bin so deprie....

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von was solls noch 18.03.10 - 17:12 Uhr

hallo,

ich muss mich mal ausheulen.

mir gehts seit tagen schlecht. ich bin mutter von 2 kindern (4 und 2). ich habe eine chronische krankheit und wurde letzte woche sogar auf beruhigungsmittel eingestellt. nebenwirkungen: müdigkeit und fahruntüchtigkeit bis die hochdosierung abgeschlossen ist.

tja.... und nun zu meiner schlechten laune: mein partner weiß dass ich momentan auf seine hilfe angewießen bin (körperlich und psychisch). meine linke körperhälfte ist fast gelähmt.... und ja, ich kann manchmal meine blase nicht kontrollieren! ich schäme mich ja selbst - aber ich kann nichts dafür. diese scheiß krankheit versaut mein leben! habe kraftverlust, und meiner psyche tut die abhängigkeit nicht gut.

und siehe da: kaum geht es mir richtig mies muss er plötzlich von 3 uhr morgens bis 21 uhr arbeiten.

ich fühle mich total im stich gelassen - zudem er am wochenende schön feiern geht.

und als ich sagte dass ich bisschen traurig bin weil ich nicht mitkann (ich gönne es ihm, wollten zusammen hingehen) sagte er: na als halbseitiger grüppel (ja scheiße dass es nur die halbe seite ist, idiot!) kann man eh nicht gut bowlen. dann bleib doch bei den kids.

klar, als halbseitiger krüppel kann man gut windeln wechseln, essen kochen, haushaltschmeißen und 6km zum einkaufen laufen.... und sich dabei einpissen!

er ist plötzlich sooo ein ignorant. da dieses rücksichtslose verhalten in den letzten monaten sehr oft vorkam habe ich mir überlegt mich zu trennen. ich möchte gern in die nähe meiner eltern ziehen (400km weit weg) und mit deren unterstützung weiter machen. klingt nach weglaufen - aber hier habe ich als zugezogene keinerlei hilfe - nichtmal die oma vorort ist bereit die kinder mal zu nehmen.

ich fühl mich alleine, ausgenutzt, missverstanden und abgestellt. und als halbseitiger krüppel sitzt ich nun den ganzen tag heulend rum weil ich erkannt habe: es bringt nichts mehr. ich schaffe es alleine nicht, ich brauche hilfe!

gestern nacht schlief ich auf dem sofa - hat ihn nicht gejuckt.

ach kacke, ich will nur noch weg. ich trau mich nur nicht. wie soll ich das machen? einfach hin fahrenl, wohnung suchen und umziehen? von welchem geld denn?

egal, ich musste das mal los werden....

lg

Beitrag von rose77 18.03.10 - 17:18 Uhr

Hallo

Ehrlich?
Ziehe zu deinen Eltern!
Der Typ ist es echt nicht wert! Scheißkerl...

Beitrag von litalia 18.03.10 - 17:31 Uhr

schau dir deine kinder an, ich denke der anblick verursacht ein leuchten in deinen augen :-)

dein mann beleidigt, demüdigt dich und lässt dich im stich.

hast du das verdient? nein, ganz bestimmt nicht!!

greif die flucht an, mit deinen kindern... und auf in ein besseres leben ohne so einen vollpfosten der dich derart verletzt und enttäuscht!

ruf deine eltern an uns sag ihnen bescheid.
sie nehmen dich und deine kinder bestimmt erstmal auf? und dann sucht ihr gemeinsan eine schöne wohnung für dich und die kinder.


wünsche dir alles gute und ganz viel kraft.

Beitrag von mi.ka 18.03.10 - 18:48 Uhr

Das ist doch kein Partner, der in Ruhe feiern geht anstatt dir zur Seite zu stehen, während es dir so schlecht geht. Spätestens beim "halbseitigen Krüppel" hätte ich ihm die Klamotten vor die Tür gestellt oder wäre selber gegangen.

Gruß
Mika

Beitrag von was solls noch 18.03.10 - 19:55 Uhr

...wenn das so einfach wäre... in der "fremde" und ohne freunde...

ich habe ihn schon oft gebeten einfach zu gehen - er weigert sich dann. er setzt sich an den rechner und ignoriert mich.

ich hatte schonmal darüber nachgedacht die polizei zu rufen - wegen häuslicher gewalt. aber da dem nicht so ist kann ich das mit meinem gewissen nicht vereinbaren.

ich überlege momentan ob ich mich irgendwo beraten lassen kann bezüglich eines umzugs... also wie man sowas auf eine derartige distance am besten managed.

mein bruder würde wohl definitiv mit einem transporter kommen, meine eltern würden beim einrichten der wohnung helfen (auch finanziell) und mir die kinder erstmal abnehmen.


aber ich blödes rind denke immer wieder: die armen kinder sehen dann ihren vater nicht mehr....


er hat zumindest soviel anstand nicht vor den kindern mit mir zu diskutieren. dennoch merkt gerade der große dass es mir schlecht geht. er freut sich über den nachbar mehr wie über seinen papa - zumal er den nachbarn inzwischen schon öfters sieht wie seinen vater. heute morgen sagte er: mama, warum schläft papa nicht auf der arbeit?




ich möchte das ganze gerade der kinderwegen wirklich "freundlich" angehen. er ist der vater, hat sie nie geschlagen oder anderweitig den kindern geschadet - außer mit seiner abwesenheit. die kinder lieben ihn...

