr denn mal gefragt ob es denn möglich wäre das er seine Schluckfähigkeit wiedererlangen könnte?

LG

Nicola

Beitrag von fascia 16.03.10 - 10:10 Uhr

Hallo liebe Sibelli,

das ist schlimm!
Du trägst eine furchtbare Last.

Es geht darum, eine Entscheidung zu treffen und die ggf. durchzusetzen.
Da Dein Vater handlungsunfähig ist, fühlst Du Dich verantwortlich dafür, seinen Wunsch zu erkennen und für ihn zu handeln.

Um richtig zu entscheiden, musst Du unbedingt dafür sorgen, dass Du umfassend aufgeklärt wirst. Erwirke also ein Gespräch mit einem behandelnden Arzt in der Reha und schildere genau Dein Problem. Trage unmissverständlich vor, welche Bedürfnisse Dein Vater hat, mache deutlich, dass er eine Persönlichkeit ist und welche, damit man ihn dort auch wirklich so wahrnimmt. (Vergiss nie, dass die Leute, die Deinen Vater versorgen, auch nur Menschen sind. Hol sie in Euer Boot.) Stelle Fragen nach der Prognose, der voraussichtlichen Entwicklung Deines Vaters, wenn er weiterhin das übliche Prozedere in der Rehaklinik und der anschließenden häuslichen Versorgung weiter durchliefe.
Vielleicht wirst Du keine klaren Antworten erhalten. Denn die Entwicklung bei Deinem Vater ist zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch nicht zu überschauen.

Was bedeutet das "er will nicht mehr..."?
Nicht mehr leben? Nicht per Sonde ernährt werden (läuft gegenwärtig auf das Selbe hinaus)? Nicht in der Klinik bleiben?

Der Zustand Deines Vaters wird nicht so bleiben, wie er jetzt ist. Vielleicht will er auch einen verbesserten zukünftigen Zustand, der mit Einschränkungen verbunden ist, nicht akzeptieren. Will er sterben?
Dann bedenke, dass Du - falls Du ihn dabei erfolgreich unterstützen kannst - Dich stets fragen würdest, ob er nicht doch noch Lebenwertes versäumt hätte. Ob DU damit würdest leben wollen...

(Weil sein Zustand nicht gleichbleibend sein wird, können die Ärzte lebenserhaltende Maßnahmen nicht einstellen. Auch rechtlich ist das zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig. Eine anwaltliche Beratung hilft Dir sicher weiter bei Deiner Entscheidungsfindung.)

Es ist wohl einer der größten Liebesbeweise, wenn Du das Leben Deines Vaters in Dein Herz und Deine Hände nimmst. Vergiss darüber Dein eigenes Leben nicht! Denke daran, dass Dein Vater Dich auch liebt - er wird nicht wollen, dass Du Dich immer schuldig fühlen wirst.


Das wird dennoch immer so sein. Das Leiden, das er trägt - jetzt oder in Zukunft - kannst Du ihm nicht abnehmen. Es ist unmöglich - jeder trägt sein Leiden selbst, unteilbar.

Wenn Du feststellst, dass Du ihm sein "ich will nicht..." nicht erfüllen kannst - aus rechtlichen oder persönlichen Gründen -, dann kämpfe für sein Leben und sein optimales Fortkommen. Dann mache Dich darauf gefasst, ggf. mit einer anderen "Schuld" zu leben: Der dass Du Deinem Vater zu einem Leben verhelfen MUSSTEST, das er so nicht wollte.

Was Du auch tust: Es kann nicht vollkommen gut und richtig sein. Du wirst darunter leiden, unteilbar - wie auch Dein Vater. Ihr tragt beide keine Verantwortung an dem Unglück dieses Schlaganfalls, der das ganze Leben erstmal zerfetzt.

Was auch immer wird: Du wirst damit am Besten leben können, wenn Du es aus Liebe getan hast.


Aufklärung - ärztlich und rechtlich - ist jetzt das Wichtigste für Dich.
Es geht in Wirklichkeit nicht mehr nur um Deinen Vater.
Es geht auch um Dich.

Zum Sterben ist es zu früh.
Zum Leben vielleicht zu schwer.
Ein Dilemma. Für Deinen Vater. Und für Dich.

Die Verantwortung ist zu groß - trotzdem nimmst Du sie.
Sei daher nicht zu hart mit Dir selbst!


Du bist eine wunderbare Tochter.
Er weiß das. Er wird nicht wollen, dass Du daran zerbrichst.


Von Herzen,
fascia.