darf vermieter hunde verbieten?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von xenotaph 20.03.10 - 08:46 Uhr

hallo,

wir überlegen, ob wir ein angrenzendes grundstück mit mehrparteienhaus kaufen, sanieren und dann vermieten sollen/wollen.

allerdings würde ich im mietvertrag hunde ausschließen wollen. es nicht so, dass ich hunde generell nicht mögen würde, aber ich habe panische angst vor hunden jeder größe, farbe und form - und möchte deshalb keine in direkter nachbarschaft auf meinem grundstück.

andere tiere, ob ratte, schlange, ziege und co wären kein problem, es geht nur um hunde.

kann man dies rechtswirksam in einen vertrag aufnehmen? die zukünftigen mieter würden selbstredend darüber aufgeklärt.

danke und LG

Beitrag von binesa76 20.03.10 - 09:15 Uhr

Hallo :-)

Ich habe auch eine Wohnung vermietet und hab auch gesagt alles ausser Hund und Katze.
Keine ahnung ob das nun schriftlich gemacht wurde.

Denke aber schon das man sowas schriftlich festsetzen kann.

LG

Beitrag von glu 20.03.10 - 09:17 Uhr

Ja, Du kannst Hunde verbieten, ebenso gefährliche Tiere!

lg glu

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 09:21 Uhr

Ja ein ausdrückliches Hundeverbot ist vereinbar.

Am besten solltest Du eine individuelle Klausel darüber "aushandeln". Es geht aber auch als AGB.

Beitrag von werner1 20.03.10 - 09:43 Uhr

Hallo,

ja das ist möglich.
Kauf dir im Schreibwarengeschäft einen aktuellen Mietvertrag und lies ihn durch.

Übrigens: Das kannst du bereits vorher feststellen, einfach vor deiner Unterschrift den Interessenten besuchen, da siehst du gleich, ob Hunde, Katzen oder Aquarien da sind.

Ausserdem: es gibt in einer naheliegenden Stadt bestimmt ein Tierheim, bei dem du einen freilaufenden Hund abgeben kannst.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von muffy83 20.03.10 - 13:15 Uhr

Hy,

ihr könnt es schriftlich machen

In unserem neuen Mietvertrag steht drin das Hunde nicht erlaubt sind.
Hat der Vermieter selber reingeschrieben in den Vertrag.


Vg

Beitrag von motte1986 20.03.10 - 14:04 Uhr

meines wissens nach dürfen aber kleintiere nicht verboten werden, dazu zählen kleine hunde und katzen.

hatten wir mal zoff mit unserem alten vermieter und waren deswegen beim anwalt.

lg

Beitrag von kittythecat 20.03.10 - 15:02 Uhr

Das ist wohl der juristische Trend, aber eine generelle Erlaubnis zur Katzenhaltung ist noch nicht höchstrichterlich entschieden und wenn ich mir recht entsinne ist es sehr umstritten mit den kleinen Hunden, denn auch diese können ja bellen.

LG

Beitrag von parzifal 20.03.10 - 16:08 Uhr

Dass man bei ausdrücklichem Verbot kleine Hunde halten darf, ist mir jedenfalls unbekannt.

Lag bei Euch ein generelles Verbot vor oder ein Erlaubnisvorbehalt? Gind es um Hunde oder Katzen?

Wenn eine individuelle Klausel vorliegt, gilt das Verbot auf jeden Fall für alle Hunde.

Beitrag von mikanito 21.03.10 - 10:00 Uhr

Ich glaube, dass Kleintiere nicht verboten werden dürfen.
Die Frage, was ist ein Kleintier ist, ist wohl strittig. Je nach Gericht kann eine Katze oder ein kleiner Hund auch als Kleintier gelten.
Von daher kann man nie sicher sein, dass auch kleine Hunde gehalten werden.

Beitrag von parzifal 21.03.10 - 13:18 Uhr

Ein generelles Kleintierverbot insbesondere durch Formularklauselm ist unwirksam.

Bei einem Hundehaltungsverbot durch Formularklauseln ist die Rechtsprechung uneinheitlich. Hier kann ich mir vorstellen, dass ein Amtsrichter auch einen Kleinhund genehmigen könnte (oder die Klausel bestätigt).

Bei einer zwischen den Parteien "ausgehandelten" und nicht einseitig diktierten Individualvereinbarung sehe ich aber keinen Spielraum für eine "Überraschung".

