sexueller Missbrauch als Kind- wie geht es euch heute?

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Forum: Liebesleben

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Beitrag von betroffen 18.03.10 - 09:27 Uhr

Hallo,

ich möchte gern anonym von weiteren Betroffenen lesen.

Es geht um Missbrauch als Kind innerhalb der Familie.

Wie geht es euch heute?

Habt ihr Symptome, wisst ihr es oder verdrängt ihr das Thema?

Habt ihr es in Therapie aufgearbeitet, wenn ja, in welcher Art von Therapie?

Wie steht ihr zu Sexualität?

Wie lebt euer Partner damit?

Gruß

Beitrag von auchbetroffen 18.03.10 - 09:53 Uhr

Mir gehts ganz gut heute.

Ich wurde viele Jahre missbraucht. Vom "bösen" Onkel ;-)

Das hörte auf, als ich ca. 12 Jahre alt war. Die Jahre danach liefen gut, weil ich es komplett verdrängt habe. Es kam erst wieder hoch, als ich (ich war 25 Jahre) mich darüber mit meinem Bruder unterhielt. Dann kam eine schwere Zeit, weil wir (mein Bruder wurde auch missbraucht) dauernd darüber sprachen.

Ich habe nie eine Therapie gemacht. Ich leide manchmal unter Panikattaken, Unsicherheit. Aber ich lebe ganz gut damit.

Ich verdränge das Thema nicht mehr. Ich rede darüber, wenn es sich so ergibt.

Meine Sexualtität läuft annähernd normal *ggg* was aber auch nicht immer so war.

Wieso fragst du das? Wie war es denn bei dir?

Gruß

Beitrag von ...hm... 18.03.10 - 09:56 Uhr

Es gibt gute und schlechte Tage...Phasen in denen es mir ganz gut geht und Zeiten in denen es mir echt schlecht geht.

Meine Diagnose lautet Borderline. Seit 15 Jahren werde ich therapiert, jetzt hab ich aufgehört, es macht es nur noch schlimmer. Ich nehme Medikamente, damit komme ich gut zurecht.

Der Partner den ich jetzt habe ist der Erste der mich nicht auch misshandelt/missbraucht. Er ist sehr verständnisvoll, geht auf mich ein, beharrt aber darauf das ich mit ihm rede, und zwar über alles was mich bewegt.

Wenn ich Angstzustände habe kann ich ihn wecken und er tröstet mich. Wenn ich mir über was auch immer Sorgen mache sucht er mit mir eine Lösung. Er kümmert sich um die Kinder wann immer er kann und hilft mir bei allem.

Zum ersten Mal kann ich mit jemandem über meine sexuellen Wünasche sprechen und alles ausleben was ich möchte. Ich kann auch ohne Bedenken mittendrin sagen das es nicht mehr ertragbar ist (passiert auch manchmal).

Noch nie hat mich jemand so verstanden und noch nie habe ich mich jemandem so geöffnet. Zuweilen macht es mir Angst, aber ich kann mich nicht ewig in mich selbst zurückziehen.

Beitrag von binnurich 18.03.10 - 10:30 Uhr

was machst du hier? eine Umfrage?
bist du selbst betroffen?
wieso stellst du nur Fragen? was bezweckst du damit?

Ich bin nicht betroffen, finde deine Umfrage aber schon seltsam

Beitrag von betroffen 18.03.10 - 10:41 Uhr

Ja, ich bin betroffen.

Habe zeitweise schon Probleme mit Sex und Partnerschaft.

Habe mehrere Therapien abgebrochen, kann kaum Berührungen ertragen, fasse selber keinen Menschen an.

Leide aber nur Phasenweise, habe aber schon seit Jahren Panikattacken.

gruß

Beitrag von zum Glück n. betroffen 18.03.10 - 14:55 Uhr

Vielleicht ist das für die Betroffene die einzigste Möglichkeit
mal darüber zusprechen.Schön das Du nicht betroffen bist.
Vielleicht nur mit dummen Antworten

Beitrag von Whatthef@@@ 19.03.10 - 20:31 Uhr

Was ist denn so seltsam an dieser Umfrage, wenn sich Betroffende austauschen wollen?
Sei dankbar das es dir nie passiert ist und du keinen leidensdruck hast.
Warum hast du ein Problem mit dem Thema?
Leider blenden das viele Menschen aus, dabei kommt es in den besten Familien vor. Stell dir das mal vor!

