Wann mit Beikost beginnen? Und was? Persönliche Meinung gefragt :-)!

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von snoopfi 19.03.10 - 08:25 Uhr

Hallo zusammen,

die Frage wurde hier sicher schon x-mal gestellt und ich finde auch einiges im Internet dazu. Nichtsdestotrotzt würde mich eure persönliche Meinung und eure Erfahrung interessieren :-)!

Also kurz zu unserer Geschichte: Till - morgen 4 Monate alt - bekommt seit seiner 4. Lebenswoche AR Nahrung weil er ein Spuckkind ist. Ich hatte zwischenzeitlich einmal probiert, die Nahrung auf normale Milchnahrung umzustellen, allerdings mit schlechtem Erfolg. Er trinkt 6 mal am Tag durchschnittlich ca. 150ml. Nun steht so allmählich die Beikosteinführung an. Ich möchte selbstkochen. Wie denkt ihr darüber, mit der Beikost gleich mit vollen 4. Monaten zu beginnen? Ratet Ihr, lieber noch etwas zu warten? Oder spricht irgendetwas eurer Meinung nach gegen die Beikosteinführung gleich mit vollen 4 Monaten? Mit welchem Gemüse kann ich alternativ zu Karotte beginnen? Till hat wegen seiner AR Nahrung eh schon eher festen Stuhlgang, da möchte ich keine Karotte füttern, die nochmal stuhlfestigend wirkt. Ich dachte an Hokaidokürbis, aber den finde ich zu der Jahreszeit schlecht #kratz!

Bei meinem jetzt 4,5 Jahre alten Sohn wurde ich schon fast schief angeschaut, als ich ihm mit 5 Monaten den Gemüsebrei gegeben habe...man solle dem Kind so lange Milch geben wie es nur möglich sei. Aber ich wie ich in letzter zeit destöfteren bemerkt habe, hat sich einiges getan in den letzten Jahren zum Thema Ernärhung beim Baby.... #pro

Würde mich über eure Meinungen und Erfahrungen freun! Danke

Snoopfi mit Finn (*01.08.05) und Till (*20.11.09)

Beitrag von qrupa 19.03.10 - 08:30 Uhr

hallo

eigentlich hat sich da gar nicht so viel getan. Empfohlen ist immernoch 6 Monate voll stillen/ Milchnahrung und dann mit Beikost beginnen.
das einzige was sich geändert hat ist, dass man jetzt sagt Allergene sollten schon frühzeitig in kleinen Mengen angeboten werden.

ich persönlich würde immer darauf achten ob das Baby wirklich Beikostreif ist und das sind die allerwenigsten mit 4 Monaten schon

LG
qrupa

Beitrag von kathrincat 19.03.10 - 08:56 Uhr

die 6mon, sind ja wieder überholt, ob den kind jetzt schon will ist eine andere frage, dass musst du testen, mit einen milden gemüse z.b. kürbis, er kann soviel essen wie er will hinterher noch milch wenn er will und immer wasser, wasser mit saft oder früchtetee anbieten, beim brei und hinterher.

Beitrag von hippogreif 19.03.10 - 09:05 Uhr

Ich finde es falsch, die Beikosteinführung von bestimmten Monatsgrenzen abhängig zu machen. Ich würde immer individuell schauen, ob das Kind selbst schon beikostreif ist oder eben nicht. Ich verstehe nicht, warum man einem Kind erst mit 6 Monaten Beikost geben soll, wenn es doch schon mit 4 oder 5 Monaten beikostreif ist.
Allerdings halte ich von übereifrigen Müttern, die den Brei einfach reinstopfen, egal, ob das Kind will oder nicht, natürlich auch nichts.
Schau doch einfach auf Ddein Kind. Zeigt es typische Beikostreifezeichen? Dann probier Kürbis, Pastinake oder Zucchini aus. Blumenkohl geht auch.
Ich habe mit Brei begonnen, als meine Tochter gerade 5 Monate alt wurde und es hat auch gleich super funktioniert. Nach ca. 2 Wochen hat sie schon ein ganzes 190g Glas gegessen. Daran sieht man, dass Kinder durchaus vor dem vollendeten 6. Monat beikostreif sein können. Das ist halt sehr individuell.

Beitrag von angelbeta 19.03.10 - 10:23 Uhr

Hi,
ne Frage, weil ich wirklich absolut keine Ahnung habe von der Materie.

Was sind denn die typischen Anzeichen, dass ein Baby beikostreif ist?

Meine Kleine wird nächste Woche 4 Monate alt.
ich möchte aber nächsten Monat noch nicht beginnen, aber was ist wenn ich die Zeichen übersehe???

Vielen Dank,
liebe Grüsse,
Angelbeta

Beitrag von perserkater 19.03.10 - 11:14 Uhr

Das einzig wirklich handfeste Reifezeichen ist, wenn dein Baby selber Nahrung zum Mund führt um diese zu essen, also kauen und schlucken. Kaum ein 4 Monate altes Baby wird dies können.

Probiers ab und zu mal aus aber bevor dein Baby nicht selber essen kann wird es keine Beikost benötigen.

Beitrag von mauz87 19.03.10 - 09:59 Uhr

Die einen machen es so die anderen eben so.Also Ich habe Alina mit 3 1/2 Mon das erste mal Karottenbrei angeboten und Sie hat diesen gegessen. Und Ich würde es dennoch immer wieder ab diesem zeitraum anbieten.Du sagtest ja was sich alles getan hat in der Zeit was die Ernährung der Babys betrifft, das ist richtig.Und Ich warte nur auf den Tag wo dann steht das dass was Wir alles gemacht haben falsch sein wird. =)... Kappes... Wenn Du meinst das Du es probieren magst dann versuche es , wentweder Er nimmt es an oder eben noch nicht.Alina isst heute mit 16 Mon alles und da bin Ich sehr glücklich drüber, mal sehen wielange das noch so geht...

lG Tanja

Beitrag von perserkater 19.03.10 - 11:16 Uhr

Hallo

Ich habe es so gemacht:

Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

http://mein.urbia.de/club/Baby+Led+Weaning

* Ein Artikel von "Die Welt": http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961...ei.html
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/ (von einer Userin, die auch im Urbia-Club aktiv ist)

Die 16 Regeln findest du hier: http://unpueriert.wordpress.com/16-regeln/


LG

Beitrag von lina1975 19.03.10 - 13:32 Uhr

Hallo


Ich habe bei meinen Zwillingen mit knapp 6 Monaten mit Beikost begonnen.
Möhre, dann Möhre mit Kartoffel dann Kartoffel mit Pastinake danach Kürbis. Immer nach 7 bis 10 Tage ein neues Gemüse.
Hat bis heute super geklappt. Es ist sogut wie nie etwas übrig geblieben.
Hätte es allerdings nicht funktioniert (sie waren Frühchen, hätten also noch 6 Wochen länger Zeit gehabt wenn man von dem halben Jahr Beikoststart ausgeht) hätte ich das ganze sofort gelassen und 2 bis 4 Wochen später nochmal probiert.

Wünsche Dir viel Erfolg beim finden Deines Weges:-)

Lina