"erpresst" ihr euere kinder?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von babe-nr.one 18.03.10 - 20:18 Uhr

hallo!
mein sohn steckt momentan ganz schlimm in der trotzphase....#schock.
eigentlich habe ich das immer locker weggesteckt, aber die letzten tage ist es echt anstrengend#schwitz- nichts was man sagt, interessiert ihn wirklich...wird einfach ignoriert, ect-naja, die meisten von euch kennen diese phase ja.
doch vor ein paar tagen habe ich etwas entdeckt:

beispiel: er kippt mal wieder einfach so, ohne damit spielen zu wollen seine spielzeugkiste um, ich bitte ihn, mir beim einräumen zu helfen- er reagiert nicht.
beim 2.mal "erpresse" ich ihn ,(wenn du mir nicht beim einräumen hilfst, dann kommt xy weg( das spielzeug, mit dem er in diesem moment spielt)- wenn er dann nicht reagiert, nehme ich ihm bei der 3. aufforderung wirklich sein spielzeug weg.

er weint dann, schimpft, bockt, ich sage ihm, das er es wieder bekommt, sobald er mir hilft- und dann klappt es#freu...

aber ist das auch in ordnung?#gruebel
habt ihr andere tipps???-will ihn ja nicht immer "erpressen" müssen#schwitz

lg

Beitrag von bibuba1977 18.03.10 - 20:52 Uhr

Hi,

in so einem Fall wuerde ich notfalls in den sauren Apfel beissen und allein aufraeumen. Meist hilft Emmylou dann doch. Ich find es unfair, ihr dann ein Spielzeug wegzunehmen. Ich glaube, das verstehen die noch nicht...

Ich "erpresse" Emmylou mehr auf die positive Weise... Wenn ich es zum Beispiel eilig habe und sie macht nicht weiter. Dann bekommt sie einen Keks versprochen, wenn sie im Auto sitzt.
Ansonsten kommt es natuerlich schon vor, dass ich sie strafe, indem ich ihr was abnehme. Die Gabel z.B., weil sie damit nur noch rumfuchtelt. Das hat fuer mich aber nix mit "Erpressung" zu tun.

LG
Barbara

Beitrag von babe-nr.one 18.03.10 - 21:32 Uhr

ja, notfalls räume ich alleine auf...
und ich weiß, das er mich versteht(er ist fast 3).- sonst hat das gemeinsame aufräumen auch funktioniert#schmoll


das positive "erpressen" haben wir auch versucht, aber das zieht nicht#schmoll
lg#blume

Beitrag von fraz 19.03.10 - 09:29 Uhr

Notfalls selber aufräumen?

Super, deine Tochter hat dich aber gut im Griff!

Beitrag von connie36 19.03.10 - 11:49 Uhr

hi
wenn sie nicht aufräumt und du bestichst sie mit einem keks zur mithilfe bist du im gegensatz zur te alles andere als konsequent.
ich mache es nciht anders. wenn meine ihre zimmer nicht aufräumen, sage ich auch, wenn bis morgen nicht alles sauber ist räume ich auf, mit der mülltüte.
sie wissen das danach einiges fehlt, was sie gerne behalten würden.
mittlerweile nachdem also einiges im müll gelandet ist, räumen sie auf.
lg conny

Beitrag von xbienchenx 19.03.10 - 11:55 Uhr

Selber aufräumen? Das ist ganz falsch und wirst später auch merken warum.
Erpressen mit essen? Finde ich genau so falsch. Somit trichterst du deinem Kind ein das es für die banalsten Dinge eine Beohnung gibt. Das ist absolut falsch!

Spielzeug wegzunehmen ist nicht unfair sondern genau richtig.Machen wir jahre lang schon so, bei allen 4 Kindern. Natürlich nicht bei einem 2-Jährigen...weil er das eh noch niecht versteht. Aber ein 3-Jähriges Kind versteht es durchaus.
Und siehe da...unsere Kinder können ganz toll aufräumen.

