HILFE Depressionen?

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von kirtza 20.03.10 - 05:18 Uhr

Ich hatte letztes Jahr eine schlechte Phase mit Depressionen und ich war damit auch lange krank geschrieben. Nur halt nicht mit dieser Diagnose. Ich vermute es waren Depressionen, wollte es aber nie so hören vermute ich.

Nun gings mir eine Weile gut und nun hats mich gestern völlig vom Hocker gerissen. Einen ganz schlimmen Rückfall und auf einmal ist das Glas nicht mehr halbvoll.
Auslöser war ein Streit mit meinem Schatz und gestern mußte ich sogar daran denken mich aus dem Leben zu schiessen. Das erschreckt mich heute morgen selbst weil ich Selbstmörder für feige halte und eigentlich generell denke, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt.
Mir fällt es schwer zu entdecken was ich gut kann.
Ich würde am liebsten heute alles hin schmeissen und so weit weg gehen wie möglich dass ich niemanden mehr sehen und hören muß... obwohl ich immer dachte dass ich zufrieden bin.

Nun meine Frage:

Nun habe ich das Problem, dass ich kein Typ bin der zum Arzt geht und jammert. Soll ich dahin gehen und sagen ich habe Probleme und mir gehts nicht gut?
Hat jemand Erfahrungen?
Ich habe Probleme vor anderen Menschen meine Gefühle offen zu machen und zu weinen. Mir ist tierisch nach weinen. Ich könnte dass den ganzen Tag tun aber sobald jemand fremdes da ist kommt kein Tränchen. Nichtmal vor meinen Freund weine ich. Nur vor meiner besten Freundin.

Ich habe Angst, dass mir mein Arzt nicht glaubt weil ich nicht traurig genug aussehe? Und mich für einen Simulanten hält.

Aber selbst wenn er mir glaubt, was passiert dann?
Mir schnürt gerade die ganze Situation die Luft zum atmen ab. Ich habe mich gerade auf der Toilette eingeschlossen, damit mein Freund ja nicht merkt wie es um mich steht.
Dem wird es langsam zu viel.

Ich glaube ich brauche ernsthaft Hilfe. Wo bekomme ich diese? und wie ist der Weg dorthin?
Hausarzt und dann?

bitte hilfe...

Beitrag von danni64 20.03.10 - 09:42 Uhr

Hallo,

gehe zu deinem Hausarzt und rede mit ihm.Je eher was gemacht wird,desto eher geht es dir besser.Je länger du wartest,desto schwieriger wird es,kenne es aus eigener Erfahrung.

Hast du die Möglichkeit am Wochenende mal reissaus zu nehmen,wenn ja,dann mache es doch einfach mal.Mache mal,wozu du richtig Lust hast,denn das ist gut für die Seele.

Depressionen kann man nicht nur mit Medikamenten und Gesprächen verbessern,da gehört eine Menge mehr zu.

Wenn du mehr drüber wissen willst,kannst du mich gerne über die VK anschreiben. Kämpfe nun seit ein paar Jahren gegen die Depression und eines weiss ich,je mehr man kämpft,desto schlimmer wird es.

LG Danni !!

Beitrag von tristimonia 20.03.10 - 16:04 Uhr

Du denkst der Arzt glaubt Dir nicht weil Du nicht "traurig" genug aussiehst???

Depressionen stehen einem nicht ins Gesicht geschrieben.

Ich bin ohne Termin direkt in eine Psychiatrische Praxis und habe gesagt ich sei ein Notfall. Dann hat man mich erst einmal eine Stunde heulen lassen und alles weitere wurde veranlasst.

Depressionen bedeuten einen sehr langen Weg. Medikamente helfen erst nach ca 4 Wochen weil erst dann der nötige Medikamentenspiegel im Blut erreicht ist. Und es bedeutet Lernprozesse. Zum Beispiel in einer Verhaltenstherapie. Diese Lernprozesse sind langwierig.

Ich wünsche Dir viel Kraft und wünsche Dir einen guten Weg.

Beitrag von foerstergeist 20.03.10 - 20:25 Uhr

Hallo,

ich kennte teilweise Deine Gefühle hatte letztes Jahr 2x ein Burn Out und komme seitdem nicht mehr auf die Füße und habe zweitweise auch die Gedanken, die Du hast.
Ich wollte erst auch nicht zum Arzt, habe mich dann überwunden, weil es auch körperlich nicht mehr anders ging.
Medikamente habe ich abgelehnt, weil die Ursache bekämpft werden muß und da nützt es mir nichts, wenn ich ruhig gestellt werde.
Ich war auch krankgeschrieben, aber das hing auch mehr mit der körperlichen Schlappheit nach dem Burn Out zusammen.
Letztendlich helfen kann Dir nur Fachpersonal. Beantrage Sitzungen bei einem Psychotherapeuten. Ich bin auch nicht der Mensch, der gerne darüber mit fremden spricht, aber es hilft und lieber ein Fremder, als jemand, der Dich schon lange kennt.
Ich gehe jetzt auch auf Reha in eine Fachklinik. Hoffe sehr, dass mir geholfen werden kann und ich auch wieder zumir selbst finde. Alleine kriegt man nicht die Kurve.

Viel Glück
A