Beitrag von mirgehtsauchso 18.03.10 - 10:41 Uhr

Hallo.
Mir ist das auch passiert.
Mein Cousin (schreibt man das so#kratz) hat mich jahre lang sexuell missbraucht. Angefangen als ich 7 war...
Innerhalb der Familie wurde weg geschaut.
Meine Verwandschaft wusste es aber nie hat jemand was getan.
Das war glaub ich schlimmer als der Vorfall selber.
Habe nie eine Therapie gemacht, da ich dachte Fremde können mir nicht helfen wenn schon die Familie nichts tut...

Wie es mir mittlerweile geht?
Es geht.
Sexuell ist es schlimm.
Ich muss die oberhand haben.
Das heisst nicht das ich eine Domina bin, aber ich kann mich nicht fallen lassen und dem Mann die Oberhand lassen.
Ansonsten geht es. Ich wache mittlerweile (nach 19 Jahren) kaum noch deswegen auf. Habe auch keine schlechten träume mehr deswegen.
Im großen und ganzen geht es ganz gut.

Wünsche allen denen so etwas passiert ist, viel glük und viele schöne momente in ihrem leben.

Ich glaube man darf sich davon nicht leiten lassen, so schwer es auch sein mag.

LG

Beitrag von binheutenochnichtdrüberwe 18.03.10 - 10:52 Uhr

Hallo,
angefangen hat der Mißbrauch als ich 5 Jahre alt war und es endete als ich Jugendliche war. Aber es gab nicht nur Mißbrauch,sondern auch Schläge und Geschirrschmeißen.
Ich bin nun eine erwachsene Frau und erst jetzt bricht es aus mir heraus und ich mach eine Therapie. Diese Erlebnisse waren jahrelang in mir vergraben,eingeschlossen. Man kann auch sagen mein Kopf hat diese Erlebnisse ausgeblendet. Es fällt mir unsagbar schwer über das Ganze zu sprechen.
Es ist so als ob ich wieder zurückversetzt bin in diese Zeit.
Wenn ich jetzt euch davon schreibe,könnte ich gleich wieder weinen...muß ganz schön schlucken.
Ich weiß nicht, ob ich es jemals schaffen werde,es kommen nur Bruchstücke ins Bewustsein bei den Gesprächen bei meiner Therapeutin. Geht euch das auch so???????

Beitrag von betroffen 18.03.10 - 11:00 Uhr

Ich kann mich auch nur bruchstückhaft erinnern, hab es fast völlig verdrängt.

Sei gedrückt und viel Kraft für die Therapie weiterhin#liebdrueck

Beitrag von ...hm... 18.03.10 - 12:32 Uhr

Ich hatte das ganze jahrelang "vergessen"....noch heute,nach 15 Jahren, fallen mir immer wieder neue Dinge ein.

Meistens ist es so als würde ich gar nicht von mir sprechen, sondern einen Film erzählen oder so.

Beitrag von zitroenchen26 18.03.10 - 11:12 Uhr

Hallo,

es tut mir für alle denen das passiert ist wahnsinnig leid.

Ich arbeite am Gericht und dort haben wir - leider - sehr häufig sexuellen Missbrauch zu verhandeln. Ich möchte hierauf nicht näher eingehen, nur soviel, die Strafe kann nie hoch genug sein. Denn den Tätern wird meist irgendwie geholfen, durch - vom Staat bezahlte - Therapien, die sie als Auflage machen MÜSSEN.

Und die Opfer? Die werden als Zeugen gehört, müssen vor ihren Peinigern das Erlebte aussagen und sind dann auf sich - mehr oder weniger - allein gestellt. Echt grausam!!!

