kleine Rebellen

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von hjaska 19.03.10 - 12:34 Uhr

Hallo zusammen. Ich bin neu hier und brauche mal einen Rat, Aufmunterung, Denkanstöße oder sonstiges.
Ich fang einfach mal an, meine Gedanken und das Erlebte mit meiner 13-jährigen Tochter irgendwie hier zusammenzufassen.

Ich habe mich vom Vater meiner Tochter getrennt und lebe nun mit meinem neuen Partner (und natürlich meiner Tochter) zusammen. Alles harmoniert wunderbar, bis auf das ständige auf und ab zwischen mir und meiner Tochter (mein geliebter Rebell ;-)).

Gestern passierte z.B. folgendes:
Meine Tochter trägt eine lose Zahnspange und sie sagte mir, dass diese weh tut. Also rief ich sofort beim Kieferorthopäden an und konnte auch sofort vorbeikommen. Die Praxis ist nur 5 Minuten zu Fuß von uns entfernt. Da ich aber meinen Vater pflegen muß und auch da einen wichtigen Termin hatte, sagte ich meiner Tochter, dass ich sie zur Praxis bringe, dann aber sofort weiter muß.
Ich dachte mir nichts dabei, denn mit 13 hat man ja schon eine gewisse Selbstständigkeit. Meine Tochter sah das ganz anders und meinte, sie müsste dann ja zurück laufen - das würde sie nicht machen - das könnte ich vergessen. Dann trägt sie die Zahnspange eben so lange nicht mehr bis ich Zeit habe.

Ich war erst mal fassungslos... 5 Minuten Fußweg... Sonst will sie alles alleine machen.

Ich versuchte ihr zuzureden... erfolglos... Ganz im Gegenteil... sie wurde immer agressiver #gruebel..

Darauf habe ich dann gesagt, dass ich sie nicht zwingen kann, aber das es auf jeden Fall Konsequnzen hätte und habe ihr diese auch genannt. Tja, was soll ich sagen... Ihre Antwort war, ok ich gehe hin, aber ich laufe danach auf keinen Fall nach Hause.

Lange Rede kurzer Sinn... Nach viel rumgezicke setzte ich sie vor der Praxis ab und fuhr mit einem ganz schlechtem Bauchgefühl zu meinem kranken Vater.
(scheiße - selbst beim Schreiben hier könnte ich heulen...)
Nach 2 Stunden kam ich wieder nach Hause und mein Kind war natürlich auch da, immer noch stinkesauer und am zicken, aber sie war da.

Ich erkundigte mich, ob alles geklappt hat, was die Ärztin gesagt hat usw.
Sie antwortete immer nur kurz und knapp und schnippisch.

Es wurde Abend und meine Tochter erfuhr von ihrem Vater, dass er dieses Wochenende leider keine Zeit hätte uns sie nicht kommen könnte (sie ist sonst jedes WE bei ihm). Ich meinte darauf nur, dass es doch nicht schlimm wäre, dann würden wir es uns eben schön machen.

So - nun kommts... Sie sagte darauf doch tatsächlich, dass sie auf keinen Fall bei mir bleiben wollte, sie hätte mich eh nicht lieb und würde es hier nicht aushalten. Dann würde sie eben woanders übernachten #heul.

Mich hat das so umgehauen... ich tue alles für die Süße, sie hat alles was ein Mädchen sich nur wünschen kann. Ich bin fassungslos... ratlos...

Sind Teenager so gemein? Ist das normal? Muss ich da einfach durch? Hab ich was falsch gemacht?

Fragen über Fragen... Mir steht das Wasser schon wieder in den Augen.

Eure Britta

Beitrag von manavgat 19.03.10 - 12:47 Uhr

Du brauchst ein dickeres Fell.

Pubertät vergeht. Spätestens, wenn sie eigene Kinder hat.

Schönes WE

Manavgat

Beitrag von ayshe 19.03.10 - 13:22 Uhr

hallo,

zum einen ist sie in der pubertät und zum anderen ist sie enttäuscht, weil der vater-besuchstermin geplatzt ist.
und sie läd alle ihren frustrierten und chaotischen gefühle bei dir ab.
ich würde es nicht so persönlich nehmen.
gemein in dem sinne finde ich es nicht, eher zeigen verhalten und sprüche, ihren inneren unzufriedenen und unglücklichen zustand.
schade ist nur, daß sie wahrscheinlich genau dann nicht deinen trost annehmen kann (zb dein angebot mit dem schönen WE).
vllt hat sie heute aber noch irgendwann wieder einen ruhigeren moment, an dem du mehr zugang hast.

na dann viel glück für das WE.

Beitrag von fraz 19.03.10 - 15:27 Uhr

Ja, Teenager können so gemein sein....

Habe letzthin an einem Vortrag gehört, dass in der Zeit der Pubertät das Gehirn dermassen im Umbau ist, dass vielen Jugendlichen jegliches Mitgefühl abhanden kommt- das eigene Interesse geht absolut vor.

Ich kann dir nachfühlen, wir hatten bis zur Pubertät eine absolut pflegeleichte liebenswerte Tochter, die keinem was zu leide getan hat.
Von einem Tag auf den anderen hat sie gedreht.

Was hilft?
Klare Ansagen, möglichst cool bleiben, sie auch mal etwas aussitzen lassen, den Raum verlassen und sagen, du kommst wieder, wenn sie einen anständigen Ton anschlagen kann etc. etc.

Das mit dem Wochenende ist allerdings mehr als doof. Nur: Dass es zuhause nicht mehr auszuhalten und sie kurz vor dem Auszug sei, hat meine Tochter schon etliche Male verkündet. Wir gingen erst gar nicht darauf ein, denn genau das ist es ja, was deine Tochter möchte:
Dich provozieren.

Ich wünsche dir stahlharte Nerven, und vielleicht kannst du sie ja am Wochenende woanders unterbringen, damit ihr beide ein bisschen Luft habt oder deinem Exmann die Situation schildern, soll ER schauen, es ist auch SEIN Kind....

Alles Gute


Fraz

Beitrag von sini60 20.03.10 - 13:26 Uhr

Aus der Sicht deiner Tochter kamen zwei riesige Herausforderungen auf einmal. Alleine #zitter zum Arzt.
Meine Tochter kann von mir einen Rat abschmettern mit der Bemerkung, dass ich mich doch bitte aus ihrem Leben raushalten soll und sie selber erwachsen genug sei um sich zu entscheiden. Auf der anderen Seite soll ich aber mit zum Arzt, Anrufe für sie tätigen und am besten noch einen Tisch für sie und ihren Freund beim Italiener reservieren. Laufen ist für sie auch eine Qual. Sie muss zweimal in der Woche von der Bushalte 500 m heimlaufen und fordert jedesmal, dass ich sie doch mit dem Auto holen soll. #klatsch

LG#
Sini