Kann ich meinen Kindern den Vater nehmen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von xxxunsicherxxx 16.03.10 - 16:00 Uhr

Hi,

ich habe ein Problem, welches mich wirklich belastet.
Ich bin nicht mehr glücklich in meinem Leben. Es passt einfach alles nicht, bzw die Umstände passen nicht.

Zur Situation
2 kleine Kinder (beide unter 3), agressiver Vater, falscher Wohnort (für mich), keine Perspektive.

Mein Leben stellt sich wie folgt dar:

Ich habe meine beiden Kinder recht fix nacheinander bekommen - ungeplant aber dadurch nicht weniger geliebt. Ich würde alles für die Kinder tun, sogar mein Leben so weiterleben, wenn ich denn dann wirklich glauben würde, dass es ihnen so besser geht.

Der Vater der Kinder hatte in seiner Kinderzeit schon Probleme mit Wutausbrüchen. War auch derzeit in Behandlung (Internat für verhaltensauffällige Kinder).
Momentan scheint es so, als wenn ich ihm nichts recht machen kann. Alles was ich mache, stellt er in Frage, immer kritisiert er oder schnauzt mich an.
Es tut mir weh, auch wenn ich wohl oftmals an seiner miesen Laune schuld bin, weil ich auch nicht so pflegeleicht bin.
Aber ich sehe es eher als Todesspirale. Er hat einen schlechten Tag, lässt Frust raus und anstatt ich ihn auffange, gehe ich voll drauf ein und pampe zurück, es schaukelt sich hoch bis wir streiten (auch vor den Kindern) oder beide bockig sind.

So kann und will ich nicht weiterleben. Auch weil ich glaube, dass es den Kindern besser geht, wenn ich mehr Ruhe habe.
Ich merke es an so vielen Kleinigkeiten. Tagsüber sind sie recht ruhig. Spielen zusammen, sind "artiger". Sobald er nach Hause kommt, freuen sich die Beiden wie blöd, dass ihr Papa wieder da ist.
Aber dann gehts los: er hockt vorm PC, die Kinder nerven.
Er will am PC spielen, die Kinder nerven
Ich möchte was mit ihm klären: ich nerve usw

Dabei versuche ich ihm täglich seine Zeit zu geben, dass er "runterkommen" kann. Also Abschalten. Aber wenn ich ihn nicht dran erinnere, dass noch was ansteht (z.b. das gemeinsame Abendessen), dann sitzt er solange am PC, bis er ins Bett geht.

Am Wochenende das Gleiche: er steht auf - direkt an den PC. Dort sitzt er dann, wenn man ihn lassen würde, bis abends.
Erledigt wird nur das, wozu ER Lust hat, nicht was evtl gemacht werden sollte.

Dann ständig die Art und Weise, wie er mit den Kindern spricht. Teilweise beleidigend und auch niedermachend. Egal was das große Kind macht, es ist immer falsch, böse oder das Kind ist Schuld.
Beispiel: letztens wollten wir einkaufen. Ich habe die Kinder soweit fertig gemacht, er sollte die Flaschen ins Auto packen und die Kindersitze aus der Garage holen.
Das große Kind stand in der Tür zwischen Küche und Flur, das kleine Kind (kann grad die ersten freien Schritte) am Schuhschrank im Flur.
Plötzlich rutschte das kleine Kind aus und fiel hin. Knapp am Schuhschrank vorbei. Es fing natürlich an zu weinen. Das große Kind aber garnicht in Reichweite. Sofort fing er an zu schreien, was das denn soll und dass es das sein lassen soll und sowieso ja immer im Weg steht und ihn nervt.
Ich glaub er hat sogar gesagt, das Drecksblag kotzt mich an.
Es sind aber beides SEINE Kinder.

Ich weiss auch, dass er auch vor Schlägen auf den Po oder auf die Finger nicht zurückschreckt.


Alles in mir schreit: hau ab, nimm deine Kinder und zieh weg.
Aber ich kann nicht. Ich habe glaub ich Angst. Ich pack das nicht alleine. Also habe ich mich immer so gut es ging zwischen die Kinder und ihm gestellt. Hab die Wut und Frustration auf mich abgelenkt - zumindest habe ich es versucht.

Aber ich kann nicht mehr. Ich merke wie auch ich anfange ungeduldig mit den Kindern zu werden, wie sie mich überfordern, wie ich nah dran bin, meine Beherrschung zu verlieren.
So bin ich aber nicht. Ich erkenne neuerdings Verhaltensweisen an mir, die mir früher völlig fremd waren, die mich angewidert haben.