Viel Glück für alle #blume

Beitrag von meine meinung 18.03.10 - 12:07 Uhr

#pro

Ich bin nicht betroffen, finde es aber einfach unglaublich, wie das leider gerade eben sehr aktuelle Thema Kindesmißbrauch von den dafür Verantwortlichen (Bericht eines Opfers gestern Abend bei Stern-TV, z.B.) und auch von manchen Medien gehandhabt wird!

Man bekommt den Eindruck, das Täter-Opfer-Schema wird wieder einmal völlig umgekrempelt, die ach so armen Täter zu Opferlämmern gemacht und über die Taten wird, wie so häufig, von ganz oben das Mäntelchen des Schweigens gedeckt...

In unserer Nachbarstadt hat sich ein Pater vor etwas über 30 Jahren an einem Kind vergangen.... In den Medien wird das eher nebensächlich erwähnt, während die ach so guten Taten des Paters der letzten Jahrzehnte ausgewaltzt werden bis zum geht-nicht-mehr (obwohl sonst schon seit Ewigkeiten keiner über ihn berichtet hat!). Ach ja und die Randbemerkung dazu: das Opfer kann evtl. mit einer Entschädigung rechnen, mehr nicht, denn es ist ja verjährt!!!

Ich könnte SCHREIEN vor WUT!!!

Ich hoffe, die Kirchen, hier vor allem die Katholische, lassen endlich dieses verkalkte Zölibat fallen, das ist ja unmenschlich in alle Richtungen!!!

LG

Beitrag von weißnicht 18.03.10 - 12:19 Uhr

Ich glaube nicht, dass der Zölibat die Ursache für diese Übergriffe auf Kinder ist. Jemand, der nicht pädophil veranlagt ist, wird nicht, weil er keinen Sex mit Erwachsenen haben darf, Kinder missbrauchen.

Es ist wohl eher umgekehrt. Menschen mit pädophiler Veranlagung, die das erkennen oder ahnen, "flüchten" sich in den Zölibat, um der Sexualität ganz zu entsagen und das Problem somit vermeintlich zu lösen.

Ungünstigerweise haben aber Priester relativ viel mit Kindern zu tun UND es wird ihnen großes Vertrauen entgegen gebraucht. Außerdem wurden und werden ihre Taten dann auch noch von der Institution Kirche gedeckt. Das ist eine fatale Mischung :-(

Beitrag von meinemeinung 18.03.10 - 12:26 Uhr

Kann man so vielleicht auch sehen, aber trotzdem gehört meiner Ansicht nach dieser Blödsinn abgeschafft... Oder gibt es Deiner Ansicht nach hierfür irgendwelche sinnigen Argumente?

Auf der einen Seite wird vom Papst gegen Verhütungsmittel gewettert, auf der anderen Seite untersagt er seinen Jungs das Liebesleben... Typische Doppelmoral halt!

Beitrag von weißnicht 18.03.10 - 12:44 Uhr

Sicher gibt es Argumente, theologische Argumente, und ich werde mir nicht anmaßen, zu beurteilen, ob sie sinnig sind oder nicht. Wir müssen sie auch nicht nachvollziehen können, es reicht ja, wenn es diejenigen können, die es betrifft.

Etwas anderes wäre es, wenn der Zölibat tatsächlich Schuld am Missbrauch wäre. Aber das glaube ich halt nicht.

Was jetzt das Verbot von Verhütungsmitteln mit dem Zölibat zu tun hat, ist mir allerdings nicht klar.

Beitrag von hippogreif 18.03.10 - 15:50 Uhr

Natürlich gibt es dafür Argumente. Zum Beispiel das sich Geistliche eben ganz auf ihre Arbeit konzentrieren sollen und sich nicht ablenken lassen sollen von etwaigen familiären Problemen usw. Sie sollen eben ganz in ihrer Arbeit aufgehen.
Ich selbst bin auch gegen das Zölibat, aber es gibt eben auch Argumente, die die Kirche für deren Erhaltung anbringt.

