Alternative zu Brei ?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von energizer 18.03.10 - 21:35 Uhr

Hat jemand von euch noch einen Buchtipp bzw. eine Empfehlung für mich, welche Beikost man anstatt der klassischen Breisachen (zuerst Möhrchen, dann Möhrchen mit Kartoffeln, dann Möhr. mit Kart. und Fleisch... usw.) einführen könnte?

Hab da schon mal was von Fingerfood gehört. Wie funktioniert das? Und gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten? Möchte mich ausreichend informieren, damit ich entscheiden kann, was gut für uns ist. Werde nach 6 Monaten aufhören zu stillen (bitte keine Fragen wieso oder Überredungskünste, ich habe meine Gründe). Stille momentan noch voll.

LG energizer mit Sarah (17 Wochen)

Beitrag von qrupa 18.03.10 - 21:43 Uhr

hallo

wir haben Beikost nach der baby led weaning Methode eingeführt. Dabei bekommen die kleinen direkt vom Familientisch als Fingerfood alles angeboten.

nachteil: man kann keien Mahlzeit ersetzen wie das hier zu Lande ja üblich ist, sindern das Baby bestimmt ganz allein in welchem Tempo es ißt udn das bedeutet meist, dass es Wochen oder gar Monate dauert bis auch nur eine Mahlzeit ersetzt ist. milch bleibt solange die Hauptnahrung, wie es ja auch eigentlich von der Natur vorgesehen ist. Leider gibt es dazu bisher nur Literatur auf Englisch. Aber es gibt hier einen Club dazu.

LG
qrupa

Beitrag von energizer 18.03.10 - 21:47 Uhr

#danke für deine Antwort! Von der Methode hat mir schon eine Freundin erzählt. Ich glaube nicht, dass das etwas für uns ist, weil es so lange "dauert", bis das Baby dadurch isst. Wenn ich jetzt länger stillen würde, könnte ich mir das vorstellen, aber so eher nicht. LG

Beitrag von perserkater 18.03.10 - 21:47 Uhr

Hallo

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8
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Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

http://mein.urbia.de/club/Baby+Led+Weaning

* Ein Artikel von "Die Welt": http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961427/Der_Saeugling_braucht_keinen_Babybrei.html
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/ (von einer Userin, die auch im Urbia-Club aktiv ist)

Die 16 Regeln findest du hier: http://unpueriert.wordpress.com/16-regeln/


LG

Beitrag von energizer 18.03.10 - 21:50 Uhr

#danke auch für deine Antwort! BLW ist irgendwie nicht das Richtige. Ich bin gespannt, ob es noch eine Alternative gibt. LG

Beitrag von perserkater 18.03.10 - 21:53 Uhr

Du kannst auch nen Mix draus machen. Kannst Brei einführen aber darauf achten, dass deine Maus viel Fingerfood vom Familientisch bekommt.

Brei wäre für mich nie etwas. Aber schau einfach, wie dein Baby reagiert.:-)

Beitrag von 6woche.1 19.03.10 - 06:22 Uhr

Was solte den eine andere Alternative als Fingerfood sein?#gruebel entweder Brei oder keinen Brei.Ich weis nicht was es da sonst noch geben sol.Alessa hat zwar bei Beikost einführung Brei bekommen,den mochte sie aber nicht und siet dem hat sie Fingerfood bekommen.Ging alles ganz Easy.Und wieso könntest Du dir das nur vorstellen wenn Du länger stillen würdest?Das ghet ja auch mit Flasche #kratz




Lg Andrea mit Janic,Joel und Alessa LZS