Beitrag von sunny42 19.03.10 - 12:41 Uhr

Ich stimme Dir voll und ganz zu,
außer in diesem Punkt:

"Natürlich nicht bei einem 2-Jährigen...weil er das eh noch niecht versteht. Aber ein 3-Jähriges Kind versteht es durchaus"

Klar verstehen 2 jährige so einen einfachen Zusammenhang.
Spätestens wenn sie ihn spüren, weil das Spielzeug weg ist.
Und beim nächsten mal ist klar, was Mama von mir will.


Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von xbienchenx 19.03.10 - 13:22 Uhr

Kommt drauf an ob das Kind gerade 2 geworden ist oder halt fast drei ist....da machen ein paar monate schon was aus.Manche Kinder sind mit 2,5 schon weiter wie manch dreijährige...

Beitrag von schnaki1 18.03.10 - 21:24 Uhr

Hallo,

ich denke mit 2 Jahren können sie noch nicht wirklich begreifen, was das soll.
Mein 5jähriger muss auch nicht alleine aufräumen, aber mit mir zusammen. Wenn das nicht fluppt, dann brauche ich nur mit der Mülltüte rascheln und schon klappt es!:-p
Natürlich ist das auf andere Dinge bezogen keine Erpressung, sondern Erziehung, also, wenn der 2jährige seinen Becher extra umkippt, weil es so spannend ist und das Ganze trotz Erklären noch weitere Male wiederholt, dann bekäme er bei mir auch den Becher abgenommen und stattdessen einen Trinklernbecher, weil er scheinbar noch zu klein für den normalen Becher ist.
Beim Spielzeugaufräumen finde ich solche "Erziehungsmaßnahmen" oder eben Erpressungen doch ziemlich überzogen.
Da kann man die Kinder eher spielerisch zum Aufräumen motivieren (oder positiv erpressen: wenn wir das fertig haben, belohnen wir uns mit einem Eis/gehen wir auf den Spielplatz/ können wir endlich malen).

LG,
Andrea

Beitrag von babe-nr.one 18.03.10 - 21:30 Uhr

hallo!
erst mal danke für deine antwort..
ich muss dazu sagen: er ist fast 3!
und normalerweise klappt das gemeinsame aufräumen ohne murren....#gruebel
ich bin mir sicher, das er mich versteht, und weiß, was ich von ihm möchte... aber er testet eben aus#zitter
"positive" erpressungen gibt es natürlich auch, aber das zieht irgendwie nicht#kratz

Beitrag von schnaki1 18.03.10 - 21:48 Uhr

Okay, er weiß, was du von ihm möchtset, aber sieht er den Sinn darin aufzuräumen?
Wir hatten heute ziemlich Stress, keine Zeit, aufzuräumen und es herrscht ein fast desolater Zustand im KiZi.
Als ich kurz reinschaute und meinte, das müssen wir morgen mittag unbedingt aufräumen, ist ja fürchterlich das Chaos, da sagt der 5jährige(!) nur: warum?
Klar testet er aus, aber ich mache auch Dinge, die ich überflüssig finde oder deren Sinn sich mir entzieht, nicht wirklich gern! Vielleicht entdeckt er ja grad solche Weisheiten...;-)

Beitrag von babe-nr.one 18.03.10 - 21:56 Uhr

mit 5?#zitter, na da kann ich mich ja auf was gefasst machen#schwitz..
aber du hast wahrscheinlich recht, für ihn macht das keinen sinn;-)#schwitz
lg

Beitrag von ayshe 18.03.10 - 22:36 Uhr

auf jeden fall ;-)

meine tochter wird bald 6, sie mag kein totales chaos (mehr ;-) ).

ich habe ihr schon früher einfach immer gesagt, daß man mehr platz hat, wenn aufräumt, daß man seine sachen auch findet usw.

irgendwann sah sie es auch so.

oder wenn sie etwas sucht, sage ich "keine ahnung, wahrscheinlich da, wo du es hingelegt hast, hat es keinen festen platz, wo es hingehört???"

Beitrag von jazzbassist 19.03.10 - 00:57 Uhr

Bei einem 5-Jährigen ist das Aufräumen eigentlich noch genau so einfach wie mit
einem 2-Jährigen.

