wie lange denn noch?????

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von kathi84 18.03.10 - 12:57 Uhr

hallo,

ich bins mal wieder.

Meiner oma geht es nun sehr schlecht. vorletzte nacht musste mein papa (der nachts bei ihr ist) sogar die schwester rufen, weil er dachte dass sie stirbt. sie hat sehr viel schwarz erbrochen und hatte wieder unendliche schmerzen. dann hat sich unregelmäßig geatmet.

ich weiß nicht was ich machen soll. meine liebe oma!!! das verkrafte ich nicht. bin ständig nur am heulen und kann mich eigentlich nicht mehr wirklich über etwas freuen.

Gestern war ich bei ihr. sie hat geschlafen. und sie sah sehr schlecht aus. danach war ich bei meinen eltern. wir haben alle zusammen geweint. meinem paps geht es sehr nah, seine mami so leiden zu sehn. er ist mit den nerven am ende. eigentlich sollte und wollte ich am we die nachtschichten übernehmen, aber nun soll ich nicht mehr, weil sie denken, dass ich es nicht verkrafte und nicht vergessen würde. es muss echt voll schlimm sein.

ich heul schon wieder, nur beim gedanken daran.

ist schwarz erbrochenes nicht blut? und wenn sie nun schon blut erbricht, wie lang muss sie dann noch leiden?
der krebst zerfrisst doch scheinbar schon ihren ganzen körper. man kann sich wegen den starken schmerzmitteln noch nicht einmal mehr mit ihr unterhalten. sie ist total durcheinander.
Wie lange noch????? hat vielleicht jemand erfahrung darin?

Es tut so weh sie so zu sehen.
ich hab dich lieb omi. #heul

kathi

Beitrag von fliegenpilzz 18.03.10 - 14:45 Uhr

oh mensch das tut mir so leid:-(

Hmm ich denke schon das das Blut ist oder? weis nicht.

Was für ein Krebs ist es denn?

Es gibt auch Situationen in denen man Stuhl bricht.

Ich weis es nicht.
Es tut mir unsagbar leid#liebdrueck

Ich hoffe sie wird nicht mehr so lange leiden.
Ich wünsche Dir ,das Du einigermasen gut damit zurecht kommst.

Alles gute Deiner FAmilie

Beitrag von muckel1204 18.03.10 - 21:02 Uhr

Ja das wird Blut sein, wenn es nicht riecht.....

Es tut mir sehr leid, was ihr gerade miterleben müsst, vielleicht solltet ihr euch an einen mobilen Hospizdienst wenden, die helfen nicht nur der Oma, sondern auch Euch mit dieser Situation umzugehen. Nehmt euch diese Hilfe, ich fand sie sehr angemessen und bin froh das es diese Hospizpflege auch ambulant gibt.

Wie lange es dauert kann euch niemand sagen, es kann schnell gehen, aber auch lange dauern, es kommt auch immer darauf an wie stark derjenige in seiner Persönlichkeit ist. Viele brauchen auch die Bestätigung, das es in Ordnung ist zu gehen. Ich habe viele Patienten gehabt, die sehr stark gekämpft haben. Ich habe mich mit ihnen unterhalten und ihnen ganz lieb gesagt, das es in Ordnung ist zu gehen, das ihnen niemand böse ist...
Manche warten auch bis sie ein letztes Mal eine bestimmte Person bei sich hatten. Mein Opa z.B. hat auf mich gewartet, nachdem ich das letzte Mal da war, ist er gestorben.

Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit, mach nur das was du bereit bist zu ertragen, das gleiche würde ich auch deiner Familie empfehlen, man muss nicht machen was man auch seelisch nicht verkraften kann, es gibt Hilfe, nehmt sie euch an.

LG Carina

Beitrag von hallowunder 20.03.10 - 09:58 Uhr

Liebe Kathi,

es tut mir sehr leid, daß Ihr alle diesen schweren Weg gehen müßt und so leidet #liebdrueck

Ich habe schon lange nicht mehr hier geschrieben, aber mich holt immer wieder der Tod meines Papas ein, der ist nun fast 10 Jahre her.

Man kann nie sagen, wie lange ein Mensch noch leiden muß,
aber ich glaube auch, daß es viel damit zu tun hat, ob der derjenige leben oder sterben möchte. Und ob er aus "Rücksicht" auf die, die ihn lieben, nicht loslassen kann.

Mein Papa hatte Lungenkrebs. Er hat sehr gelitten und sehr gekämpft. Bis zum Schluß. Immer wieder aufgebäumt, Schmerzen ertragen, er ist innerlich schon völlig zerfallen und abgemagert gewesen. Die Ärzte fanden es fast ein Wunder, daß er noch so lange (6 Monate) gelebt hat.

Er ist fast erstickt und ins Krankenhaus gekommen. Auch dort hat er noch gekämpft. Obwohl er ins Koma gefallen war. Wir waren bei ihm, haben ihn gestreichelt, mit ihm geredet. Irgendwann habe ich ihm gesagt, daß er ruhig gehen darf.Das er loslassen soll. Er solle aber immer von da oben auf uns aufpassen und bei uns sein.

Er ist eine halbe Stunde später gestorben.

Meine Familie meint, daß habe ihn erlöst. Sie sind sich sicher, er hätte sonst noch ewig weitergekämpft.

Zu den Nachtschichten möchte ich Dir noch sagen:
Ich habe 2 Jahre später nachts auf meinen sterbenden Opa aufgepaßt. Das alles hat mich den Tod meines Papas nochmal erleben lassen. Aber ich war bei ihm.

Wenn Dein Gefühl sagt, Du möchtest nachts bei Deiner Oma sein, dann mach es. Sonst tut es Dir ewig leid. Wenn Du es wirklich willst, dann hilft es Dir vielleicht auch hinterher, besser mit ihrem Tod umzugehen.

Hört sich vielleicht etwas komisch an, aber ich bin dankbar, daß ich dabei sein durfte, als mein Papa gestorben ist. Es verfolgt mich zwar seit 10 Jahren, mal mehr, mal weniger, aber ich bin froh darüber. Und er war es bestimmt auch!

Du könntest auch die Nachtschicht mit noch einer zweiten Person übernehmen (ich habe damals mit meiner Cousine die Nacht auf meinen Opa aufgepaßt).

Ist jetzt etwas lang geworden...:-(

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles erdenklich Gute,

Manuela