bräuchte mal Rat...lang

Archiv des urbia-Forums Gesundheit & Medizin.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von michi0416 16.03.10 - 22:53 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht genau ob ich hier richtig bin aber ich muss mir das mal von der seele schreiben!

Von meinem Mann die Oma 86 Jahre musste ins KH und da wurde uns gesagt das sie einen Darmverschluss hat.Einige stunden später klingelte unsere Telefon das wir sofort kommen sollten es wurde ein Tumor festgestellt.

Am tag drauf wurde sie Operiert.Unsere Angst war riesig was wird passieren klappt es den Tumor zu entfernen.Freitag war ich dann bei ihr und da sagte mir der Arzt das sie ihn nicht entfernen konnten.Sie haben den Darm verlegt.Der Tumor hat schon gestreut,die Milz ist befallen und der übergang zur leber!sie hat nun wasser in den beinen und im bauch!luft bekommt sie ganz schlecht,essen tut sie sehr sehr wenig.Letzten Dienstag kam sie nach hause aber ihr zustand verschlechterte sich von tag zu tag!
Nun war heute der arzt da und sie kam wieder ins krankenhaus!Wasser in der Lunge,Lungenentzündung und sie wollen schauen ob die nieren nicht mehr richtig arbeiten!
Unsere Welt bricht jeden Tag mehr zusamm und die Sorgen werden immer größer.
Die Schwester meinte ob wir tag und nacht zu erreichen wären "mein gedanke war steht es so schlecht um sie"!

Sie liegt nun auf einen ganz neuen Stadtion,die wurde samstag eröffnet...sie is für menschen die unheilbar krank sind (krebskranke)!

Haben sollche angst um sie und wir haben sie so lieb!

Wird das nochmal besser????
oder wie wird es weiter gehen??
Können wir uns hoffnung machen das sie sich nocheinmal auf rappelt???

Danke fürs zu hören und vielleicht kann uns jemand schreiben der solche dinge kennt

lg michi

Beitrag von a.nicole2 17.03.10 - 08:42 Uhr

Möchtest Du eine ehrliche Antwort?

Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!

Meine Oma war 66 als Lungenkrebs diagnostiziert wurde, verbunden mit Lungenentzündung! Tja zwei Wochen später war sie nicht mehr da #heul!!!

Wir waren täglich im Kh, 24 Stunden um die Uhr, einfach immer! Und immer haben wir gehofft .....

Sorry, fühl Dich gedrückt #liebdrueck

Beitrag von michi0416 17.03.10 - 11:59 Uhr

Klar die Hoffnung stirbt zuletzt aber es is so schwer sie so leiden zu sehen!

Fahre auch jeden Tag hin....zwar nur einige Stunden,leider geht es ne mehr da wir noch zwei Kinder haben.Der große kümmert sich alleine aber die kleene is noch keine 2Jahre und da muss immer jemand da sein für sie.

Danke für deine Antwort und eine#kerze für deine Oma!

lg

Beitrag von fascia 17.03.10 - 09:29 Uhr

Liebe Michi,

ach, das sind Sorgen, die einem das Herz zuschnüren!

Rat bräuchtest Du? Das ist schwer.
Aber ich kenne Ähnliches, darum erzähle ich Dir ein bisschen. Dazu muss ich sagen: Es ist immer nur ähnlich - nie wirklich vergleichbar, weil die Menschen so unterschiedlich sind. Ihre Geschichten, ihre Krankheiten, ihre Hoffnungen, ihre Art zu lieben.

Deine Fragen - wird das nochmal besser?, wie geht es weiter?, rappelt sie sich nochmal auf?...wer kann das schon wissen? Das sind Fragen, die aus der Hoffnung kommen. Und die bleibt ja oft ganz lange.
Die Hoffnung ist gut und wertvoll, weil sie etwas Zuversicht gibt, die allen helfen kann - den Angehörigen und dem Kranken (weil er dann nicht nur von langen Gesichtern umgeben ist.)

Es ist aber auch ganz wichtig, zu erfahren, wie die Großmutter selbst empfindet, was sie möchte. Kämpft sie - dann kämpft mit ihr. Ist sie gelassen und wartet, wie es sich entwickelt, dann wartet mit ihr. Erwartet sie, dass ihr Leben womöglich bald zu Ende gehen könnte, dann lebt es mit ihr.

