Kann man das verzeihen? Wie schlimm findet ihr das?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mal eine Frage in schwarz 17.03.10 - 13:14 Uhr

Momentan beschäftigt mich etwas, über das ich mit niemandem, den ich kenne, reden kann.

Mein Mann und ich sind gebildet, haben eine sehr gute Ausbildung und gehören wohl zur oberen Mittelschicht. Entsprechende Erwartungen habe ich auch daran, wie wir miteinander umgehen - Konflikte werden im Gespräch geklärt, man versucht ein Team zu sein, und man beleidigt sich einfach nicht gegenseitig - auch nicht, wenn man sich streitet. Bzw. natürlich gehört zum Streiten auch dazu, dass man seine Wut zum Ausdruck bringt - aber manche Dinge "sagt man einfach nicht". Weil dies dann hängen bleibt und nicht mehr gut zu machen ist.

Wir streiten selten, aber wenn doch, dann leider sehr heftig. Vor einem halben Jahr in etwa hat mein Mann in einem üblen Streit aus lauter Wut zu mir gesagt bzw. gebrüllt "Halts Maul". Ich war so völlig geschockt, es war als hätte er mich geschlagen. Wir haben darüber geredet und ich habe gesagt, dass das nie mehr vorkommen darf, dass das so unter der Gürtellinie ist, dass es für mich ein Trennungsgrund ist. So redet man nicht miteinander, nicht mal im Streit.

Vor ein paar Tagen kam es wieder zum Streit. Mir war nicht klar, dass mein Mann gerade beruflich stark belastet ist (wir hatten wenig Zeit füreinander, sind beruflich beide grad stark belastet). Er wollte seine Ruhe haben und ich darüber reden, was am Wochenende im Haus erledigt werden muss (darum kümmert er sich nie, was mich natürlich nervt). Als ich das Thema angesprochen hab und ihn nur gefragt habe, ob wir dann den Keller aufräumen können, hat er nicht mal ja oder nein gesagt, sondern wollte sich damit gar nicht beschäftigen. Das ist aber oft seine Taktik, dass er nicht darüber redet und dann hofft, dass ich es vergesse. Er schiebt Unangenehmes weg und solange auf, bis es sich entweder erledigt hat oder es gar nicht mehr geht. Als ich dann darauf bestanden hab, dass er mir antwortet, hat er mich angebrüllt "Halts Maul".

Für mich war es zum einen nicht ersichtlich, dass er so genervt war (erst im Nachhinein hat er erzählt, dass er beruflich grad viel Stress). Ich kann verstehen, dass es ihm grad nicht gut geht. Aber dann soll er mir das sagen oder irgendwie signalisieren und nicht so völlig ausrasten.

Er war auch danach nicht bereit, sich zu entschuldigen oder darüber zu reden. In Gesten hat er mir schon gezeigt, dass es ihm leid tut - aber das reicht mir nicht. Ich will von ihm hören, dass das nie mehr passiert, und dass er nächstes Mal, wenn er im Stress ist, mir das sagt, und nicht wieder ausrastet. Aber er lässt darüber nicht mit sich reden. Er ist leider so, dass er sich nicht entschuldigen kann und dann so stur ist, dass man nicht an ihn herankommt. Bisher konnte ich damit leben und das akzeptieren, aber das war jetzt einfach zu viel.

Da wir zwei kleine Kinder haben, die wir beide sehr lieben und für die wir alles tun, kann und will ich nicht einfach die Beziehung beenden.

Andererseits hat mich das so verletzt, dass ich gerade kein Vertrauen mehr zu ihm habe. Ich mag ihn grad nicht mehr sehen und ihn erst recht nicht mehr umarmen. Wenn ich mit ihm darüber reden will, blockt er ab und sagt ich hätte ihn genauso verletzt. Aber darum geht es mir gar nicht, wir haben sicher beide Fehler gemacht. Aber ich will dass er versteht dass es nie mehr vorkommen darf. Dass er versteht, wie schlimm das für mich war, dass er mich so behandelt hat. Das war für mich verbale Gewalt. Und wie kann ich einem Mann vertrauen, der so mit mir umgeht - und wenn es auch nur im Streit war?

