Ergotherapie bei Konzentrationsschwierigkeiten??!!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von nicole179 15.03.10 - 23:12 Uhr

Hallo,

heute war Elternsprechtag im Kindergarten.
Meine Tochter wird in 2 Wochen 5 Jahre und kommt nächstes Jahr in die Schule.
Soweit ist alles in Ordnung mit ihr und sie sind echt zufrieden.:-D
Nur sie kann sich nicht gut konzentrieren wenn sie in der Gruppe ist oder wenn viel los um sie herum ist.
Sie lässt sich dann von allem abklenken und kann nicht mehr z.B. zuhören und Aufgaben lösen. Wenn sie Ruhe hat und mit wenigen Kindern im Raum ist ist das kein Problem!

Die Erzieherinnen haben mir zur Ergotherapie geraten, da sie in der Schule auch im Klassenzimmer klar kommen muss, wo mindestens 27 Kinder sind.

Nun ist meine Frage ob das wirklich was bringt??
Wer hat Erfahrungen damit?

Mein Mann ist sehr skeptisch und sieht es als "negativ" an wenn unsere Tochter zur Ergotherapie gehen soll. Aber das ist es ja in keinem Fall. Es soll ihr ja helfen!

Ich werde natürlich ALLES für mein Kind tun, damit sie gut durchs Leben kommen kann!!

Bald haben wir einen Termin bei der Kinderärztin zur U9, da werde ich das alles zur Sprache bringen.

Wollte mir aber vorab ein paar Meinungen von euch einholen!!

Besten Dank im Voraus!!

LG
Nicole

Beitrag von girl08041983 15.03.10 - 23:20 Uhr

Hallo Nicole,

ja mein Sohn bekommt auch Ergotherapie und da wird viel für seine Konzentration gemacht und auch Sachen für seine Motorik. Es hat ihm bis jetzt auch sehr gut geholfen.

Lg Lia

Beitrag von belebice 16.03.10 - 07:35 Uhr

Ergo ist spitze. Das ist in keinster Weise negativ. Dein Mann sollte versuchen, das Denken des Negativstempels abzuwaschen, denn wie du es schon richtig erkannt hat ist es in keinster Weise schlimm. Ergo bedeutet Förderung..., und zwar GANZHEITLICH. Also absolut sinnvoll für Kinder mit Konzentrationsschwächen, grob- und feinmotorischen Schwächen und anderen Defiziten und/oder Schwächen

LG Bianca

Beitrag von ca2005 16.03.10 - 08:18 Uhr

Hallo
Ich finde auch dass die Ergotherapie nur gutes hat. Die Chancen, dass ihr die Therapie hilft sind wirklich sehr gut, und wenn nicht, dann schadet es ihr nicht, im gegenteil! Wir haben selbst aus anderen Gründen eine Ergo gemacht und das war das beste was meiner tocher passieren konnte!!!
Denk auch daran, dass bei Konzentrationsschwäche auch eine Cranio Sacrale Therapie helfen kann.
Glg C,A

Beitrag von bine3002 16.03.10 - 08:42 Uhr

Ich sehe Therapien aller Art auch sehr skeptisch.

Heutzutage wird so viel an den Kindern herum therapiert, weil sie hier und da "Schwächen" haben. Meine Meinung ist aber, dass nicht die Kinder die Schwächen haben, sondern das System. 27 Kinder in einer Klasse zum Lernen zusammenzustopfen ist nicht gut, für niemanden und die Kinder müssen es ausbaden. "Funktionieren" sie nicht in diesem System werden sie eben therapiert. DAS ist falsch herum gedacht.

Jetzt sagen viele: "Wieso? Eine Therapie schadet doch nicht!" Nein, wenn sie wie ein Sportangebot wahrgenommen wird sicher nicht. Das ist aber nicht der Fall. Die Therapie wird zu einem bestimmten Zweck durchgeführt. Und dieser Zweck verschließt sich auch dem Kind nicht. Die sind ja nicht doof. Eine 5jährige weiß durchaus, dass nicht alle Kinder so eine Therapie machen (müssen). Und im blödesten Fall stellt sie sich dann die Frage: "Bin ich nicht normal!?!" Sie drückt sich dann selbst einen Stempel auf. Und da sehe ich das Problem.

Ein weiteres Problem sehe ich auch darin, dass Kinder offensichtlich keine Schwächen mehr haben dürfen. Und somit dürfen sie auch nicht mehr lernen, damit zu leben. Es geht zum Doktor, der macht das Problem weg und alles ist gut. Auch das ist eine Botschaft, die sich durchs ganze Leben ziehen kann.

