Mein Papa...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von sunflower86 16.03.10 - 14:14 Uhr

Hallo ihr,

ich fange am Besten von vorne an, kann aber lang werden -Sorry schonmal...

Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich etwa 6 Jahre alt war. Für meinen Vater war ich der kleine Engel und er hat mich auf Händen getragen... Nach der Scheidung hatte ich noch einige Jahre guten Kontrakt zu ihm. Irgendwann änderte er sich und er hatte einige Probleme, die ich hier nicht näher erzählen möchte. Ich hing aber immer an meinem Vater und war und bin eigentlich immernoch ein "Papakind". Vor etwa 10 Jahren ging er in die USA und ließ sein altes Leben hinter sich. Die Jahre über hatte ich auch leider keinen Kontakt zu ihm. Letzten Freitag war die Polizei bei mir und sagte, dass mein Papa sich erschossen hat! Jetzt kommen alle meine Erinnerungen wieder hoch und bin total verwirrt. Ich telefonierte mit seiner neuen Frau in den USA und sie erzählte mir etwas von seinem Leben. Sie wusste bis zu meinem Anruf nichts von mir (was ich NICHT) wusste, er sagte zu ihr, er hat in Deutschland keine Familie. Sie reagierte trotzdem total lieb und wir redeten eine Stunde! Ich würde sie so gerne nochmal anrufen und mehr über meine Papa erfahren, von ihm habe ich ja nie viel gehört und sie hat so tolle Erlebnisse mit ihm gehabt. Auch habe ich 4 Stiefgeschwister in Amerika. Ich würde so gerne mehr über diese Familie erfahren. Jetzt auch zu meiner Frage. Was meint ihr, soll ich die Frau nochmal anrufen? Sie hat zu mir gesagt "Honey, du kannst mich immer anrufen wenn du willst und ich erzähle Dir von Deinem Daddy". Die arme Frau ist doch bestimmt auch total geschockt, dass sie nach so langer Zeit mit ihm nach seinem Tod erfährt, dass er noch eine Tochter hat... Ich bin so hin und hergerissen. Ich hätte auch so gerne ein Foto von ihm und der Familie, ich könnte ihr auch Bilder von seiner Kindheit etc. schicken.

Bitte antwortet mir nichts böses!

Danke für eure schnellen Antworten,
Sunflower

Beitrag von sunflower86 16.03.10 - 14:17 Uhr

Ich dachte auch immer wieder an ihn, was er wohl so macht, suchte im Internet nach ihm und was er tut, schrieb ihm Briefe, die nie beantwortet wurden etc. Ich hatte immer die Hoffnung, dass er sich eines Tages wieder ändert und sich an mich erinnert und sich bei mir meldet...

Beitrag von ili_luis 16.03.10 - 16:34 Uhr

Hey Sunflower, das klingt ja traurig. Mein Beileid! Ich würde die Frau auf jeden Fall wieder anrufen, sie hat es dir ja auch angeboten. Und bestimmt würden sich deine Geschwister auch freuen, dich kennen zu lernen. So hast du zwar deinen Papa verloren, aber trotzdem Familie dazu gewonnen. Bleibt auf jeden Fall in Kontakt, ist zumindest ist das mein Rat! Und nen tollen Urlaubsplatz hast du so auch gleich noch. ;-)

Liebe Grüße und alles Gute Ilona

Beitrag von pechawa 16.03.10 - 17:25 Uhr

Natürlich sollst du nochmal anrufen, schließlich sind ihre Kinder und du Halbgeschwister, außerdem hätte sie es dir nicht so nett angeboten, wenn sie es nicht wollte,

liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von chaosotto0807 16.03.10 - 20:57 Uhr

hallo sunflflower,

zuerst mein herzliches beileid...

ich kann mich nur anschließen...wenn dir danach ist rufe diese frau noch einmal an #liebdrueck.

so wie du schreibst hat sie es dir ja auch angeboten...sie hat die letzten jahre mit deinem vater verbracht und kann dir von ihm erzählen #herzlich.

stille grüße

mareike