--- >8 Ironie ---
Sohn: Warum?
Papa: Weil ich das sage!
(Eltern sollten Ihr Handeln immer Begründen können) :-p
Sohn: Nein!
Papa: Dann gibt's heute Abend kein Fernsehen
(Erziehung sollte immer auf einer fairen und für das Kind nachvollziehbaren Ebene stattfinden) :-p
--- >8 Ironie ---

Also das völlig zwanglose und absolut freiwillige und auch selbstständige Aufräumen hat bei meinem Spatz erst mit 10 funktioniert. Der Trick ist, einfach solange zu warten, bis eines Tages zum ersten mal ein Mädchen vor der Haustür steht #huepf

Beitrag von marion2 18.03.10 - 21:54 Uhr

Hallo,

"erpressen" ist eine anerkannte Erziehungsmethode.

Man kann das auch positiver formulieren und "Konsequenzen" nennen. ;-)

LG Marion

Beitrag von babe-nr.one 18.03.10 - 21:55 Uhr

ja, du hast recht, das hört sich niht mehr so dramatisch an#schwitz
lg

Beitrag von hedda.gabler 18.03.10 - 22:54 Uhr

Jo, so ist es;-)

Beitrag von juniorette 19.03.10 - 09:08 Uhr

So ist es! :-)

Beitrag von verita 18.03.10 - 22:25 Uhr

Hallo,
also meine 5jährige erpresse ich häufig in ähnlicher Weise, wie du es beschrieben hast. Und es funktioniert besser als anderes, wenn ich es schaffe wirklich konsequent zu sein.

Das Problem dabei tritt aber erst jetzt allmählich zu Tage: sie probiert jetzt dauernd, den Spieß umzudrehen und sagt Dinge wie: Aber wenn ich jetzt kein Eis kriege, weine ich bis heute abend. oder: Na gut. ich räume das jetzt weg, aber dann darf ich auch noch was naschen. Klingt jetzt nicht so dramatisch, nur dass ich mich dann mit meinen eigenen Waffen geschlagen fühle.

Und schöner wärs schon, wenn man nicht immer Druck ausüben müsste, sondern sie einfach mal so machen würden, was man will...#schein

Von einer Ernährungsberaterin habe ich übrigens mal den Tipp bekommen, Süßigkeiten außen vor zu lassen bei der Erpresserei, damit sich diese Abhängigkeiten nicht einschleifen wie: gutes Kind = Süßigkeiten, böses Kind = Süßigkeiten verboten; so entstehe nämlich, dass man sich später mit Süßigkeiten belohnt oder tröstet. Fand ich interessant und ich versuche es auch, einzuhalten.

LG
Vera

Beitrag von ayshe 18.03.10 - 22:33 Uhr

##
beispiel: er kippt mal wieder einfach so, ohne damit spielen zu wollen seine spielzeugkiste um, ich bitte ihn, mir beim einräumen zu helfen- er reagiert nicht.
beim 2.mal "erpresse" ich ihn ,(wenn du mir nicht beim einräumen hilfst, dann kommt xy weg( das spielzeug, mit dem er in diesem moment spielt)- wenn er dann nicht reagiert, nehme ich ihm bei der 3. aufforderung wirklich sein spielzeug weg.
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wenn du alles, was zur spielzeugkiste gehört, wegnimmst,
dann wäre eine logische konsequenz.



aber mit 2 jahren bringt es ein gar nichts, damit erreichst du erst eine menge, wenn er 3-4 ist.

Beitrag von sunny42 19.03.10 - 09:35 Uhr

"wenn du alles, was zur spielzeugkiste gehört, wegnimmst,
dann wäre eine logische konsequenz.

aber mit 2 jahren bringt es ein gar nichts, damit erreichst du erst eine menge, wenn er 3-4 ist. "

Nein? #kratz

Also wenn ich mit 3 oder 4 erst angefangen hätte Konsequenzen anzuwenden, dann würde es jetzt ziemlich duster aussehen mit der Erziehung.