Allerdings lebe ich nicht auf dem Mond und weiß, dass das System eben so ist wie es ist und sie leider nur noch ein Jahr Zeit hat, ihre Defizite aufzuholen.

Meine Tochter wird im Juli 4 und hat ein paar Probleme mit der Sprache. Wir müssen nun leider auch überlegen, ob wir sie einem Logopäden vorstellen oder nicht. Und für mich ist diese Entscheidung wahnsinnig schwer.

Beitrag von dani.m. 16.03.10 - 09:25 Uhr

Im ersten Punkt gebe ich dir vollkommen recht! Ein paar Veränderunen würden dem System sicher gut tun. Bei uns sind zwar nicht so viele Kinder "auf einem Haufen", aber wenn ich sehe und höre, dass jeder da lernen darf, wo er will und was er will... nee, das verstehe ich nicht! Für Einige mag das ja der richtige Weg sein, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das (besonders für Kinder mit Konzentrationsproblemen - und das werden ja leider immer mehr :-() die richtige Lernumgebung ist.

Zum 2. Punkt: mein Sohn bekam Ergo wegen seiner Konzentrationssschwäche und motorischer Defizite. Wir haben NIE als Therapie darüber gesprochen, es hieß immer "Spielen". Die Therapeutin hat alles auch sehr spielerisch gemacht, so gut, dass er jetzt bettelt, noch mal gehen zu dürfen :-)

Und Schwächen darf mein Sohn durchaus auch haben - nur ich merke, wie unzufrieden er mit der Situation ist und möchte ihm gern helfen, Wege zu finden, zufriedener (und ruhiger) zu werden.

Beitrag von bine3002 16.03.10 - 09:46 Uhr

"Und Schwächen darf mein Sohn durchaus auch haben - nur ich merke, wie unzufrieden er mit der Situation ist und möchte ihm gern helfen, Wege zu finden, zufriedener (und ruhiger) zu werden."

Ja, das ist ja auch für mich der Grund, meine Tochter evtl. zum Logopäden zu bringen. Sie beginnt, sich zu verschließen, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob das einfach ihr Wesen ist oder ob es an ihren sprachlichen "Defiziten" liegt. Mir fällt es einfach sehr schwer, das Ganze objektiv zu beurteilen. Objektiv... kann ich das überhaupt? Ich bin ja schließlich die Mutter. Ich wollte gleich noch einen Beitrag zu diesem Thema schreiben, vielleicht können wir da weiter diskutieren.

Beitrag von ca2005 16.03.10 - 09:51 Uhr

Hallo,
So wie du geschrieben hast. Das System krankt.Da geb ich dir Recht. Allerdings bestehen in Hinblick auf SChule kaum Auswegmöglichkeiten und das Kind (und die Eltern) müssen mit diesem System zurecht kommen.
. Jedes Kind hat Stärken und SChwächen, es gibt jedoch solche SChwächen die mit tw. einfachen Mitteln behoben werden können.Daher sehe ich es eher postiv, wenn es harmlose Möglichkeiten gibt dem Kind zu helfen.
Wie es das Kind sieht ("bin ich normal?") hängt v.a. davon ab wie man es als Elternteil "verkauft".
Bedenklich finde ich es erst dann wenn man wegen "nichts" zu Medikamenten greift und das Kind mit Chemie zustopft.

LG

Beitrag von bine3002 16.03.10 - 10:06 Uhr

"Allerdings bestehen in Hinblick auf SChule kaum Auswegmöglichkeiten und das Kind (und die Eltern) müssen mit diesem System zurecht kommen."

Absolut richtig. Aber gerade deswegen gehen ja viele Eltern den vermeindlich einfachen Weg und lassen sich helfen. Sie bringen nicht mehr den Mut auf, einfach abzuwarten oder das "Problem" selbst in den Griff zu kriegen.


"Daher sehe ich es eher postiv, wenn es harmlose Möglichkeiten gibt dem Kind zu helfen."

Ja, aber genau das ist ja die Frage. Etwas vermeindlich "harmloses" KANN zu einem Problem werden, wenn es bei dem Kind falsch ankommt. Vielleicht wäre es für manche Kinder besser, wenn sie einfach ihre Zeit bekommen. Man weiß es nicht...


"Wie es das Kind sieht ("bin ich normal?") hängt v.a. davon ab wie man es als Elternteil "verkauft"."

