Frage zu Beistandschaft + Titel

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 18:52 Uhr

Hallo

Muss mal kurz nachfragen.
Ich hab vor kurzem eine Beistandschaft beim JA erwirkt. Es wurde bei Antragstellung gefragt ob es schon Titel usw. gibt. Gab es nicht, war auch nicht notwendig.
Der Kindsvater hat nun die Unterlagen abgegeben und plötzlich will das JA einen Titel vor Gericht erstreiten.
Hm. Das war nun aber eigentlich nicht meine Absicht gewesen. Ich wurde von Seiten des JA darüber auch nicht in Kenntnis gesetzt.

Der Kindsvater hat sich nun selbst kundig gemacht. Laut ihm wäre das gängige Vorgehensweise beim JA. Beide Eltern könnten dagegen aber Einspruch einlegen.

Habt ihr damit Erfahrung?

lg bine

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 18:58 Uhr

Genau DAS ist SINN einer Beistandschaft beim Jugendamt. Diese setzen die Interessen des Kindes durch, gerade was Unterhalt angeht. Und auch du solltest diesen Titel FÜR DEIN KIND bekommen.

Wenn der Vater den Titel nicht freiwillig unterschreibt wird dieser auf dem Klageweg durchgesetzt, das ist nunmal so.

Warum hast du eine Beistandschaft eingerichtet wenn du "den Titel für unnötig hälst"? Versteh ich ehrlich gesagt nicht. Und man unterschreibt doch auch nichts, bevor man nicht weiß was es für Folgen nach sich zieht.

Auch wenn der KV jetzt vielleicht den Unterhalt noch in voller Höhe und pünktlich bezahlt, das kann sich ändern, und genau dann benötigst du diesen Titel! Damit dein Kind zu seinem Recht kommt und der Vater notfalls mit einer Pfändung zahlt!

LG Julia

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:08 Uhr

Ich habe die Beistandschaft eingerichtet, weil ich dem KV nicht mehr ständig hinterherlaufen will, weil sich die Tabelle geändert hat, weil das Kind älter ist.... Und weil ich keinen Einblick habe in seine Einkommensverhältnisse.
Der KV hat so jahrelang zu wenig Unterhalt bezahlt. Zufällig hat er seine Zahlung genau in dem Monat realistisch nach oben korrigiert, in dem ich beim JA war.

Beim JA habe ich deutlich gesagt, ich möchte diese Verantwortung ständig hinterher zu rennen und vertröstet zu werden, abgeben. Mir wurde es so erklärt, dass das JA einfach nur die Berechnung macht und das eben regelmäßig überprüft. Von einem Titel war keine Rede!

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 19:15 Uhr

Wenn du jahrelang hinterher rennen musstest, und er ständig zu wenig bezahlt hat, dann ist ein Titel genau das richtige für dich, denn dann kommt er endlich in die Puschen und zahlt das was er zahlen muss, da ansonsten der Gerichtsvollzieher kommt. Also was daran gefällt dir jetzt nicht?
Der Titel ist ja nicht für dich, sondern für das Kind, damit dieses jeden Monat sein Geld bekommt.
Lass ihn den Titel unterschreiben, sollte er das nicht machen, dann geht es halt vor Gericht. Das ist dann sein Problem. Aber für dich hat dieser Titel nur Vorteile.

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:19 Uhr

Ich sehe das anders, aber gut.
Meine Frage ist, MUSS es bei einer Beistandschaft ZWINGEND auch einen Titel geben?

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 19:24 Uhr

JA!
Weil das Jugendamt die rechtlichen Interessen deines Kindes durchsetzt, und der Titel steht dem Kind zu, solange die Beistandschaft besteht wird das Jugendamt versuchen diesen Titel zu erwirken.

Solltest DU diesen Titel nicht wollen, versteht dich hier in dem Forum glaub ich niemand mehr... Und eigentlich hast du auch kein recht dazu deinem Kind diesen Titel zu verweigern.

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:34 Uhr

Ich habe aber das Recht mein Kind vor unnötigen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern zu schützen, welche sich unweigerlich auf das Kind auswirken werden.
Im Moment haben wir ein Verhältnis, wo die Eltern miteinander normal reden können. Das wird sich ändern, wenn der KV gezwungen wird einen Titel zu unterschreiben. Und ein Titel ist nunmal sehr einseitig.

