Hartz 4 wird auf 5 Jahre eingeschränkt?

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Beitrag von petra1982 16.03.10 - 12:48 Uhr

Was haltet ihr davon das man Hartz 4 eventuell nur noch 5 jahre Beziehen kann?

Ich seh es zwiegespalten, auf der einen Seite find ichs gut für die die nur abzocken. Auf der anderen seh ich diejenigen die keinen Job finden und dann mit Familie vieleicht dastehen und nichts mehr haben....

Beitrag von scrapie 16.03.10 - 12:51 Uhr

Dann sollte man das ganze System umkrempeln... hartz4 abschaffen und sich mal bessere Gedanken machen.

Wenn man das tatsächlich so handhaben würde, bräuchte man eine Alternative für die, die nach 5 Jahren immer noch nix haben (nicht jeder KANN arbeiten!)... sonst sollte man uns einfach von Sozialstaat auf irgendetwas kümerlicheres runterstufen.

Leider ist es schwer die Nichtkönner von den Nichtwollern zu unterscheiden.

Ich sehs so. Wenn die SB mal wirklich durchgreifen würden, wie es im Mom vorgesehen ist (also 30% Abzug und dann runter auf 100% - bei nicht einhaltung) dann würde es solche Diskussionen hier gar nicht geben.

Beitrag von petra1982 16.03.10 - 12:56 Uhr

Ich wünsche es denen die wirklich nichts finden wollen. Nur kann man die nicht rausfiltern von denen die Krankheitsbedingt, altersbedingt einfach nichts mehr finden können.

Beitrag von scrapie 16.03.10 - 13:14 Uhr

Ja das meine ich ja. Wie willst du die noch trennen?

Im Mom ist es so, dass wenn jmd behauptet, er könne Krankheitsbedingt nicht arbeiten, der muss zu einem extra Arzt, der das bestätigt. Also wird das kontrolliert.

Jeder der sich nicht an die Regeln hält (Bewerbungen schreiben, Termine wahrnehmen usw) der kriegt Prozentabzug.

Die einzige Möglichkeit sich vor der Arbeit zu drücken wäre für eine Frau nur Kinder kriegen... mehr Möglichkeiten sollte es nicht geben.

Die Gesetze zum "filtern" sind also da. Da frag ich mich, warum es immer noch so viele "Schmarotzer" gibt?

ich habe deswegen bedenken, dass es tatsächlich was nützt die Gesetze zu ändern... eher sollte man den SB mehr auf die Finger schauen...

Ich hatte damals selbst die Erfahrung gemacht. Mein Mann war in Ausbildung, dazu gabs Bafög und mein Kige. Ich wurde schwanger mit meinem Sohn (die Ausbildung wäre zu Ende gewesen vor der Geburt, Arbeitsvertrag für Übernahme war schon fertig)... Aber der Betrieb schloß sehr unerwartet. Wir standen also da mit einer Abfindung und mussten Alg1 und zusätzlich Alg2 beantragen.

Ich ging zu einer Arbeitsvermittlerin zur Arge und wollte Arbeit. "Sie sind schwanger und somit unvermittelbar". Ich doofe naive Gans glaubte das. Meine Aufgabe war nun, jeden Monat, wenn sie mir eine Einladung schrieb dort anzurufen und ihr mitzuteilen, ob ich noch schwanger sei. Ich kanns zwar nicht beweisen, aber ich gehe davon aus, dass sie dann jeden Monat so getan hat, als würde sie mich vermitteln wollen (wozu sonst die Einladungen?). Obs Provisionen o.ä. dafür gibt, weiß ich nicht.

Dann waren mein Mann und ich abwechselnd arbeiten, während der andere aufs Kind aufpasste.

Mein Mann fand wieder eine feste Stelle (Probezeit) und es hieß, dass er übernommen wird nach der Probezeit. Ich wurde wieder schwanger. Tja, nach der Probezeit wurde er geschmissen und es stellte sich heraus, dass so viele Arbeitnehmer von dem Chef beplaudert wurden. Er sagte immer "Aber sags nicht den anderen, damit sie dann sauer sind oder so" aber das sagte er zu allen.... es war nur eine Masche, damit sich alle anstrengten...

also standen wir wieder doof da.

Ich bin dann wieder zur Arge (diesmal nicht so dumm) und habe darauf pochen müssen mit Drohungen, dass ich zum Chef gehe usw, bevor man für mich eine Stelle fand bzw sich dazu entschloß überhaupt mal in den PC zu schauen (1€ Job).


Dort habe ich dann bis 2 Wochen vor der Geburt gearbeitet (und das beste Zeugnis, was man kriegen kann bekommen#schein)

Inzwischen hat mein Mann jetzt doch noch eine feste Arbeitsstelle gefunden und ist jetzt Teamleiter:-)




Beitrag von emmapeel62 16.03.10 - 13:36 Uhr

"Jeder der sich nicht an die Regeln hält (Bewerbungen schreiben, Termine wahrnehmen usw) der kriegt Prozentabzug. "

Und was macht man denen die sich an die Regeln halten und trotzdem keinen Job finden ?

Beitrag von scrapie 16.03.10 - 13:37 Uhr

Die kriegen ganz normal Hart4...???#kratz

Beitrag von emmapeel62 16.03.10 - 13:50 Uhr

Aber doch bitte länger als 5 Jahre, oder hatte ich dich falsch verstanden ?