Je älter das Kind wird, umso weniger haben die Eltern Einfluss darauf. Außerdem spielen auch andere Faktoren eine Rolle wie das Wesen des Kindes.


"Bedenklich finde ich es erst dann wenn man wegen "nichts" zu Medikamenten greift und das Kind mit Chemie zustopft."

Genau darauf will ich ja hinaus. Ein Kind, was früh lernt, dass man alles therapieren kann, wird vielleicht später dazu neigen, auch zu Medikamenten zu greifen. Das klingt vielleicht etwas weit hergeholt, aber für mich ist genau das so schwierig an diesem ganzen Thema.

Beitrag von ca2005 16.03.10 - 10:17 Uhr

Hallo nochmals

"Vielleicht wäre es für manche Kinder besser, wenn sie einfach ihre Zeit bekommen. Man weiß es nicht... "

Bei gewissen Aspekten gebe ich dir absolut Recht. In diesem Falle glaube ich kann man auch auf die Meinung der Kindergärtnerin zählen, zumindest wenn man fachlich etwas von ihr hält, die recht gut einschätzen kann, ob sich solch eine Schwäche noch vor der Schule "auswächst". Gerade der Schulstart ist etwas sensibles und wenn die ersten Jahre negativ besetzt sind (bspw weil es nicht im Unterricht durch diese SChwäche nicht ordentlich mitkommt) ist die gesamte Schullaufbahn schwierig.


"Genau darauf will ich ja hinaus. Ein Kind, was früh lernt, dass man alles therapieren kann, wird vielleicht später dazu neigen, auch zu Medikamenten zu greifen. "

Sehe ich nicht so, denn bei Logopädie, Ergotherapie oder ähnlichem lernt das Kind, dass es durch "Arbeit an sich selbst" (Übungen bei Logopädie, Ergotherapie etc) zu gewünschten ERfolgen kommt. Wenn ich einem Zappelphillip die Möglichkeit gebe sich mehr zu bewegen und er dadurch ruhiger wird hat es einen anderen "Lehrcharakter" als wenn ich nichts an seinem Tagesablauf ändere und ihm beruhigende Medikamente gebe.

LG

Beitrag von bine3002 16.03.10 - 10:28 Uhr

"Gerade der Schulstart ist etwas sensibles und wenn die ersten Jahre negativ besetzt sind (bspw weil es nicht im Unterricht durch diese SChwäche nicht ordentlich mitkommt) ist die gesamte Schullaufbahn schwierig."

Ja, das stimmt. Deswegen haben ja auch so viele Respekt davor, mich selbst eingeschlossen.



"Wenn ich einem Zappelphillip die Möglichkeit gebe sich mehr zu bewegen und er dadurch ruhiger wird hat es einen anderen "Lehrcharakter" als wenn ich nichts an seinem Tagesablauf ändere und ihm beruhigende Medikamente gebe."

Das stimmt auch. Seltsam ist nur, wenn der Zappelphillip ins Auto gesetzt wird, dann zum Therapeuten gekarrt wird, sich dort eine Stunde lang austobt, dann wieder nach Hause gefahren wird... Da ist dann halt fraglich, ob man mit dem Zappelphillip nicht vielleicht lieber eine Stunde in den Wald GEHEN sollte.


"In diesem Falle glaube ich kann man auch auf die Meinung der Kindergärtnerin zählen, zumindest wenn man fachlich etwas von ihr hält, die recht gut einschätzen kann, ob sich solch eine Schwäche noch vor der Schule "auswächst"."

Ich finde es schade, dass manche Eltern die Verantwortung lieber einer vermeindlichen Fachkraft übergeben als an ihrem eigenen Leben etwas zu ändern oder es wenigstens zu hinterfragen. Man kann natürlich eine Erziehrin zu Rate ziehen, aber man sollte auch den Mut aufbringen, sich eine eigene Meinung zuzutrauen. Und ich persönlich gebe nicht viel auf die Meinung unserer Erzieherinnen. Sie sind beide super lieb und geben sich viel Mühe. Sie haben aber auch beide erst vor knapp drei Jahren angefangen und es mangelt ihnen an Erfahrung. Die Vorschulerzieherin ist nur einmal in der Woche da und kümmert sich dann vor allem um die Vorschulkinder. Ihr würde ich einen fachlichen Rat zutrauen, sie kann ihn aber nicht geben, weil sie meine Tochter nicht gut genug kennt.

