Gehaltspfändung in die Wege leiten - wie?

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Beitrag von woogie 18.03.10 - 13:46 Uhr

Hallo zusammen,

der Vater meiner Tochter zahlt keinen Unterhalt und ich hab langsam die Faxen dicke. Damals hat die Beistandschaft vom Jugendamt nichts erreicht, per Anwalt bin ich auch nicht viel weiter gekommen.
Nun überlege ich, ob es sinnvoll wäre eine Gehaltspfändung in die Wege zu leiten?! Einen Titel habe ich hier.

Wie läuft sowas ab? Muss ich zum Gericht seines Wohnortes oder zu dem Gericht in der Stadt in der er die Arbeitsstelle hat? Kommen Kosten auf mich zu? Wenn ja, in welcher Höhe?

Der Anwalt wollte damals schon einen Gerichtsvollzieher ansetzen, aber da hätte ich monatlich um die 50€ für den Gerichtsvollzieher in Vorkasse treten müssen. Damals war mir das nicht möglich. Würde es mich jetzt auch so viel kosten?

Wie sind Eure Erfahrungen mit sowas? Geht es schnell, dass man dann das Geld hat oder rennt man auch wieder hinterher?

Danke für Eure Hilfe.

Stephie

Beitrag von sonne.hannover 18.03.10 - 13:54 Uhr

nein, das ist jetzt viel billiger ;-)
Ich könnte jetzt lange lange Ausführungen zum Pfändungs- und Überweisungsbeschluss machen. Du solltest auf jeden Fall zum Anwalt gehen. Dort ist Fachpersonal vorhanden, das sich mit so etwas genauestens auskennt.

Beitrag von woogie 18.03.10 - 13:57 Uhr

Danke für Deine Antwort.
Ich schrieb ja schon, dass ich per Anwalt nicht weiter kam und nun direkt beim Gericht alles in die Wege leiten will.


LG
Stephie

Beitrag von risala 18.03.10 - 13:59 Uhr

Hi,

geh einfach mit dem Titel zum Amtsgericht und lass Dir von einem Rechtspfleger helfen - die kosten nichts und wissen, was Du tun musst bzw. welche Formulare erforderlich sind. Evtl. fallen Gebühren für den Pfändungsbeschluß an, aber die sind nicht so hoch.

Gruß
Kim

Beitrag von woogie 18.03.10 - 14:16 Uhr

Hi,

danke für die Info.
Welches Amtsgericht wäre denn richtig? Am Arbeits- oder Wohnort?
Der Wohnort ist mir unbekannt, da müsste ich dann erst mal irgendwie versuchen den raus zu bekommen.

LG Stephie

Beitrag von rpfl 18.03.10 - 14:22 Uhr

Hallo Stephie,

die Pfändung kostet 15 EUR (soweit es seit Beginn meiner Elternzeit nicht geändert wurde).

Du kannst zu dem Amtsgericht an deinem Wohnort gehen, die leiten den Antrag auf Pfändung dann an das zuständige Gericht weiter.

Liebe Grüße rpfl

Beitrag von woogie 18.03.10 - 14:47 Uhr

Hi RPFL,

ach, das geht auch an meinem Wohnort? Das ist ja praktisch :)

LG Stephie

Beitrag von ivhen 18.03.10 - 15:07 Uhr

Hach, hab ich mich wieder mal blöde ausgedrückt. Ich meinte auch, Du kannst an das AG Deines Wohnorts gehen und diesen Antrag stellen.
Viel Glück.
Hoffe, Dein Ex arbeitet auch noch bei der dir bekannten Firma?

Beitrag von woogie 18.03.10 - 15:09 Uhr

Ja, laut Homepage ist es nach wie vor der mir bekannte Arbeitsplatz - nun sogar mit Geschäftsstellenleitungsposten.

LG
Stephie

Beitrag von yvonnechen72 18.03.10 - 15:47 Uhr

Autsch, Geschäftsleitung und dann 'ne Gehaltspfändung...macht ja echt 'nen tollen Eindruck.
Ich drück dir die Daumen, dass alles klappt

LG Yvonne

Beitrag von woogie 18.03.10 - 15:51 Uhr

Tja, aber was soll ich machen?
Von allein will er einfach nicht, dann muss er mit den Konsequenzen klar kommen. Ich kann ja auch nicht einfach sagen, dass ich keine Lust habe Geld für Lebensmittel, Kleidung und Co auszugeben.

Naja, so sind manche Männer halt.

