Tochter (20 Monate) mit auf Beerdigung der Uroma?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von roswitha26 18.03.10 - 19:32 Uhr

Hallo,

wende mich an euch, da ich total unschlüssig bin was ich machen soll....

Vorgestern ist meine Oma verstorben, sie war fast 96 Jahre alt. Bis vor einem halben Jahr war sie für ihr Alter noch recht rüstig, aber in den letzten Monaten ging es immer mehr bergab... Der geistige und körperliche Verfall war von Tag zu Tag zu beobachten. Somit kam ihr Tod nicht unerwartet, was den Schmerz aber auch nicht weniger macht....

Und nun ist am Samstag die Beerdigung und ich bin hin und her gerissen, ob ich meine Kleine, 20 Monate, mitnehmen soll.

Einerseits befürchte ich dass sie total unruhig sein wird, da sie ja noch nicht versteht was los ist, und womöglich auf dem Friedhof nicht im Kinderwage sitzen bleibt sondern rumlaufen möchte etc..

Andererseits finde ich, es ist ihre Uroma und bei der Beerdigung sollte die ganze Familie dabei sein, und da gehört meine Kleine nun auch dazu.
Und ausserdem ist sie das einzige Urenkelkind und meine Oma hätte sich bestimmt gefreut und sie dabei haben wollen....

Was meint ihr?

Beitrag von ela-ol 18.03.10 - 19:40 Uhr

Hallo,

also vor einem halben Jahr hatten wir dieselbe Situation und Paul war zwar auch unruhig und ich musste in der Kirche die Veranstaltung verlassen mit ihm (war die Oma meines Mannes).
Bei der Beisetzung allerdings auf dem Friedhof waren wir wieder dabei und Paul hat natürlich nicht verstanden, was da überhaupt los war. Aber es hat glaube ich vielen weitergeholfen, dass sie so einen kleinen lustigen Bengel rumlaufen sehen konnten, der so unbeschwert war, dass man zwischendurch auch mal lächeln konnte! Er hat ein wenig Freude in diese traurige Situation gebracht, ich würde das wieder tun.

Außerdem war ich ein wenig abgelenkt, ich mag solche Anlässe nicht und bin da ein wenig nah am Wasser gebaut...

LG ela-ol mit Paul 18.4.08

Beitrag von elcheveri 18.03.10 - 19:46 Uhr

Hallo
Henry wird nä Woche 2 und ich würd Ihn nicht mitnehmen....
Er muß nicht so viele traurige Menschen sehen und dann noch nicht mal verstehen warum alle weinen..ich würd Ihn zu Hause lassen...

Lg

Beitrag von babylove05 18.03.10 - 19:50 Uhr

#pro

Seh das auch so ....

vorallem find ich das Trauernde gäste nicht mit einen Kleinkind das vieleicht auch ab und an mal rum rennen will und logischerweise nicht 30 min rühig sitzen will belastet werden ( nicht böse gemeint )

lg Martina

Beitrag von susanne23 18.03.10 - 19:59 Uhr

Hallo!

Meine Großeltern durften ihr Urenkelkind auch noch kennenlernen und beide waren sehr stolz auf sie. Als mein Opa starb, war Anna 16 Monate alt. Bei meiner Oma war sie 28 Monate alt. Ich habe sie bei beiden Beerdigungen dabei gehabt. Meine Schwiegereltern waren auch beides Mal dabei und sind ein bisschen mit ihr rausgegangen, wenn es ihr zu lange gedauert hat. Bei meiner Oma hat sie dann auch ihr Sträußchen bekommen, das sie ihr ins Grab geworfen hat. Ich denke, dass Kinder mit dem Tod viel besser umgehen können, als wir Erwachsene das können.

LG
Susanne

Beitrag von fernweh123 18.03.10 - 20:10 Uhr

Hallo und erst einmal Herzliches Beileid
#liebdrueck

also wir haben am 23.12. vorigen Jahres meinen Opa beerdigt. Da war unsere Lütte 13,5 Monate. Sie konnte nicht laufen und wir hätten sie sicher im Kiwa sitzen lassen können, ABER
- sie hatte kaum Kontakt zu dem Uropa (mehr zu ihrem anderen, den sie auch noch hat)
- auch ich hatte kaum Kontakt zu meinem Opa
- die anderen Urenkel waren ALLE nicht dabei.

