Warum ist eine Geburt schwer?

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Beitrag von werdendemami1987 18.03.10 - 16:35 Uhr

Hallo,

ich höre ja immer das eine Geburt schwer ist!
Aber wiso?
Eine Geburt ist ja nur schmerzhaft oder?

Beitrag von leonlarissa2008 18.03.10 - 16:42 Uhr

Hallo,

die Frage klingt echt süß :-p

Außer schmerzhaft ist eine Geburt tatsächlich vergleichbar mit einem Marathon- auch wenn ich noch keinen gelaufen bin. Es ist halt total anstrengend, nicht nur für das Baby harte Arbeit sich durch den Geburtskanal zu zwängen, sondern auch für die Mutter. Überleg doch, du musst die Wehen veratmen, dein Körper vollbringt Höchstleistungen, das geht an jegliche Reserven.

Viele liebe Grüße
Steffi+ Lea Mareen

Beitrag von diana1101 18.03.10 - 17:02 Uhr

Hi,

ich kann mich der Steffi nur anschliessen.

Aber ob eine Geburt schwer oder leicht ist, kann man so pauschal gar nicht sagen.. ich selbst empfand meine Geburt nicht als schwer, ich empfand sie auch nicht als sehr schmerzhaft..

Lass es auf die zukommen.

LG Diana & Johanna *22 Mai 2009

Beitrag von bibuba1977 18.03.10 - 19:58 Uhr

"ich selbst empfand meine Geburt nicht als schwer, ich empfand sie auch nicht als sehr schmerzhaft.. "

Lag wahrscheinlich am Datum... ;-)

LG
Barbara mit Emmylou (*22.05.2008)

Beitrag von 1374 18.03.10 - 17:08 Uhr

Ja, kann mich da auch anschliessen!
Habe meine beiden Geburten als unglaublich anstrengend empfunden, aber Schmerz habe ich z.B. auch nicht wahrgenommen...
Ist echt faszinierend, was Kind und auch Mutter unter der Geburt leisten!!
Hoffe Du kannst entspannt und mit Vorfreude in die Geburt gehen und wünsche Euch ein wunderbares Erlebnis!
Lg,
1374

Beitrag von abrocky 18.03.10 - 17:36 Uhr

Das klingt jetzt vielleicht total bescheuert, aber vergleich es mal mit deinem Stuhlgang: 1. wenn du normal gehst und 2. wenn du totale Verstopfung hast!
Bei welchem Gang stehen dir wohl die Schweißperlen auf der Stirn???

Anja mit Mädchen (6J.), Junge (4J.) und #ei17+6

Beitrag von anyca 18.03.10 - 17:43 Uhr

Eine Geburt ist nicht nur schmerzhaft, sondern I R R E anstrengend.

Ich sag mal zum Vergleich, stell Dir vor, Du müßtest den nächsten Umzug ohne jegliche Möbelpacker bewältigen und jedes Mal, wenn Du eine schwere Bücherkiste die Treppe hochgeschleppt hast, kriegst Du sofort wieder eine in die Hand gedrückt, ohne daß Du sagen kannst, hey, ich mach jetzt erst mal ne halbe Stunde Pause ...

Als ich meiner Mutter vor der ersten Geburt telefonisch bescheid sagte, daß wir jetzt in die Klinik fahren, sagte sie nichts von Schmerzen, nur "da hast Du ein hartes Stück Arbeit vor Dir" und so war es auch.

Beitrag von inajk 18.03.10 - 18:15 Uhr

Eine Geburt ist vor allem Arbeit: Schwere, knochenharte Arbeit. Leute denken oft dass man halt "abwarten" und "die Schmerzen ertragen" muss, bis das Kind halt da ist. Aber das trifft es ueberhaupt nicht.
DU musst das Kind gebaeren, aktiv, du leistest die Arbeit, niemand nimmt dir das ab. Darum erfordert eine Geburt ungeheuer viel Konzentration und ist tatsaechlich sehr anstrengend.

Uebrigens bin ich der Meinung, dass diese passive Haltung (den Schmerz bloss ertragen, bis halt das Kind kommt) mit ein Grund dafuer ist, dass es so viele Geburtsstillstaende gibt. Nicht die Schuld der Frauen, auch das Umfeld im KKH befoerdert diese Haltung, dass frau sich eben als "Patientin" fuehlt, und das Gefuehl kriegt, macht ihr mal, holt mein Kind raus.

Aber die Natur hat das nicht so gemeint, und darum gibt es auch nur noch 6% der Geburten, die ohne medizinische Eingriffe auskommen.

LG
Ina

Beitrag von lebelauter 18.03.10 - 18:17 Uhr

bester Beitrag zu dem Thema

LG

LL

(die zu den 6 % gehört... beide Kinder kamen ausserklinisch zur Welt!)

Beitrag von inajk 19.03.10 - 13:48 Uhr

:-)
Ich selber gehoere auch dazu, zum Glueck: 2 wunderschoene Hausgeburten.

