Strafarbeit - Entschuldigung??

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von gedankenspiel 19.03.10 - 09:06 Uhr

Hallo,

Mich würde mal interessieren, wie ihr das so handhabt mit Strafarbeiten.

Mir nervt die Einstellung einiger Eltern an der Schule meiner Tochter (IGS, 6. Klasse).

Situation:
Ein Schüler stört nachhaltig und dauerhaft den Unterricht.
Er wird zu einer Strafarbeit verdonnert.
Die Schule handhabt das so, dass dann z.B. versch. Themenaufsätze oder dergleichen verfasst werden.
Der Junge schleppt am nächsten Tag eine Entschuldigung an, in der die Eltern ihr Kind von dieser Aufgabe befreien.
Kommt häufiger vor, nicht nur bei diesem Schüler.

Meine Tochter hat einen Anpfiff in Englisch kassiert:
Ein Mitschüler hat ihr Fach ausgeräumt und die Sachen auf den Boden geschmissen.
Sie hat dagegen protestiert und ihn aufgefordert, das zu lassen.
Es waren noch andere Schüler daran beteiligt.
Ergebnis:
3-4 Schüler incl. meiner Tochter haben eine Mitteilung ins Heft bekommen für das Stören des Unterrichts.
Außerdem durften sie am nächsten Tag nicht ihre gewählte AG besuchen, sondern sollten eine Stunde Englisch pauken.

Was soll ich sagen... meine Tochter saß alleine dort und hat Arbeitsblätter ausgefüllt!!
1 Kind bekam eine Entschuldigung von den Eltern mit (ja klar: "Mein Sohn tut sowas gaaanz sicher nicht und muss deshalb auch nicht bestraft werden!")
1 Kind ist einfach abgehauen und hat die Schule geschwänzt
1 Kind sagte, es hätte einen Zahnarzttermin und ging nach Hause.

Ist es tatsächlich so, dass Kinder die Konsequenzen für ihr Handeln nicht mehr übernehmen müssen?
Ich finde das ziemlich prekär, dass Eltern ihrem Spross die Strafe einfach abnehmen.
Welchen Lerneffekt das hat, sieht man ja.

Selbst wenn mal eine Strafarbeit ungerechtfertigt ist (ich bin mir nicht sicher, ob die Erzählung meiner Tochter so richtig ist und sie wirklich NUR gesagt hat, der Junge soll aurhören - aber selbst wenn, die Stunde Englisch schadet ihr sicher nicht) finde ich den Aufstand ein wenig befremdlich.

Wie reagiert ihr auf eine Strafarbeit eures Kindes?

Beitrag von vergeslich 19.03.10 - 09:13 Uhr

Ganz klar. Die Strafarbeiten werden "meistens" nicht zu Unrecht gegeben und müssen natürlich gemacht werden.

Wir sind zwar erst in der 1. Klasse, aber wenn sie eine Strafarbeit bekommen würde, dann wäre die auch zu erledigen.

Ich finde es auch schlimm, wie manche Eltern sich verhalten. Wie sollen die Kids da lernen Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen?

LG vergeslich

Beitrag von fraz 19.03.10 - 09:24 Uhr

Hallo

Als Lehrerin kann ich diese Tendenz leider nur bestätigen.
Eine wachsende Zahl von Eltern stellen sich grundsätzlich gegen die Lehrkraft und für ihr Kind ein.
Auf die Telefonate, die ich in meinem Leben schon bekommen habe von Eltern, die mir gleich drohten, sie würden schauen, dass ich meinen Job sofort loshabe, nachdem ich mich gewagt hatte, ihren Kindern Strafaufgaben zu erteilen oder eine Meldung zu machen, kann ich nicht mehr richtig zählen....es sind zu viele.
Genau diese Eltern machen dann gehörig Druck, wenn es nicht klappt mit der weiterführenden Schule oder der Lehrstelle, sind sofort bereit, der Lehrkraft die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.
Diese Kinder lernen tatsächlich nicht, für ihr Verhalten Verantwortung zu übernehmen und sind im Erwachsenenalter heillos überfordert und kaum integrierbar, weil sie gar nie erfahren haben, dass ihr Verhalten nicht okay ist.

