bin traurig, sauer, ... ach ich weiß auch nicht

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mamatessi 16.03.10 - 21:03 Uhr

Hallo!

Wenn ich mein Problem schreibe, werde ich sicherlich oft die Antwort bekommen, dass ich eine schlechte Mutter bin. Ich versuchs trotzdem mal.

Unser Sohn (6) ist im Moment nur noch grrrrrrrrrrrrrr :-[.

Er widerspricht, fällt ins Wort, hat dann auch immer das letzte Wort. Zimmer aufräumen, Zähne putzen, alles das funktioniert überhaupt nicht.

Momentan ist es sogar so schlimm, dass ich gar keine Lust habe, ihn morgens zu wecken. Ich geh schon mit dem Gefühl ins Zimmer, dass ja sowieso wieder irgendwas schief läuft an diesem Tag und ich doch wieder schimpfen muss.

Vor allem am Wochenende. Da steht er um 5:30 Uhr bei uns am Bett. Er lässt uns dann auch nicht mehr schlafen.Wir haben es ihm schon oft erklärt. (Er ist 6 und sollte es verstehen) Aber er geht uns weiter auf die Nerven. Wenn das Wochenende so beginnt, ist es auch gleich versaut. Ich hab dann keine Lust mehr auf den Kleinen.

Es macht mich grade alles traurig und wütend.

Letzte Woche hatte er Scharrlach, muss also Antibiotikum nehmen. Heute bin ich dann um 14 Uhr in den Hort, um ihm die Medizin zu geben und ihn gleich mitzunehmen. Da kam er aus dem Gruppenraum und sagte: "Immer das gleiche mit dir, du holst mich immer so früh ab". Ich hätte ausflippen können.

Es kotzt mich im Moment an. (Sorry für die Wortwahl)

Bin für jeden Rat dankbar.

Traurige und enttäuschte Grüße

mamatessi

Beitrag von sternchen730 16.03.10 - 21:38 Uhr

Hallo,
tja, das hört sich frustriert an....
Einerseits kann ich Deine Gefühl nachvollziehen, ich frage mich manchmal auch, was für "Aliens" da an meinem Tisch sitzen und so gar nicht ticken, wie es mir passt.;-)
Und so gar nicht "funktionieren", wie ich das will.
ABER: Die Aliens hab ich erschaffen und muss sie nun eben ertragen, erziehen und liebhaben, komme was da wolle.:-p
Und wo es nun mal so ist, ist es doch sinnvoll, das Beste daraus zu machen.
Erstmal, um das Bitterste vorweg zu nehmen: Die Sohn ist so, weil Du so bist. ---Nachdenkpause---
Ich denke, er spürt Deine Lustlosigkeit und Lieblosigkeit und protestiert- und bekommt dafür Aufmerksamkeit, ein übler Teufelskreis.
Mein Tipp: Ihr 3 macht eine richtige wichtige Familienkonferenz.
Mit Aufschreiben und am besten einen Redestein (nur der darf reden, der den STein in der Hand hält, der Rest hört aufmerksam zu!!)
Jeder darf sagen, was ihm einfällt zur Verbesserung der Situation. Und was Euch stört und anders werden soll.
Schreibt das auf und dann macht Ihr zusammen einen Plan mit Regeln und dann wird unterschrieben.
Und dann unternehmt Ihr etwas Tolles alle zusammen.
Ihr seid doch ein Team, eine Herde!!!
Ihr müsst zusammenhalten, das ist etwas Tolles und Wertvolles. Reiß Dich zusammen und Dein Kind wird es Dir danken.
LG, sternchen mit 3 "Aliens":-p

Beitrag von mamatessi 16.03.10 - 21:47 Uhr

Danke.

Ich liebe den Kleinen, das ist gar keine Frage. Es ist auch erst so, seit er zur Schule geht. (denke ich) Mein Mann sieht das auch entspannter.

Er ist ja auch manchmal ein ganz lieber. Er macht für uns Obstsalat (aus Gurken, Kartoffeln, Äpfeln, und mit Salz und Pfeffer), geht Sonntags allein zum Bäcker. Alles toll..... Doch dann kommt wieder so eine Situation... Ich kann es auch gar nicht beschreiben.

Ich hoffe, es wird wieder besser. So einen Plan haben wir heute schon gemacht. :-D

Also drück mir die Daumen.

Ich muss ihn jetzt wecken, wegen seines Antibiotikums.

Liebe Grüße

mamatessi

Beitrag von ballroomy 17.03.10 - 06:51 Uhr

Hallo,

wenn Du magst lies doch mal folgendes Buch:

Familienkonferenz von Thomas Gordon

Ist wirklich sehr gut!!


Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von jazzbassist 16.03.10 - 23:03 Uhr

Haben Sie schon mal versucht, Ihren Sohn Freitags einfach mal später ins Bett zu stecken - um diesen Rhythmus etwas weiter nach hinten zu verlegen? Auch sollte man mal gucken, ob sein Kinderzimmer um 5:30 Uhr wirklich noch dunkel/leise ist oder ob es dort dann bereits Lichtquellen/Lärm gibt, die ihn aus seinen Schlaf reißen könnten. Wann steht er denn Werktags auf und - wann würden die Eltern am liebsten am Wochenende aufstehen?

Grundsätzlich würde ich es einem 6-Jährigen (selbst Schulkind) nicht verübeln, dass, wenn er aufgestanden ist, er auch von seinen Eltern unterhalten werden möchte und ich denke auch - dass man sich um ein 6-Jähriges Kind morgens wirklich noch sorgen muss. Von daher fände ich es in diesem Alter noch in Ordnung, dass er sie dann aus dem Bett schmeißt. Ihr Sohn wird hier sicherlich nicht so arglistig handeln und absichtlich um 5:30 Uhr aufstehen, nur um sie zu ärgern. Welche Möglichkeiten könnten Sie ihm denn morgens bereits anbieten, sich „alleine“ zu beschäftigen? Ich denke, für eine gewisse Zeit ist das sicherlich denkbar und durchführbar (vielleicht auch mal mit einem Belohnungssystem). Aber - wenn Sie jetzt bis 9 Uhr durchschlafen möchten und von ihm verlangen, dass er sich 3 1/2 Stunden selbst beschäftigt - das halte ich für ausgeschlossen. Da erwarten Sie von einem 6-Jährigen einfach zu viel.

Was das widersprechen und das daraus folgende „letzte Wort“ angeht - ignorieren Sie es einfach. Wenn Sie darauf in keinster Weise mehr eingehen, wird ihm da schnell der Spass dran verloren gehen. Vertrauen Sie einfach darauf, dass Ihr Sohn Sie schon ganz genau verstanden hat und selbst, wenn er behauptet, etwas nicht zu tun, es in letzter Sekunde dennoch tun wird. Wenn nicht, wird er halt mit einer doofen Konsequenz konfrontiert. Wenn Sie jedes mal wieder auf sein Widersprechen eingehen, wird er dieses Spiel natürlich lieben lernen. Wann kann ein 6-Jähriger denn noch einen Machtkampf gegen seine Eltern gewinnen? Was sind denn das für Situationen, wo er überhaupt widersprechen muss oder das letzte Wort haben möchte?

Beim Zimmer aufräumen würde ich mit ihm einen festen Zeitpunkt absprechen, wann er das Zimmer aufräumen muss. So das sich Ihr Sohn hier fest darauf einstellen kann, dass jeden Tag um z.B. 18:00 Uhr das Kinderzimmer aufgeräumt werden muss. Ich würde das einfach von irgendeiner Bedingung abhängig machen. Wenn seine LIeblingssendung im Fernsehen z.b. Kim Possible ist und das um 18:15 anfängt, wäre die Bedingung hier: „Du darfst Kim Possible gucken, wenn dein Zimmer aufgeräumt ist.“ Wenn ich das einmal abgesprochen hätte - würde ich daraus einfach kein Thema mehr machen. Ich würde ihn in der Anfangszeit nur noch um 18:00 darauf hinweisen: „In einer Viertelstunde läuft Kim Possible, vergiss also bitte nicht, dein Zimmer vorher noch aufzuräumen.“ Das ganze völlig zwanglos. Entweder ist das Zimmer dann um 18:15 aufgeräumt - oder nicht. Dieser Ansatz ist für den inneren Seelenfrieden wesentlich angenehmer, als 300 Mal je 365 Tage im Jahr hinterherzurennen: „Jetzt räum endlich dein Zimmer auf.“ Denn im besten Fall klappt es sofort mit dem Zimmeraufräumen (und dann auch auf Dauer) im schlimmsten Fall haben Sie halt 2-3 Tage mal einen Machtkampf mit einem 6-Jährigen und danach haben Sie dann den Rest ihres Lebens größtenteils Ruhe mit dem Zimmeraufräumen.

Die Kinderhort-Geschichte fand ich jetzt ehrlich gesagt ganz niedlich und eigentlich gar nicht so tragisch. Hier würde ich mich eher freuen, dass er dort im Hort so gut zurechtkommt und gerne dort ist. Er wollte Sie damit sicherlich nicht verletzten - vielleicht ein ganz klitze kleines bisschen Dampf ablassen. Ist denn 14:00 Uhr die normale Uhrzeit, zu der sie ihn dort abholen, oder war das letzte Woche mal die Ausnahme? Wenn es ohnehin die normale Uhrzeit ist - und es organisatorisch möglich ist - würde ich ihn einfach fragen, ob sie ihn eine halbe Stunde später abholen sollen. Wenn es eigentlich keine feste Uhrzeit gibt, zu der er dort abgeholt wird, weil die von Tag zu Tag variiert, würde ich ihm morgens bereits sagen, wann ich ihn abhole: „Schatz, ich hole dich heute um 14:00 Uhr aus dem Hort ab“. Wenn er noch keine eigene Armbanduhr hat, wäre dass dann der ziemlich passende Moment dafür: „Und, damit du dich besser darauf vorbereiten kannst, zeigt dir die hier (Armbanduhr) immer die Uhrzeit an.“

