Kinderarzt??

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von jeanette81 16.03.10 - 21:49 Uhr

Hallo ihr Lieben,

zur kurzen vorgeschichte:
mein sohn ist 15 monate alt, hatte ne nasennebenhöhlenentzündung bekam Keimax (Antibiotika) und und flumicil (Hustenlöser) nach 7-tägiger antibiotikaeinnahme war ich heut wieder da und er horchte den kleinen ab, meinte bronchien sind noch verengt und die nase läuft noch.
er meinte ob allergien vorliegen in der familie ich sagte ja ich hab heuschnupfen da meinte er kann sein das der kleine das auch hat und verschrieb SINGULAIR mini 4mg, ich soll aber nicht erschrecken ist ein asthmamittel.
auf der verpackung steht für kinder von 2 bis 5, ich rief wieder in der praxis an und meinte ob es richtig sei dem kleinen das zu geben weil er erst 15 monate sei, sie meinten das wäre ok, es wäre nur nicht getestet an so kleine kinder (na schönen dank auch, ist er jetzt versuchskanienchen?)
bin ganz schön am zweifeln, der arzt hat eigentlich nen guten ruf. aber irgendwie denke ich ich sollte noch abwarten oder ne 2. meinung einholen.

Was würdet ihr machen?

vielen dank fürs lesen

Beitrag von muddi08 16.03.10 - 21:53 Uhr

Keine Panik!!!
Unser hat das schon mit 4 Monaten bekommen, es ist sehr gut verträglich und hilft sehr sehr gut.
Es wurde aber bei Kindern unter 6 Monaten noch nicht getestet, das weiß ich, weil ich auf einer Kinderstation arbeite und wir haben einen Kinderpulmologen auf unserer Station.

Vertrau ein bisschen deinem Arzt!

LG

Beitrag von jeanette81 16.03.10 - 22:00 Uhr

abert ist es nicht übereilt zu sagen er hätte heuschnupfen weil er lediglich noch ein wenig fiebt und die nase läuft er hat weiter keinerlei beschwerden, er hat weder luftnot noch irgendwas anderes.

Beitrag von muddi08 16.03.10 - 22:05 Uhr

Er vermutet es ja nur, ich würde nicht warten, bis es schlimmer wird, dann muss nämlich in den meisten Fällen mit Cortison behandelt werden, sehe ich zur Zeit sehr oft bei uns auf Station.
Bedenke: Die Bronchien von Kleinkindern sind sehr viel feiner verästelt, als bei Erwachsenen, es geht so schnell, dass sie "dicht" gehen, eine Obstruktion(was dein Arzt beim Abhorchen gehört hat) ist eine Verengung der Bronchien. Er wird einen guten Grund haben, dir das zu verschreiben, weil es leider sehr teuer ist und viele Kinderärzte es nicht weiter verschreiben wollen (wenn wir die Kinder mit Singulair entlassen). Er wird nicht just for fun so viel Geld zum Fenster raus werfen.

LG

Beitrag von jeanette81 16.03.10 - 22:10 Uhr

vielen dank für deine antwort. hast mir ein wenig mut gemacht, ist das kein dauer medikament? weil er meinte ich sollte es erstmal 3 wochen nehmen.

Beitrag von muddi08 16.03.10 - 22:14 Uhr

Man kann es über mehrere Monate nehmen, aber auch nur kurzfristig, je nach Diagnose. Wir haben es bekommen, weil er eine chronisch verstopfte Nase hatte, nach 3 Tagen war sie komplett frei, hilft also auch super gegen Entzündungen.

Beitrag von thalia72 16.03.10 - 22:15 Uhr

Hi,
Justus hat das auch mit ca. 10 Monaten bekommen und jetzt noch einmal. Singulair wird auch gerne als Kur und zwar vorbeugend eingesetzt.
Sehr anfällige Kinder bekommen es sogar häufig die gesamte Infektzeit hindurch.

Ich habe mal ein wenig gegooglet (u.a. Deutscher Allergie und Athmabund):

Montelukast (Wirkstoff in Singulair) hemmt die Wirkungen bestimmter Eiweiße (Leukotrienen), die an der Entstehung von Asthma bronchiale, einer entzündlichen Erkrankung der Atemwege, beteiligt sind. Im Verlaufe von Asthma kommt es zu einer vermehrten Bildung von zähflüssigem Schleim, der die Atmung behindert. Montelukast unterbindet die Schleimproduktion und sorgt so für freie Atemwege.

Leukotrienantagonisten (Singulair). Leukotrienantagonisten blockieren bestimmte Botenstoffe der allergischen Reaktion, die aus speziellen weißen Blutkörperchen freigesetzt werden. Diese Botenstoffe bewirken Reaktionen an allen wichtigen Organabteilungen der Lunge: Gefäßepithelien, Muskelfasern und Schleimdrüsen, was zu den Symptomen Husten, Luftnot und Giemen führt. Die Leukotrienantagonisten hemmen diese Reaktionen, indem sie die Botenstoffe, die Leukotriene, blockieren. In Deutschland ist dabei nur ein Medikament, das Singulair, zugelassen. In bisher vorliegenden Studien und aus persönlicher Erfahrung scheinen sich durch den Einsatz von Singulair bei Asthma der Stufe2 und 3 deutlich die Mengen des inhalativen Cortisons reduzieren zu lassen.

Neu ist an dem Medikament, dass es jetzt auch eine Dosierung für die zwei- bis sechs-jährigen Kinder gibt. Dabei ist dies für den Kinderarzt eine deutliche Erleichterung in der Therapie des Asthma bronchiale, da endlich mal wieder eine Firma die Zulassung eines Medikamentes für unsere kleinsten Patienten angestrebt hat. Oft steht der Kinderarzt vor dem Dilemma, dass zugelassene Medikamente fehlen, da die Zulassung eines Medikamentes für junge Kinder mangels Markt und damit Gewinnerwartung, nicht betrieben wurde. Hier steht der Kinderarzt dann oft bei der Therapie mit einem Bein vor dem Kadi.

Singulair ist jedoch glücklicherweise zugelassen für unsere kleinen Patienten. In ersten Studien wurde die deutliche Reduktion der Asthmasymptome festgestellt. Diese Studien bedürfen zwar weiterer Überprüfung, lassen jedoch für die Zukunft hoffen. Gerade bei der Stufe1 des Asthmas mit dauerhafter DNCG-Inhalation könnte die einmalige Gabe einer Kautablette als einzige Therapie eine erhebliche Erleichterung der Therapie und damit auch der Therapietreue bringen.

vlg tina + justus 17.06.07 + #ei 9.SSW

Beitrag von qayw 17.03.10 - 10:25 Uhr

Hallo,

das Problem ist, daß viele Medikamente nicht für Kinder oder nicht für ganz kleine Kinder getestet sind. Häufig gibt es aber keine Alternativen zu ihnen.

Da ist dann die Frage, ob man dem Kind nichts gibt, mit den daraus folgenden Risiken oder eben was, was offiziell nicht getestet für das Alter zugelassen ist, aber nach den Erfahrungswerten der Ärzte geeignet ist.

Das Risiko, daß ein Kind ein Medikament nicht verträgt, besteht übrigens immer.

LG
Heike