Will ich meine Beziehung zerstören???

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von leise_tränen 19.03.10 - 23:58 Uhr

Hallo,
ich bin in der 20.SSW und weiß jetzt dass es ein Mädchen ist. Oh Gott, ich hatte mir so sehr einen jungen gewünscht. Ich wurde 8 Jahre lang missbraucht als Kind und seit ich weiß dass ich ein Mädchen bekomme holt mich meine Kindheit immer wieder ein, wie soll ich meine Tochter davor schützen??? Das schlimme ist dass ich es an meinem Partner auslasse *denk ich* plötzlich sag ich ständig zu ihm"verlass mich lieber" "denk drüber nach, das kind nimmt beim schreien keine rücksicht auf dich" etc.
wie kann ich nur? er ist doch so perfekt :-(
und vorhin meinte er "willst du das ich dich verlasse, ja?"... nein will ich nicht! aber ich bin im moment total verzweifelt!

Beitrag von auch Opfer 20.03.10 - 00:07 Uhr

Hi Du!

Das ist ja eine echt heftige Situation... Hol Dir um Himmels willen professionelle Hilfe, denn das ist allein NICHT zu schaffen. Du brauchst eine Person, die DICH anhört und einen Spiegel, um gegen diesen Effekt anzukommen, dass Du womöglich - mehr oder weniger- fürchtest, DEIN PARTNER, könne sich an Eurer Tochter vergehen. Das hat NICHTS!!!!!! mit ihm zu tun. Es reicht, dass er ein Mann ist. Es ist sehr komplex, ich weiß wovon ich rede und kann Dir nur sagen, dass mein Mann und ich trotz jahrelanger Therapie immer wieder mit meiner Mißbrauchsgeschichte zu kämpfen haben. Wir haben übrigens 2 Töchter...

GAnz viel Verständnis von Deinem Partner kann ich Dir nur wünschen. Er braucht eine hohe Sensibilität und hat überhaupt nur eine Chance dazu, wenn Du möglichst offen mit ihm reden kannst.

Viel Kraft und Mut!!!

Beitrag von schlimme Sache 20.03.10 - 00:08 Uhr

Bemühe dich dringend um einen Therapieplatz.
Hättest du schon lange tun sollen.
Warum hast du dir einen Sohn gewünscht, ein Sohn könnte später "Mißbraucher" sein.
Deine Gedanken sind nicht gesund, suche dir Hilfe, sonst machst du deine Partnerschaft kaputt.

Beitrag von sweetygirly1986 20.03.10 - 00:16 Uhr

Hallo erstmal!

Weiss dein Freund von deiner Vergangenheit? Vielleicht hilft es wenn du mit ihm mal darüber redest und ihm deine Angst schilderst. Sicherlich kann man sein Kind (leider) nicht immer vor allem üblen beschützen aber du kannst für deine Tochter da sein. Und leider Gottes werden nicht nur Mädchen missbraucht, sondern auch Jungs. Auch ich habe Angst um meinen Kleinen, dass ihm irgendwann mal jemand was antut!!

Sicherlich spielen momentan auch viel deine Hormone verrückt. Ich war auch nicht ganz klar als ich schwanger war. Viel ängstlicher und näher am Wasser gebaut, habe meinem Mann das Leben schwer gemacht.

Also nochmal: Rede mit deinem Freund!!!

Vielleicht solltest du auch mal eine Therapie machen um deine Vergangenheit verarbeiten bzw. aufarbeiten zu können??

Ich wünsche dir viel Glück!!

Beitrag von leise_tränen 20.03.10 - 00:24 Uhr

Ich hab ihm beiläufig mal kurz erzählt das ich als kind missbraucht wurde und sagte dann aber das wir darüber nicht reden brauchen. Fragte dann aber sofort ob er sich jetzt trennen will...

Beitrag von schlimme Sache 20.03.10 - 00:36 Uhr

Das glaube ich dir jetzt nicht, ich glaub eher, dass du selber darüber nicht reden willst.
So etwas erwähnt man nicht beiläufig.

