Myofunktionelle Störungen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von knuffelbunt 18.03.10 - 12:59 Uhr

Hallo!

Meine Tochter (3 Jahre alt) hat ständig einen Paukenerguss (hört somit schlecht), bereits eine Röhrchen-OP+Rachenmandeln entfernen hinter sich, ist Sprachentwicklungsverzögert, hat einen Kreuzbiss, Mundatmung usw.
...man nennt das auch Myofunktionelle Störungen.

Wir gehen nun 1x die Woche zur Logopädin, die nächste Röhrchen-OP ist am 30.3. und meine Tochter bekommt schon eine Zahnspange!

Wer hat mit seinem Kind ähnliche Erfahrungen und kann mir diese schildern?

Vielen Dank!

Knuffelbunt

Beitrag von spanki80 18.03.10 - 14:45 Uhr

Hallo!

Wenn ich deinen Beitrag les, sehe ich ein bisschen mein Sohn (3) darin, allerdings ohne diese Diagnose.
Mein sohn hatte im Dezember letzten Jahres eine Polypen-Op und ihm wurden in beide Ohren Röhrchen gesetzt. Sprachentwicklungsverzögert ist er nicht. Allerdings kann er das S/Z/SCH nicht richtig aussprechen, was ja in dem Alter vielleicht noch normal ist#kratz ?Und er atmet auch nach der OP nur durch den Mund.Er hat manchmal auch Probleme beim essen/kauen und mag manche Sachen (z.b. Bockwurst mit Haut) nicht runterschlucken.
Jonas stottert zudem im Moment. Unsere Kia spricht da vom Entwicklungsstottern. Hat euer Kia diese Diagnose gestellt oder wo wurde das rausgefunden?
Ich werde meinen Kia das nächste Mal darafu ansprechen, weil dein Beitrag mir wie gesagt sehr bekannt vor kommt.

Würd mich über eine Antwort von Dir freuen.

LG Sandra

Beitrag von knuffelbunt 19.03.10 - 10:36 Uhr

Hallo Sandra!

Wir waren letzte Woche beim KiA zur U7a. Bis auf die Sprachentwicklung ist laut KiA alles OK. Beim HNO-arzt sind wir schon seit Monaten in Behandlung. Dauernd ein Paukenerguss und Schnupfen. Meine Tochter bekommt über Monate keine Luft durch die Nase. Im November 2009 wurden dann die Polyphen entfernt und Röhrchen gesetzt. Die OP wollte ich eigentlich schon letzten Sommer machen lassen, aber zwei weitere HNO-Ärzte haben davon abgeraten....und so haben wir abgewartet. Im nachhinein war die OP schon vorher nötig! Sie hatte extreme Wucherungen der Rachenmandeln.
Die Röhrchen sind aber schon nach 2(!) Monaten wieder raus gefallen. Nun gehen die Meinungen einer weiteren OP wieder weit auseinander. Der KiA sagt abwarten. Da aber wieder Paukenergüsse vorhanden sind und meine Tochter auch nicht 100%ig hört, werden am 30.3. Dauerröhrchen gelegt.
Seit Ende Februar gehen wir 1x die Woche zur Logopädin.
Nachdem ich ihr alles geschildert habe und mich im Internet mit den ganzen Symptomen informiert habe, sind wir zu dieser Diagnose "Myofunktionelle Störungen" gekommen. Meine Logopädin hat mir weiteres Info-Material gegeben und mir Übungen gezeigt.
Am Mittwoch war ich dann auch noch bei einer Kieferorthopädin. Sie hat mir bestätigt, dass meine Tochter einen Kreuzbiss hat, hoher Gaumen mit falscher Zungenlage.
Nächste Woche bekommt meine Tochter eine Zahnspange.