Beitrag von petra1982 16.03.10 - 14:49 Uhr

Also ich hab einen Nebenjob gesucht, angefangen vor 4 wochen und habe schon ein Gespräch morgen mittag. Als Putze ja und? Klar viel ist es erstmal nicht aber es ist ein anfang...... Und nach 5 jahren bewerbung findet man auch mal was und wenn man umziehen muss, umschulen etc.

Beitrag von emmapeel62 17.03.10 - 11:06 Uhr

Putze ? Was ist denn das für eini Job #kratz

Dir ist ja wohl klar, dass man als "Putze" in der Regel nicht aus dem ALG 2 Bezug rausfällt und das einer Umschulung das Amt zustimmen muss - ebenso wie einem Umzug ?

Beitrag von petra1982 18.03.10 - 06:46 Uhr

Umschulung? Wenn man Putzen gehen will?

Ich mache das abends und am we ;-) Also ich habe noch einen Hauptberuf :-) Nichts da Arge ich will da möglichst nicht hinkommen und bin froh arbeit zu haben.

Beitrag von emmapeel62 18.03.10 - 09:54 Uhr

"Umschulung" bezieht sich auf folgenden Satz von Dir

"Und nach 5 jahren bewerbung findet man auch mal was und wenn man umziehen muss, umschulen etc."

Man kann nicht einfach so umschulen, das muss genehmigt werden.

Beitrag von petra1982 18.03.10 - 15:14 Uhr

Sorry wusst ich ja nicht, ich war erst 2 mal ohne Arbeit und einmal beim Arbeitsamt und das auch nicht lange.

Wer muss das genehmigen?

Beitrag von emmapeel62 18.03.10 - 21:50 Uhr

Ich war noch niemals arbeitslos und weiss trotzdem, dass einer Umschulung das Arbeitsamt zustimmen muss - die bezahlen das nämlich. Wer soll das denn sonst zahlen ? Von irgendwas muss der "Umschüler" ja leben und die Umschulung ist auch nicht umsonst. Zugestimmt wird nur, wenn davon auszugehen ist, dass der Bewerber danach tatsächlich einen Job finden wird.

Beitrag von scrapie 16.03.10 - 15:42 Uhr

Natürlich.

ich hab lediglich gesagt, dass WENN sie das so einführen werden würden, dann müssten sie auch alternativen für die bereithalten, die wegen "echten" gründen keinen Job finden, auch anch 5 Jahren nicht... sonst wäre es hier kein sozialstaat mehr.

Beitrag von 3wichtel 17.03.10 - 07:58 Uhr

<<Da frag ich mich, warum es immer noch so viele "Schmarotzer" gibt? <<

Laut unabhängiger Gutachten liegt die "Schmarotzer-Quote" bei unter 1%.

Soll ich das viel finden?

Beitrag von scrapie 17.03.10 - 08:14 Uhr

In meinem Bekanntenkreis sinds sicher mehr wie 1%.

Beitrag von 3wichtel 17.03.10 - 08:29 Uhr

Das ist ja das Schöne beim Gesamtdurchschnitt.
Manche liegen drunter, manche drüber.

Allerdings würde ich mir dann mal über die Aufstellung meines Bekanntenkreises Gedanken machen....

Beitrag von scrapie 17.03.10 - 09:19 Uhr

Unter einem Bekanntenkreis verstehe ich nicht Leute mit denen ich täglich verkehre sondern alle Leute die ich kenne.... die mir Bekannt sind.

Ich habe mit denen nix zu tun und würde mri selbst ernsthaft sorgen machen, wenns soweit käme ;-)

Beitrag von litalia 17.03.10 - 09:22 Uhr

sehe ich auch so.


hier sind es nicht unter 1% sondern mind. 30.

das sollte zu denken geben.

Beitrag von nele27 17.03.10 - 09:31 Uhr

Gibts Beweise dafür??

Zahlen? Statistiken?

Beitrag von zeitblom 17.03.10 - 11:14 Uhr

sie meint sicher gefühlte 30%
als Freundin der Subjektivität sollte Dir das doch gefallen...

Beitrag von nele27 17.03.10 - 11:21 Uhr

#augen

Geht mit Dir auch sachlich diskutieren? Oder hast Du Dich nur zum Ärger machen angemeldet??

Wenn ja, dann überles einfach meine Antworten in Zukunft.

Beitrag von zeitblom 17.03.10 - 17:51 Uhr

Inwieweit bin ich unsachlich? Ich habe lediglich versucht, Deinen 3 (rhetorischen?) Fragezeichen eine Antwort zu geben.

Beitrag von .doctor-avalanche. 17.03.10 - 09:32 Uhr

"hier sind es nicht unter 1% sondern mind. 30. "

Was 30? Äpfel? Birnen? Menschen? Prozent?

Wenn Du in HH-Wilhelmsburg oder im Umfeld eines anderen sozialen Brennpunktes in D lebst, erscheinen die Zahlen höher. Man ist dort mit dem Elend H4- bedeutend häufiger konfrontiert.

Ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, daß es bundesweit bei jenen 1% und darunter bleibt.

Diese Zahl anzunehmen, würde aber bedeuten, daß Du Deine jetztigen Intellekt etwas nach oben strecken müsstest und über Deinen Tellerrand hinausschaust.

Dazu bist aber nicht bereit, weil für Dich nicht sein darf, was Deiner Meinung nach nicht sein kann. Also Augen zu und weiterhin behaupten, die Majorität bestehe darin, was Dir täglich unter die Augen kommt.

Beitrag von emmapeel62 17.03.10 - 11:08 Uhr

Dann solltest du vielleicht mal deinen Bekanntenkreis überdenken - im meinem Bekanntenkreis liegt er bei 0 %.