Jetzt habe ich ein "Angebot" von einem guten Freund (meinem besten Freund seit gut 10 Jahren) bekommen.
Er meinte, ich solle wieder in seine Heimatstadt ziehen.
(ich bin damals vor gut 8 Jahren dort weggezogen und bin dann vor etwa 5 Jahren bei meinem Freund geblieben).
Hier fühle ich mich nicht wirklich heimisch. Ich habe nur seine Freunde und Familie als Bekannte.
Wirkliche Freunde habe ich hier nicht.
Tagtäglich sitze ich mit den Kindern alleine zu Hause oder alleine auf dem Spielplatz. Kein Anschluss an die Freunde, die teilweise Kinder im gleichen Alter haben.

In der Stadt wo mein bester Freund wohnt, würde noch meine beste Freundin (auch 2 kleine Kinder) wohnen. Sie hat schon gesagt, dass ich wieder zurück kommen soll. Sie würde mich auch unterstützen wo sie könnte.
Die Vorstellung hat ihren Reiz.
Mein bester Freund hätte auch eine große Wohnung für uns (hatte vorher ne WG, seine WG-Mitbewohner sind /wollen ausziehen und es sind 2 Zimmer frei). Dort könnte ich mit meinen Kindern einziehen (ein Zimmer für die Kinder, eins für mich).

Aber ich weiss nicht, ob ich das kann. Direkt in eine neue "Beziehung", auch wenns nur eine WG bzw Zweckgemeinschaft wäre?

Was ist mit den Kindern? Kämen sie damit klar? Klar, der Übergang wäre heftig, aber sie würden sich doch schnell dran gewöhnen, oder nicht?

Im Übrigen: wir haben schon mal zusammen gewohnt. Es gab nie was zwischen uns. Weder sexuell noch liebesmässig. Eher wie Bruder und Schwester und ich hätte auch keinen Zweifel daran, dass es diesmal anders wird.

Er sagt selbst, es ist ein Experiment. Wenn es nicht klappt, würde er sogar ausziehen bzw sich Rückzugsmöglichkeiten suchen. Das glaube ich ihm. Er macht sich Sorgen um mich. Er merkt, wie ich mich selbst verliere (so hat er es ausgedrückt).


Aber die Stadt ist gute 100 km von unserem jetztigen Aufenthaltsort entfernt. Ich weiss doch garnicht, was ich alles machen soll. Ich hab nen Kindergartenplatz ab Sommer für das große Kind. Was soll ich machen, wenn ich in der neuen Stadt keinen Platz bekomme.
Wie muss ich die Sache mit der ARGE angehen? Ich müsste dann ALGII beantragen und Unterhaltsvorschuss natürlich.
Finanziell dürfte es hinhauen.

Aber ansonsten?
Ich habe auch leider keine Ersparnisse.


Aber die größte Frage ist die, ob ich den Kindern den Vater nehmen kann. Durch die Entfernung und dadurch, dass er mit Sicherheit verletzt wäre, würde er sich wohl nicht (regelmässig) kümmern.
Was ist mit mir? Wie verkrafte ich die Trennung. Ich liebe ihn, aber ich merke, dass es so nicht weiter gehen kann.
Aber ohne ihn? Kaum bis garnicht vorstellbar.


Ich bin so verzweifelt.

Bitte helft mir. Wascht mir den Kopf oder unterstützt mich in meinem Bestreben. Ich weiss echt nicht, was ich machen soll.

Vielen Dank!

Beitrag von litalia 16.03.10 - 16:54 Uhr

ganz klar:

ich würde ausziehen.

wer brauch einen agressiven partner der nur am pc hockt und die kinder nicht sonderlich gut behandelt?

DU? ...nein, ich denke du hast etwas besseres verdient und das weißt du auch.

hat er dein (euer) kind wirklich drecksbalg genannt? ....dann verstehe ich nicht so ganz wieso du diesen vollpfosten nicht sofort verlassen hast?

NIEMAND würde mein kind so nennen.

denk an deine kinder! sie werden älter, sie lernen zu verstehen und so einen vater haben sie bestimmt nicht verdient.
willst du ihnen das zumuten? das sie von ihrem vater beleidigt werden?

meine meinung ist: lieber ohne vater aufwachsen als mit so einem.
ich glaube er wird den kindern nicht gut tun.

das du eine alte heimat und alte freunde hast wo du hin kannst solltest du als "zeichen" sehen. nimm es wahr.
geh in deine heimat. zieh zu dem freund wenn ihr euch gut verstehst, das kann ja alles erstmal übergangsweise sein bis du dir mit deinen kindern eine neue bleibe gesucht hast.
unternimm was mit deiner freundin und lenk dich ab, das wird dir gut tun.
wenn es richtige freunde sind dann sind sie für dich da!

du schaffst das!

wünsch dir alles gute!