Die Dinge möglichst sachlich zu betrachten (ggf. mit dem Sterben zu rechnen), bedeutet nicht, dass man jemanden im Stich läßt, weil man ihn "aufgibt". Es ist natürlich möglich, dass sie sich nochmal vorübergehend etwas erholt. Bis wieder eine Krise eintritt. Vielleicht erholt sie sich nicht. Auf jeden Fall ist sie schwer krank - das Leben ist nun kurz geworden. Es ist nicht wichtig, ob man es Leben oder schon Sterben nennen kann. Ich habe gelernt (von meinem Papa), dass das Sterben ein ganz wichtiges Stück Leben sein kann, wenn man es zuläßt.

Mein Vater war einige Jahre krank mit der Gewissheit, dass es stets immer nur bergab - niemals bergauf - gehen werde. Das Leben wurde immer schwerer, quälender, jede Krise gefährlicher. Jede Krise konnte zudem die letze sein, diejenige, die ihn töten würde. Das wusste vorher niemand zu überschauen. Er bekam oft Besuch, da er selbst in den letzten zwei Jahren das Haus nicht mehr verlassen konnte. In dieser Zeit hat ihn am meisten irritiert oder gestört, wenn seine Besucher zu ihm "Gute Besserung" und "das wird schon wieder" sagten. Für ihn war das eine Art Missachtung der Realität und auch seiner Person. Kannst Du das verstehen?: Wenn man weiß, dass es zu Ende geht (egal, wie lange das dauern mag), kann es mancher Mensch nicht vertragen, wenn die Dinge schöngemalt werden. Hoffnung, die unrealistisch ist, kann eine Art Lüge sein, Betrug. Mit so einem Betrug mag mancher - besonders am Lebensende - nichts mehr zu tun haben. Am Ende bleibt keine Zeit mehr, Krummes gerade zu biegen, da müssen die Dinge echt sein.

Ein Jahr, bevor mein Papa starb, habe ich mich bereits von ihm verabschiedet. Wir wohnten weit voneiander entfernt, 500 km. Er hatte gerade so eine Krise. Meine größte Angst war, keinen Abschied nehmen zu können. Mich nicht bedankt zu haben. Ihm nicht gesagt zu haben, was ich von ihm in mir finde und immer bei mir haben werde.

Am Schlimmsten ist der Tod eines geliebten Menschen, wenn man es versäumt hat, sich zu verabschieden.
Weil man sich nicht die Möglichkeit des Todes zugestanden hat. Wenn man ihn verleugnet, verpasst man die letzte Gelegenheit, nochmal das Stückchen Leben zu feiern, das man noch miteinander hat. Das Leben des Kranken noch einmal (oder wiederholt) Revue passieren zu lassen, ihm dadurch Bedeutung zu verleihen. Das ist echter Trost, während einer schweren Zeit und danach und über den Tod hinaus - für alle.

Mein Vater ist über ein Jahr lang gestorben. Das war oft bitter - aber es war sehr viel Leben darin.

Hoffnung und Sterben schließen einander nicht aus.

Man kann sich voneinander verabschieden, zusammen weinen und trauern solange der Mensch lebt. Vielleicht lebt er noch ein Jahr, in dem man auch zusammen lacht und über die Zukunft nachdenkt. Das hebt den Abschied nicht auf. Der Abschied verleiht dem Kranken, dem Sterbenden Anerkennung und Würde. Den Dank und die Liebe einmal auszusprechen, "zuzugeben" ist das einzige Geschenk, das wir am Ende jemandem machen können. Das Einzige, das noch zählt.

Die Zeit wird für die Großmutter knapp. Auch sie sollte die Möglichkeit bekommen, sich zu verabschieden. Auch wenn sie sich nochmal aufrappelt, noch zwei Jahre oder länger lebt.

Für diese Art Abschied gibt es kein "zu früh".
Es gibt aber ein "zu spät".


Das ist mein Rat.
So habe ich es erlebt.

Alles Gute für Euch, fascia.









Beitrag von michi0416 17.03.10 - 12:11 Uhr

Hallo,

ersteinmal danke für deine Worte!Es hilft einwenig darüber schreiben zu können,denn mein Mann redet mit mir nicht.Er kann damit nicht umgehen und für ihn is es sehr hart.Es ist seine Oma und er lebt seid 26 Jahren bei ihr!