Beitrag von naddikiel79 16.03.10 - 19:44 Uhr

Hallo..
Warum schreibst Du von "unnötigen Auseinandersetzungen"?
Man kann dem Vater doch erklären, was es mit dem Titel auf sich hat... und scheinbar ist er Derjenige, der sich weigert diesen Titel zu unterschreiben (warum auch immer), sonst würde das JA nicht mit einer Klage drohen.

Ich finde auch nicht, dass es seitens des KV große Nachteile hat, ausser den einen, dass er nun zukünftig die volle Höhe des Unterhaltes zahlen muss...

Der KV wird nur dann "gezwungen" etwas zu unterschreiben, wenn er es nicht freiwillig tut..Dieser Titel steht deinem KIND zu -auch für später- und nicht DIR

LG

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:49 Uhr

Der KV wird nur dann "gezwungen" etwas zu unterschreiben, wenn er es nicht freiwillig tut..Dieser Titel steht deinem KIND zu -auch für später- und nicht DIR




Wie bezeichnest du das: "....tu es freiwillig, oder ich zwinge dich."
Das Zwang von Anfang an. Man hat gar keine andere Wahl.

Beitrag von naddikiel79 16.03.10 - 20:37 Uhr

Dieser Titel "bestimmt" lediglich die Höhe des zu zahlenden Unterhaltes und ist im Falle einer Nichtzahlung pfändbar.
Das stellt keinerlei Nachteile dar sondern eher Vorteile, vor Allem wenn Du nicht hinterherrennen möchtest sobald sich etwas ändert..
Ist auch meinerseits absolut nicht böse gemeint.

Wenn Du von der Sachbearbeiterin nicht aufgeklärt wurdest, ist es natürlich blöd. Im Endeffekt stellt es für den KV nur den einen Nachteil dar, dass er immer rechtzeitig aufgefordert wird seine Unterlagen einzureichen und ihm wird die Unterhaltshöhe bekannt gegeben, sollte sich etwas ändern.

LG

Beitrag von windsbraut69 17.03.10 - 09:55 Uhr

Ja, auf freiwilliger Basis hat es ja nicht funktioniert!

Beitrag von naddikiel79 16.03.10 - 20:42 Uhr

--Ich habe aber das Recht mein Kind vor unnötigen Auseinandersetzungen zwischen den Eltern zu schützen, welche sich unweigerlich auf das Kind auswirken werden.--

Inwiefern sollten sich die "unnötigen Auseinandersetzungen" auf das Kind auswirken?
Natürlich hört in vielen Fällen bei Geld die Freundschaft auf, aber was hat der Umgang zwischen KV und Kind mit dem Titel zu tun?
Der KV kann jederzeit beim JA anrufen und hinterfragen, was es mit dem Titel "auf sich hat".
Ich kann Dir leider nicht ganz folgen..

Beitrag von kraxy 16.03.10 - 19:24 Uhr

nochmal ich ;-):

Ja, wenn der Vater zahlungsunwillig erscheint - das JA hat so eine andere Handhabe an den Unterhalt zu kommen, wenn ein Titel besteht - wenn du es nicht möchtest, sondern den Zustand weiterhin wie bisher - steht es dir frei, die Beistandsschaft jederzeit aufzuheben....

Bedenke allerdings, dass es dann schwer bis unmöglich wird, Rechtsmittel einzusetzen...




lg

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:32 Uhr

Erklär's bitte noch mal. #gruebel

Das JA erwirkt einen Titel wenn der KV zahlungsunwillig erscheint? Also wenn er zahlen will, dann nicht???? Aber der KV will doch zahlen. #gruebel

Beitrag von windsbraut69 17.03.10 - 09:53 Uhr

Ja, wenn es ohne Titel nicht läuft, na klar.
Was sollen die denn sonst machen?

Genau wie Du monatlich hinterher rennen und betteln?

Beitrag von kraxy 16.03.10 - 19:20 Uhr

Guten Abend,

mh - wo ist dein Problem mit dem Titel?

Es gibt einem doch nur Rechtssicherheit - beiden Seiten übrigens.

Für dich ist klar, wie viel deinem Kind zu steht - der Vater des Kindes weiß genau, wie viel er zu bezahlen hat. Wenn es ein dynamischer Titel ist, wird er angepasst.

Wo siehst du denn einen Nachteil?