Zitat: "Auf der einen Seite wird vom Papst gegen Verhütungsmittel gewettert, auf der anderen Seite untersagt er seinen Jungs das Liebesleben... Typische Doppelmoral halt! "

Hä???
Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
Oder möchtest Du einfach nur mal gegen die Kirche wettern?

Beitrag von flagelat 20.03.10 - 14:28 Uhr

Wenn man die Täter nicht therapiert gibt es noch mehr Opfer!

Beitrag von mir geht es auch so 18.03.10 - 11:50 Uhr

hallo...
mir geht es auch so ... ich wurde als kleines mädchen von meinem vater mißbraucht.

ich bin heute eine erwachsene frau und habe nach zahlreichen therapien wieder angefangen nach vorne zu schauen.

es gibt schon sehr oft momente wo ich einfach nur weinen könnte dennoch seit dem ich meinen mann kennengelernt habe geht es mir sehr viel besser er hilft mir sehr.

ich wünsche allen #blume das sie ein glückliches leben führen KÖNNEN die sowas erlebt haben

LG ....

Beitrag von HierIch 18.03.10 - 12:28 Uhr

Ich wurde im Alter von 8-12 Jahren von meinem 7 Jahre älteren Bruder Missbraucht!

Meine Eltern hielten mich immer für Verrückt, ich wolle die Familie kaputt machen, glaubten mir nicht, so kam es das ich mir mit 10 Jahren das erstemal die Arme aufschnitt!

Mit 16 Jahren bin ich nochmal zu mein Eltern gegangen um mit ihnen zu reden, aber sie glaubten mir nicht!!

2004 bin ich aus meiner Stadt 400 KM weit weggezogen, hier konnte ich anfangen zu verarbeiten, hier hat mein VER-RÜCKT sein ein Namen bekommen BORDERLINE/ Persöhnlichkeitsstörung

Hier habe ich verschiedene Therapien gemacht und bekomme nun ein Antidepressivum!!

Freundschaften sind für mich sehr schwer und auch Beziehungen !

Ich war sogar soweit das ich mein Bruder anzeigen wollte, er sollte für all das bezahlen was er mir angetan hatte....ABER es gibt eine VERJÄHRUNGSFRIST!! Ab 18 Jahren 10 Jahre weiter, ich war bei meinem Entschluss 29 Jahre somit kam ich 1Jahr zu spät und meine Anwältin riet mir von ab!!

Ich muss lernen damit zu LEBEN aber vergessen kann ich NIE!!!!!

Beitrag von ...hm... 18.03.10 - 13:38 Uhr

#liebdrueck

Ich hab ja dieselbe Diagnose. Welches Medi bekommst du?

Beitrag von HierIch 18.03.10 - 18:31 Uhr

Ich nehme Clomipramin 25mg 2morgens

Hatte schon soviele andere aber mit denen komm ich am besten klar

#liebdrueck

Beitrag von snoopygirl-2009 18.03.10 - 20:24 Uhr

Ah, okay, ich hab Fluoxetin 40mg, hab auch ewig Zeug gekriegt bis was passendes gefunden war#schwitz

Hatte jahrelang 80mg, nach der SS hab ich mit 40 weitergemacht, reicht momentan auch.

#liebdrueck

Beitrag von HierIch 18.03.10 - 22:52 Uhr

Ich nehm sie seit gut einem Jahr und komme gut klar damit!

Ne Zeitlang hatte ich auch Atosil dabei, wegen Angstzuständen und Panikataken, aber ich wollte es von mir aus nicht mehr da ich am nächsten Tag immer noch so matt war !

#liebdrueck

Beitrag von sweetdevil83 18.03.10 - 14:09 Uhr

Ich finde es ehrlich gesagt auch ein bisschen komisch, dass der Verfasser hier nur Fragen stellt! Was soll das?
Ich denke und weiß, dass es für Betroffene, deren Partner und Freunde schwer genug ist, mit so etwas Leben zu müssen, daher finde ich solch eine "Umfrage" sehr geschmacklos!!!

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