Nun ist er nach seinem Selbstmord beerdigt worden..

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von jill1979 19.03.10 - 15:23 Uhr

Heute morgen war die Trauerfeier von Peter.Es waren über 400 Leute da..keiner kann glauben,warum er freiwillig am Samstag mit 21 jahren aus dem Leben gegangen ist.Seine Mutter brach in der Kapelle zusammen und hat sich auf den sarg gestützt um sich zu verabschieden.seine Eltern tun mir so leid..sie werden nie eine Antwort für ein warum finden..keiner wird das.Tja,was soll man da machen.man kann denke ich nur versuchen seinen Entschluss zu akzeptieren..Kennt das jemand von euch?hat das jemand von euch schon erlebt?Wie seid ihr damit umgegangen?Ich weiß gar nicht,wie ich seinen Eltern gegenübertreten soll..was sagt man da?Ich versuche mich da etwas rauszuziehen.ich bin schwanger in der 21.Woche mit einer Risikoschwangerschaft..aufregen sollte ich mich möglichst nicht..aber an einem vorbei läuft sowas ja auch nicht.
Meine Mutter ist Floristin und hat die trauerfeier so wunderschön geschmückt..sie schläft seit tagen nicht mehr.Ist mit seinen Eltern befreundet.

Alle leiden.Aber er hat sich sein Leid damit genommen..das muss man akzeptieren..

Beitrag von motte1986 19.03.10 - 17:22 Uhr

hallo!

meine meinung zu selbsttötungen:

jeder mensch hat das recht, dann zu gehen, wenn er es für richtig hält.

seinen eltern würde ich dein herzliches beileid zusprechen, ich weis nicht, ob dein bekannter an einer krankheit gelitten hat, vielleicht kann man eine spendenaktion für einen verein für diese krankheit starten, damit sein tod eine bedeutung für die hinterbliebenen bekommt.

egal, ob ein mensch sich selbst tötet oder anders stirbt:die angehörigen leiden immer.

man muss seine entscheidung akzeptieren...

und dir viel glück für deine schwngerschaft!

lg

Beitrag von sammy0371 19.03.10 - 21:34 Uhr

Hallo Jill,

Vor 4,5 Jahren beging mein Ex Freund Selbstmord. Er war bei der Bundeswehr und gerade 1 Monat in Afghanistan im Auslandseinsatz. Er hat sich mit seiner Dienstwaffe in den Kopf geschossen. Er hatte mit seiner Freundin in Deutschland telefoniert und sie stritten sich.Von den Medien wurde es damals so dargestellt als das sie sich von Ihm trennen wollte. Nach dem Streit hat er Ihre Mutter angerufen und hoffte sie könne Ihm helfen. Während des Gesprächs drückte er ab.
Ich war mit Ihm 3 Jahre zusammen und als wir uns trennten fuhr er mit dem Auto seiner Mutter gegen einen Brückenpfeiler. Er war schwer verletzt aber er lebte. Ein zweites Mal hatte er kein Glück.
Im Nachhinein sind viele Faktoren die man hätte erkennen müssen. Er sprachoft von Selbstmord, war manchmal extrem aggressiv und drohte auch anderen mit dem Tod.

Die Beerdigung war sehr traurig und ich habe lange Zeit gebraucht um das zu verarbeiten.
Ich glaube man muß verstehen das man das nicht verhindern kann und keiner dafür die Schuld tragen sollte.
Ich habe lange mit seiner Freundin über Ihn gesprochen und für sie war das schlimmste das einige Freunde Ihr die Schuld gaben. Andere waren der Meinung das er sie mit in den Tod genommen hätte wäre es Ihm möglich gewesen.
Rückblickend betrachtet hätte sein Umfeld die Anzeichen ernster nehmen müssen-auch ich-
Er war ein guter Mensch mit Fehlern wie Du und ich.
Er hätte besseres verdient aber er hat den Weg selbst gewählt.

Mein Herzliches Beileid für Dich und alles Gute für die Zukunft

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 09:11 Uhr

"Im Nachhinein sind viele Faktoren die man hätte erkennen müssen. Er sprach oft von Selbstmord"

Weshalb im Nachhinein? Deutlicher geht es doch gar nicht?

Beitrag von sammy0371 20.03.10 - 13:21 Uhr

Ich weiß nicht warum im Nachhinein. Was sollte man denn tun? Er wäre im Leben zu keinem Psychologen gegangen. Nach unserer Trennung hatte er wieder eine neue Freundin und war glücklich. Die letzten Jahre hatte ich kaum Kontakt zu Ihm. Da denkst Du nicht darüber nach ob er es wieder versucht.
So schlimm das ist aber man kann nichts daran ändern!

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 16:16 Uhr

Ich wollte Dir keinen Vorwurf machen. Falls das so rüberkam entschuldige dies bitte.

Mich hat aber das "im Nachhinein" irritiert. Für mich klingt das wie "bis dato nicht zu sehen und erst im Nachhinein zu erkennen".

Wenn jemanden mit Selbstmord droht dann erfolgt dieser nicht aus heiterem Himmel. Der Selbstmord war dann also auch " im Vornhinein" als möglich zu erkennen.

Dies hat aber nichts mit Schuld oder Verantwortung zu tun.

Du bist und warst nicht dafür zuständig oder verantwortlich einen eventuellen Selbstmord zu verhindern (wie auch?).

Beitrag von sammy0371 21.03.10 - 20:28 Uhr

Warscheinlich habe ich es wirklich als Vorwurf aufgefasst.
Ich habe mir auch nach seinem Tod eben diese gemacht, weil ich vielleicht hätte etwas ändern können.
Heute weiß ich das niemand sich Vorwürfe machen sollte, weil er sich allein zu diesem Schritt entschieden hat.

Beitrag von diana-br. 19.03.10 - 23:08 Uhr

Das ist alles nicht zu verstehen aber ich denke man hat seine Gründe wenn man das macht...
Denke an das Kind was du bekommst und es wird bald wieder besser sein!

Ich zünde eine #kerze an für Peter...

Beitrag von romance 20.03.10 - 15:34 Uhr

Hallo,

erstmal tut es mir leid, für den Verlust. Aber bitte bitte versuch es nicht so dolla ran zulassen. Auch wenn es schwer ist, denk an dein Kind.

Und akzeptiere diese Entscheidung, die er getroffen hat. Und verstehen wird es eh niemanden.

Ich war 21 und zog von zu Hause aus. Mein Sandkastenfreund 19, hatte sich mit dem Auto auf den Gleisen gestellt und er wurde mit dem Zug überfahren. Es hieß erst ein Unfall aber es gab ein Abschiedsbrief.
Der Mann meine Cousine erschoß sich im Garten, einige Tage vor seinem 1. Hochzeitstag mit ihr. Gründe kennen wir nicht. Denn es schien alles in Ordnung zu sein. Seine Firma ging es blendend, sonst war auch nichts.

Was denken die Menschen die das tun? NIchts, sie sehen ihre Trauer, Wut oder den riesengroße Berge von Probleme. Die gerade so unendlich lang sind aber vielleicht gar nicht sind. Und sehe das als Ausweg.

Mann kann nur mit der Entscheidung leben, das er für sich getroffen hat. Es irgendwie verarbeiten und sein Leben leben. Denk an dein Kind und schau nach vorne. Auch wenn es schwer fällt. Du wirst dir immer Vorwürfe machen, wenn du nicht jetzt an dein KInd denkst.

LG Netti