"Danach ist aller Schmerz vergessen"

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von inkognito1810 16.03.10 - 10:33 Uhr

Am 5.3. gegen 21 Uhr bemerkte ich, dass ein kleiner Schwall Flüssigkeit aus mir kam. Nachdem es wenig später nocheinmal tröpfelte, und diese Flüssigkeit klar war und eiweißartig roch, machte ich einen PH-Test und sah sofort -es war Fruchtwasser.
Am kommenden Morgen deshalb CTG und VU bei der Hebamme, die aber meinte, dass sie das irgnoriert, weil es ein hoher Blasensprung sei, und da erstmal nichts passieren kann.

Am Montag, den 8.3. jedoch, da immernoch nichts passierte und ich mich so unwohl fühlte, entschlossen wir uns, statt lt. Geburtshaus zu warten, in die Klinik zu fahren.
Dort wurde CTG gemacht, auf welcher nur eine Wehe war, US -auf dem man deutlich den Riss in der FB sah, sowie Fruchtwasser in der Gebährmutter, und bei der VU war der PH-Wert auch bei 7,0. Die Blutentzündungswerte waren bei mir ebenfalls erhöht, weshalb sofort Antibiothika-Tropf und Einleitung angeordnet wurden.
So ging es 8 Uhr in den Kreißsaal, wo ich fertig gemacht wurde und bis 10.30Uhr auf die Ärztin wartete, die dann Gel legte.
Mein Mann ging derzeit nochmals nach Hause, um etwas zu arbeiten bzw sich die Zeit zu vertreiben, man wusste ja nicht, ob und wann das Gel anschlug.
Das Gel schlug schnell an, sodass ich ab 11:50Uhr regelmäßige, schon schmerzhafte Wehen bekam. Diese wurden immer stärker, weshalb ich nicht nochmal etwas ruhen konnte.
16Uhr war mein Mann wieder bei mir, weil ich merkte, Unterstützung zu brauchen. Wir entschlossen uns, nochmal eine Runde spazieren zu gehen. Allerdings wurden da die Wehen so stark, dass ich ständig anhalten musste.
Leider war bei der VU um 18Uhr nichts passiert. So demotiviert war ich noch nie -stundenlang Wehen aller 2 Minuten, die richtig weh taten, und das für nichts.
Eigentlich wollte die Hebamme mich auf Station schicken, doch ich wusste, dass ich das nicht schaffe mit den Schmerzen. Also aßen wir etwas Abendbrot und danach ging ich in die Wanne, in welcher ich dann auch schon Gnobuli bekam, auf die ich richtig ansprang. Die Wehen wurden immer stärker, und ich weinte ständig, weil ich mittlerweile, nach nun 12 Stunden Geburt, einfach am Ende war.
Einer erneute VU um 23Uhr brachte wieder Ernüchterung -Mumu war bei 2cm und immernoch fest. Schmerzmittel durfte ich noch keine, weil sie die Wehen nicht eindämmen wollten.
2 Uhr erreichte ich 3cm und immernoch fester Mumu, nun wurde der Wehentropf angeschlossen und ich bekam Bruscopan. Ich war völlig am Ende, konnte einfach gar nicht mehr. 4 Uhr, der Mumu war immernoch bei 3cm aber wenigstens weich, bekam ich endlich eine leichte PDA, die zwar wirkte, aber die Wehen immernoch recht schmerzhaft bleiben ließ (auf meinen Wunsch, dass der Kleine keine Panik bekommt).
Nach 18 Stunden heftiger Schmerzen platzte in einer Wehenpause plötzlich die Fruchtblase. Die Hebamme kam um mich "trockenzulegen", und ich sollte noch mal auf Toilette. Dort merkte ich, wie es plötzlich arg nach unten drückte.
Die nächste Wehe musste ich schon stöhnen, und ich sagte "Ich glaube, er will jetzt sofort raus". Die schaute schnell -6cm. ICh legte mich aufs Bett und sie sagte, ich darf auf keinen Fall mitschieben bei den nächsten Wehen, es würde noch dauern. Doch schon bei der zweiten Wehe war der Pressdrang so enorm, dass ich schrieh "Ich MUSS pressen!" und durch meine tiefe, schreiende Tonlage schaute sie nochmal, und meinte "Ist ok, schieben sie ihr Baby raus".
Doch ich zitterte am ganzen Körper, war so fertig und kraftlos, dass ich einfach nur weinte. Daraufhin feuerten sie mich an, dass ich das jetzt schaffe. Es brannte, doch ich presste mir. -Eine Wehe und der Kopf war geboren, nach der Zweiten mein kleiner Sohn.

Doch sie wurden plötzlich hektisch, er war dunkelblau und reagierte nicht, seine Nabelschnur war zu straff um den Hals gewickelt. Sie rüttelten ihn leicht, doch er reagierte nicht, also wurde er schnell abgenabelt und zum Absaugen gebracht. Aus Erleichterung es endlich geschafft zu haben, wurde Angst und Panik. Ich dachte mein Baby wäre tot. Flehend flüsterte ich: "Bitte, oh bitte atme! Lass ihm nichts passiert sein"
Danach dann endlich der erste Schrei meines 49cm kurzen und 3415g leichten Tims. Geburtszeit 5:11 Uhr.

Mein Mann blieb während der Versorgung des Kleinen die ganze Zeit bei mir mit der Begründung "Der wird erstmal gut versorgt, aber du hast fast 20 Stunden gekämpft, da kann ich dich jetzt nicht einfach allein lassen"

Beitrag von -sunshine-1985- 16.03.10 - 14:46 Uhr

Ach Mensch du ARME MAUS!!!!
Lass dich ganz lieb #liebdrueck

ABER DU hast es GESCHAFFT und dein Kurzer auch, und das ist das Wichtigste #verliebt

Wünsche euch ne schöne Kennenlernzeit.

LG
Irene + Zwergi (35. SSW), die auch langsam Schiss vor der Geburt bekommt #schock#rofl