Woher kommt das?
Ich erlebe eine wachsende Zahl von Eltern, die ihre Kinder als Partner grossziehen, sie in alles und jedes miteinbeziehen und nicht mehr einfach Kind sein lassen, denen man auch mal sagen muss, wo es langgeht. Wenn ich als Lehrkraft eine Anweisung durchgebe, wird sofort von allen Seiten interveniert und diskutiert.
Viele Eltern fürchten auch, die Liebe ihrer Kinder zu verlieren, wenn sie mal durchgreifen. Das Gegenteil ist aber der Fall!
Bildung hat vor allem natürlich in bildungsfernen Schichten keinen guten Stand. Schule ist mühsame Unterbrechung des eigentlichen Lebens.
Und Eltern, die sehr ehrgeizig sind, was die Ziele ihrer Sprösslinge angeht, die reden auch dauernd drein und meinen, sie wüssten es besser....

Und das, weil jeder und jede von uns jahrelang zur Schule gegangen ist und damit meint, zu wissen, wo es langgehen müsste.....

Das Resultat: Immer wenige junge Menschen, die diesen Beruf überhaupt noch ergreifen, immer mehr Lehrpersonen, die nach ein paar Jahren entnervt den Bettel hinschmeissen.


Beitrag von thalia.81 19.03.10 - 09:46 Uhr

Du bringst es auf den Punkt. #pro


Nebenjob vieler Eltern: Anwalt ihrer Kinder!

Beitrag von manavgat 19.03.10 - 09:48 Uhr

Dein Beitrag deckt sich mit meiner Wahrnehmung und mit der von Herrn Winterhoff, seines Zeichens Psychologe und Buchautor:

http://www.amazon.de/Pers%C3%B6nlichkeiten-statt-Tyrannen-Menschen-ankommen/dp/3579068679/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1268988428&sr=8-4


Gruß

Manavgat

Beitrag von 3wichtel 19.03.10 - 09:58 Uhr

"Schule ist mühsame Unterbrechung des eigentlichen Lebens."

#rofl Was für ein schöner Spruch!

Beitrag von tigerin73 19.03.10 - 13:27 Uhr

Besser hätte ich es nicht schreiben können! So erlebe ich das auch tagtäglich!

Gruß

tigerin73

Beitrag von gismomo 19.03.10 - 15:03 Uhr

Exakt so ist es.

Ich bin Lehrerin und momentan sehr glücklich an der Schule, an der ich unterrichte - nicht, weil die Schüler alle Engel wären, sondern weil man mit den Eltern absolut vernünftig reden kann und sich sowohl Eltern als auch Lehrer um einen guten Kontakt bemühen.

Wenn Missverständnisse vorkommen (was ja trotzdem mal der Fall ist), konnten die bis auf wenige Ausnahmen (die glücklicherweise auch nicht mich sondern Kollegen betroffen haben) geklärt werden. So etwas wie das Beschriebene hab ich zum Glück an dieser Schule noch nie erlebt, kenne es aber aus Erzählungen von Freunden.

Automatisch führt so ein gegenseitiges respektvolles Verhalten dazu, dass alle davon profitieren. Wir Lehrer bemühen uns sehr um die Schüler und wir wollen, dass sie sich an unserer Schule und bei uns im Unterricht wohlfühlen. Wir wissen, wie es um unsere Schüler steht, und jeder Einzelne gilt was bei uns. Das ist aber wirklich nur möglich, weil wir unsere Energie nicht auf blödsinnige Diskussionen mit den Eltern verschwenden müssen, da alle an einem Strang ziehen, Lehrer und Eltern. Von Elternseite bekommen wir immer wieder zu hören, wie froh sie sind, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind.

Aber wie gesagt: Das ist nur möglich, weil man uns unseren Job machen lässt und darauf vertraut, dass wir den auch gut und richtig machen! Manchmal denke ich, Eltern wissen gar nicht, was sie mit ihrem Misstrauen und ihrer Streitsucht wegen jedem Pipifax anrichten. Da gehts nicht mehr um die eigentlichen Bedürfnisse des Kindes, nur noch um Machtkämpfe und um die Bedürfnisse der Eltern - schlimm. Und es führt dazu, dass gute Lehrer irgendwann frustriert das Handtuch werfen und nur noch 0815 Unterricht machen, weil sie keine Kraft mehr für ihre eigentlich Aufgabe haben.

lg
K.