Beitrag von dani.m. 16.03.10 - 11:21 Uhr

In dem Fall würde ich es noch mal mit dem Kinderarzt besprechen. Bei uns ist es so, dass die beiden Erzieherinnen schon jahrelange Berufserfahrung haben. Zusätzlich kommt ein paar Mal im Jahr eine Dame vom Jugendamt nach den Kindern schauen. Von ihr kam auch die Empfehlung. Übrigens nicht nur für unseren Sohn, sondern für etwa die halbe Gruppe #schock Und im Vorgespräch mit der Therapeutin bekam ich immer mehr den Eindruck, dass diese anderen Kinder die Therapie (auch aufgrund körperlicher Probleme) viel nötiger gehabt hätten #augen Allerdings waren das auch Eltern, bei denen die Kinder entweder "nebenher laufen" (d.h. stundenlang vorm PC, Fernseher sitzen) oder die der Meinung waren "mein Kind ist nicht krank, wozu eine Therapie?"#augen
Geholfen hat es bei uns trotzdem, besonders weil ich auch Tipps bekommen habe, wie ich helfen kann. Ich überlege schon, vor der Schule noch mal nach einem Rezept zu fragen. Lieber so, als Sohnemann dann irgendwann mit irgendwelchen Medis ruhig zu stellen.

Beitrag von ca2005 16.03.10 - 12:03 Uhr

ad. Zappelphillip- hier meinte ich auch eher die Variante des in den Wald gehen oder zum Turnen gehen als eine Therapie....

ad. Verwantwortung Eltern-Kindergarten Erzieherin: ich bin wirklich die letzte die die Eigenverantwortung der Eltern minimiert oder gar abgibt. Es gibt jedoch Situationen die eine ERFAHRENE Kindergärtnerin ggf. besser beurteilen kann. So kann sie das Gruppenverhalten objektiver beurteilen als ich es kann. Denn zu 90% ist sie (wenn sie in der "Gruppe" ist) mit Freundinnen beisammen und das ist etwas anderes als wenn sie mit allen Kindern (größer, kleiner, Freund, Feind und unterschiedliche Charaktere) der Kindergartengruppe beisammen ist. Unsere Kindergärtnerin ist seit 20 Jahren dabei, hat selbst 4 Kinder in unterschiedlichem Alter und deswegen vertraue ich ihr auch. Meine Meinung, meine Beobachtung und va mein Gefühl wird deswegen nicht beinträchtigt.

GLG

Beitrag von mrsviper1 16.03.10 - 09:12 Uhr

Hallo,

Meine Tochter(4) hat auch ein Konzentration problem.

Sie kann keine sache länger wie 10 min machen und dann springt sie von einem Ding auf das nächste.
Das wirkt sie so aus das ihr dann bei Malen einfällt das sie ja noch was spielen könnte. Dann springt sie vom Spielen aufs Malen und vom Malen aufs Spielen. Aber nur zuhause im Kindergarten macht sie das nicht.
Oder sie überdreht plötzlich. (Sie hat kein ADHS oder der gleichen)
Seit wir bei der Ergotherapie sind wird es besser sie kann sich jetzt schon gute 10 min länger damit beschäftigen haben aber damit auch erst im Januar angefangen.

Lg Tina



Beitrag von 3erclan 16.03.10 - 11:01 Uhr

Hallo

meiner hat jetzt 20 Stunden ERgo hinter sich.Auch wegen Konzentrationsproblem und aber auch Taktile und auditive WS.ö

Er hat total Spass dran.

Ruf aber doch bald in einer Praxis an denn oft hat man lange Wartezeit.

lg

Beitrag von nicole179 16.03.10 - 11:32 Uhr

Hallo,

danke für die Antworten!

Manche schreiben dass es schade wäre nicht den Mut zu haben sich seine eigene Meinung zu bilden.

Ich denke auch irgendwie dass meine Tochter und wir ja noch über ein Jahr Zeit haben um das "Problem" in den Griff zu bekommen.Und dass sie das auch schaffen wird.

ABER .. was ist wenn ich mich irre?? Nobody´s perfect!!
Dann habe ich ihr die Chance verbaut, sich "professionell" vor dem Schulstart helfen zu lassen.

Ach, ich weiss es nicht!!!

Lg
Nicole

Beitrag von dani.m. 16.03.10 - 11:36 Uhr

Du machst das schon richtig! Sprich es bei der U an und frage die Ärztin nach ihrer Meinung!

Und vor allem: überzeuge deinen Mann, dass es nix Negatives, sondern das Beste für euer Kind ist! Wie viele schon geschrieben haben: die Kinder merken es, wenn man negativ da ran geht!