Ich bin so ratlos. Ich will mich wegen der Kinder nicht von ihm trennen. Eigentlich liebe ich ihn (wenn ich auch im Moment zu verletzt bin, um gerade so zu empfinden). Aber ich denke immer: Wie kann er so mit mir, seiner Frau, die er doch eigentlich liebt, reden? Er muss mich ja total hassen, oder ich bedeute ihm gar nichts. Wieso glaubt er, dass er so mit mir reden kann, und ich dann einfach zur Tagesordnung übergehe? Dass alles dann einfach wieder vergessen ist?

Ich bin so verletzt dass ich wirklich nicht weiß was ich machen soll. Wenn meine Kinder nicht da wären, würde ich wohl für eine Weile eine Auszeit nehmen und mich zwei Wochen nicht mehr mit ihm treffen. Auch um ihm zu zeigen dass er so nicht mit mir reden kann und um einfach etwas Abstand von ihm zu haben. Ich mag ihn grad gar nicht mehr um mich haben.

Wird das wieder anders? Was, wenn er nicht mit mir drüber reden will? Ich könnte mit umgehen, wenn er sich entschuldigen würde und ihm wirklich bewusst wäre, dass dies ein absolutes no-go ist und nie mehr vorkommen darf.

Was ist denn eure Meinung dazu? Ich bin so völlig ratlos und es beschäftigt mich die ganze Zeit über, bin völlig unfähig an was anderes zu denken.

Beitrag von übertrieben! 17.03.10 - 13:20 Uhr

Hey du,

ich versteh zwar, dass du dich verletzt fühlst und so weiter! Aber deswegen mit dem Gedanken zu spielen die Beziehung zu beenden finde ich krass!!!

Nur weil er dir 2 Mal "Halts Maul" gesagt hat???
Du übertreibst ja mal so richtig!

Beitrag von seh ich anders 17.03.10 - 13:25 Uhr

Ich weiß dass es heutzutage nichts Besonderes mehr ist, sich auf dieses Sprachniveau zu begeben - in den meisten Teilen der Gesellschaft.
Für mich geht das aber gar nicht. Das ist unterstes Niveau. Da hätte er mich auch schlagen können, ich glaube, das hätte für mich keinen großen Unterschied mehr gemacht.
"Halts Maul" haben weder meine Eltern noch meine Freunde noch sonst irgendjemand auch nur ansatzweise in den Mund genommen. Würde wohl auch niemand seinem Arbeitgeber gegenüber sagen, oder? Das wäre doch sicher ein Kündigungsgrund. Aber dem Partner gegenüber darf man das sagen???

Beitrag von pcp 17.03.10 - 13:28 Uhr

Also bitte, Dein "Gesellschafts-Getüddel" ist jetzt schon zuviel des guten, wir wissen ja jetzt schon daß Du aus gutem Hause bist, nur - Respektlosigkeiten kommen in allen Schichten vor, auch in Deiner, wie man sieht...

Beitrag von übertrieben! 17.03.10 - 13:34 Uhr

Du vergleichst das zwischen deinem Partner und deinem Arbeitgeber?? #rofl
find es echt lächerlich! Er sagt es doch nicht ständig, es ist ihm anscheinend nur rausgerutscht!
Egal aus welchen Verhältnissen man kommt, es kann überall mal vorkommen!
Und wenn du echt deswegen die Beziehung bzw. Ehe aufgibst, dann Prost echt!!! Wenn du schon wegen sowas abgehst, was machst du denn wenn er mal zb "Blöde Kuh" sagt?? #rofl

Beitrag von windsbraut69 17.03.10 - 14:45 Uhr

Ja, worum geht es Dir denn - dass er nicht so kultiviert reagiert hat, wie es Eurem Status angemessen wäre oder um Vertrauen?