Beitrag von brautjungfer 19.03.10 - 16:17 Uhr

sehr gut. seh ich auch so.
lg

Beitrag von hedda.gabler 20.03.10 - 08:54 Uhr

>>> Ich erlebe eine wachsende Zahl von Eltern, die ihre Kinder als Partner grossziehen, sie in alles und jedes miteinbeziehen und nicht mehr einfach Kind sein lassen, denen man auch mal sagen muss, wo es langgeht. Wenn ich als Lehrkraft eine Anweisung durchgebe, wird sofort von allen Seiten interveniert und diskutiert.
Viele Eltern fürchten auch, die Liebe ihrer Kinder zu verlieren, wenn sie mal durchgreifen. Das Gegenteil ist aber der Fall! <<<

Das hast Du aber schön von Herrn Winterhoff abgeschrieben ... #augen

Du solltest als nächstes bei Wind und Wetter stundenlanges stramm Stehen an der Tischtennisplatte einführen ... da steht Bueb drauf, der in die gleich Disziplin-Kerbe ... der fehlt vielleicht noch in Deiner "pädagogisch wertvollen" und "intellektuellen" Büchersammlung zum Thema.

Beitrag von manavgat 20.03.10 - 12:44 Uhr

Ich bin immer sehr skeptisch, was die Bestseller-Autoren auf dem Pädagogik-Markt anbelangt. Da gibt es eine Menge populistischen Mülls.

Was den Standpunkt mit der falschen Partnerebene anbelangt, gebe ich Herrn Winterhoff Recht. Es deckt sich mit meiner Wahrnehmung in der Nachhilfe.

Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass die Generation der jetzt 30 - 50-jährigen sich weigert zu altern, mit dem Ergebnis, dass die Kinder nicht mehr reifen können, da ihr Platz der Jugend von den "Alten" besetzt wird....

Gruß

Manavgat

Beitrag von hedda.gabler 20.03.10 - 12:52 Uhr

>>> Was den Standpunkt mit der falschen Partnerebene anbelangt, gebe ich Herrn Winterhoff Recht. <<<

Ich gucke ja immer schon, aber ich finde diesen Kram mit der Partnerebene ist ... was ich aber alle naselang sehe, sind komplett unerzogene Kind, weil die Eltern zu faul, zu blöd, zu ignorant und desinteressiert sind, ihren Kindern überhaupt eine Erziehung, egal welcher Art geartet, angedeihen zu lassen ... oft benehmen sich diese Eltern aber auch wie die Axt im Walde (und dass geistige Verwahrlosung nicht mehr nur ein Problem einer Unterschicht ist, ist ja leider nichts neues).

Ansonsten sehe ich um mich herum nur Kinder, die als ganz gut erzogen durchgehen ... und ich kenne überhaupt keine Eltern, die ihr Kind "zum Partner machen".

Beitrag von manavgat 20.03.10 - 13:25 Uhr

Ich glaube, dass Du den Punkt nicht verstanden hast.

Hier ist nicht Partnerebene gemeint, im Sinne von "Partnerersatz".

Hier ist gemeint, dass Eltern ihre Erziehungsrolle im Sinne von Verantwortung nicht mehr übernehmen. 3-4 jährige Kinder werden mit Entscheidungsmöglichkeiten konfrontiert, die sie völlig überfordern. Im Ergebnis bleiben diese Kinder auf der lustbetonten Ebene eines 4-5jährigen stehen. Und das Ganze eskaliert dann in der Pubertät und generiert lebensunfähige Erwachsene.

Ich erlebe sehr häufig, dass Eltern zwar erkennen, dass ihre Kinder sich falsch verhalten/sich selbst gefährden, aber unfähig sind, Grenzen zu ziehen.

Beispiel: 12-jährige treibt sich von nach der Schule bis in den späten Abend hinein bei WKW rum. Ändert pausenlos ihr Profil, stellt Fotos ein (z.B. Britney Spears leicht bekleidet...) und im Beziehungsstatus gibt sie "suchend" an. Die "Freunde" auf ihrer Seite sind alle viel älter. Die Schulschwierigkeiten halte ich hier noch für das kleinere Problem, auch wenn klar ist, dass man keine Hausaufgaben machen kann, wenn die Zeit komplett für das Daddeln drauf geht. Sämtliche Gespräche, und mittlerweile bin ich grob, direkt und frontal, führen ins Nichts. Diese Eltern sind unfähig, Fernseher und PC aus dem Kinder!zimmer zu entfernen und in Konfrontation zu gehen. Einen Satz wie: ich bin Deine Mutter, Dein Vater, ich weiß, dass das nicht gut für Dich ist und daher verbiete ich es," kriegen die nicht hin.

