Arbeitsvermittlerin bei der Arge

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Beitrag von pippilotta.viktualia 20.03.10 - 00:24 Uhr


wollt euch nur mal erzählen, das meine beste freundin gestern ein job als arbeitsvermittlerin bei der Arge bekommen hat.

ich freu mich so wahnisnnig für sie. sie hat 1000 von bewerbungen in den letzten 6 jahren geschrieben und bekam stets absagen.

vor paar tagen hatte sie das glück das ihr AV ihr sagte, das man intern Arbeitsvermittler suche. Daruafhin sollte sie sich sofort bei zuständigen bewerben. Dies tat sie und gestern war der Vg.

Mit 45 jahren, keinem studium, nur einer kaufmännischen Ausbildung und 6 jahren arbeitslosigkeit bekam sie den job.

ich bin so wahnsinnig stolz auf sie und wollte euch nur meine freude mitteilen, das es auch ohne großartige Voraussetztungen geht, einen meiner meinung nach gutbezahlten job zu bekommen!

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 00:31 Uhr

"das es auch ohne großartige Voraussetztungen geht"

Ich finde nicht, dass ein Arbeitsvermittler unbedingt studiert haben muss. Im Gegenteil, oft machen Leute, die die andere Seite des Tisches kennen und auch schon mal in der freien Wirtschaft tätig waren mindestens genauso gut, wenn nicht besser als jemand, der noch nie im Leben Not erlebt hat oder sich noch nie in der freien Wirtschaft behaupten musste.

Ich bin nach neun Monaten Abstinenz und Tätigkeit woanders auch wieder als Vermittlerin zurück - und mit mir wurde ein 59(!)jähriger Kollege eingestellt. Auch kein Studium und eigentlich von Haus aus ein Techniker, aber Beratungs- und Peronalererfahrung. Man braucht vor allem Herz und Hirn plus noch einige fachliche Dinge, die man in der Einarbeitung lernt. Wirst sehen, Deine Freundin packt das!

LG und Deiner Freundin alles Gute - sie soll sich von VerBis nicht schrecken lassen. ;-) Was das ist? Sieht sie dann schon... :-p
Ch.
...auch ohne abgeschlossenes Studium in der AV tätig.

Beitrag von devadder 20.03.10 - 05:01 Uhr

Um Fehler in dem Umfang dieser Av zu machen und diese Sch.... loszulassen muss man auch nicht studiert haben. Voraussetzung für einen solchen Job ist Ahnungslosigkeit.

Beitrag von tve 20.03.10 - 07:52 Uhr

Dann möge sie sich umgehend auf einschlägigen Seiten über die aktuelle Rechtslage informieren, sowie die entsprechenden Weisungen und GAs der BA studieren und nicht zuviel auf den Schnelleinweiser hören, dann hat sie auch hinterher weniger Streß mit der Kundschaft.

Über die Einstellung wundere ich mich allerdings nicht sonderlich, die nehmen fast jeden, Fachwissen nicht erforderlich, soll ja schließlich nur funktionieren im Sinne von Befehlsempfänger, wenn sich dann die Beschwerden von Außen häufen, wird eben ersetzt und man ist den schwarzen Peter wieder los und kann ihn dem nächsten Blinden in die Schuhe schieben, von daher immer besser wie oben beschrieben im Selbststudium weiterbilden.

Beitrag von yanis82 20.03.10 - 08:42 Uhr

Guten Morgen!

Bin auch in einer ARGE beschäftigt, allerdings in der Leistung. Zusammen mit einigen anderen kommunalen Kollegen bin ich mittlerweile fast die einzige mit einer klassischen Verwaltungsausbildung - Beamtin im gehobenen Dienst, duales FH-Studium, praktische Ausbildung in den Fachbereichen...aber der Großteil der anderen und 100 % der vielen neuen Kollegen kommen aus ganz anderen Bereichen...Sozialarbeiter, studierte Juristen, BWLer, Geschichtsstudenten, Autoverkäufer :-D...bunt gemischt. Nicht selten waren sie vorher selbst Kunden.