Ich möchte seine furchtbare Entgleisung natürlich nicht verharmlosen aber warum drängst Du ihn denn wieder so in die Enge, wenn Du merkst, dass er das Thema gerade nicht diskutieren mag?
Du wußtest, dass er Stress hat und genervt ist und mußte zwingend über die Aufräumaktion im Keller diskutieren???

Ich denke, Du solltest Dich trennen.

Beitrag von mückenstich 17.03.10 - 13:22 Uhr

hallo,

also obere mittelschicht hin oder her, ich finde du machst aus einer mücke einen elefanten.

wenn du wegen einem: malt's maul! schon kein vertaruen mehr hast und es dich so schmerzt, als hätte er dich geschlagen, dann frag ich mich, was passiert, wenn wirklich mal was schlimmes passiert.

klar, ist nicht die feine art sich so zu äussern, aber egal aus welcher schicht man kommt, sowas rutscht einem einfach mal raus. u.a. um klar zu machen, wie sehr man grade genervt ist.

ich kann wirklich nicht verstehen, wie man sich an sowas dermaßen aufreiben kann. es gibt wirklich viel, viel schlimmeres auf der welt und vor allem, gibt es schlimmere dinge, die man zu jemanden sagen kann.

eure beziehung basiert auf völlig anderen grundlagen, als auf einer verbalen entgleisung!

lieben gruss,
mückenstich

Beitrag von **** 17.03.10 - 13:29 Uhr

Ich verstehe schon was du meinst. Ich komme sicherlich aus einer "heilen" Welt - Eltern die nicht geschieden sind, bin relativ behütet aufgewachsen etc. Ist mir schon klar, dass das anderswo ganz anders läuft.

Aber mir war das immer sehr viel wert, dass mein Mann und ich behutsam und einfach "anständig" miteinander umgehen.

Weisst du, wenn es einmal gewesen wäre, hätte ich das auch akzeptiert. Aber nachdem es schon zum zweiten Mal passiert ist frag ich mich halt, wie geht es dann weiter? Und auch - wie sieht er mich, dass er so respektlos mit mir umgeht?

Für mich ist das wirklich schwerwiegend. Aber ich bin froh, dass mir jemand antwortet, ich wollte unterschiedliche und ehrliche Meinungen hören und auch andere Sichtweisen.

Grüße!

Beitrag von landmaus 17.03.10 - 13:33 Uhr

Ich hab Dir unten schon geantwortet, aber hier nochmal.

Wir oft bist Du denn schon über seine Grenzen hinweggegangen. Warst eben nicht behutsam, sondern hast immer weiter insistiert, als hättest Du ein Kind vor Dir anstatt eines Partners auf Augenhöhe.

Beitrag von mückenstich 17.03.10 - 13:42 Uhr

hast du mit ihm darüber geredet?

er muss doch wissen, wie sehr es dich verletzt hat! ich bin mir sicher, dass das sicher nicht seine absicht war.

ihm ist sicher nicht klar, was er da in dir angerichtet hat und bevor ihr das klärt, solltest du dir halt die schönen dinge ins gedächnis rufen. schau auf das zurück was ihr bisher hattet! denk an die dinge, die du besonders an ihm schätzt. mit diesen eindrücken versuch das gespräch mit ihm zu suchen. das wird dir sicher dabei helfen, ein ruhiges und konstruktives gespräch mit ihm zu führen.

wenn du einer geschlagenen frau sagst, ich überlege mich zu trennen ,weil mein mann "malt's maul" zu mir gesagt hat, die wird denke ich, noch ganz andere dinge sagen.

damit wollte ich nur sagen, dass die grundlage eurer beziehung nicht durch so einen "ausfall" in frage stehen sollte.