Anderes Beispiel:

Junge 14, spielt härtesten Spiele-Müll (freigegeben ab 18) und zwar nächtelang. Die Eltern sind mit ihren Beziehungsproblemen beschäftigt. Versuche, den PC aus dem Zimmer zu entfernen, endeten mit Randale seitens des Jungen, was zu einem völligen Rückzug aus der Verantwortung führte von Seiten der Eltern. O-Ton-Eltern: er muss doch wissen, was für ihn gut ist.


Beispiel 3 und eines der krassesten: 12-jährige geht mit 20-jährigem. Eltern sind beide Lehrer und haben keine Ahnung, was ihr Mädchen wo treibt, obwohl mehrfach Nachbarn und andere Eltern darauf hinweisen. Eine Anzeige wegen Mißbrauchs unterbleibt ebenso, wie auch nicht dafür gesorgt wird, dass das Mädchen über Nacht zuhause ist. Sie gehen davon aus, ihr Kind wisse schon, wo die Grenzen sind.

Alle 3 der genannten Kinder sind höflich und wohlerzogen, außerhalb des Elternhauses und in der Schule, von den schlechten Leistungen abgesehen, unauffällig. Aber sie scheitern, sind später nicht ausbildungsfähig, weil sie nach dem Lustprinzip leben und nie gelernt haben, Reibung und Grenzen auszuhalten, sich auch mal anzupassen, Regeln als beruhigend zu erleben.

Du kannst - glaube ich - noch nicht mitreden. Dein Kind ist einfach noch zu klein.

Wer beruflich Lebensläufe betrachtet, der sieht die Dinge so, wie Herr Winterhoff, zumindest als ein Teil des Problems.

Gruß

Manavgat

Beitrag von ayshe 20.03.10 - 14:06 Uhr

ich habe winterhoff immer so gesehen wie hedda.
und ich denke auch, daß er viel zu sehr von seine patienten ausgeht und dabei oft gar nicht die anderen "normalen" kinder mehr sieht.

ich muß ehrlich sagen, daß ich seine aussagen bzgl. des partnerschaftlichen verhaltens auch anders sehe oder verstanden habe.


die kinder in deinen beispielen sind im grunde einfach nur "gar nicht" erzogen, denn sie tun, was sie wollen,
sie dürfen tun, was sie wollen.
ihnen wird eben, wie du sagst keine grenze aufgezeigt, obwohl es gerade auch noch sehr wichtig stellen sind.
was ist daran partnerschaftlich?
ich meine, sich aus der verantwortung ziehen und ein kind dinge entscheiden zu lassen, die noch zu hoch sind, ist doch nicht partnerschaftlich.

oder aber winterhoff glaubt tatsächlich, daß die eltern den kindern wirklich zutrauen, sich da richtig entscheiden zu können?
und das obwohl man als eltern selber weiß, daß sie das falsche tun?
das kann ich mir gar nicht vorstellen, solche eltern wären einfach nur saudämlich.

Beitrag von manavgat 20.03.10 - 14:35 Uhr

ich möchte nach wie vor nicht, dass Du meine Beiträge direkt beantwortest. Wir belassen es dabei.

Du erinnerst Dich: Ayshe, Ayshe, écoute-moi... ?

Manavgat

Beitrag von ayshe 20.03.10 - 15:28 Uhr

schade, daß du nicht objektiv sein kannst.

es geht um winterhoff, nicht um deine liedchen.

Beitrag von ayshe 20.03.10 - 15:36 Uhr

ist wohl doch zeit für einen zweitnick ;-)

Beitrag von hedda.gabler 20.03.10 - 16:54 Uhr

Hallo.

Mit ist schon klar, dass hier von "Partnerebene" NICHT im Sinne von "Partnerersatz" gesprochen wird ...

... und auch wenn mein Kind noch klein ist, heißt das a. nicht dass ich keinen Umgang mit Kindern jeglichen Altersklassen habe b. nicht mit offenen Augen durch die Welt gehe.