LG Stephie

Beitrag von yvonnechen72 18.03.10 - 19:33 Uhr

Nee, klar, wenner nicht zahlt muss er mit den Konsequenzen leben.Da hast du voll und ganz recht.Ich finde es nur für ihn echt peinlich, besonders in so einer Position.Aber da kannst du keine Rücksicht drauf nehmen!

LG Yvonne

Beitrag von ivhen 18.03.10 - 14:02 Uhr

Hallo,

meines Wissens gibt es bei jedem Amtsgericht eine Beratungsstelle für die Bürger, dort wird man informiert bzw. es werden auch für diese die Anträge - hier bei Dir Pfändungs- u. Überweisungsbeschluss - gestellt, die wissen natürlich dann auch wohin der Antrag gehen muss (Gericht am Wohnort des Schuldners, also KV).
Weiterhin solltest Du mitteilen, dass es Dir finanziell nicht möglich ist, die Kosten für den Antrag (15,00 Gerichtskosten) und dann noch entstehenden Gerichtsvollzieherkosten 2 x ca- 20,00 € für die Zustellung des Beschlusses an den Arbeitgeber und den Schuldner zu tragen.
Hier müßte Dir dann eigentlich Prozesskostenhilfe für die Zwangsvollstreckung gewährt werden.

Ich hoffe, ich liege richtig
Viel Glück

Beitrag von woogie 18.03.10 - 14:17 Uhr

Hallo,

lieben Dank für Deine Antwort.

Ah Gericht am Wohnort. Ok, dann muss ich mal zusehen, wie ich an die Adresse komme - die ist mir nämlich unbekannt.

PKH brauche ich zum Glück nicht.

LG Stephie

Beitrag von ivhen 18.03.10 - 14:40 Uhr

welche Adresse? Hoffentlich nicht die vom Kindsvater?
Gericht kann ich Dir durchgeben, wenn Du mir kurz den Ort mitteilst?

Beitrag von woogie 18.03.10 - 14:46 Uhr

Doch, die vom Kindsvater.
Es besteht keinerlei Kontakt, weil er nie Interesse daran hatte.

LG

Beitrag von sonne.hannover 18.03.10 - 15:06 Uhr

dann solltest Du damit anfangen:

Bei der Einwohnermeldeamtsanfrage handelt es sich um eine Anfrage an das zuständige Einwohnermeldeamt, mit ihrer Hilfe soll die aktuelle Anschrift einer bestimmten Person in Erfahrung gebracht werden. Dem Einwohnermeldeamt ist eine solche Auskunft möglich, da es ein Register über die Personen ihres Zuständigkeitsbereiches führt, meldet sich einer dieser Personen um, wird die neue Anschrift im Register verzeichnet.

Bei der Anfrage ist es oftmals sinnvoll - soweit vorhanden - das Geburtsdatum der jeweiligen Person mitanzugeben.

Das Einwohnermeldeamt befindet sich häufig im Rathaus, dies kann jedoch von Stadt zu Stadt bzw. von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein.


Die Auskunft ist kostenpflichtig. Die dafür anfallenden Gebühren können eventuell im Voraus telefonisch bei dem jeweiligen Einwohnermeldeamt erfragt werden. Manche Ämter stellen danach eine Rechnung, andere fordern das Geld im Voraus.

Die Anschrift vom Schuldner ist zwingend mit anzugeben, der Beschluss muss ja zugestellt werden.

Beitrag von kira2002 18.03.10 - 17:19 Uhr

Hallo Stephie,

würde ich nicht machen mit der Gehaltspfändung... dann ist er ruckzuck seinen Job los und dann siehst du auch keinen Unterhalt.

Da gibt es sicher noch andere Möglichkeiten... droh ihm doch mal mit ner Anzeige oder eben auch damit dass du das Gehalt pfänden lässt wenn er es nicht freiwillig zahlt und weise ihn auch drauf hin, was das für seinen Job bedeuten wird. Vielleicht zahlt er dann und er behält auch seinen Job.

LG
Michaela

Beitrag von woogie 18.03.10 - 17:21 Uhr

Hi Michaela,

ich turne jetzt seit über 8 Jahren hinter ihm her und versuche es friedlich. Ich mag da keine Rücksicht mehr auf ihn nehmen.

Wegen einer Gehaltspfändung verliert man so schnell nicht seinen Job.

LG Stephie

Beitrag von freyjasmami 18.03.10 - 20:54 Uhr

Fragen wir mal andersherum:

Hat er genug Einkommen um den geforderten Unterhalt zu zahlen?