Ich habe den Eindruck, dass man sich sehr um Hilfe bei dieser Störung bemühen muss. Alle Ärzte müssen zusammenarbeiten und über Ihren Bereich drüber hinaus gucken!
Wenn ich nicht so hartnäckig wäre und mich immer wieder vertrösten lassen würde, wären wir nicht so weit. Dann würden wir weiter abwarten, Nasenspray für eine freie Nase nehmen und hoffen, dass es bei der Sprachentwicklung irgendwann "klick" macht.
...und dann ist es irgendwann zu spät um so viel aufzuholen.

Ich kann nicht beurteilen, ob es bei Deinem Kind auch so schlimm ist. Informiere Dich doch mal in Internet über die Myofunktionelle Störungen und spreche Deinen Kinderarzt darauf an, wenn Du den Verdacht hast, dass es kein einfaches Lispeln ist.
Wichtig ist vor allem, dass Dein Kind durch die NASE atmet! Durch die falsche Atmung können langfristig Anomalien entstehen und das Kind verlernt durch die Nase zu atmen.
Ein Besuch beim HNO-Arzt wäre der erste Weg um zu klären warum Dein Kind durch den Mund atmet!

Alles Gute! #klee

Barbara

Beitrag von befree78 12.04.10 - 09:33 Uhr

Hallo Barbara,

ich habe morgen einen Termin mit meinem Sohn Denis 4 1/2 Jahre bei einer Kieferorthopädin. Bei uns verhält sich alles genau so. Hoher Gaumen, Lispeln, Kreuzbiss :-( Ob er nur durch den Mund atmet kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Muss ich noch genauer beobachten.

Wir sind in Behandlung beim HNO, Pädaudiologen, Logopädin und ab morgen dann noch Kieferorthopädin :-(

Wie ist das mit der Zahnspange bei Deiner Tochter? Ist es eine feste oder eine lose? Macht die nur die Zähne gerade oder hat sie auch eine Auswirkung auf den Kiefer/Gaumen? Wie hat sie sie angenommen?

Ich hoffe Du schaust hir noch mal rein in den Beitrag. Würde mir sehr weiterhelfen mich mit jemandem auszutauschen.

Viele Grüße
Helena mit Denis *15.09.2005

Beitrag von knuffelbunt 12.04.10 - 12:30 Uhr

Hallo Helena!

Meine Tochter hat die lose Zahnspange nur wegen des Kreuzbisses, schmaler Oberkiefer/hoher Gaumen bekommen. Die Zahnspange soll den Kiefer weiten, so dass die Zunge auch wieder den Platz am Gaumen einnehmen kann. Wegen der Zahnstellung ist keine Klammer notwendig...dafür wäre es auch noch viel zu früh. Meine Tochter ist gerade 3 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund haben wir auch überlegt, ob eine KFO-Behandlung schon sinnvoll ist. Wenn die Kinder alles mitmachen, ist das gar keine Frage....aber das weiß man vorher ja nicht! Meine Tochter hat sich die Abdrücke ohne Probleme nehmen lassen. Das Anpassen der Zahnspange war schwierig. Sie mußte ja immer wieder den Mund öffnen...und die Geduld war dann auch schnell am Ende. So mußten wir zum Anpassen ein zweites Mal in die Praxis. Nun hat sie die Zahnspange seit zwei Wochen. Sie sollte sie so oft wie möglich tragen....aber das ist unser großes Problem. Unsere Tochter "verweigert" das tragen der Zahnspange. Sie hat sie max. 5 Min. drin und dann wird sie wieder mit der Zunge herausgedrückt.
...so ist der Sinn der Behandlung gleich null!
Und die Kosten dafür sind enorm! Meine Tochter ist Privat+Beihilfe versichert. Wir tragen ca. 400,-€ für die Zahnspange alleine!

Aber im Vordergrund steht natürlich, dass wir unserer Tochter helfen. Sie soll richtig kauen können und das Sprechen erlernen!

Da Dein Sohn ja schon ein wenig älter ist, habt Ihr vielleicht mehr Erfolg! Wir werden weiter dran bleiben...vielleicht macht es ja noch mal "klick"!

Liebe Grüße
Barbara