Jedoch seh ich die Sache von einer ganz anderen Seite, wenn du schon sagst, dass ihre Uroma sich bestimmt gefreut hätte. Da würde ich sie glaube ich schon mitnehmen. Ich glaube auch nicht, dass andere von einem so kleinen Kind erwarten die ganze Zeit ruhig zu sein und deine Oma wäre vielleicht sogar froh über eine kleine "Ablenkung" im normalen Beerdigungsablauf. Stelle dir vor, wie sie darüber glücklich lächeln würde!
Bedenke allerdings, dass du vielleicht auch weinen musst und mit diese Situation (vor deinem Kind) auch ncoh klar kommen musst.
Vielleicht kann dein Mann / Freund / eine Freundin mitgehen und mit deiner kleinen nach Hause, falls es zu viel wird?

Alles gute für euch und ich wünsche euch, dass ihr gut drüber wegkommt!

Andrea +Naomi*01.11.08

Beitrag von hexenmaus78 18.03.10 - 20:43 Uhr

Mein Herzliches Beileid
Wir haben das ganze kurz vor Weihnachten durch.

Ich habe meine Kleine damals 23 Moante nicht mitgenommen. Sie hätte es nicht verstanden und ich hatte sehr mit mir zu tun. Das hätte sie total verwirrt. Ich konnte mich auch besser auf die Rede konzentrieren. Davon wirst du wenig mitbekommen wenn du auf deine Lütte aufpassen mußt.

Wir haben ihr erklärt Oma ist jetzt ein Engel im Himmel und einen Engel in einer Schneekugel gekauft. DIe steht jetzt bei uns und wir denken immer an Oma wenn wir sie sehen und die Kleine verbindet es auch damit.

Ich glaube der kleinen bringt es noch nicht wirklich was dabei zu sein.

Beitrag von kati543 18.03.10 - 21:22 Uhr

Wir hatten vor einem halben Jahr die selbe Situation. Meine Kinder sind zu Hause geblieben und worden von der Nachbarin betreut. Warum? Ganz einfach...
1. einen kompletten Trauergottesdienst durchzustehen ohne einen Mucks zu sagen ist schwer in dem Alter
2. es ist einfacher für das Kind, wenn die Situation kindgerecht erklärt wird und danach auf dem Friedhof die Uroma "besucht" wird, anstatt in einer trauernden, weinenden, schwarzen Menschengruppe zu sitzen
3. wenn ich um einen Menschen trauere, will ich nicht ständig meine Söhne im Blickfeld haben, sondern ich will mich einfach nur verabschieden von meinem Opa/Oma
4. auch wenn es herzlos klingen mag: die Oma ist nun mal tot und sie kann sich nichts mehr wünschen, oder sehen ob die Urenkelin dabei ist

Beitrag von hexenmaus78 18.03.10 - 21:52 Uhr

Stimme dir da voll zu

nur Punkt 4 ist bei uns anders - Oma schaut vom Himmel runter und sieht die Kleinen jetzt und so verpasst sie nix und da müssen die Kleinen nicht mit auf die Beerdigung

Beitrag von schillerfri 18.03.10 - 22:05 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach gehören Kinder nicht auf den Friedhof, das wühlt sie zu sehr auf, denn es ist eine Extremsituation, weil alle so sehr trauern und die Kleinen mit so etwas nicht wissen umzugehen und Angst haben. Sie müssen dann Mama und Oma weinen sehen, für Kinder das Schlimmste auf der Welt.

LG, Ela!

Beitrag von morla29 18.03.10 - 22:35 Uhr

Hallo,

meiner Meinung nach solltet ihr sie schon mitnehmen, aber mit der Option, dass evlt. jemand mit ihr raus gehen kann (z. B. dein Mann).

Ich finde, dass man Kinder auch diese Seite des Lebens zeigen soll, bzw. muss. Zur Hochzeit oder Taufe nimmt man sie ja auch mit.

Hatte die Kleine viel Kontakt mit der Uroma?

Meine Töchter waren bei der Beerdingung ihrer Kleinen Schwester (still geboren in der 31. ssw) dabei und ich war froh, dass wir uns als Familie gemeinsam verabschiedet haben.

Viele Grüße
morla
mit Ramona 4
Christina 2
und Sternenkind Verena (still geboren am 29.01.10)