LG
Ina

Beitrag von becca04 19.03.10 - 09:29 Uhr

Hallo Ina,

Du beschreibst das sehr gut und ich kann Deine Meinung mit meinen eigenen Geburtserfahrungen nur unterstützen:

1. Geburt im KH ("großes Kind" - 4340 g, 38 cm KU) - mir wurde gesagt, ich solle viel liegen, dann solle ich auf Kommando pressen etc. Ergebnis: verzögerte Austreibungsphase, ich flehe um eine Saugglocke, die mir verwehrt wird (ZUM GLÜCK!), dann mehrfaches Kristellern, Wehentropf, Dammschnitt - "Das Kind muss jetzt raus".

2. Geburt zu Hause ("noch größeres Kind" - 4500 g, 38 cm KU) - sehr aktive, strenge und fordernde Geburtsbegleitung durch meine Hebamme, die mich zur WehenARBEIT v.a. in der Eröffnungsphase anhält ("Wir wollen es Deinem Kind doch nicht schwerer als nötig machen, durchs Becken zu gehen!") und mich in der sehr kurzen (!!!!!!!) Austreibungsphase beruhigt und bestärkt. Ergebnis: Vom MuMU 7cm bis zur vollständigen Geburt des Kindes dauert es 20 Minuten, der "Brocken" schießt mit zwei Presswehen wie ein Sektkorken aus der Flasche aus mir heraus! Eine gewaltig-schöne Geburt!

Fazit: Wenn die Umstände dafür sprechen, kommt auch Kind Nr. 3 zu Haus auf die Welt!

LG,
B.

Beitrag von inajk 19.03.10 - 13:50 Uhr

:-)
Danke.
Viel Glueck mit Nr. 3!
Ich hatte auch 2 wunderschoene Hausgeburten und mich gruselt es immer, wenn ich dann wieder die Horrorstories aus dem KKH hoere.
Dafuer kriege ich immer zu hoeren, wie verantwortungslos es do9ch ist, eine HG zu haben :-) Ich finde KKH manchmal verantwortungsloser :-p

LG
Ina

Beitrag von becca04 20.03.10 - 20:25 Uhr

Hallo Ina,

ja, diese Vorwürfe haben mich nach der 1. HG total überrascht (sie kamen aus dem engsten Familienkreis) und ich war noch total sensibel von der Geburtserfahrung (es war am 2. Tag nach der Geburt) und plötzlich musste ich mich total rechtfertigen und das gegenüber einer Frau, die zu diesem Zeitpunkt noch nie geboren hatte!!!!

Jetzt - vor dem 2. Mal - hoffe ich nur, dass wirklich alles noch einmal "gut geht", dass ich am Ende nicht diese hämischen Blicke (vielleicht ist es auch nur Einbildung) ertragen muss, dass ich doch ins KH musste.

Aber wenn ich so die KH-Geschichten höre (auch im Freundes- und Bekanntenkreis), wie fröhlich und vollkommen kritiklos in den natürlichen Geburtsverlauf eingegriffen wird und das von den (leider in der Regel uninformierten) Frauen auch gar nicht gesehen, geschweige denn in Frage gestellt wird (nach dem Motto: Die Ärzte haben immer Recht und ohne die Ärzte wäre ich/ mein Baby/ wären wir beide gestorben), dann wird mir wirklich schlecht. Ich nehme mich dann aber immer zusammen und fange KEINE Diskussion an, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es keinen Sinn macht. Vor allem müssten sich diese Frauen erst einmal so über die Geburt und ihre Verläufe informieren, dass man wirklich auf demselben Wissensstand ist und sich austauschen kann.

Von daher: Ich glaube an die selbstbestimmte und damit sichere Geburt - und die hat man in unserem heutigen Gesundheitssystem leider außerklinisch häufiger als in der Klinik.

Dir auch alles Gute und liebe Grüße,
Becca.

Beitrag von minnie85 18.03.10 - 19:15 Uhr

Schwer sind die Umstände, würde ich sagen, wenn es zB durch irgendwelche Umstände zu einem sehr langen Geburtsverlauf kommt (zB durch zu frühe PDA, Dauerliegen usw)...

Beitrag von jindabyne 18.03.10 - 20:11 Uhr

Ich würde mal sagen, dass nicht jede Geburt schwer ist. Meine Geburten fand ich z.B. nicht schwer.

Man sagt ja auch umgangssprachlich "Das war eine schwere Geburt", wenn irgenwas nicht einfach und reibungslos lief, sondern wenn man ganz schön kämpfen musste, damit etwas gelingt. So ist es auch mit Geburten, manche flutschen, manche sind sehr anstrengend, laufen aber trotzdem gut, und bei manchen müssen die Frauen und Babys einfach sehr, sehr kämpfen, bis das Kind da ist. Letzteres ist für mich eine schwere Geburt, alles andere nicht.

Lg Steffi

Beitrag von becca04 18.03.10 - 20:59 Uhr

Also, so zum Vergleich:

Ich hatte während meiner 2. Geburt in der Eröffnungs- / Übergangsphase eine so hohe Pulsfrequenz, dass meine Hebamme zunächst nicht wusste, ob sie meinen Puls oder den des Babies erwischt hatte...! Für so einen Puls hätte ich mich im nicht-schwangeren Zustand schon sehr anstrengen müssen (Bergauf-Sprints etc.).

