Erbauslösung???

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Beitrag von lillilou 19.03.10 - 09:41 Uhr

Guten Tag,#tasse#sonne

ich habe mal eine Frage. Es geht um "Erbauslösung".
Kleines Grundstück mit Haus des Großvaters soll an einen Enkel übergehen werden, da die eigenen Kinder (2 an der Zahl) kein Interesse und auch kein Geld haben um den anderen auszulösen. Wie ist das nun eigentlich mit dem Auslösen? Der Großvater vererbt dem Enkelkind das Haus, es gibt doch aber eine Art Mindestsatz, dass den Kindern ja am Erbe zusteht, oder sehe ich das falsch? Sagen wir es geht um eine Gesamtsumme von 75000 Euro (nur Haus und Grund). Muss der Enkel dann 50/50 an seine Mutter und den Onkel abtreten???

Ich hoffe, ihr versteht was ich meine-ist ein wenig kompliziert.

LG

Beitrag von susannea 19.03.10 - 09:44 Uhr

Wenn die Kinder das Ertbe nicht wollen, dann bekommen sie gar nichts, ednn sie verzichten ja freiwillig!

Beitrag von lillilou 19.03.10 - 09:46 Uhr

Ja die Mutter des Enkels würde verzichten aber der Onkel nicht. (Außerdem wären ja dann auch die anderen Enkel an der Reihe, oder?)

Beitrag von susannea 19.03.10 - 09:49 Uhr

Würde gibts nicht. Entweder sie verzichten oder eben nicht, dann haben sie das Haus und Grundstück gleichmäßig geerbt. Was dann jeder mit seinem Teil macht (olb er es andie Kinder übergibt) kann er ja dann entscheide.

Also Kinder erben 50/50 und dementsprechend müßte der Enkel dann 50% an den Onkel zahlen.

Beitrag von bezzi 19.03.10 - 09:56 Uhr

Wenn der Opa dem Enkel das Haus testamentarisch vererbt, bekommt der Sohn nur seinen Pflichtteil. Das wären dann 25 Prozent in bar.
Wenn die Tochter auf ihre 25 Prozent verzichtet ist das gut für den Enkel. Man MUSS seinen Pflichtteil ja nicht einfordern.

Beitrag von susannea 19.03.10 - 09:59 Uhr

Ich ging nicht davon aus, dass hier schon zu Lebzeiten um den Besitz geschachert wird #contra

Beitrag von bezzi 19.03.10 - 10:11 Uhr

OK, ich dachte er lebt noch.

Vielleicht klärt uns die Fragestellerin ja noch über diese kleine Nebensächlichkeit auf.

Beitrag von lillilou 19.03.10 - 10:26 Uhr

...der Enkel ist übrigens der Einzige, der sich um den Opa und den Hof kümmert...

Beitrag von lillilou 19.03.10 - 10:25 Uhr

Hier wird garnichts verschachert, damit das klar ist.
Der Opa hat Angst das sein "Lebenswerk" an irgendwelche Dritten verhöckert wird und hat daher darum gebeten, dass das Haus vom Enkel angenommen wird.

Tztz...

Beitrag von darkmoon66 19.03.10 - 10:50 Uhr

Hallo

der Opa kann das Haus dem enkel doch jetzt schon schenken oder für nen obligatorischen Euro verkaufen.

Er könnte sich lebenslanges Wohnrecht einräumen lassen.
Dann entfällt die Auszahlerei zumindest was das Haus angeht

Beitrag von lillilou 19.03.10 - 10:28 Uhr

...der Enkel ist übrigens der Einzige, der sich um den Opa und den Hof kümmert...

Beitrag von lillilou 19.03.10 - 10:48 Uhr

Danke für deine Antwort. Kannst du mir vielleicht noch sagen warum es denn für den Onkel nur noch 25 statt 50 % sind?

Zur Erklärung, der Opa will unbedingt das der Enkel das Haus nimmt, denn es ist schon lange so vereinbart, wegen der Pflege und der bereits genannten Gründe. Er will aber auch, dass der Onkel was bekommt, weil der nur AlgII kriegt. Deshalb auch keine Schenkung. Der Onkel soll auch seinen Anteil bekommen, Geld ist ja da. Es ist auch nur eine Frage zur Vorabklärung. Denn gespart wird ja bereits seit Jahren auf die Summe. Natürlich will keiner das der Opa geht, denn er wird geliebt aber ich finde, dass man darüber auch mal sprechen muss.

LG

Beitrag von parzifal 19.03.10 - 10:49 Uhr

Wenn man ein Erbe ausschlägt hat man trotzdem Anspruch auf den Pflichtteil.

Beitrag von susannea 19.03.10 - 11:09 Uhr

Nein, wenn man ein Erbe ausschlägt kriegt man gar nichts!

Da gibts dann auch keinen Pflichtteil. Den gibts nur, wenn man laut Testament "Enterbt" ist.