Beitrag von ayshe 19.03.10 - 10:49 Uhr

ziel einer konsequenz sollte es sein, daß man sie auch versteht.

wenn dein 2-jähriges schon geistig in der lage ist, den zusammenhang zu begreifen: herzlichen glückwunsch!


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Also wenn ich mit 3 oder 4 erst angefangen hätte Konsequenzen anzuwenden, dann würde es jetzt ziemlich duster aussehen mit der Erziehung.
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bei uns nicht.

Beitrag von juniorette 19.03.10 - 11:59 Uhr

"wenn dein 2-jähriges schon geistig in der lage ist, den zusammenhang zu begreifen: herzlichen glückwunsch! "

Mein Sohn hat schon als 1-Jähriger den Zusammenhang zwischen Spielzeug-Rumschmeißen, dann kommt Spielzeug weg verstanden.

Das liegt nicht daran, dass er ein Wunderkind ist (ist er nicht), sondern daran, dass er durch die mehrmalige Erfahrung "Spielzeug rumschmeißen, dann kommt es weg" daraus gelernt hat.

Und dieses Lernen und Erfahrung machen fängt doch schon an, wenn Babys ins Krabbelalter kommen und entsprechend an Sachen rankommen, die auf dem Boden stehen.

"##
Also wenn ich mit 3 oder 4 erst angefangen hätte Konsequenzen anzuwenden, dann würde es jetzt ziemlich duster aussehen mit der Erziehung.
##
bei uns nicht."

Ich kenne ein Kind, was als 2Jähriger noch nicht erzogen wurde. Diese Erziehungsdefizite hat er bis heute (bald 7) nicht (bald 7) aufgeholt.

Wie auch?

Ist doch völlig unlogisch, dass er als 2Jähriger z.B. noch durch fremde Blumenbeete latschen darf und fremde Pflanzen kaputt machen kann, aber als 3Jähriger plötzlich nicht mehr. Es hat sich in seinem Kopf doch schon längst festgesetzt, dass sowas erlaubt ist.

Du hast mit deiner Tochter vielleicht Glück gehabt, aber das Normale ist es nicht.

Beitrag von ayshe 19.03.10 - 12:08 Uhr

hallo,

naja, hier ging es ja bisher erstmal um das aufräumen bzw. sinnlose auskippen einer spielzeugkiste.


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Ist doch völlig unlogisch, dass er als 2Jähriger z.B. noch durch fremde Blumenbeete latschen darf und fremde Pflanzen kaputt machen kann, aber als 3Jähriger plötzlich nicht mehr. Es hat sich in seinem Kopf doch schon längst festgesetzt, dass sowas erlaubt ist.
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naja, also so etwas sollte man NIE erlauben, das ist doch klar, finde ich.
ich hab natürlich immer schon beim erstenmal meiner tochter gesagt und auch erklärt, daß sie so etwas nicht tun soll, versteht sich von selbst.
und das gilt natürlich auch für sehr viele dinge in dieser richtung.
aber strafen und konsequenzen brauchte ich da nicht.
jedes mal daran erinnern, war mein weg.
und erklärungen, die sie mit dem alter einfach immer mehr und mehr verstehen und einsehen konnte.


also es ist ja nicht so gemeint, daß ich erstmal 2-3 jahre rein gar nichts getan und alles erlaubt hätte #schock ;-)

Beitrag von juniorette 19.03.10 - 12:23 Uhr

Ayshe, ich habe es dir schon oft gesagt:
dann hattest du Glück mit deiner Tochter ;-)

Mein kleiner Trotzkopf ist zwar sehr empfänglich für logische Erklärungen, aber nicht, wenn er gerade trotzt oder anderweitig überdreht ist. Dann zählt nur das, was er gerade machen will. Ohne spürbare Konsequenz geht bei ihm in solchen Phasen gar nichts.

Natürlich hat er auch Tage, an denen eine sanfte Erinnerung (z.B. das geht doch dann kaputt) reicht.

Aber in ca. 80 % solcher Situation muss ich zumindest eine Konsequenz ankündigen. Umsetzen muss ich sie dann auch noch oft genug.

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