Ansonsten, war das Verhalten Ihres Sohnes immer schon so oder ist das eher eine Wandlung der letzten Tage/Wochen/Monate? Oftmals kann ein Auffälliges Verhalten (auch wenn ich aus ihrem Beitrag keines direkt rauslese - sondern nur indirekt anhand ihres Gemütszustandes) auch Symptom irgendeines völlig anderen Problems. Wie schaust denn hier so bsw. mit der Schule aus?

Beitrag von 1familie 17.03.10 - 20:16 Uhr

Halo,

ich wollte nur mal zwischenschmeissen, das ich mir die Hortgeschichte jetzt mal annehmen werde.

Mein ebenfalls 6jähriger ist im Moment auch so gern im Hort und jammert, wenn ich zu früh komme...

Bisher hab ich das nur von meiner Seite betrachtet und hab mich doof gefühlt.
Ab nächste Woche wird er wohl ne Uhr mitnehmen :-)

danke und gruss

Beitrag von mimi1410 17.03.10 - 08:06 Uhr

Hi,

unsere haben auch manchmal Tage, an denen alles schief läuft und die Launen sich dann auch hochschaukeln ...
Hat dein Sohn einen CD-Spieler im Zimmer? Unserer (7) hat den seit 2 Jahren bei sich und wenn er morgens aufwacht und es ist vor 7.00 Uhr, hört er CD in seinem Zimmer und spielt dabei. Meist zusammen mit seiner kleinen Schwester. Ab 7.00 dürfen die Kinder am Wochenende kommen und EINEN von uns wecken :-)
Und bei allem anderen: Augen zu und durch - es kommen auch wieder bessere Zeiten!
LG Mimi

Beitrag von schullek 17.03.10 - 11:32 Uhr

hallo,

weisst du, genervt sdein kennt sicher jede von uns., auch, dass man manchmal einfach gerne ne stunde wegrennen würde.

aber wenn du von deinem jungen schreibst, hört man nur genervtsein. gar nichts liebevolles (wobei ich dir das auf grund eines so kurzen textes nicht absprechen will!).

warum auch immer er momentan so anstrengend ist. du bist die erwachsene und solltest dich um ihn und darum kümmern, statt nur genervt zu sein.

bei diesem aussprich im hort hätte ich glaibe ich eher gelacht. sowas würde ich meinem 4jöhrigen auch zutrauen im kiga. und warum auch nicht? das ist doch nicht böse. wahrscheinlich war er gerade im spielen und musste dann gehen. er ist noch ein kind, das nun einmal ausspricht, was es denkt. würde er jammern udn nicht ohne dich sein wollen, würdest du hier wohl deswegen posten.

und eine wichtige anmerkung habe ich mal noch:
dein kind hatte scharlach bzw. hat es. denn durch das antibiotika ist er nicht von einem aufs andere geheilt. scharlach ist ernst zu nehmen und verlangt dem körper auch mit antibiotika einiges ab. mein sohn ist gerade nach akuten erkrankungen oft sehr durch den wind. das ist normal. ausserdem ist dein sohn noch in der antibiotikaeinnahmephase. antibiotika stellt trotz seines könnens für den organimus eine enorme belastung dar. seine darmflora und damit immunsystem werden geschwächt, was sowierso schon dirch den scharlach der fall war.
früher mussten an scharlach erkrankte die krankheit im liegen auskurieren! zwar gibts heute antibiotika, trotzdem finde ich, dass viel sehr leichtsinnig gerade deshalb bei erkrankungen handeln. sie also diese zeit auch als schonzeit ein.

lg

Beitrag von 1familie 17.03.10 - 20:20 Uhr

Hallo,

es scheinen gerade viele 6jährige solch eine Phase zu haben, aber nun gut - sie wird wieder vorbeigehen.

Beginn den tag mal wieder positiver, wenn man schon mit schlehter Laune zu seinem Kind ins Zimmer geht, das kann ja nichts werden - meinst du dein Sohn mekrt das nicht?

Was das WE betrifft, kannst du nicht mit deinem mann absprechen, wer wann aufsteht?
Bei uns steht Samstags mein Mann auf und Sonntags ich, der andere kann bis zum gemeinsamen Frühstück weiterschlafen.

Also Kopf hoch und sieh dein Sohn mal positiv.

gruss