10 Jährige flippt aus :(

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lisamey 18.03.10 - 19:30 Uhr

Hallo,

hatte vor einer Woche ca mal gepostet, das meine Tochter so furchtbar launig ist....es ist nicht besser geworden, sie sc hreit mich an mit einer dermaßen riesen Wut das ich ihr eine "Schelle" gegeben habe, also keine Ohrfeige, sondern so am Hinterkopf, weiss nicht wie ich es besc hreiben soll....

Sie treibt mich so zum Wahnsinn...und meine Mutter die unten im haus wohnt und ihren Stiefvater sowieso.

Sie hört nicht!!!

Sie hat zum Beispiel eine Aufgabenliste wo für jeden Tag etwas zu erledigen ist. Leichte Sachen und jeweils eine...heute war der Meerschweinchenkäfig dran, ne Leute was ein Aufstand, sie würde es jucken, sie hält es nicht mehr aus, aber in was für einem Geschrei, und ein getobe...wie eine Irre...:(((

Ich versuche ruhig zu bleiben und sage sie solle doch normal reden...schratel, schrei.

Was soll ich bloß machen???

Sie weiss das sie nur 2 Tage in der Woche Kids mit nach Hause bringen kann, 2 Tage Zuhause bleibt und einen tag nachhilfe hat, WE ist offen. und trotzdem fragt sie mich JEDEN TAG auf´s neue...und ich sage dann nein ich habe Dir doch gesagt und Du weisst doch....

Manchmal denke ich, ich drehe am Rad...von ihrem Steifpapa lässt sie sich schonmal garnix sagen und meine Mutter mit der macht sie erst recht was sie will.

So geht das doch nicht weiter...

lg Liesc hen



PS: Sorry habe den Beitrag in zwei verschiedene Threads gepostet, hoffe Ihr verzeiht mir.

Beitrag von petra1982 18.03.10 - 19:39 Uhr

Sind es Ihre Meerschweine? wenn ja, wenn sie sich nicht kümmert schenkst du sie weiter.

Teenies können glaub sehr anstrengend seinw enn ich das hier manchmal lese #liebdrueck

Beitrag von jazzbassist 18.03.10 - 20:29 Uhr

Was haben Sie denn in letzten Woche mal versucht, anders zu machen, so dass Sie Besserung erwartet haben?

10 ist für ein Mädchen mittlerweile ein ziemlich normales Alter, um in die Pubertät zu kommen. Es ist also zunächst einmal nichts ungewöhnliches (auch nicht unerwartbares), dass ein Kind dann erstmal nicht mehr mit seinen Eltern kooperieren kann. Vielleicht ist es einfacher, es dann gar nicht mehr zu versuchen.

Die Frage ist also, welche Probleme gibt es mit Ihrer Tochter und wie kann man die - ohne dass Ihre Tochter kooperieren muss - lösen? Wenn z.B. diese Aufgabenliste ein täglich wiederkehrendes Problem ist (und jedes noch so kleine Problem heizt die Stimmung für das nächste Problem an), wäre meine Lösung hier folgendes: „Schatz, ich habe Moment keine Lust mehr auf dieses tägliche Theater mit deinen Aufgaben. Entweder sind die von nun an bis 18 Uhr von dir erledigt, oder ich mache sie ungefragt selbst. Letzteres kostet dich jeweils 1 Euro von deinem Taschengeld, dass ich dann am Monatsanfang direkt einbehalten werde. Ich hänge dafür an der Küche am Kühlschrank eine Strichliste aus, damit du jederzeit weißt, wievielt Taschengeld du zum Monatsbeginn jeweils weniger bekommst.“ Ganz einfach - sie müssen nie mehr im Leben wegen dieser doofen Pflichten hinter ihrer Tochter herrennen. Es ist doch viel einfacher, das eben selbst zu machen, als sich hier täglich aufs neue mit einem pubertierenden Teeny zu zoffen. Soviel Geduld kann man doch gar nicht aufbringen.

Warum darf Sie nur 2 Tage in der Woche ihre Freunde sehen? Gibt es einen rationalen Grund, den ein 10-Jähriges Mädchen verstehen kann? Grundsätzlich kann ich nämlich schon nachvollziehen, dass ein Kind deswegen jeden Tag Radau macht. Es ist nämlich eine ziemlich ungewöhnliche (um nicht anormale zu schreiben) Regelung, die - wenn es dafür keinen Sinn gibt - ziemlich fragwürdig ist. Dann würde ich mich auch nicht wundern, dass ein Teeny deswegen Radau macht - da es eine ziemlich menschliche Reaktion ist.