Ich finde die Unterhaltsbeträge teilweise utopisch.
Vor allem werden notwendige Werbungskosten oftmals nicht angemessen angerechnet. Oder sowas witziges wie fiktives Einkommen.#augen
Klar, da wird dir ein Nebenjob angerechnet, den du a) gar nicht hast b) gar nicht findest oder c) gar nicht ausüben kannst wegen deinem Hauptjob


Beitrag von woogie 18.03.10 - 20:58 Uhr

Hey,

mein letzter Stand lag bei rund 2100 netto. Dies ist aber schon ein paar Jahre her und war vor seiner Position als Geschäftsstellenleitung.
Ich gehe also mal davon aus, dass er genug hat um Unterhalt zu zahlen und seine eigenen Kosten weiter tragen kann.

LG Stephie

Beitrag von freyjasmami 18.03.10 - 21:08 Uhr

Huhu,

neue Frage:

Neue Beziehung?
Weitere Kinder?
Werbungskosten?(erfordert der Job viel Fahrerei die nicht von der Firma übernommen wird? ist ja gern mal so)

Sind so Geschichten die Anwälte und das JA gern mal absichtlich übersehen.
Spreche leider aus eigener Erfahrung.
Dank dem neuen Gesetz war ich weder als Schwangere mit Beschäftigungsverbot, noch im MuSchu, noch jetzt in der Elternzeit mit nur 150 € Elterngeld unterhaltsberechtigt.
(wohingegen die Mutter des 1. Kindes seit der SS keinen Tag gearbeitet hat - wohlgemerkt war es ein One-Nightstand vor unserer Beziehung und er bekam erst vom JA Bescheid, als das Kind 2 Jahre alt war und ich mit unserem ersten gemeinsamen Kind bereits schwanger war!)
Das er in seinem Job 500 € monatliche Fahrtkosten hatte, die durch Steuerrückzahlung nicht aufgefangen wurden (wer nur 70€ Steuern zahlt, bekommt nun einmal keine 500 € zurück #augen) wollten sie anfangs auch nicht anerkennen.
Dann wurde mal eben nur das 1. Kind berücksichtigt usw.
Also von Pannen beim JA kann ich ein Lied singen.

Klar ist es für Dich ärgerlich, aber nicht immer ist es so, das der Mann partout nicht will.

Beitrag von woogie 18.03.10 - 21:11 Uhr

In diesem Fall ist es leider so, dass er nicht will.
Er hat ja damals dem Titel zugestimmt in einer bestimmten Höhe, weil diese damals halt machbar war.
Weder die, noch irgend eine andere Summe (50,100€....) bekomme ich. Und mir kann keiner erzählen, dass er sich das nicht leisten kann.

Ob er eine neue Beziehung, weitere Kinder, Werbungskosten hat weiß ich nicht und spielt ja auch weniger eine Rolle. Unterhalt für Kinder kommt vor allem anderen.

LG Stephie

Beitrag von freyjasmami 18.03.10 - 21:24 Uhr

Das siehst Du etwas falsch.

Werbungskosten sind Kosten die zur Erzielung des Einkommens notwendig sind.
Demnach sind sie abzugsfähig.

Und ganz böser Spruch:

weitere Kinder spielen keine Rolle...

Oh, oh. Wenn Du meinst, Dein Kind sei wichtiger als ein anderes...
Übrigens sollten alle unterhaltsberechtigten Kinder eines unterhaltspflichtigen Elternteils laut Gesetz gleichberechtigt behandelt werden.
Da spielt es also keine Rolle wer zuerst da war!
Lediglich das Alter spielt wegen der Unterhaltshöhe eine Rolle.

Ergo:

Du wirst Dir wohl noch einmal einen Anwalt nehmen müssen oder über die Beistandschaft gehen.
Evtl. hilft dir auch die Unterhaltsvorschußkasse (hast Du ja sicherlich bezogen, oder?).
Die holen sich ihr Geld vom unterhaltspflichtigen Elternteil wieder und wissen demnach, wie es mit Einkommen und z.Bsp. weiteren Kindern aussieht.

Ich hab das Ausgangsposting jetzt nicht mehr im Kopf, aber hattest Du den Unterhalt schonmal gerichtlich eingeklagt?
Das wird dann sicher auch noch einmal Klarheit bringen.
Oder hat der KV evtl. etwas mit dem JA vereinbart?(Herabsetzung der Unterhaltshöhe, widerruflicher Zwangsvollstreckungsverzicht)

Beitrag von yvonnechen72 18.03.10 - 21:53 Uhr

Hallo,

warum solltest du als Schwangere mit BV unterhaltsberechtig sein?

LG Yvonne

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