meine armen nerven

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von setija13 17.03.10 - 14:22 Uhr

hallo
ich brauch euren rat. mein jüngster probt momentan den zwergenaufstand. ich nenn euch mal ein paar beispiele der letzten woche.
2mal keine hausaufgaben, angebl. hat er nix aufgehabt. hausaufgabenheft brauch mein sohn nicht. er kann sichs merken.(angeblich)
morgens findet er seine schuhe nicht. er muss um halb acht aus dem haus. läuft normalerweise mit seinem bruder, der pünktlich aus dem haus geht. da hockt er oben in seinem zimmer und spielt. er findet seine schuhe nicht.
ich kann mich zur zeit ja noch nicht so bewegen(ich war sehr lange sehr krank) wie ich will und vor allem komm ich ja kaum die treppe hoch. also ist das ganze in eine schreierei ausgeartet ,aber hat nix genützt.10 vor acht, das reicht im nie und nimmer. aber seine liebe oma hat ihn gefahren.
ich sagte zu meinen drei jungs, dass ich nicht möchte, dass sie ohne fragen an die süßigkeiten gehen. da liegt eine leere erdnusstüte auf dem schrank, denn müll wegräumen können sie ja auch nicht. nein, es war keiner. und schon gar nicht der jüngste. obwohl er auf seinem platz eine schüssel mit erdnussresten hatte.
heute morgen, er kann nicht in die schule, er findet seine hose nicht. maaaaaaan, wenn die nicht alles irgendwo hinschmeißen würden, dann wäre die hose auf dem stuhl.
20 vor acht, er war immer noch zu hause und spielt in seinem zimmer.
heute ist puppentheater wo er mit seinem bruder hin wollte. da er nach 1 stunde immer noch nicht von der schule da war und nicht bereit ist mir zu sagen , wo er sich rumgetreiben hat, bleibt er zu hause. das essen war fertig, da nimmt sich dieser bengel das brot, das nutella und hockt sich hin und ignoriert mich total.
was soll ich machen? ich muss mich echt beherrschen.
ob das noch reaktionen auf meinen langen kh-aufenthalt sind?
aber es war doch die ganze zeit in ordnung.
ratlose grüße petra

Beitrag von hezna 17.03.10 - 14:47 Uhr

Ich kann jetzt grundsätzlich nur auf deine Beispiele Bezug nehmen, denn die Vielfalt der Möglichkeiten ist quasi grenzenlos, was so Jungs einfällt.

Wenn dein Junge seine Hausaufgaben vergißt, wird eben ein Hausaufgabenheft angeschafft und du bittest die Lehrerin, mit Kurzzeichen abzuhaken, das er die Hausaufgaben abgeschrieben hat.

Das macht er in der Regel nur ein paarmal, bis es ihm zu peinlich wird.

Wenn dein Sohn seine Sachen immer nicht findet, muß er sie am Abend vorher bereits zurechtlegen, das er morgens nur noch reinschlüpfen muß. Such dir einen Platz unten, an den du herankommst. So hat er für solche Dinge wie Klamotten oder Schuhe keine Ausrede mehr.

Wenn das mit dem Trödeln eine einmalige Sache war, würde ich nicht weiter darauf eingehen. Manchmal vergessen sie einfach die Zeit. Wird es zur Gewohnheit, würde ich ihn abholen wie ein kleines Kind.
Wer keine Verantwortung tragen kann, muß eben noch wie ein kleiner Bub behandelt werden.

Warum läßt du zu, das er sich Nutella und Brot nimmt, wenn das Essen fertig ist? Ich hätte ihm das schlicht abgenommen.

Ich hab jetzt nicht mitbekommen,wie alt er ist. Aber vielleicht fehlt ihm zur Zeit ein wenig der Leitfaden, an dem er sich entlanghangeln kann.
Manche Kinder brauchen megagerade Strukturen, damit sie nicht entgleiten. Vielleicht gehört deiner dazu. Dann hilft nur, gegenzuarbeiten, in dem deine Ideen besser sind als seine Versuche auszuweichen.

Alles Gute

Hezna #klee

Beitrag von jazzbassist 17.03.10 - 15:08 Uhr

Nun ja, da kann Ihr Sohn ja wenig für, wenn er wirklich mal keine Hausaufgaben aufbekommen hat. Wenn Sie hier Zweifel hegen, würde ich einfach mal die Mutter seines besten Freundes (sofern gleiche Klasse) anrufen und mal ganz vorsichtig nachfragen. Grundsätzlich denke ich aber schon, dass ein Kind, dass es hinkriegt, Lesen, Rechnen und Schreiben zu lernen, es aus hinkriegt, sich die Hausaufgaben eines Tages zu merken. Das bedarf eigentlich keiner große Leistung. Eigentlich gibt es diese sogenannten Hausaufgabenhefte nur für die Eltern. Wenn Ihr Sohn Ihnen hier beweist, dass er die Hausaufgaben immer ganz anständig löst, finde ich so ein Heft auch völlig fehl am Platz. Selbst wenn es wirklich mal vorkommen sollte, dass er mal ausnahmsweise einen kleinen Teil dann doch vergessen hat. Wenn Sie ihm dieses Vertrauen nicht entgegenbringen können, würde ich das führen dieses Heftes von ihm einfach verlangen; ohne wietere Diskussion.