Also es ist schon eine gängige Vorgehensweise - vielleicht hat dich das Jugendamt auf die Broschüre "Die Beistandssschaft" hingewiesen - da steht das auch drin und somit hat dich die SB beim JA darauf hingewiesen...

friedliche Grüße

kraxy #cool

Beitrag von 69bine 16.03.10 - 19:29 Uhr

Nein, nein, nein. Ich habe keine Broschüre bekommen. Ich bin hin, hab mein Anliegen erklärt. Auch das er zahlt, regelmäßig. Ich wurde nicht über einen Titel aufgeklärt, nur gefragt ob es einen gibt. Gab es nicht, wir haben das bisher privat geregelt.

Ein Titel ist einseitig. Wenn er z.B. arbeitslos wird muss er trotzdem den Betrag weiter zahlen. Klar will er das nicht unterschreiben. Klar wird er anfangen mir dann Druck zu machen. Klar, dass er dann auch Druck machen wird, dass ich die Beistandschaft wieder aufhebe.
DAS kann's aber nicht sein. Unter'm Strich habe ich dann nichts erreicht. Nur vermeidbarer Stress, der sich unweigerlich auch auf's Kind auswirken wird.

Beitrag von kraxy 17.03.10 - 21:22 Uhr

... da bin ich wieder:

Also:
Wenn es sich um einen dynamischen Titel handelt - und darauf wirken die JA meistens hin, dann wird der Unterhalt dem Einkommen angepasst - sowohl nach oben, als auch nach unten - das ist so ein Ammenmärchen, dass der Vater einmal festgelegte Summen "auf ewig" bezahlen muss.

Allerdings muss der Vater sich hierzu melden - nur dann kann es auch berücksichtigt werden.

Letztendlich ist diese "Entzugstaktik" der Väter doch nur für dein Kind nachteilig. Es hat das Recht auf Unterstützung von beiden Elternteilen, deine Unterstützung leistest du sozusagen direkt ab, indem du es betreust, und der Vater, indem er zahlt. Im Idealfall funktioniert das ohne Drohen - wenn aber nicht, gibt es Hilfe beim Jugendamt. Damit ein unabhängiger Dritter (kostenfrei übrigens im Vergleich zu einem Anwalt) da FÜR das Kind die Rechte erstreitet. Im Übrigen müsstest du dich, wenn dein Kind bei dir lebt und du arbeitslos würdest, auch erstmal einschränken - oder???

Also nochmal - vielleicht hat die da ja das Jugendamt nicht so richtig informiert:
Erst ist das Jugendamt beratend tätig - es berechnet den Unterhalt anhand der Angaben des Einkommens, das der Vater macht. Wenn dann eine Einigung zwischen den Eltern funktioniert, der Vater anstaltslos zahlt - prima - die Sache ist vom Tisch.
Wenn die Mutter merkt, dass es für das Kind nicht so läuft (und das meinte ich in meiner anderen Antwort mit zahlungsunwillig...), kann sie eine Beistandschaft einrichten, und dann wird auf einen Titel hin gewirkt, damit die rechtliche Seite klar ist. Eigentlich doch eine gute Sache - ich verstehe nach wie vor die Bauchschmerzen nicht, die du dabei zu haben scheinst...

friedliche Grüße
kraxy

Beitrag von windsbraut69 17.03.10 - 09:52 Uhr

Ja, dann ist doch ein Titel eine wunderbare Lösung!
Warum hältst Du ihn für unnötig, wenn es nicht funktioniert mit dem Unterhalt?

Gruß,

W

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 20:10 Uhr

Erklär mir doch bitte nochmal WARUM du nicht willst das dein EX den Titel unterschreibt?
Ich möchte es nur verstehen.

Wegen dem Stress den er dir jetzt macht? ER bekommt noch viel mehr Stress wenn er das Ding lieber auf dem Klageweg unterschreiben möchte, denn er wird ihn unterschreiben MÜSSEN!

Und für dich nochmal zum mitschreiben: DU darfst es eigentlich gar nicht entscheiden ob es überhaupt nen Titel geben soll. DEIN KIND ist quasi der Klagende, weil der Titel für DEIN KIND ist.

Sollte das Kind mal ne Ausbildung machen, dann benötigt das Kind diesen Titel, falls der Vater sich dann weigert Unterhalt zu zahlen.

Auch wenn er jetzt freiwillig und pünktlich zahlt, er wird noch einige Jahre zahlen müssen, und es ist nicht SICHER das er dies auch immer freiwillig tut!

