Hat jemand einen Beagle???

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Beitrag von .sternchen.25 19.03.10 - 16:24 Uhr

Hallo Ihr lieben...

Mein Mann und ich wollen uns einen Hund zulegen. Und nach einen halben Jahr Bedenkzeit haben wir uns auf einen Beagle geeinigt.
Hat hier jemand einen und schon Erfahrungen gesammelt???

Freu mich auf Antworten.;-)

Lg Suse

Beitrag von rosastrampler 19.03.10 - 16:35 Uhr

Einen Beagle wollte ich auch jahrelang, als es dann so weit war habe ich nach näherer Betrachtung gemerkt: er passt nicht zu mir. Als starker Jagdhund (weglaufen) mit einem ganz schönen Dickkopf und der Neigung zum Fett-Fressen habe ich mich dagegen entschieden.
Als Meutehund braucht er Gemeinschaft und auch viel Auslauf.

Ich bin immer wieder auf die Eigenschaften "verfressen und schwer erziehbar" gestoßen:
http://www.google.de/search?hl=de&rls=com.microsoft%3Ade%3AIE-SearchBox&rlz=1I7SUNA_de&q=beagle+wesen&meta=&aq=f&aqi=g1&aql=&oq=&gs_rfai=

Wie gesagt; ich habe mich deswegen dagegen entschieden. Dh, ich hatte nie einen Beagle.
Sicher sind hier aber auch Beaglebesitzer, die ihre eigenen Erfahrungen berichten können.

Beitrag von joy1975 19.03.10 - 16:41 Uhr

Ich habe Bekannte, die haben drei Beagle und ich muß feststellen, dass man die Rasse schwer pauschalisieren kann.
Eine Hündin würde ich sofort nehmen. Ein nettes, ruhiges Exemplar, das immer hinterher trottet, in der Nähe bleibt, halbwegs hört (Kadavergehorsam liegt nicht in dieser Rasse) und auch sonst rundum nett ist.
Der erste Rüde ist ein Flummi. Der muß am Tag 3 Std. am Rad laufen, sonst ist er nicht ausgelastet und zerstört die Wohnung vor Langeweile.
Der dritte Hund (ebenfalls Rüde) ist zwar nicht soo sportlich, aber jagdlich interessiert. Er ist absolut nicht ableinbar (die anderen zwei schon), dann ist er sofort über alle Berge und sucht Kaninchen / Füchse / Katzen....

Alle drei sind zu Menschen sehr, sehr freundlich (Wachhund, vergiß es!) und verbreiten auch sonst 'ne Menge gute Laune.
Zu mir würden diese Hunde nicht passen, aber das muß ja jeder selber entscheiden.

PS: Ach ja, die Hündin muß separat gefüttert werden, weil sie als einzig schlechte Eigenschaft einen massiven Futterneid hat und alles killt, was ihrem Napf zu nahe kommt.
Zwei Hunde sind seit Welpen an in der Familie. Der "Jagd"-Beagle ist ein ehemaliger Laborhund.

Beitrag von manavgat 19.03.10 - 18:03 Uhr

Wenn ich mir einen Beagle zulegen würden, dann so einen:

http://www.laborbeagle.de/

Ich liebe Beagle, leider mag meine Kampfkatze keine Götter neben sich.

Gruß

Manavgat

Beitrag von nati32 19.03.10 - 18:56 Uhr

Hallo,
wir haben einen 1,5 jahre alten Beagle. ich hatte vorher schon 2 andere. Wir haben uns vorher nicht so über die Rasse erkundigt, sondern fanden sie toll und hübsch. Ich wußte zwar das sie Verfressen, Dickköpfig und Jagdhunde sind, aber konnte mir das ausmaß nicht vorstellen...
Doch wir haben Glück, er hat keinen Jagdtrieb und hört sehr gut (mindestens beim 5.mal rufen steht er bei mir), seinen Dickkopf hat er also auch;-),es sind halt keine Schäferhunde die beim ertsen rufen sofort neben dir stehen. Ausser seinem eigenen Futter frisst er auch alles, hat aber kein übergewicht, ist alles eine handhabung des Besitzers. Doch es gibt immer was zu lachen, von seinem Verhalten und man kann viel Spass mit ihnen haben.
Man muß allerdings jeden Tag (bei jedem Wetter) länger mit ihnen raus, nicht nur einfach spazieren gehen, sondern sie auch dabei und evtl. auch zuhause beschäftigen (Kopfarbeit).Wir üben draußen und drinnen Komandos und "kunststücke" ein.
Zusätzlich machen wir Agility und Hundeschule.
Aber es sind mit die besten Familienhunde die es gibt. Unser Sohn ist 6 Mon und haben noch 2 Katzen.
Wie schon geschrieben sind es Meutehunde und die Familie ist dann die Meute.
Bei den Laborbeagle hast du fast noch mehr "Arbeit" wie bei den "normalen", denn sie sind meist Älter und kennen auch nix, wie beim Welpen nur das sie dafür meist dann ängstlier reagieren. Doch die Entscheidung muß jeder selber abwägen können.
Schau doch mal beim Beagle-Club-Deuschland im Netz, die machen auch Spaziergänge wo jeder mit Hund und ohne mit kann. da könnt ihr dann vor Ort sehen wie sie so sind und fragen stellen. Sonst gibts das Beagle-Forum, Beagle-Friends oder Münsterländertreff. da kann man auch ohne Hund sich noch mehr Infos holen. Kannst mich bei weiteren fragen auch so mal anschreiben.