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 07:57 Uhr

Ich habe den Fall im Kopf, dass ein Erblasser dem Erben irgendwelche Bürden auflastet, die man durch die Erbausschlagung vermeiden kann und trotzdem den Pflichtteil erhält.

Ich werde mich mal schlau machen.

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 08:08 Uhr

Du hast recht.

Dass man trotz Erbauschlagung ein Anrecht auf den Pflichtteil hat, ist eine Ausnahme (die es für Ehegatten wegen des Zugewinns und bei Auflagen gibt).

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 08:09 Uhr

Du liegst richtig.

Dass man trotz Erbauschlagung ein Anrecht auf den Pflichtteil hat, ist eine Ausnahme (die es für Ehegatten wegen des Zugewinns und bei Auflagen gibt).

Beitrag von bezzi 19.03.10 - 12:33 Uhr

Nein, das stimmt nicht.

Wer das Erbe ausschlägt bekommt nichts mehr.

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 07:58 Uhr

Ich habe den Fall im Kopf, dass ein Erblasser dem Erben irgendwelche Bürden auflastet, die man durch die Erbausschlagung vermeiden kann und trotzdem den Pflichtteil erhält.

Ich werde mich mal darüber schlau machen.

Beitrag von wasteline 19.03.10 - 19:51 Uhr

Wo steht das denn?
Wären Schulden da, dann könnte ich das Erbe ja auch ausschlagen und müsste nicht "meinen" Pflichtteil an Schulden übernehmen.

Meinst Du vielleicht den Fall der Enterbung? Dann hat man nämlich trotzdem einen Pflichtteilanspruch.

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 08:14 Uhr

Bezüglich des Nichtbestehen eines Pflichteilsrecht hast Du recht.

Dass man trotz Erbauschlagung ein Anrecht auf den Pflichtteil hat, ist eine Ausnahme (die es für Ehegatten wegen des Zugewinns und bei Auflagen gibt).

"Wären Schulden da, dann könnte ich das Erbe ja auch ausschlagen und müsste nicht "meinen" Pflichtteil an Schulden übernehmen. "

Den Satz verstehe ich nicht. Einen Pflichtteil muss man doch ohnehin nie "übernehmen", sondern ausdrücklichg geltend mchen.

Beitrag von bezzi 19.03.10 - 09:50 Uhr

Die Kinder haben einen Pflichtteil. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch in Höhe von 50 Prozent des Wertes des gesetzlichen Erbes.

"Muss der Enkel dann 50/50 an seine Mutter und den Onkel abtreten??? "

Wenn der Opa keine Frau mehr hat und das Haus sein einziges Vermögen ist, stimmt das so.
Dann haben Mutter und Onkel, die im Normalfall das Haus jeweis zur Hälfte geerbt hätten, gegenüber dem Enkel einen Anspruch auf Barauszahlung von jewais 1/4 des Wertes des Hauses/Grundstücks.

Sinnvollerweise überschreibt der Opa das Haus dem Enkel noch zu Lebzeiten. Wenn er dann noch 10 Jahre lebt, muss der Enkel keinen Pflichtteil mehr auszahlen.

Beitrag von kathi.net 19.03.10 - 10:20 Uhr

Wenn der Opa noch lebt, ist ja erstmal kein Erbe sondern eine Schenkung. Und verschenken darf man in Deutschland erstmal wie es einem beliebt. Je nach Wert fällt eventuell Schenkungssteuer an, wobei der Freibetrag glaub ich bei 200Tsd € bei Enkeln liegt.

Allerdings muß man beachten, dass die Schenkung unter Umständen doch zur Erbmasse gezählt wird (wenn der Opa innerhalb einer Frist - ich glaub 10 Jahre - verstirbt). Dann wären die Kinder ja pflichteilsberechtigt und der Enkel müßte sie u.U. auszahlen.

Wir hatten auch den Fall und haben einen notariellen Verzichtsvertrag vom Anwalt aufsetzen lassen. Den haben dann alle Beteiligten bei der Hausüberschreibung unterzeichnet.

LG Kathi

Beitrag von oldma 19.03.10 - 15:04 Uhr

... ja ich verstehe vollkommen. hier antwort:


es ist genauso wie du schreibst. erbt enkel tl. testament, muss er mutter und bruder jeweils 18.750 € zahlen, also insgesamt 37.500 eus, die hälfte des wertes.
solch einen fall regelt man aber niemals testamentarisch, denn:
zu lebzeiten kann opa mit seiner immobilie machen, was er will, die kinder haben NULL erbansprüche zu lebzeiten!!!
dann löse den fall so: opa VERKAUFT an den enkel, zu welcher summe er auch immer will, muss NICHT dem wert des hauses entsprechen, das ist seine freie entscheidung. sollte beim ableben von opa noch geld da sein und auch das ist seine entscheidung, werden seine kinder das erben. die enkel erben nix.

l.g.c.