Beitrag von smr 18.03.10 - 20:17 Uhr

Guten Abend!
Das klingt echt nicht gut. Laß Dich mal drücken #liebdrueck
Ich kann Dich gut verstehen, habe selbst eine chronische Krankheit und die allein ist nicht schon schlimm genug, die Medikamente machen es auch nicht besser, sondern die Nebenwirkungen....
Umso wichtiger wäre eine Unterstützung oder zumindest Verständnis. Meinem Mann fällt es manchmal auch schwer, mit der Situation umzugehen und ich denke mir oft, er könnte etwas sensibler sein, aber wenn er jemals "Krüppel" zu mir sagen würde, wäre ich weg. Es ist nicht einfach, sich vorzustellen, mit allem allein dazustehen, man hat Geldsorgen, die Gesundheit ist angeschlagen, man hat Kinder....schlimm eben auch, daß man keine Unterstützung von der Familie bekommt....aber mal ehrlich, JETZT bist Du doch auch alleine, da kannst Du den endgültigen Schritt auch tun, dann hast Du wenigstens diesen negativen Kerl nicht mehr an Deiner Seite, mußt Energie noch auf ihn verschwenden, die Du nicht hast.
Mach einen Termin bei Pro Familia und besprich mit denen Dein weiteres Vorgehen.
LG und Alles Gute
Sandra

Beitrag von was solls noch 18.03.10 - 21:15 Uhr

du hast recht.. ich brauche meine energie.

meine basistherapie habe ich nun nach 1 jahr endlich ohne nebenwirkungen gut im griff. aber diese beruhigungsmittel sind momentan heftig. meine krankheitsschübe könnte ich mit cortison-infusionen in den griff bekommen - das gänge aber nur stationär. es sind immer nur kurze "attacken" - meist um die 6 wochen. und meist nur alle 1,5-2 jahre. eine zeit die MANN (vorallem wenn er wirklich liebt) doch mal für seine frau da sein könnte?

ich habe mich alleine durch die verarbeitung der krankheit gequält, nie vor den kindern geweint. aber langsam frage ich mich ob ich es für mich oder für IHN und die kinder tat. ich hät so gern mal richtig geheult... aber man will ja auch keinem zur last fallen.

ich bin momentan sehr alleine - und mein vater hat krebs. gern würd ich ihn noch ein paar jahre um mich haben und die zeit genießen, meinen kindern schenken.

heute hat es wohl entgültig klick gemacht. noch nie in meinem leben war ich so enttäuscht. und ich bettel nicht gern. die letzten tage habe ich um hilfe gebettelt - immer und immer wieder. aber nein, dafür bin ich mir jetzt zu schade.

vielleicht mag ich körperlich ein "krüppel" sein - aber der zustand geht vorbei. es sind nur ein paar wochen. und dann wird der krüppel den knüppel auspacken! ich gehe nun meinen weg.

für die kinder wird es sicher ein schlimmer verlust - aber sie gewinnen eine oma, einen opa und eine hoffentlich ausgeglichenere und glücklichere mama.

auch wenn ich HIER keine freunde habe.... den kontakt zu meinem zu hause habe ich nie abgebrochen und auch DA werd ich wieder fuß fassen.


ich bin noch keine 30 - und aufgeben will ich mich jetzt noch nicht.

ich erwarte nichtmal sensibilität, habe nie nach mitleid gejammert... nie hat ER sich mit meiner krankheit befasst... also ist er es wirklich nicht wert.

ich such mir meinesgleichen. ende im gelände. sense, finito, aus! danke dir für deine worte!

ich werd morgen meiner mama alles "beichten" und hoffen dass sie nicht aus allen wolken fällt.

Beitrag von smr 18.03.10 - 21:22 Uhr

Gut so! Behalte diese kämpferische Einstellung bis morgen bei und fall nicht wieder um! Ich wünsche Dir alles alles Gute, wenn Du magst, kannst Du dich über VK auch bei mir melden.
LG
Sandra

Beitrag von susisuper10 18.03.10 - 21:29 Uhr

Hallo !

Das liest sich wirklich sehr traurig. Aber mach Dich da vom Acker. Dein letzter Beitrag klang auch wirklich sehr stark und hoffnungsvoll. Bleib dabei, Du hast bestimmt etwas besseres verdient und bekommst es auch irgendwann.
Darf ich fragen, welche Krankheit Du hast?

Viel Glück und alles Gute!

Beitrag von gismomo 19.03.10 - 08:03 Uhr

Ich wünsche dir auch alles Gute. So schlimm die Situation jetzt sein mag, in zehn Jahren sieht das ganz anders aus - da bist du wahrscheinlich froh, dass du dich jetzt überwunden und die richtige Entscheidung getroffen hast!
Freu dich auf deine Eltern und deine Freunde - die dich lieb haben und denen du etwas wert bist!

lg
K.

Beitrag von fraz 19.03.10 - 09:34 Uhr

Hallo

Falls du wirklich den Haushalt nicht mehr alleine schmeissen und deine Kinder versorgen kannst: Du hast doch Anrecht auf eine Haushaltshilfe, die dich unterstützt und von der Krankenkassen bezahlt wird?

Dein Mann kann nebst einem 100% Job nicht einfach noch deine ganze Arbeit übernehmen. Ich denke, er ist mit deiner Erwartungshaltung heillos überfordert und zieht sich zurück.

Frag deinen Hausarzt oder wer sonst für dich zuständig ist, da gibt es sicher einen Weg!

Alles Gute


Fraz

Beitrag von juju277 19.03.10 - 21:07 Uhr

Entschuldigung, aber hast du ihr posting richtig gelesen?

Sie ist halbseitig gelähmt und inkontinent und er bezeichnet sie als Krüppel und geht lieber feiern statt ihr am Wochenende mal zu helfen?
Das hat in meinen Augen nix mit Rückzug zu tun, sondern der Kerl ist ein riesen A....
Wozu hat man einen Partner, wenn man in so eine Lage nicht von ihm erwarten kann, dass er einem hilft?

LG juju