Sicher die Hoffnung stirbt zuletzt.Sie selber sagt das sie nicht mehr möchte und entlich sterben will!

Wie verabschiedet man sich von einem lieben Menschen,ich drücke sie immer und sie weiß wie lieb ich sie habe und sie lächelt mich an!

heut fahre ich mit ihrem Sohn und seiner Frau hin,zum Arzt gespräch.Da wir beide als Bevollmächtigter eingetragen wurden von ihr.

Ich zünde eine #kerze für deinen Papa an und danke dir für deine Worte

lg Michi

Beitrag von fascia 17.03.10 - 15:41 Uhr

Das heißt wohl, Michi,

dass seine Oma ihm ein Stück weit Mutter gewesen ist.

Das muss ihm ja hart ankommen.


Wasch ihm den Kopf. Wirklich: Werde streng mit ihm. Wenn er sich nicht stellt, wird er es immer bereuen.
Vielleicht machst Du Dich vorübergehend bei ihm unbeliebt.
Aber Du würdest beiden damit einen großen Gefallen erweisen.

f.

Beitrag von michi0416 17.03.10 - 19:41 Uhr

Ja sie ist für ihn wie eine Mutter und ich werde versuchen das er morgen einmal mit zu ihr fährt!

Heut wa´ren wir bei ihr und der Arzt meinte das sie ihr mehr wie ein liter wasser aus der Lunge gezogen haben.und das sie eine sehr tapfe frau is,weil sie dabei nicht gejammert hat!!!!

Als wir uns mit ihr unterhalten haben sagte sie "macht euch keine sorgen um mich,wenn ich sterbe dann geh ich zu Erika (die mutti von meinen Mann und ihre Tochter) und wir sind wieder vereint"!musste heulen!!!
hat sich sich jetzt von uns verabschiedet dachte ich!aber ich fand es gut das wir darüber gesprochen haben-Fahre morgen wieder zu ihr und hoffe mein mann kommt mit!

Michi

Beitrag von jeannylie 17.03.10 - 12:36 Uhr

Hallo Michi,
ich frage mich natürlich auch was Du hören möchstest? Es tut mir sehr leid für Dich und Deine Oma, aber die Hoffnung das Deine Oma wieder ganz gesund wird, kann Dir natürlich niemand geben.
Es sieht ja auch nicht gerade danach aus. Weißt Du, ich bin Krankenschwester und habe jahrelang genauso Menschen wie Deine Oma begleitet, die einigermaßen gesund ins KH kamen und von jetzt auf gleich schlimme Diagnosen mit unheilbaren Krankheiten bekamen.

Ich möchte Dir deshalb nur meine Sichtweise schildern: Deine Oma ist 86 Jahre. Das ist ein tolles Alter, das so mancher nicht erreicht. Vielleicht tut Ihr Euch alle leichter, wenn man eben NICHT versucht auf Teufel komm raus zu retten was zu retten ist. Damit verlängert man unnötig leiden. Deine Oma wird auf kurz oder lang sterben, einfach weil sie auch schon in einem gesegneten Alter ist.
Schau, sie hat einen Darmverschluss der durch Krebs verursacht wurde, man hat sie gar nicht erst operiert sondern quasi direkt wieder "zugemacht". Jetzt hat sie schon Wasser in der Lunge etc.
Bei Menschen diesen Alters gibt es sehr viele Krankheiten, einfach weil der Körper alt und geschwächt ist. Ich würde alles anstreben was leiden verringert. Sprich mit den Ärzten das diese eine gute Schmerztherapie machen - so diese benötigt wird. Z.B. mit Morphinen. Ansonsten lass nicht zu dass Deine Oma unnötig gequält wird. Und ermögliche Ihr lieber einen würdevollen Tod. Was hat sie davon wenn Sie noch 2,3 Monate länger lebt, aber dafür leidet??
Alles liebe
Jeannylie

Beitrag von michi0416 17.03.10 - 13:11 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich wollen auch nicht das sie leiden muss und sich ewig Quält.

Aber diese entscheidungen können wir nicht alleine treffen da ihr so auch Vormund ist (er und ich sind Vormund)

heute werden wir mit dem arzt sprechen und alle entscheidungen treffen!

Aber ich danke dir für deine offenen Worte

lg Michi