Zunächst war ich ein wenig "beleidigt", da meinen Job mit ein paar Schulungen scheinbar jeder machen kann...dadurch hat die ARGE auch oftmals den Ruf, dass nur fachfremde Kräfte dort arbeiten und somit die Fehlerquote sehr hoch ist. (siehe auch Antwort unten #augen)
Die neuen Kollegen, die bei uns in der Praxis eingearbeitet werden, geben uns aber die Bestätigung, dass wir einen anspruchsvollen, oft aufreibenden Job machen - und dass wir dies gut machen! Deine Freundin wird das wichtigste nicht in den Schulungen lernen, sondern beim Beobachten der realen Gespräche und Fallkonstellationen, aber das ist ja überall so.

Sie darf nichts mit nach Hause nehmen (meiner Meinung nach das Schwerste) und lernen zu filtern: alles sind Kunden, aber wie schätze ich diese richtig ein? Nicht alle sind Faulenzer, nicht alle sind Schmarotzer, aber wie unterscheide ich die Aufrichtigen von denen, die es nicht sind?
Ich wünsche ihr Menschenkenntnis, ein dickes Fell, den Rückhalt der Kollegen und nicht zuletzt ganz viel Spaß!

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 09:30 Uhr

"Zusammen mit einigen anderen kommunalen Kollegen bin ich mittlerweile fast die einzige mit einer klassischen Verwaltungsausbildung(...)Zunächst war ich ein wenig "beleidigt", da meinen Job mit ein paar Schulungen scheinbar jeder machen kann"

Das ging mir ähnlich (bin zwar "nur" VfA, habe aber meine Ausbildung sehr ernst genommen und lege bis heute sehr viel Wert auf rechtssichere Ausführung der entsprechenden Vorschriften) - bis ich gemerkt habe, dass a) unser Verwaltungswissen doch sehr gebraucht wird und die Kollegen viele viele Fragen haben und hatten und gerne dazu lernen und b) dass die Kollegen von "draußen" andere Impulse mitbringen. Gerade in der Beratung konnte ich vom Fachwissen und den Netzwerken der Kollegen aus der Sozialarbeit z.B. unheimlich profitieren und vieles lernen. Ich denke inzwischen, dass diese Mischung durchaus viele Vorteile hat.

Gruß
Ch.

Beitrag von brummeli67 20.03.10 - 18:44 Uhr

Ahhhhhhhhhhhhhhh!!!!

Hier liegt die Antwort!!!

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 18:57 Uhr

Hä?

Beitrag von dropsi_2 20.03.10 - 12:40 Uhr

Hat sicher auch was mit den Kosten zu tun, denn auch eine ARGE hat auf Personalkosten zu achten.

Es ist ja nichts Neues, dass gerade beim Faktor Personal für die ARGE immer mehr Bedarf herrscht, weil die "zu Verwaltenden" immer mehr werden.

Da sie aufstocken müssen, um überhaupt der Masse an Anträgen, Anfragen usw. Herr zu werden und sie parallel dazu Geld sparen müssen, nehmen sie natürlich keine verbeamteten, gelernten Fachleute, sondern Leute aus Fremdbranchen, die sie ggf. auch schneller wieder los werden können, wenn der Bedarf wieder weniger werden sollte, was ich allerdings nicht glaube.

Ich gönne der Dame den Job, ich gönne jedem einen Job, dennoch finde ich es unverantwortlich, das "Ungelernte" in der ARGE arbeiten dürfen. Dahin gehören Leute, die sich auskennen und zwar zu 100%, damit sich nicht weiterhin nur totverwaltet wird.

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 13:16 Uhr

"Hat sicher auch was mit den Kosten zu tun, denn auch eine ARGE hat auf Personalkosten zu achten."

Nein, denn die Einstufung richtet sich nach der auszuführenden Tätigkeit. Sie ist nicht billiger, nur weil sie keine Fachkraft für Arbeitsförderung aus ihrem Prüfungszeugnis stehen hat.

"Da sie aufstocken müssen"

Die Fluktuation in den ARGEN ist hoch, es ist weniger aufstocken, viel mehr "wieder auffüllen"

"dennoch finde ich es unverantwortlich, das "Ungelernte" in der ARGE arbeiten dürfen"

Und nochmal: Wir reden hier nicht von der ARGE und wird reden nicht von einer Leistungssachbearbeiterin.