Beitrag von nati32 19.03.10 - 19:00 Uhr

Ach ja, schwer erziehbar, stimmt indirekt. Sie sind gut erziehbar, doch es ist ein längerer und anstrengender Weg, doch entscheidet man sich dafür, wird die Arbeit jeden Tag schon alleine mit dem Hundeblick belohnt.

Liebe Grüße Nati

Beitrag von glu 19.03.10 - 19:02 Uhr

Nach welchen Kriterien habt Ihr Euch denn für einen Beagle entschieden?

lg glu

Beitrag von kja1985 19.03.10 - 20:49 Uhr

Beagle sind klasse, fallen aber ein wenig aus der Reihe, es ist schon eine etwas andere Hunderasse. Ich hab nicht viel Zeit, ich schreib jetzt einfach mal runter:

1. Es gibt sehr viele Beagle die auffällig lang brauchen um stubenrein zu bleiben, meiner war es mit acht Monaten und er war kein Härtefall. Um das durchzuhalten braucht man gute Nerven.

2. Beagle sind Meutehunde und tun sich daher schwer mit dem Alleinbleiben.

3. Beagle sind Meutehunde und betrachten sich daher nicht nur als zu ihrer Familie zugehörig sondern auch zu Nachbarn und Tante Trude aus Buxtehude.

4. Beagle sind selbstständig jagende Meutehunde, d.h. sie gehen selbstständig jagen #schein Und ein Beagle jagt niemals mit dir, sondern höchstens für dich. Die meisten Beagle die ich kenne haben schon einmal mehrstündige Ausflüge gemacht und dabei auch einige Kilometer zurückgelegt. Chippen und ständiges Tragen eines Adressanhängers ist für einen Beagle Pflicht.

5. Beagle sind selbstständig, also auch stur. Sie sind zwar clever, aber ob sie ein erlerntes Kommando ausführen ist die andere Frage.

6. Ich kenne wahnsinnig viele Beagle die ein Leben an der Leine fristen müssen, weil sie nicht abrufbar sind. Meiner ist es, aber ich habe mich auch fast nur auf den Abruf konzentriert in den letzten Monaten. Ich kann ihn sogar im Wald laufen lassen, aber er ist auch erst zehn Monate, da kann noch was kommen.

7. Beagle sind Laufhunde. Ich bin im Moment Minimum fünf Kilometer täglich unterwegs, meistens eher zehn und mehr.

8. Beagle sind Naturburschen. Die brauchen Bäume, Bäche, Dreck. Stadt stresst einen Beagle nur und stumpft ihn ab. Ein Beagle ist ein Outdoorer und was für Menschen die gerne draußen unterwegs sind. Für Stubenhocker absolut fehl am Platz.

9. Beagle sind wahnsinnig verfressen. Egal wie die Strafe ausfällt sie klauen wie die Raben. Ich musste meinen schon mehrmals vom Esstisch pflücken wenn ich den Raum mal kurz verlassen habe. Ein Beagle macht nicht Halt vor Dingen die zu groß sind um seine Speiseröhre zu passieren (und Kauen ist für Beagle sowieso inakzeptabel). Lieber wirds mit Gewalt runtergewürgt um es später auf der Couch wieder zu erbrechen. Das Praktische daran ist dass Beagle ihr Erbrochenes schneller wieder auffressen als man Tücher zum Wegputzen holen kann.

10. Beagle sind Meutehunde, brauchen also täglich soziale Kontakte mit anderen Hunden.

11. Ich kenne keinen Beagle der nicht schon Beute in irgendeiner Form gemacht hat. Kannst du damit umgehen?

12. Beagle fiepen, bellen, jaulen.

Also Kurzfassung: Beagle sind die ADHSler unter den Hunden. Wenn man einfach nur ein unkompliziertes kleines Schmusehündchen möchte sind sie absolut ungeeignet. Wenn man stattdessen mit Gummistiefeln und Fleischwurst in der Hosentasche durch den Wald stolpern will ohne groß beachtet zu werden und mit der Gefahr leben kann jederzeit für einen Big Mäc verkauft zu werden ist der Beagle genau das Richtige.

Ich liebe meinen kleinen Lumpi, aber es sind Charakterhunde und sie sind einfach ganz anders als andere Hunde.

Beitrag von kaku77 25.03.10 - 10:31 Uhr

Hallo Suse

Ich bin mit einem Beagle aufgewachsen und dieser Hund war so unglaublich lieb und kinderfreundlich!

Ja, sie war extrem verfressen und schwer erziehbar! Aber unglaublich freundlich, lieb, verschmust, auch wenn Kinder etwas grob mit ihr waren, hat sie die Ruhe bewahrt.

Einen Jagdtrieb hatte sie allerdings nicht. Ich glaub mit etwa 13 Jahren hat sie das erste mal gemerkt, dass sie eigentlich ein Jagdhund ist und ist einem Reh nachgerannt und hat nach etwa einer Minute wieder aufgegeben. :-)

Ich denke ein Beagle ist ein idealer Familienhund.

LG Karin