Die Wehen selbst sind natürlich auch schmerzhaft, aber durch die Regelmäßigkeit - das An- und Abflauen - auch gut aushaltbar. Ich finde ja immer (habe bald meine 3. Geburt) den Durchtritt des Kindes durch den unteren/weichen Geburtskanal unangenehm bzw. den Durchtritt des Köpfchens durch die Scheide. Wenn der Kopf erst einmal draußen ist, ist die Geburt von den Schmerzen her eigentlich gelaufen, grins!

Die Eröffnungsphase finde ich dagegen schön, weil man sich (zumindest ich bislang) bereit machen kann. Bei meiner letzten Geburt hatte ich allerdings eine sehr strenge (ich liebe sie noch heute dafür und für ihre Entschlossenheit) Hebamme, die mich dahin gebracht hat, nicht dem Schmerz nachzugeben, sondern das Becken ganz weitzumachen, damit der Dickschädel meines Sohnes (38 cm KU) möglichst schnell durch das Becken treten kann. Das war nicht ohne, aber dafür war auch die Phase dann himmlisch kurz (4 Stunden!).

Ach - seufz -: Ich freue mich ja wirklich schon auf meine nächste Geburt und kann es kaum erwarten. Meinetwegen könnte es jetzt gleich losgehen! Es ist so ein absolut irres Gefühl, wenn man es geschafft hat - als hätte man den Mount Everest bestiegen!

Dir eine schöne (!) Geburt,
ganz liebe Grüße,
Becca

Beitrag von bu83 18.03.10 - 21:46 Uhr

also meine geburt war auch sehr anstrengend, nicht die wehen. eher das pressen. den großen kopf durch den ausgang pressen. ich habe mich sehr stark ans bett geklammert, so dass ich noch eine woche muskelkater im arm hatte.

lg

Beitrag von tykat 18.03.10 - 23:14 Uhr

Hallo,

ich würde mal sagen, eine Geburt kann beides sein.Schwer und schmerzhaft.
Die Geburt von Tom war das anstrengendste, was ich je erlebt habe.Auch ein Grund dafür war, dass ich zum Zeitpunkt der Geburt schon 32 Stunden ohne Schlaf war.Hinzu kamen die starken Schmerzen.
Ich war einfach völlig erschöpft, es war für mich wie Folter.Als es dann auch noch Komplikationen gab und Tom im Geburtskanal stecken blieb, war ich körperlich und nervlich einfach am Ende.Ich habe echt gepreßt wie eine Irre und meine sämtlichen Kraftreserven gefordert.Letztendlich wurde er dann mit der Glocke geholt (Er hatte sich im Kanal mit der Faust am Kopf verhakt)
Ich hätte es mir nie im Leben so schwer vorgestellt.

Aber es gibt auch Frauen, die verlieren ihr Kind im Galopp;-)

Wünsche Dir eine angenehme und leichte Geburt!

LG,Tykat+Tom(*09.09.09)

Beitrag von ayshe 19.03.10 - 07:36 Uhr

nicht jede geburt ist "schwer".

ärzte teilen die geburten in abhängigkeit von ihrem verlauf und evtl. komplikationen in "leicht" oder "schwer" bzw. "sehr schwer" ein.
das ist alles.


bei mancher geburt verläuft alles supereasy, preßwehen, alle meßwerte sind gut, das kind kommt. leicht.

und dann gibt es die, die ewige stunden dauern, die werte fallen ab, das kind hängt fest, saugglocke, zange etc. dann wird es schwer.

Beitrag von sunshine-1981 19.03.10 - 08:20 Uhr

Im Englischen heissen Wehen übrigens "labor" - Übersetzt also soviel wie "Arbeit". ;-) Ein Kind bringt sich nicht auf die Welt indem du dich da hinlegst und wartest was passiert - du musst aktiv mitmachen ;-)

Beitrag von nisivogel2604 19.03.10 - 09:25 Uhr

Der Körper verbraucht eine Menge Energie. Eine Geburt ist harte Arbeit und damit eben schwer.

lg

Beitrag von khazira 19.03.10 - 15:45 Uhr

Also,

schwer ist im Sinne von "Ist die Arbeit in Mathe schwer oder nicht" wohl nicht der richtige Ausdruck für eine Spontangeburt.

Sie ist anstrengend, schwächt den Körper aber sie ist nicht schwer. Es passiert, sofern alles normal läuft, alles von selbst. Schwer würde bedeuten, dass man dafür nachdenken und etwas können muss. Das ist aber nicht so. Selbst die dümmsten Frauen können Kinder gebären. Die Natur macht das schon.

Außerdem ist eine Geburt schwerzhaft, aber ich fand sie nicht so schmerzhaft, wie man sagt. Naja, bin hart im Nehmen ^^

Liebe Grüße
Khazi mit Fynn Lukas, der nun knapp 11 Monate alt ist