Am besten kann ein Kind morgens seine Schuhe finden, wenn es die am Abend bereits dort hingelegt hat, wo die Schuhe eigentlich stehen sollten. Wenn Sie feststellen, dass das von alleine nicht so klappt, wie sie sich das wünschen, würde ich das mit dem Kind einmal mal absprechen und genau konkretisieren. Wenn z.B. seine Lieblingssendung um 18:15 Uhr im Fernsehen läuft, würde ich hier mit ihm abmachen, dass er erst Fernseh gucken darf, wenn das Zimmer aufgeräumt ist, seine Hose ordentlich gefaltet über den Stuhl hängt und seine Schuhe im Flur in der Kommode stehen. In der Anfangszeit würde ich ihn noch um 18:00 Uhr ganz freundlich erinnern, dass er nicht vergessen soll, diese Pflichten zu erfüllen; und auf das Thema dann aber nicht mehr eingehen. Entweder sind diese Pflichten erfüllt, dann darf er seine Sendung gucken; wenn nicht, darf er die eben nicht gucken. Das kann die ersten 2-3 Male in einem Schreikonzert/Machtkampf ausarten, aber - danach werden Sie dann ziemlich schnell und auch für angenehm lange Zeit frieden haben.

Wenn Kinder zu viel trödeln, ist die Konsequenz eigentlich, sie hier wirklich in der Schule auflaufen zu lassen. Dann müssen die sich halt mal vor der Klasse und der Lehrerin rechtfertigen, waurm man jetzt eine Viertelstunde zu spät gekommen ist. Das kann man auch ruhig mal mit der Klassenlehrerin absprechen - die wird ihn sicherlich die zuspät-gekommene Zeit auch mal nachsitzen lassen. Eigentlich lernen Kinder dann ganz von alleine, nicht mehr zu trödeln. Doof ist natürlich, wenn die Omi ihn dann mit dem Auto bringt. Das würde ich der Oma freundlich erklären, dass es so nicht geht. Danach würde ich mit dem Kind abmachen, dass es von nun an seine Aufgabe ist, pünkltlich zur Schule zu erscheinen und dann auch nicht mehr morgens hinter ihm herschreien. Man braucht sich als Erwachsener ja nicht lächerlich zu machen. Ein Schulkind ist alt genug, die Uhr zu lesen und wird sicherlich wissen, wie lang der Schulweg ist. Dafür braucht es die Mama nicht mehr - die macht das trödeln nur interessant, wenn die plötzlich ins Schreien und Kommandieren verfällt. Das geht viel entspannter.

Was spricht dagegen, wenn Kinder ab einem gewissen Alter an Süßigkeiten selbstständig rangehen? Die dürfen sich doch sicherlich auch selbstständig trinken holen oder mal einen Apfel essen, oder? Finde ich für Schulkinder irgendwie eine doofe Regel - würde ich als Kind daher auch brechen :-p

Ansonsten - welche Reaktion hätten Sie von Ihrem Sohn erwartet, wenn sie ihm das Puppentheater verbieten? Ich finde die Konsequenz für sein Verhalten absolut in Ordnung. Aber - dass ein Kind rumbockt, wenn es bestraft wird - finde ich nun wirklich nicht besorgniserregend. Ich würde ihm am Abend, wenn Sie ihn ins Bett gebracht und noch mal lange mit ihm gekuschelt und geschmust haben und er sich sicher und geborgen fühlt, noch mal mit ihm in Frieden darüber reden. Sie können ein "wo er war" nicht aus ihm rausfoltern, sie können ihm aber sagen, dass sie möchten, dass er nach der Schule auf direkten Wege nach Hause kommt. Wenn das - aus welchen Gründen auch immer - nicht klappt, muss er entsprechend anrufen. Dabei würde ich ihm auch gleich erklären, was ihm das nächste mal erwarten wird, wenn so etwas noch mal vorkommt. Im Zweifelsfall würde ich dann wieder dafür sorgen, dass er aus der Schule abgeholt wird - auch wenn ihm das Unangenehm ist und er viel lieber mit seinen Freunden gehen möchte. Aber wer Freiräume genießen möchte - muss auch Verantwortung tragen können. Dazu gehört für mich auch, dass ich mir um meinen Sohn keine Sorgen machen muss, weil ich nicht weiß, wo er gerade steckt.

Ich glaube nicht, dass das Reaktionen sind, die auf irgendwas begründet stattfinden. Kinder haben immer mal wieder Phasen, wo sie mal wieder etwas ansträngender sind. Im Regelfall reicht es dann, die Zügel wieder etwas enger zu halten und - wenn sich das dann wieder beruhigt hat - die wieder etwas lockerer zu halten. Ich würde mir eifnach mal einen Termin im Kalender markieren, so 2-3 Wochen und bis dorthin einfach mal abwarten, wie man das über einen friedlichen Weg lösen kann oder mit leichten Bedindungen (wie z.B. erst Fernsehen zu dürfen, wenn die Pflichten erledigt sind). Das sollte aber wieder schnell abklingen - macht den kids ja irgendwie auch keinen Spass.

Beitrag von alpenbaby711 17.03.10 - 19:24 Uhr

Tja in Sachen Hausaufgaben würde ich ihm klar machen das du jeden Tag jemanden anrufst und nachfragst, wenn er dich anlügt. Das wird ihm mit der Zeit schon peinlich genug sein.
Wenn er angeblich Hose oder Schuhe nicht findet und dann lieber spielt zieh ihm notfalls die Schlafanzughose wieder an und schick ihn damit in die SChule ( eventuell Lehrerin vorwarnen, grins!)
Wenn er früher nicht so gewesen ist weißt du ja das ers richtig kann. Sonst würde ich ihn liebevoll unterstützen.
Das er dir nicht sagt wo er gewesen ist obwohl er ne Stunde später kommt hätte bei mir auch scharfe Konsequenzen gehabt.
Ela