Die Wirksamkeit einer Individualvereinbarung ist nur dann zu verneinen, wenn mit einer solchen Regelung die Grenze der Sittenwidrigkeit überschritten wird.

Da sogar ein nachvollziehbarer Grund für dieses Verbot existiert ist ein individuelles Hundehaltungsverbot zulässig und gilt für alle Hunde.

Die TE sollte in der Individualvereinbarung (einfacher schriftlicher Zusatz ist oft nicht ausreichend) sicherheitshalber auch Kleinhunde ausdrücklich als verboten erwähnen.

Beitrag von motte1986 21.03.10 - 17:48 Uhr

also der anwalt hat uns das so erklärt:

die mietverträge aus den zeitschriftenhandel sind so ziemlich das schlechteste, was man sich antun kann, weil alles sehr vage ist und im ernstfall auch anfechtbar ist.

daher war bei uns ein hund erlaubt, trotz halteverbot im mietvertrag. katzen ebenso.

man muss halt genau reinschreiben warum und welche hunde verboten sind, ansonsten sind im härtefall hunde und katzen bis 50cm schulterhöhe ohne genehmigung erlaubt.

lg

Beitrag von parzifal 22.03.10 - 00:08 Uhr

Da bei Euch eine Formularklausel vorlag kann es gegebenenfalls auch das geschilderte Ergebnis geben.

"man muss halt genau reinschreiben warum und welche hunde verboten sind"

Das "warum" zu nennen halte ich bei einer individuellen Vereinbarung nicht für zwingend.

Was verstehst Du unter "welche Hunde"?
Alle Hunde unabhängig von Größe und Rasse deckt wohl alles ab.

"ansonsten sind im härtefall hunde und katzen bis 50cm Schulterhöhe ohne Genehmigung erlaubt."

Mit dieser allgemeinen Aussage wäre ich vorsichtig.

Eine individuelle Vereinbarung ist eine sehr große Hürde und darf nicht verwechselt werden mit einer Formularklausel.

Beitrag von brummeli67 20.03.10 - 18:58 Uhr

Willst du ein Leben lang Hunden aus dem Weg gehen?
Ärger ist vorprogrammiert, denn Mieter haben das Recht, Besuch mit Hunden zu empfangen!

Mach lieber mal ne Therapie, wenn du so schlimme Panik hast. Und das meine ich ernsthaft.

Oder lass das mit dem Hausbau.

Beitrag von melina2003 21.03.10 - 11:18 Uhr

Wenn der Mietvertrag keine Regelung zur Tierhaltung enthält:

Steht im Mietvertrag nichts zur Tierhaltung, kommt es auf die Tierart an, ob erlaubt oder nicht.
Hier gibt es eine Reihe von Gerichtsurteilen.
Hunde: Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte den Vermieter informieren. Die Frage, ob Hundehaltung zum vertragsgemäßen
Gebrauch gehört oder nicht, ob es also völlig normal ist, einen Hund in der Wohnung zu
haben, sehen die Gerichte bis heute unterschiedlich.
Sicher scheint, dass in vermieteten Einfamilienhäusern ein Hund angeschafft werden darf, wenn im Mietvertrag nichts anderes steht.

****************WICHTIG §§§*****************

Die wichtigsten Entscheidungen in Zivilsachen sind immer die des Bundesgerichtshofs (BGH).
Hier ist eine Grundsatzentscheidung, die den Fall trifft:

BGH VIII ZR 10/92 = Die Klausel in Mietverträgen "das Halten von Hunden ist unzulässig" ist unwirksam.

Das Amtsgericht Köln geht noch weiter: AG Köln 213 C 369/96 = Sogar die Vertragsklausel "Tierhaltung bedarf grundsätzlich der Genehmigung des Vermieters" ist unwirksam.

Und das LG Kassel (1 S 503/96) setzt dem ganzen die Krone auf = "Solange sich das Tier brav verhalte, habe der Besitzer eine juristische Blankovollmacht".

Beitrag von werner1 22.03.10 - 10:07 Uhr

Hallo,

lass dich von den §§ nicht verwirren.
Es kommt immer darauf an, wie du dich verhalten willst, wenn die andere Seite einen klaren, deutlichen Vertrag bricht.
Und wenn du nicht konsequent sein kannst, solltest du dir das mit dem Kauf nochmal überlegen.