Was sind denn sonst noch vorhersehbare, alltagsübliche Probleme, die immer und immer wieder auftauchen und was haben Sie bisher schon alles versucht, um dagegen etwas zu unternehmen? Eigentlich können nämlich auch pubertierende 10-Jährige noch ziemlich gut mit ihren Eltern kooperieren - zumindest in den meisten Situationen.

Beitrag von lisamey 18.03.10 - 20:54 Uhr

Hallo,

was mich an meiner Tochter stört ist dieses mich anschreien und prinzipiell erstmal laut werden. Mit mir sollte man über alles reden können aber nicht in so einem "Du musst jetzt auf mich hören -Ton!"...

Es geht garnicht um die Regelliste, die hat sie bis jetzt anstandslos erledigt, nur flippte sie heute wegen dem säubern des Käfigs aus, es juckt sie überall, etc. wäre auch keinh Problem gewesen, wenn sie in einem anständigen Ton zu mir kommt und sagt Mama das kann ih nicht aus dem und dem Grund, haben wir ja nach dem ganzen Zirkus auch geschafft etwas anderes an diese Stelle zu setzen, wenn sie denkt sie wäre allergisch, was sie nicht ist. Nun räumt sie eben einmal mehr die Spülmaschine aus.

In der Woche habe ich geändert, das ich ruhiger auf sie zugegangen bin und versucht habe sie in solchen Situationen eher zu umarmen statt zu schimpfen. Doch sie tritt auf mich zu wie ein Orkan. Sie vergleicht sich auch ständig mit mir


Beispiel ich habe DI, DO und MI Sport abends, drum möchte ich das sie keine Kiner mitbringt, da sie auf meinen Partner nicht hört und auch nicht auf meine Mutter, kann ich den Erwachsenen nicht zumuten auf noch ein fremdes Kind acht zu geben.

Sie kommt um 16 Uhr von der Schule, muss ich dann jeden Tag Kids bei mir haben wollen??? Sie macht bis um 15 Uhr HG und hat dann noch 1 Std Spielzeit mit ihren Freundinnen und zweimal die Woche und noch was WE, wo ist das Problem? Sie muss ja auch mal lernen und Mittwochs hat sie einen festen Termin in einem Rechentherapiezentrum, von daher ist das schon okay meiner Meinung nach.

ICh finde es geht einfach nicht den Erwachsenen die um einen herum leben so espektlos entgegenzutreten, mit so einem total irren verhalten, da macht das Zusammenleben keinen Spass mehr.

lg Lieschen



lg Lieschen

Beitrag von jazzbassist 18.03.10 - 21:46 Uhr

Ach so, dann habe ich Ihren Ausgangsbeitrag völlig falsch verstanden.

Ich würde mich einfach sofort umdrehen und kommentarlos den Raum verlassen, wenn mein Sohn sich so benehmen würde. Dann würde ich nach 10 Minuten zurückkommen (dann wird sich ein Kind sicherlich wieder beruhigt haben) und noch mal ganz freundlich fragen, ob wir jetzt wie Erwachsene miteinander reden können. Eigentlich sollte ein Kind dadurch 2 Dinge lernen: Zum einen, dass es mit dieser aggressiven Art auf überhaupt keine Reaktion stößt und zweites, dass man viele Probleme lösen kann, wenn man es ruhig versucht. Notfalls würde ich sie Abends, wenn ich ihn ins Bett bringe, ihm einfach noch mal sagen, dass ich mich freuen würde, wenn wir solche Probleme das nächste mal direkt friedlich lösen könnten.

Dieses Dilemma mit dem Sport kann ich nachvollziehen. Andererseits sind Kids 10 Jahre alt, ich denke nicht, dass die noch sonderlich großartig von Erwachsenen beaufsichtigt werden müssen. Ich würde ihr Dienstags einfach folgendes Erklären: „Ja, du darfst eine Freundin einladen - aber unter der Bedingung - dass ihr während dieser Zeit (ausnahmsweise) auf den Stiefvater hört. Wenn der mir heute Abend sagt, dass das ganz gut geklappt hast, darfst du auch morgen einen Freund einladen; wenn das nicht geklappt hat, darfst du die restliche Woche nur noch Freunde einladen, wenn ich kein Sport habe. Einverstanden?“ Und dann müssen Sie es einfach jede Woche wieder versuchen; das kann aber leider nur funktionieren, wenn Sie Ihrer Tochter jede Woche (auch wenn es anstrengen und oftmals enttäuschend sein kann) wieder die Möglichkeit geben, zu beweisen, dass sie doch schon ein großes Mädchen ist. Selbst - wenn Ihnen die Vergangenheit hier oft genug bewiesen hat, dass es nicht funktioniert. Eines Tages wird es das - da ein Kind sich mit so einer Regelung selbst erziehen kann.

