Angst

Archiv des urbia-Forums Unterstützter Kiwu.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von kafa1 19.03.10 - 20:37 Uhr

Hallo,

ich bin neu hier und mich würde eure Meinung interessieren.

Mein Mann hat nächste Woche einen Termin zur Hodenbiopsie (er hat keine Samenleiter, weil er Mukoviszidose-Träger ist) und dann fängt ja -wenn bei ihm hoffentlich was brauchbares gefunden wird- meine Therapie an. Ich muss sagen, ich hab echt Angst davor! Hormone, Op und das alles...wenn ich daran denke wird mir ganz komisch! Vielleicht liegt das auch an einem weiteren Problem, auch ich kann Mukoviszidose weitervererben und so besteht auch noch das 50%ige Risiko, dass unser Kind diese schlimme Krankheit erbt. Wenn ich denn dann wirklich schwanger werden würde, wollen wir auf jeden Fall eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. (Leider ist ja in Deutschland die Präimplationsdiaknostik nicht erlaubt!!!)

Habt ihr auch so ne Angst? Und wenn ja, wie geht ihr damit um??

Ganz liebe Grüße

Beitrag von cwallace 20.03.10 - 08:15 Uhr

Guten morgen Kafa!

Also bei meinem Mann liegt genau die selbe Diagnose vor...

Ich hatte sehr viel Angst, dass ich auch Träger von Mukoviszidose bin und habe am Mittwoch erfahren, dass alles ok ist bei mir!

Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, dass bei einer 1:2 chance auf Vererbung unseres Kindes, hätten wir uns wahrscheinlich dagegen entschieden. Habe jetzt ganz viel gehört, von "es ist eigentlich nicht so schlimm" und "der leidensweg für die Kinder ist heftig" ... wie gesagt, denke dass wir und dann wahrscheinlich gegen ein gemeinsames Kind entschieden hätten... Wir wollten kein Kind in dei Welt setzen, dafür dass dieses dann keine hohe Lebenserwartung hat...

Von Fruchtwasser Untersuchungen halte ich nicht viel, da diese Untersuchung Risiken birgt, welche als Folge Behinderungen haben könnte, das würde ich mir nie verzeihen können!

und was macht ihr, wenn diese Untersuchung dann das nicht erwünschte Ergebniss bringt? Abtreibung?

Versteh mich nicht falsch, ich bin sau froh, dass ich diese Entscheidung nicht mehr treffen muss...

Das ABER bleibt aber, wer entscheidet welches Leben leben darf?

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!#klee

Beitrag von kafa1 20.03.10 - 11:54 Uhr

Hallo liebe cwallace,

vielen Dank für deine Antwort!

Ja, das ist eine SOOO schwere Entscheidung. Ich bin mir auch noch ganz unsicher, weil ich eigentlich toal gegen Abtreibungen bin und das dann ggf. machen lassen müsste, weil ich meinem Kind einfach nicht so ein schreckliches Leben zumuten möchte.

Mein Mann möchte halt auf jeden Fall feststellen lassen, ob bei ihm überhaupt etwas brauchbares gefunden wird und wir ein gemeinsames Kind haben könnten! Ich kann ja auch nachvollziehen, dass ein Mann ein "eigenes" Kind haben möchte. Dennoch sind wir uns des Risikos bewusst und deshalb auch so unsicher!

Über Fremdsperma haben wir auch schon gesprochen, das wäre eine (für meinen Mann eher ungerne, aber dennoch in Frage kommende) Alternative..! Dazu müssten wir allerdings ins Ausland, weil die Kassen ja gar nichts zuzahlen und die Kosten dann doppelt so hoch sind.

Ich weiß bei diesem Thema echt langsam nicht mehr wo mir der Kopf steht!!! #heul

Liebe Grüße
kafa1

Beitrag von rolo 20.03.10 - 16:31 Uhr

Liebe Kafa,

ich kann deine Angst gut nachvollziehen. Bei meinem Mann wurde auch festgestellt, dass er diesen Gendefekt trägt. Ich muss auf mein Ergebnis noch ein wenig warten, bin aber schon mitten im 1. Clomi-Zyklus (sieht bis jetzt auch ganz gut aus).

Würde bei einer SST auf jeden Fall alle erdenklichen Untersuchungen machen und dann zusammen mit deinem Partner entscheiden. Es gibt da meiner Meinung nach keine Schwarz/Weiß-Entscheidung. Doch trotz unseres riesigen Kinderwunsches dürfen wir das Wohl des Kindes nicht außer Augen lassen.

Ich wünsche dir alles Gute.

Beitrag von tosca71 20.03.10 - 21:58 Uhr

Hallo Kafa,

das ist wirklich eine schwierige Entscheidung, die ihr da treffen muesst...

In eurer Situation wuerde ich wahrscheinlich ins Ausland gehen, Tschechei (oder vielleicht auch Spanien??), dort ist PID erlaubt und ihr koenntet ein gesundes gemeinsames Kind bekommen!

Riskieren und dann ein SS-Abbruch ist meiner Ansicht nach ein sehr belastender Weg! Du solltest dir genau ueberlegen wie du damit klar kommst, v.a. weil es sich beim SS-Abbruch nach einer FWU, ca in der 20 SSW um eine wirkliche (eingeleitete) Geburt handelt! Eine ehemalige Klassenkameradin von mir hat diesen Weg gewaehlt, weil sie erfahren hat, dass ihr Kind nicht lebensfaehig gewesen waere und sie war danach 3 Jahre in Therapie, denn obwohl sie ueberzeugt war die richtige Entscheidung getroffen zu haben, hatte sie Schuldgefuehle....

Ich moechte dir nicht noch mehr Angst machen, aber dieser Schritt will wohl ueberlegt sein! Ich finde es total bloed, dass nicht wenigstens fuer Leute in eurer Situation die PID erlaubt ist!!!

Ich wuensche dir und deinem Mann ganz viel Glueck und druecke euch die Daumen, dass ihr bald ein eigenes gesundes Kind in den Armen halten duerft...

Lg Tosca