lg,
mückenstich

Beitrag von jeannylie 17.03.10 - 13:26 Uhr

Hi,
versuch Dich zu beruhigen.
Also an Trennung würde ich bei einer eigentlich intakten Beziehung, aber zweimaligen "Halt´s Maul" nicht denken.
Ich kann sehr gut verstehen dass Dich das trifft und Du Dir diese Art verbietest.
Ich habe auch so einen Mann, der der allerliebste ist, aber wenn er unter Stress steht mit solchen "bösen Sachen" austeilen kann. Er denkt sich gar nichts dabei. Für ihn ist das in dem Moment Wutkompensation. (Gern kommt dann mal: "Ich hab ja gar nicht mit Dir gesprochen, sondern mit mir selbst" - ha!
Versuch mit ihm zu reden und es ihm begreiflich zu machen.
Ansonsten hier nur der ultimative Lebenstip von jemandem der das wirklich zu 1000% verstehen kann was in Dir vorgeht: Versuchs nicht überzubewerten und mit Humor zu nehmen. Wenn es mal wieder so weit ist, dann schicktst Du ihn raus, um den Block gehen oder ein paar Bierchen trinken oder sonstwas...
so mache ich das mittlerweile. Nach ner Zeit hat er sich beruhigt und entschuldigt sich dann.
Mach Dir echt nicht zu viel draus... manche Männer sind nicht so selbstreflektiert wie wir Frauen :-p
LG
Jeannylie

Beitrag von **** 17.03.10 - 13:33 Uhr

Liebe Jeannylie,

du hast wahrscheinlich keine Ahnung, wie sehr du mir gerade hilfst - deine Antwort tut mir unglaublich gut!

Vielen, vielen Dank dafür!

Ich war auch so im Zweifel, weil ich in meinem Bekanntenkreis niemanden kenne, der offen über so was redet. Da ist immer heile Welt - und dass du sagst, dass dein Mann auch so ist, das hilft mir sehr.

Ich kenne meinen Mann ja, und er redet oft bevor er nachdenkt...bloß so heftig wars bisher halt noch nicht.

Danke dir!!!


lg

Beitrag von jeannylie 17.03.10 - 13:44 Uhr

So ist das ja immer - bei allen herrscht heile Welt und hinterher wundert man sich wer sich scheiden läßt. ;-)

Du scheinst mir auch ein Typ zu sein der vielleicht über vieles zu viel nachdenkt - ich bin auch eher so gestrickt.
Manchmal muss man fünf gerade sein lassen - das hat mein Mann mir vorraus (der kann nämlich vergessen und verzeihen :-) )
Mein Tipp: Kennst Du das Buch von Eckhart von Hirschhausen? Glücksbringer, wurde viel in den Medien zitiert. Ich finde das genial, nachdem ich das gelesen hatte (und das ließt sich extrem gut weg), war mir richtig klar dass man das Leben manchmal viel zu ernst nimmt und auch Beziehungen durch solche Kinkerlitzchen viel zu oft in Frage stellt.
Ich kanns nur empfehlen. Andere Menschen haben größere Probleme :-) (nicht böse gemeint).
LG

Beitrag von pcp 17.03.10 - 13:26 Uhr

Für mich wäre ein ein/zweimaliges "Halts Maul" im Affekt kein Trennungsgrund, und das obwohl ich auch gebildet bin und wir wohl auch zur Mittelschicht gehören. Wobei ich die Erfahrung gemacht habe daß diese Faktoren so gar nichts mit dem Umgang miteinander zu tun haben, ich kenn da Fälle, ürgs... naja.

Aber ich versteh schon, es geht Dir letztendlich um die Umgangsweise danach und eine aufrichtige Entschuldigung.

Menschen sind aber unterschiedlich in ihrer Streit- und Diskussionskultur, was für Dich fast gleichzusetzen ist mit körperlicher Gewalt, kann für den anderen ein Ausrutscher sein der auf keiner tieferen Motivation basiert. Es kommt ja auch immer darauf an was man in seiner Kindheit erfahren hat, oft ist einem das gar nicht bewußt.

Ich kann mir vorstellen daß sich Dein Mann ziemlich in die Ecke gedrängt gefühlt hat und dann nicht anders mit Deinem bzw. seinem zusätzlichen Druck von außen umgehen konnte. Wäre eine Möglichkeit.