Beitrag von blahblah 16.03.10 - 16:58 Uhr

Also ich fasse kurz zusammen:

Der Spielsüchtige Mann der sich Vater deiner Kinder nennt, betitelt seine Kinder als Dreckbälger und meint du sollst mit ihnen ausziehen.

Dein bester Freund hat 2 Zimmer frei, würde dich dort wohnen lassen.

Deine beste Freundin würde dich auch unterstützen.

Alles richtig so?!

Woran haperts nun? Pack deine Koffer und geh bevor deine KINDER in dieser Beziehung kaputt gehen!!!
Der Vater schlägt sie schreibst du, und du wirst selbst schon ungeduldig?!

Also ich wünsche dir alles gute und hoffe für deine Kinder von ganzem Herzen das du das Angebot deines besten Freundes annimmst.

LG

die#bla

PS: Du kannst mich gern anschreiben wenn du Hilfe brauchst.

Beitrag von bruchetta 16.03.10 - 17:20 Uhr

Meine Freundin (jetzt 47 ;-)) hat eine sehr liebevolle Mutter, ist aber mit einem wirklich schlimmen Vater aufgewachsen.
Sie hat schon die ein oder andere Therapie hinter sich, war 11 Jahre magersüchtig und hat bis heute null Selbstbewußtsein.
Ein Großteil ist auf ihre prägende Kindheit mit diesem Vater zurück zu führen.
Denk mal drüber nach!

Beitrag von summersunny280 16.03.10 - 17:30 Uhr

So sieht doch nicht wirklich dein leben aus das du dir vorstellst!
Ändere es ,trenne dich .....

Meine mutter wurde von meinem Vater sehr schlimm geschlagen,dies tat er auch vor mir und meinem bruder.
er ließ mich sogar neben meiner niedergeschlagenen blutenden mutter in der küche sitzen ........als ich nachfragte meinte er, sie hätte sich am kühlschrank gestoßen ........damals war ich 4 jahre und ich wusste genau das es so nicht war.
Kinder bekommen mehr mit als du denkst .
Meine mutter brauchte 10 Jahre um von ihm los zukommen. Sie hatte niemanden ,sie zog von münchen zu ihm ins saarland ..........und dann war sie alleine .
Aber sie hat es trotzdem geschafft.mir tat es nie leid ,ich verstand dieses unrecht.
Belastend wurde es dann als sie um uns stritten.

Trenne dich ,beginn ein neues leben ,deine kinder werden es dir danken...........besser wird es nicht,nur schlimmer.
Diese stunden waren für mich schlimm wenn der ärger in der luft hing.
Niemandem tut das gut was ihr durchmacht

Beitrag von breeze86 16.03.10 - 17:37 Uhr

Ich würd die Koffer packen und mit dem nächsten Wind nach Hause fliegen.

Man kann einem Vater die Kinder nicht wegnehmen. Du kannst die Beziehung beenden. Du kannst deine Liebe entziehen, aber Vater bleibt man (hoffentlich und in der Regel) lebenslang.
Wenn er die Kinder dann nicht sehen will, ist das sehr schade, aber sein Problem, du musst ihm nur ermöglichen, dass er seine Kinder sehen kann, wenn er es will. Aber spätestens wenn er sie schlägt und Drecksbälger nennt, wär bei mir alles vorbei.

Glg und viel #klee, Breeze

Beitrag von motte_ 16.03.10 - 18:40 Uhr

Hallo,

nimm das Angebot an. Jetzt sind die Kinder noch klein, aber was ist wenn sie älter werden?

Was empfinden Deine Kinder dann, wenn sie ihren Vater so reden hören (Drecksbalg) oder er sie schlägt?

Sie werden zu Menschen mit psychischen Problemen heranwachsen, die auch vielleicht die Achtung vor ihrer Mutter verlieren.

Sie werden Dich später fragen, warum bist Du nicht gegangen?

Warum hast Du uns das angetan?

Ergreife die Chance und zieh um.

ABER informiere Deinen Mann nicht VORHER!!!

Zieh aus wenn Dein Mann arbeiten ist.

Denk an die Sicherheit der Kinder und auch an Deiner Sicherheit.

Sei vorsichtig!

Du hast großes Glück so tolle Freunde zu haben.

Du wirst mit Sicherheit dadurch wieder glücklicher, zufriedener und auch ausgeglichener.

Das ist wichtig für Deine Kinder.

Du nimmst den Kindern nicht den Vater.

Wenn er seine Vaterrolle ernst nimmt, kann er sich auch 100 km entfernt kümmern (Wochenenden, Telefonate, Briefe, Urlaube).