Beitrag von dropsi_2 20.03.10 - 13:30 Uhr

"wollt euch nur mal erzählen, das meine beste freundin gestern ein job als arbeitsvermittlerin bei der Arge bekommen hat "

"Und nochmal: Wir reden hier nicht von der ARGE und wird reden nicht von einer Leistungssachbearbeiterin"

Doch tun wir, ob nun Leistungsabteilung, oder Arbeitsvermittlung, das ändert an meiner Aussage nichts.

"Die Fluktuation in den ARGEN ist hoch, es ist weniger aufstocken, viel mehr "wieder auffüllen"

Das ist ein Armutszeugnis, das seinesgleichen sucht. In Betrieben (egal welcher Art) ist es immer ein ganz schlechtes Zeichen, wenn Fluktuation sehr hoch ist. Denn das bedeutet, das die Mitarbeiter sich nicht wohfühlen, oder (wie ich es mit bei der ARGE vorstellen kann) sind schlicht überfordert. Bei uns wäre das vergleichbar mit Call-Centern.

Wer Menschen verwaltet, braucht einfach auch mehr als nur Fachwissen, aber wenn nicht mal das da ist, dann wird so Einiges klar.

Nichts gegen Dich Ch. ich kenne Dich nicht, schätze Dein Fachwissen, wenn auch nicht die Art, wie Du schreibst. Ich denke beim Lesen Deiner Beitraäge immer:

1. Warum beschränkt sie sich nicht auf das Fachliche?
2. Geht die mit ihren Kunden auch so um?

Geht Vielen hier so, das weiß ich.

Gerade bei der ARGE geht es meines Empfindens nach nicht nur um das Verwalten, da steckt viel mehr dahinter, nämlich Menschen und deren Schicksale, dafür habt ihr doch keine Zeit, hab es doch selber erlebt und erlebe es täglich mit meinen Kunden.

Wenn dann nicht mal Fachwissen vorhanden ist, dadurch das "Branchenfremde" in die Büros gesetzt werden, wie soll denn der Faktor Mensch überhaupt noch Beachtung finden? Darum gehts mir. Sicher kann auch jemand, mit einer anderen Ausbildung den Verwaltungsakt an sich ausführen, das ist reines Lernen, dennoch gehört mehr dazu....und darauf wird bei der Masse an Arbeit sicher nicht geachtet. Schnell schulen und Go. Hauptsache die Quote wird gehalten und die Statistiken stimmen.










Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 13:45 Uhr

"1. Warum beschränkt sie sich nicht auf das Fachliche?
2. Geht die mit ihren Kunden auch so um?"

#augen

1. Weil ich hier Privatperson bin und höchst privat auch mal meine MEINUNG zu Sachverhalten abgeben kann. Etwas, was ich Berufsleben bei bestimmten Sachverhalten tunlichst vermeide.

2. Meine Kunden schätzen, dass ich ehrlich und offen die Rechtslage schildere, Probleme anspreche und sie schätzen meine freundliche (ja!) und offene und doch respektvolle (auch: ja!) Art, mich mit ihren Problemen umzugehen. Meine Chefs schätzen genau das an mir auch.

Hier als Privatmensch SEHR deutliche Worte für Sachverhalte zu finden und wie ich im Beruf bin, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Zuhause fluche ich durchaus auch mal "Himmel Arsch und Zwirn, was für eine Scheiße!", wenn mir etwas sehr schief läuft - an der Arbeit sicher nicht.

Ich bin kein eindimensionaler Mensch, der in jeder Situation immer nur so oder so reagiert und ich bin sicher, dieses Gerede von "ist zu ihren Kunden auch so" kommt von sehr eindimensionalen, unflexiblen und oft auch einfach strukturierten Menschen, die keinen Unterschied machen können zwischen "privat" und "beruflich"!