Andererseits, warum sollte er Dir jetzt wieder hoch und heilig versprechen es wird nicht wieder vorkommen, beim ersten Mal hat das ja auch nicht gefruchtet?

lg
P.

Beitrag von landmaus 17.03.10 - 13:31 Uhr

Hallo

Wieso fängst Du nicht damit an, Deine Fehler zu beheben. So wie es sich anhört überfährst Du Deinen Mann regelmäßig, ohne darauf zu achten, dass er bereits "Nein" gesagt hat.:

*Das ist aber oft seine Taktik, dass er nicht darüber redet und dann hofft, dass ich es vergesse. Er schiebt Unangenehmes weg und solange auf, bis es sich entweder erledigt hat oder es gar nicht mehr geht. Als ich dann darauf bestanden hab, dass er mir antwortet*

Es ist sein Recht (!) etwas jetzt nicht zu wollen. Dass Du aber gerade unbedingt willst, ist Dein Problem, nicht seines. Er scheint sich schon so in die Ecke gedrängt zu fühlen, dass er nur mehr diesen verbalen Befreiungsschlag als Ausweg sieht. Lass Dir von ihm einen Termin geben, an dem ihr das Thema, das Dir auf der Seele brennt besprecht, aber hör auf ihn zu bedrängen.

Du überschreitest seine Grenzen ohne mit der Wimper zu zucken und verhältst Dich respektlos. Er antwortet Dir auf der Ebene. Obere Mittelschicht hin oder her, ihr haltet Deinen Anspruch an ein Miteinander beide nicht.

LG

Beitrag von pcp 17.03.10 - 13:32 Uhr

#pro

Beitrag von *** 17.03.10 - 13:43 Uhr

Hallo

in gewisser Weise hast du sicher recht. Ich bin in unserer Beziehung diejenige, die alles managt. Sonst wäre hier die Kacke schon am Dampfen (bewusste verbale Entgleisung, um zu zeigen dass ich nicht das höhere Töchterchen bin als die ich von einigen hier gesehen werd).
Da mein Mann und ich beide mal vereinbart haben, dass wir uns gemeinsam um alles kümmern, was anfällt, hab ich auch das Recht, ihn daran zu erinnern, dass er seinen Teil der Abmachung nicht einhält. Anders geht es nicht, wenn beide berufstätig sind und Kinder da sind. Ich bin nicht das Hausmütterchen, das dem Herrn den beruflichen Rücken frei hält - also kümmern wir uns auch gemeinsam um Haus und Hof, so haben wir das vereinbart. Und wenn er sich nicht dran hält hab ich auch das Recht darüber mit ihm zu reden.

Natürlich bin ich kein derart großes emotionales Trampeltier, dass ich nicht darauf Rücksicht nehme, wenn er gestresst ist und es ihm nicht gut geht. Nur - irgendwie muss er mir das signalisieren, ich kann das nicht riechen!

Und was den Gesprächstermin angeht - ja, würde ich gerne so machen, leider hat er nie Zeit und es gibt immer etwas viel Wichtigeres - Vermeidungstaktik eben... solange, bis ich ihm dann wirklich die Pistole auf die Brust setze. Und wenn er dann in diesem Moment nicht in der Lage ist zu sagen "mir gehts grade wirklich nicht gut, reden wir morgen darüber" sondern mich anmotzt - tja, dann haben wir die Situation, die ich beschrieben habe.

Da du mir ja eine Mitschuld daran unterstellst - wie bitte hätte ich das also anders handhaben können? Gar nichts mehr von ihm erwarten, entgegen dem, wie wir es eigentlich vereinbart hatten? Das ist nicht wirklich praktibal. Und eine andere Lösung seh ich nicht.

Beitrag von brummel-baer 17.03.10 - 13:53 Uhr

>>> Sonst wäre hier die Kacke schon am Dampfen (bewusste verbale Entgleisung, um zu zeigen dass ich nicht das höhere Töchterchen bin als die ich von einigen hier gesehen werd). <<<

Musstest Du deswegen in Fäkalpedia nachschauen?