Beitrag von sini60 16.03.10 - 21:37 Uhr

Einen Titel ist nicht zwingend erforderlich. Mit einem Titel gibt der Vater der Mutter quasi einen Freifahrtschein. Sie kann sofort bei Verspätung oder wegen einem Differenzbetrag eine Gehaltspfändung veranlassen. Dabei spielt der Grund keine Rolle. Das das natürlich sehr unangenehm für den Vater sein kann, ist wohl klar.

Einen Titel kann man auch erst dann beantragen, wenn es Sinn macht. Ansonsten kann es einfach unnötig Stress geben und das ist für das Kind auch nicht erstrebenswert.

Beitrag von cliffi 16.03.10 - 21:46 Uhr

Sie schreibt aber das sie schon jahrelang hinterher rennen musste, das er jahrelang zu wenig gezahlt hat, und das sie auch keinen Einblick hatte wieviel Geld er verdient.
Ich denke da ist ein Titel sinnvoll.

Und nicht jede Mutter lässt sofort am 2. des Monats pfänden, und so schnell gehts nunmal auch nicht, da sprech ich aus Erfahrung, da sich meine Pfändung mittlerweile schon fast 2 Monate hinzieht und er mittlerweile schon 2 von 3 Monaten allein nachgezahlt hat ohne was von der Pfändung zu wissen oder mit mir zu sprechen.

Und wenn man einen Titel erst erwirkt wenn er mal nicht zahlt, na dann prost mahlzeit. Das das dann nicht von jetzt auf gleich geht ist uns jawohl allen klar, aber wenn das Jugendamt DANN erst klagt um den Titel zu bekommen dauert es ewig! Und rückwirkend kann sie dann auch keinen Unterhalt mehr verlangen, erst ab dem Monat indem der erste Brief bei ihm einging, wenn er aber vorher schon 5 Monate nicht gezahlt hat ist sie am Ende die Dumme!

Beitrag von 69bine 17.03.10 - 11:43 Uhr

Genaus so sehe ich das auch. Auch als Mutter sollte man nicht vergessen, dass es immer noch eine andere Seite gibt. Klar ist es für einen Vater nicht angenehm gleich mit dem Holzhammer zu drohen. Zumal er bisher durchaus immer pünktlich überwiesen hat.
Sollte sich das mal ändern, kann man ja noch immer einen Titel erzwingen (das ist es in meinen Augen auf jeden Fall). Selbst wenn sich dann alles verzögert und eventuell ein paar Monate Unterhalt flöten gehen. Ehrlich gesagt, das Risiko kann ich vertreten, moralisch wie auch finanziell. :-p

Ich sehe keinen Sinn darin alle Väter unter Generalverdacht zu stellen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Kein Wunder gibt es viele vergraulte Väter, wenn sie so behandelt werden.

Beitrag von windsbraut69 17.03.10 - 14:59 Uhr

"Ich habe die Beistandschaft eingerichtet, weil ich dem KV nicht mehr ständig hinterherlaufen will, weil sich die Tabelle geändert hat, weil das Kind älter ist.... Und weil ich keinen Einblick habe in seine Einkommensverhältnisse.
Der KV hat so jahrelang zu wenig Unterhalt bezahlt. Zufällig hat er seine Zahlung genau in dem Monat realistisch nach oben korrigiert, in dem ich beim JA war. "
...

"Zumal er bisher durchaus immer pünktlich überwiesen hat. "


Was willst Du denn dann mit einer Beistandschaft???

Gruß,

W

Beitrag von cliffi 17.03.10 - 19:50 Uhr

Ich versteh nicht warum man so reagiert....
Erst beschwerst du dich das du ewig hinter allem hinterher rennen musst, und dann plötzlich ist alles Friede, Freude, Eierkuchen und du brauchst weder nen Titel, noch Unterhalt und unseren Rat schon gar nicht.

Den Thread hättest du dir echt sparen können wenn du bei Google mal Beistandschaft eingegeben hättest...

Meld dich wieder wenn der Kram mit dem Titel erzwingen aktuell ist, weil er nicht bezahlt hat. Das wird schneller kommen als du denkst wenn dein Ex erstmal mitbekommt wie gutmütig du bist und das er es ja mit dir scheinbar machen kann....

Sorry für die harten Worte, aber ich kann deine Dummheit diesbezüglich nicht verstehen. Vor allem handelst du sicher nicht im Sinne des Kindes wenn du keinen Titel erwirken lässt...

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