Beitrag von nyiri 20.03.10 - 08:35 Uhr

Vor sexuellem Missbrauch sind auch männliche Nachkommen nicht sicher. Mach' das bitte nicht am Geschlecht fest und hör', Deinen Freund so unter Druck zu setzen. Sei lieber froh, dass Du einen Partner hast, mit dem Du eine gemeinsame Zukunft haben könntest.

Natürlich ist Deine Angst verständlich, vor allem, weil Du selbst betroffen warst, aber diese Ängste haben alle Mütter, egal ob sie Söhne oder Töchter haben. Setz' Deine Beziehung nicht wegen diesen Ängsten auf's Spiel, denn fiktive Schicksalsschläge sollten nun wirklich kein Trennungsgrund sein.

Beitrag von kleine_blume 20.03.10 - 11:01 Uhr

Deine Ängste sind vor dem Hintergrund deiner traumatischen Erfahrungen sehr nachvollziehbar und ich verstehe, dass du dir deshalb einen Sohn wünscht, weil du darin einen Schutz für eine mögliche Tochter siehst, nicht mißbraucht werden zu können.
Darin spiegeln sich deine Hilflosigkeitsgefühle, als Kind und noch heute - gegenüber dem, was jemand anderes dir angetan hat.
Deinem Posting entnehme ich, dass Du bisher noch nie Hilfe in Anspruch genommen hast?
Dein Partner weiß zwar durch deinen "beiläufigen" Satz, dass du mißbrauchst wurdest, aber ansonsten hattet ihr nie mehr darüber gesprochen?
Für ihn ist diese Situation sicherlich unverständlich; weshalb du ihn plötzlich dazu bringen willst, dich zu verlassen. Er soll dir durch sein "Gehen" eine Angst nehmen, weil du auf Grund deiner schlimmen Erfahrungen nicht weißt, ob nicht auch in ihm eine Gefahr steckt? Ich nehme an, dir hat dies schlimme jemand sehr nahes in der Verwandtschaft angetan? Gerade eine Vertrauensperson, welche deine kindliche Hilflosigkeit ausnutzte.
Du bist in einem inneren Konflikt gefangen, deine Ängste überkommen dich, sobald du "Gefahr" siehst, wie jetzt bei deiner Tochter... Das ist alles sehr verständlich und ich finde es super, dass du hier schreibst und Dir Rat holst. Weil es zeigt, dass du spürst, dass du eigentlich anders damit umgehen willst. Denn du willst deinen Mann nicht verlieren?!

Wenn dir ein erster Schritt zu einem niedergelassenen Psychotherapeuten schwer fällt, dann versuche zuerst den Schritt zu einer Erziehungsberatungsstelle vor Ort. Diese sind kostenlos und anonym. Dort sind auch sog. Beratungs-/Therapiegespräche möglich. Das ist jetzt nicht nur für Dich, deine Ehe wichtig, sondern auch für deine ungeborene Tochter.
Denn was viele nicht wissen: Auch ein Fötus spürt die Ängste der Mutter (Stress - Cortisolausschützung), es fühlt die Akzeptanz seiner Geburt... deine nicht verarbeiteten traumatischen Erfahrungen werden dich vielleicht darin hindern, dich auf deine Tochter einzulassen, wenn sie geboren wird. Dafür kannst Du nichts, deine Tochter ebenso nicht. Aber Du kannst dir Hilfe suchen, deine Erfahrungen zu verarbeiten und anders mit deiner Tochter umzugehen.

Wichtig erachte ich hierbei auch, dass du deinem Partner die Möglichkeit bietest, dass er mehr davon erfährt, wie es dir geht. Wenn du selbst nicht darüber sprechen kannst - dann kann auch hier eine Erziehungsberatungsstelle für dich hilfreich sein und dich unterstützen.

Wenn Du Fragen hast, wie/wo man diese Angebote wahrnimmt, so schreibe mich gerne per PM an.

Alles Liebe für Dich, #blume

Beitrag von mi.ka 20.03.10 - 15:02 Uhr

Du brauchst dringend professionelle Hilfe. Auch deinem Kind zuliebe.

Gruß
Mika