Beitrag von *** 17.03.10 - 13:59 Uhr

Danke für deinen überaus hilfreichen Beitrag, hat mir bei meinem Problem sehr weitergeholfen.

Beitrag von medina26 17.03.10 - 14:12 Uhr

#rofl#rofl#rofl

Beitrag von ug2712 17.03.10 - 14:11 Uhr

Du wirst nicht um ein klärendes Gespräch herum kommen.

Bei uns gab und gibt es hin und wieder ähnliche Konflikte und auch wir sind beide sehr oft nicht in der Lage die Dinge vernünftig zu besprechen. Da wir beide ebenfalls einen sehr stressigen Job haben, der teilweise einfach an die Substanz geht.

Wir haben uns bestimmte Regeln im Gepräch ausgehandelt. Wenn mein Mann mir oder ich ihm einen bestimmten Satz sage - ist klar, die Diskussion muss verschoben werden. Wir halten und daran, soviel Respekt muss sein. Ansonsten würde es auch bei uns verbal eskalieren.

Natürlich können die Dinge nicht bis zu Sanktnimmerleinstag verschoben werden.

Daher gibt es bei uns klare Zeitrahmen.
Das heißt, wenn ein Gespräch aus o. g. Gründen nicht geführt werden kann, gibt der Gegenpart einen Zeitrahmen vor - in dem er das Thema besprochen haben möchte.

Das funktioniert nicht immer, da mein Mann meine Zeitrahmen oft zu kurz findet #schein. Aber auf die Art und Weise kommen wir sehr gut miteinander klar.

Beitrag von *** 17.03.10 - 14:26 Uhr

danke, das ist superhilfreich.

Wir waren eigentlich schon mal an dem Punkt, wo wir das vereinbart haben. Bloß ist es irgendwie wieder in Vergessenheit geraten. Danke für die Erinnerung daran!!!

Beitrag von sniksnak 17.03.10 - 17:01 Uhr

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Beitrag von litalia 17.03.10 - 13:38 Uhr

obere mittelschicht = etepetete????

mit der "obere mittelschicht betonung" stellst du dich recht unsympahtisch dar ;-)

du übertreibst, nimm dir besser eine puppe als mann.

dein mann ist nämlich ein MENSCH und die haben nunmal fehler/machen fehler etc.

halts maul zu sagen ist sicher KEINE feine art aber KANN passieren und sollte meiner meinung nach nicht überbewertet werden.

sie es mal so: hättest du ihn nicht mit der blöden "was am WE zu tun ist liste" genervt wäre es wohl nicht passiert.

als frau solltest du eigentlich ein gespür dafür haben wenn dein mann genervt ist und seine ruhe haben will - könnte man dir also auch zum vorwurf machen.

ich erinnere mich noch daran: wenn ich mich früher mal mit meiner mutter gestritten hab (im teeniealter) habe ich manchmal auch in wut leise vor mich hingesagt "ach, halts maul" ... oder "geh mir nich aufm sack"
ich konnte mich immer beherrschen und habe es nie laut gesagt, dennoch hab ich es in meiner wut leise gedacht ;-)

vielleicht kann sich dein mann da einfach nicht so gut beherrschen und sagt es laut?
manchmal sagt man auch dinge die einem kurz darauf leid tun und man sich wünscht man hätte es nicht gesagt.
man kann eben nicht immer erst denken bevor man den mund aufmacht. vorallem in wut fällt das schwer.

Beitrag von landmaus 17.03.10 - 13:41 Uhr

*als frau solltest du eigentlich ein gespür dafür haben wenn dein mann genervt ist und seine ruhe haben will - könnte man dir also auch zum vorwurf machen.*

Das ist doch auch Quatsch. Jeder Mensch muss schon selbst sagen, was er gerade will oder nicht will. Sonst geht das Theater nur andersherum los.

LG