Ich werde die Bilder einfach nicht los...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von tiffy75 16.03.10 - 16:26 Uhr

Am Wochenende mussten mein Freund und ich mit ansehen, wie eine Mutter von 2 Töchtern plötzlich auf einer Fähre zusammengebrochen ist. Erst dachte ich, sie hätte einen Kreislaufkollaps und wäre wieder schnell auf den Beinen aber es war wohl doch etwas ernsteres, denn die Notärzte setzten u.a. 2 x den Defibrillator ein. Ich habe ständig die Szene vor meinen Augen, wie die Frau auf dem Stuhl saß, ihr Kopf zur Seite gekippt war und ihr Mann verzweifelt ihren Namen rief...

Während der Reanimation, wurde die ca. 1,5 Jahre alte Tochter, die im KiWa saß, von verschiedenen Fahrgästen bzw. Angestellten betreut. Die 2. Tochter saß die ganze Zeit allein einige Meter entfernt und konnte (ein Glück) nichts sehen, hat aber natürlich mitbekommen, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich habe mich dann kurzerhand zu der Kleinen gesetzt und versucht sie so gut wie es ging abzulenken. Sie hat auch ein wenig geredet und mir per Handzeichen gezeigt, dass sie 3 ist. Irgendwann kam der Papa an unseren Tisch und ab da ist sie in Tränen ausgebrochen und hat sich an ihm festgekrallt.

Die Fahrgäste mussten dann die Fähre verlassen und umsteigen. Als wir ca. 15 Min. später an der selben Stelle wieder vorbeikamen, stand die Fähre immer noch im Hafen und der RTW plus Feuerwehr waren auch immer noch da. Ich frage mich die ganze Zeit, was das bedeutet. War sie noch immer nicht transportfähig? Ist sie evt. doch verstorben? Ich weiß, dass ich das wohl nie erfahren werde.

Ich wünsche mir so sehr, dass alles gut gegangen ist.

Gruß
Tiffy




Beitrag von ich-halt 16.03.10 - 16:58 Uhr

Ja, sowas ist schrecklich. Versuch doch bitte mit jemandem darüber zu reden. Ich denke sonst kannst du das erlebte einfach auch nicht verarbeiten.

lg Janette

Beitrag von amaramay 16.03.10 - 18:24 Uhr

Hallo, ich hatte im Mai letzten Jahres eine ähnliche Situation, nur mit meinem Mann. Meine beiden Kinder damals gerade fünf und zwei haben auch alles mitbekommen- meine Panik, den Rettungswagen und alles andere. Mein Großer Sohn hat damals viel übers malen verarbeitet und hat allen geschildert, was er gesehen hat, mein Kleiner hat nur gesagt: Papa Krankenwagen gefahren...
Mir kommt es manchmal noch heute aufs Bett, obwohl es meinem Mann den Umständen entsprechen gut geht.
Aber solche Bilder lassen einen nicht so schnell los.

Alles Gute für dich

D.

Beitrag von tiffy75 17.03.10 - 20:33 Uhr

Danke für Deine Antwort und ja, Du hast Recht: Die Bilder lassen einen nicht so schnell los. Wahrscheinlich geht es mir auch so an die Nieren, weil ich mich um die Tochter gekümmert habe, also relativ nah am Geschehen war.

Ich wünsche Euch alles Gute#herzlich

Tiffy

Beitrag von lieke 16.03.10 - 19:44 Uhr

Hallo Tiffy,

ich denke, daß es in deinem Fall auch nicht übertrieben ist, mal bei der Reederei nachzufragen.
Wenn du sagst, daß es dich noch beschäftigt und du dich auch um das Mädchen gekümmert hast ist das doch keine Sensationsgeilheit?

Ich kann mir vorstellen, daß es dich beschäftigt, vielleicht würde es dir Ruhe geben, wenn du wüsstest ob sie überlebt hat. Vielleicht haben andere Fahrgäste das gleiche Problem?

LG,
Lieke

Beitrag von chaosotto0807 16.03.10 - 20:49 Uhr

ich kann mich lieke nur anschließen!

frage doch einfach "vorsichtig" bei der reederei nach wie es ausgegangen ist....#liebdrueck

LG mareike

Beitrag von tiffy75 17.03.10 - 20:39 Uhr


Hallo Lieke,

mit dem Gedanken, bei der Reederei anzurufen, hab ich auch schon gespielt. Ich versuche das morgen einfach mal. Aber allein die Tatsache, dass ich das Geschehen hier einmal aufschreiben konnte, hat mir schon geholfen.

Einen schönen Abend!

Tiffy

Beitrag von bibi260480 19.03.10 - 09:13 Uhr

Hallo Tiffy,
konntest du schon was in Erfahrung bringen?
Wie geht es dir inzwischen?
Viele liebe Grüße
#blume

Beitrag von nane29 16.03.10 - 21:19 Uhr

Hallo,

ich kann dich verstehen, mir ist sowas auch schon öfter passiert.

Eine Situation war, dass sich ein Mann vor meinen Augen aus dem Fenster gestürzt hat und nur 10 Meter von mir entfernt "landete". Zuerst lebte er noch. Ich bin auf die andere Straßenseite zur Tankstelle gerannt, damit die 112 anrufen. Als ich zurück ging, war schon Hilfe da, also bin ich nicht mehr hin. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass er gestorben ist. Schrecklich, aber ich bin froh, dass ich das erfahren habe.

Du solltest unbedingt nachfragen, was passiert ist. Ruf bei der Reederei an, oder frag' über den Notruf. EIne Möglichkeit wäre auch, bei einer Regionalzeitung anzurufen, die wissen sowas meistens auch.
Wenn du freundlich deine Gründe nennst und sagst, dass dich das nicht loslässt, versteht das sicher jeder.

LG Jana

Beitrag von sonnenstrahl1 20.03.10 - 07:49 Uhr

Hallo

Beim Notruf nachfragen ist eine ganz ganz schlechte Idee. Denk mal nach für was der Notruf ist ;-)

LG
Jelena