Beitrag von pippilotta.viktualia 20.03.10 - 13:44 Uhr

*Nein, denn die Einstufung richtet sich nach der auszuführenden Tätigkeit. Sie ist nicht billiger, nur weil sie keine Fachkraft für Arbeitsförderung aus ihrem Prüfungszeugnis stehen hat.*

Genau... sie sagte mir das sie zwischen 2,4-2,6 brutto bekommt. Jetzt eher 2,4. Ihre zukünftigen Kollegen sind in gleichen Rahmen.

*Und nochmal: Wir reden hier nicht von der ARGE und wird reden nicht von einer Leistungssachbearbeiterin.*

Genau... , sie sagte sie ist als Arbeitsvermittlerin bei der Jobbörse angestellt

lg

Beitrag von swety.k 20.03.10 - 08:45 Uhr

Was heißt hier "nur eine kaufmännische Ausbildung"?????

:-[

Beitrag von pippilotta.viktualia 20.03.10 - 11:49 Uhr


"nur eine kaufmännische Ausbildung"????? heißt das dies genügte und man nicht zwangsläufig ein Studium u.ä. abgeschlossen haben muss.

Beitrag von eowina 20.03.10 - 08:51 Uhr

Hallo!

das ist toll...Meine Freundin hat jetzt auch eine Stelle bekommen und fängt Montag an (nach 2 Jahren ALGII)!

Ich könnte mir auch vorstellen, bei Arge anzufangen;-), habe mich mal für eine Stelle beworben, wurde aber leider nicht eingeladen.

Eo.

Beitrag von pippilotta.viktualia 20.03.10 - 13:48 Uhr

;-)

Beitrag von janavita 20.03.10 - 11:46 Uhr

Hi... erstmal natürlich Glückwunsch an deine Freundin...

Aber sorry - der Fall zeigt ja auch wie qualifiziert die Mitarbeiter der Arge sind.

Und das ist auch immer wieder ein Streitthema, weil 1000-de von Bescheiden falsch sind - Beratungen sind ebenfalls falsch - und das alles Kosten der Mehrheit Geld...

Trotzdem wünsche ich deine Freundin viel Spaß in dem Job - hoffe aus ihr wird eine bessere Arbietsvermittlerin als mansch andere... ;-)

Gruß

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 12:37 Uhr

"der Fall zeigt ja auch wie qualifiziert die Mitarbeiter der Arge sind"

1. Unterscheide bitte zwischen ARGE und Agentur für Arbeit.
2. Unterscheide bitte zwischen Arbeitsvermittlung und Leistung - Vermittler errechnen keine Leistungen zum Lebensunterhalt und fertigen folglich auch nicht solche Bescheide.
3. Arbeit vermitteln - dazu muss man keine Verwaltungsausbildung und auch kein Studium haben. Eine gute Ausbildung in der freien Wirtsschaft, gepaart mit Beratungserfahrung und/oder Personalerfahrung und/oder Führungsverantwortung reicht durchaus.

Was man braucht, sind Kenntnisse des regionalen und überregionalen Arbeitsmarkts, Menschenverstand und Herz, Empathie sowie Engagemnet!

Beitrag von brummeli67 20.03.10 - 18:42 Uhr

Warum rastest du immer aus, wenn es um Bewertungen von ARGE-Mitarbeiter geht?????
Hast du letztens bei einer ganz normalen Frage meinerseits auch getan!

Fühlst du dich persönlich angesprochen????

Beitrag von king.with.deckchair 20.03.10 - 19:08 Uhr

So wie ich allgemeine Verurteilungen von oder Vorurteile gegen ALG II-Empfängern nicht mag, so mag ich keine allgemeinen Wertungen von oder Vorurteile gegen ARGE-Mitarbeitern, sie seien unqualifiziert (oder man sei ihnen "ausgeliefert" - um dich mal zu zitieren).

Beitrag von woodgo 20.03.10 - 14:04 Uhr

Hallo,

Deiner Freundin erst mal mein Glückwunsch, oder Beileid? Einfach haben es diese Arbeitsvermittler nicht, und nicht ohne Grund werden die AV meist auf 2 Jahre befristet, denn die meisten halten es psychisch nicht aus.
Auf der anderen Seite zeigt es einem ja, daß die ARGE-Mitarbeiter, bzw. die meisten davon keine sonderliche Qualifizierung haben. Schade...

LG