Um ehrlich zu sein, fand ich das mit den Kindern einladen auch immer nervig. Lag daran, dass ich 6 Jahre lang hauptsächlich von zu Hause aus gearbeitet habe und spielende Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren einem schon mal Nerven rauben können. Ich glaube aber - ich war als 4 bis 10-Jähriger genau so, darum habe ich das meinem Sohn nie verübelt. Ich war immer heilfroh, dass er so viele Freunde hat und ich nie einen Beitrag in einem Forum eröffnen musste, wie man die Kids wieder vom Fernseher und von der Xbox loskriegt oder - wie lange Kinder diese Medien konsumieren dürfen. Wenn es mir wirklich mal zu viel wurde, habe ich die Kids in den Garten verfrachtet oder die notfalls auch mal ermahnt, etwas ruhiger zu spielen. Hätte das nicht geklappt, hätte ich das andere Kind wieder nach Hause geschickt.

Die Frage ist ja nicht, wo wir Erwachsene das Problem sehen, sondern, wo ihre Tochter das Problem sieht. Um die geht es hier ja schließlich. Und - subjektiv für meinen Sohn - wäre es auch nicht in Ordnung, nur 2x in der Woche mit Freunden spielen zu dürfen und 1 Stunde täglich in der Schule. Er ist einfach ein Kind, dass am liebsten mit anderen Kindern zusammen ist; und - wenn das reicht, ihn glücklich zu machen - warum sollte man es sich dann selbst so schwer machen und einem Kind das verbieten? Selbst ein fester Termin Mittwochs wird ja schlecht einen ganzen Tag gehen. Und, wenn die Schule von 8 bis 15 Uhr geht, sind das (mit Pausen) ~ 5 Stunden lernen täglich. Das ist ein Zeitpensum, dass dem eines Bachelor-Studiengangs entspricht - so gesehen kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kind nach so einem Zeitpensum noch irgendetwas zusätzliches lernen müsste, wenn man gezielte Schwächen unbeachtet lässt. Irgendwann ist die Energie eines Kindes (die Konzentrationsspallen einer 10-Jährigen beträgt etwa 17 bis 22 Minuten) zu ende und danach wirkt sich lernen nur noch kontraproduktiv aus.

Grundsätzlich habe ich von meinem Sohn nur erwarte, dass er jeden, der ihm mit Respekt begegnet, mit dem gleichen Respekt begegnet. Ich hätte das nie nur auf Erwachsene eingegrenzt. Die Sache ist nur, dass das „total irre“ Verhalten ihrer Tochter eine Ursache haben wird. Ein Teil wird davon sicherlich pubertätsbedingt sein, den Rest gilt es dann in mühseliger Kleinarbeit zu ergründen. Denn - das einfach zu erwarten, ist sicherlich nicht der Weg. Wenn Sie so ins blaue raten müssten, was wäre so das erste, dass ihnen einfällt, weshalb sich ihre Tochter Ihnen, dem Stiefvater und der Oma gegenüber so benimmt? Haben Sie hier mal mit ihren Klassenlehrern gesprochen, ob sie sich im Schulischen Umfeld ebenfalls so benimmt - oder - klappt es da irgendwie besser/schlechter? Notfalls hilft es auch mal, die kids aus dem Haus zu kriegen. Hat Sie irgendein Hobby, dass sie innerhalb der Woche mal aus dem familiären Umfeld rausreißt, so dass alle mal etwas verschnaufen können?

Beitrag von fraz 18.03.10 - 22:27 Uhr

Als schwer pubertär Erprobte kann ich dir nur raten:
Keine Verhandlungen, klare Regeln, keine Diskussionen.
Wenn sie xy nicht macht, okay, gibt es halt Taschengeldabzug oder eine Woche niemanden nach Hause bringen etc.
Klar und deutlich durchgeben.

Alles, aber auch wirklich alles wird jeden Tag von neuem überprüft, ob es noch gilt. Und wehe, du gibst einen Millimeter nach.....#schwitz

Fraz, die momentan pubertäre Girls rund um die Uhr hat: Im Job und dann abends die Fortsetzung zu Hause.....