Ich bin schlicht der Meinung, dass Winterhoff pseudowissenschaftliches Geschwafel von sich gibt und halte den Disziplin-Ansatz nicht für richtig ... ich halte es da lieber mit Freude, Gelassenheit und Liebe ... in diesem Weltbild kommt das Wort "Tyrann", dem man mit Disziplin begegnen muss, einfach nicht vor.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von silkes. 21.03.10 - 21:49 Uhr

Hallihallöle...

mitreden kann man bei der Winterhoff- Geschichte nur, wenn man genügend Familein kennt (Schule, Sozialarbeit, Kindergarten etc.) und wenn man ihn richtig liest und versteht.

Ich erlebe im Kindergarten schon die lustigsten Sachen, in denen die Kinder ihre Eltern "in der Hand" haben. Dies ist keine Bösartigkeit oder Mutwilligkeit der Kinder sondern einfach falsch verstandene Elternschaft.

Grüssle Silke

Beitrag von danymaus70 19.03.10 - 09:25 Uhr

Hi,

mein Sohn müßte hin. ich käme nie auf die idee ihn von strafarbeiten oder nachsitzen zu befreien.

wer mist macht, soll auch mit der strafe leben können.

LG Dany

Beitrag von manavgat 19.03.10 - 09:45 Uhr

Das kommt darauf an.

Bei einem Themenaufsatz würde ich mein Kind fragen: was ist passiert

und ihr dann erklären, dass ich denke, es schadet nicht, wenn sie ihn schreibt.

Nachsitzen, noch dazu Kollektivstrafen, die zu einem Wegfalls anderer Aktivitäten führen, unterstütze ich nicht.

Da schreibe ich den Lehrer ungefähr so an: ich habe mein Kind zu dem Vorfall befragt, ihre Darstellung ist so und so. Ich habe mit meinem Kind vereinbart, dass sie ihr Verhalten überdenkt und sich keinesfalls an Störaktivitäten beteiligt. Ich verstehe ihr Anliegen und würde mich freuen, wenn Sie mich umgehend unter Tel: ..... anrufen, sollte mein Kind ihren Unterricht stören, damit wir dann gemeinsam über zu ergreifende sinnvolle Maßnahmen sprechen können. Ich bitte darum, von Kollektivstrafen abzusehen.

Man muss immer sehen, was wirklich läuft. Die Darstellung des Lehrers ist häufig eine andere als die der Schüler. Das liegt an der individuellen subjektiven Wahrnehmung.

Kooperation ist immer besser als Konfrontation, aber man muss nicht jeden pädagogischen Unsinn/Fehlgriff unterstützen/hinnehmen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von frauke131 19.03.10 - 12:39 Uhr

Und die Kinder haben natürlich immer die Wahrheit gesagt? Ich war auch mal ein Kind und habe Vorfälle auch anders dargestellt, um vor meinen Eltern besser darzustehen. Ich glaube nicht immer uneingeschränkt das, was meine Kinder berichten.

Beitrag von manavgat 19.03.10 - 12:45 Uhr

wer lesen kann, ist immer im Vorteil:

Man muss immer sehen, was wirklich läuft. Die Darstellung des Lehrers ist häufig eine andere als die der Schüler. Das liegt an der individuellen subjektiven Wahrnehmung.



Gruß

Manavgat

Beitrag von melli-4 19.03.10 - 14:48 Uhr

#prosehe ich genauso

Beitrag von 3wichtel 19.03.10 - 09:55 Uhr

Strafarbeit hatten wir noch nicht, aber wenn, dann müsste mein Kind sie auch machen!

Ich halte gar nichts davon, mich in schulische Belange einzumischen. Ich bin in der jeweiligen Situation nicht vor Ort und muss mich halt auf das Urteil der Lehrkraft verlassen können.
Wenn ich den Lehrern partout nicht vertraue, dann muss ich mein Kind auf eine Privatschule schicken oder Homeschooling beantragen...

Ich finde es wichtig, dass ein Kind direkte Konsequenzen für ungebührliches Verhalten zu spüren bekommt.
Und mir ist es lieber, er macht mal eine Strafarbeit zu viel (weil er versehentlich mit "verurteilt" wurde), als dass er immer mit Ausreden davon kommt.

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