Vielleicht ist es sogar eine Chance für die Kind/Vaterbeziehung.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!

Liebe Grüße #liebdrueck

Petra

Beitrag von gustav-g 16.03.10 - 19:24 Uhr

"Alles in mir schreit: hau ab, nimm deine Kinder und zieh weg"

Das ist die Lösung.

Informiere dich vorher, wie du es am besten machst (Gewaltprävention, Unterhalt, Besuchsrechte etc).

"Aber ohne ihn? Kaum bis garnicht vorstellbar."

Mag sein, aber es gibt keinen Mittelweg.

Er wird wahrscheinlich von deiner Flucht schockiert sein und Besserung versprechen. Ohne Therapie wird er es nicht schaffen.

Beitrag von magnoliagarden 16.03.10 - 20:01 Uhr

Ich kenne Dich nicht und trotzdem bricht mir das sprichwörtliche Herz über Deinem Leid und Deiner Verzweiflung. Meine Vorredner sagten bereits alles, es ist fast nichts hinzuzufügen. Werde Dir bewußt, dass das hinderliche Gefühl ("Vater wegnehmen", "Ich liebe ihn doch")schlicht Angst ist und die kannst und mußt Du überwinden. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ein kleines Kind eine Trennung besser verkraftet und dass aber die Misshandlungen derart prägend sind, dass jeder Frau klar sein SOLLTE was zu tun ist.
Zu Deiner Sorge:

Aber die größte Frage ist die, ob ich den Kindern den Vater nehmen kann. Durch die Entfernung und dadurch, dass er mit Sicherheit verletzt wäre, würde er sich wohl nicht (regelmässig) kümmern

warum sollte er auch? er tut es doch jetzt auch nicht...Schrecklich aber wahr, für mich steht fest: ich würde den Teufel tun, als dahinter zu sein, dass sich so jemand meinen Kindern nähert, auch wenn er den Titel trägt, den er nicht verdient: "Vater"
Allerliebste Grüße, Magnolia

Beitrag von anita_kids 16.03.10 - 22:15 Uhr

Hey #liebdrueck

ich finde, du hast die besten Vorraussetzungen um die Biege zu machen....Ich verwette meinen viel zu breiten Hintern darauf, dass sich massig Frauen wünschen so ein Angebot zu haben, wenn sie sehen, dass eine Trennugn am besten wäre.
Dein Mann beschimpft die Kinder, schlägt sie....nutze die neue Chance - für deine Kinder UND für DICH!!

LG Anita #blume

Beitrag von trollmama 17.03.10 - 08:11 Uhr

Hallo!
So, und jetzt kommt eine Antwort, die Dir mit Sicherheit nicht gefallen wird, denn 'Streicheleinheiten' bekommst Du nicht:
Es geht mir so auf den Zeiger, daß Du Deine Kinder als Grund vorschiebst, weil Du es nicht auf die Reihe bekommst, endlich Dein Leben selbst in die Hand zu nehmen!
Was glaubst Du eigentlich, ist besser für Deine Kinder? Dort zu bleiben, wo sie sind, mit einem tyrannischen 'Vater' und einer Mutter ausgeliefert, die mittlerweile ihre Launen an den Kindern ausläßt und es nicht auf die Reihe bekommt, sie endlich vor diesem 'Vater' zu schützen?
Oder an einen Ort zu gehen, wo die Kinder endlich mal zur Ruhe kommen, ohne Angst leben können und die Mutter wieder entspannt mit ihnen umgeht!
Wenn Du es nicht schaffst, Dich endlich auf eigene Füßen zu stellen, Dich weiterhin von Deinem Mann tyrannisieren lassen willst - bitte, Du bist erwachsen!
Deine Kinder aber können sich nicht wehren, sie sind dieser Situation Tag für Tag hilflos ausgeliefert.
Darum mein Rat: Wenn Du dort bleiben willst, von mir aus. Aber dann geh zum Jugendamt und gib Deine Kinder in eine geeignetere Obhut, bevor ihre kleinen Seelen einen endgültigen Knacks bekommen!
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von imzadi 17.03.10 - 08:16 Uhr

Je eher du gehst desto besser für deine Kinder. Jetzt haben sie noch keine Kindergarten Freunde die sie vermissen, noch keinen Schulwechsel. Das du ihnen diesen "Vater" nimmst werden sie irgendwann verstehen, einen solchen Vater will und braucht keiner. Man kann nur hoffen das er sich später mal zusammenreisst wenn die Kinder bei ihm sind.

Ab ins Auto und los, was du so schreibst wartet ein viel besseres Leben auf dich.