Linke Umverteilungsphantasien...

Archiv des urbia-Forums Politik & Philosophie.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von grafzahl 20.03.10 - 21:57 Uhr

http://die-linke.de/fileadmin/download/programmdebatte/100320_programmentwurf.pdf

> Wir fordern die Wiedereinführung der Vermögenssteuer in Form einer Millionärsteuer in Höhe von fünf Prozent jährlich auf private Millionenvermögen.

Wie habe ich mir das jetzt konkret vorzustellen? Sitzt da jetzt Karl Albrecht in seinem bescheidenen Haus in Essen und zahlt per Dauerauftrag 72 Mio. € monatlich an die Sozialistische Republik Deutschland? Und dafür wird er dann nicht erschossen, weil die Kriminalitätsrate so schön niedrig ist?


> Wir fordern zugleich eine deutliche Anhebung der Erbschaftssteuer auf große Vermögen.

Wozu? Ihr habt doch die Vermögen über die Vermögenssteuer enteignet.


> Wir wollen den Solidarausgleich in der gesetzlichen Rente stärken und dabei die Beitragsbemessungsgrenzen aufheben.

Da habt ihr aber versäumt, die Deckelung besonders großer Renten ins "Programm" zu schreiben. Sonst bringt das nämlich nichts. Sonst entstehen durch höhere Rentenversicherungsbeiträge auch höhere Rentenansprüche.


> Wir wollen einen öffentlichen Zukunftsfonds einrichten, mit dem bedrohten, aber überlebensfähigen Unternehmen geholfen und der sozial-ökologische Umbau gefördert werden kann. Dabei dürfen staatliche Hilfen nur im Tausch gegen entsprechende Eigentumsanteile der öffentlichen Hand oder Belegschaftsanteile vergeben werden.

Also Opel gerettet. Heißt dann VEB Rüsselsheim und kaufen will die Dinger immer noch keiner. Aber wenn´s nur noch die Rostlauben von VEB Rüsselsheim gibt und VEB Wolfsburg ebenso runtergewirtschaftet ist, funktioniert es ja. Soll ich für meine 5jährige Tochter schon mal so eine Rostschleuder bestellen?



Fazit:
Da hat mein saarländischer "Freund" euch noch mal so richtig einen Dreck ins Programm diktiert...

Beitrag von fritzeline 20.03.10 - 22:30 Uhr

>>> Sitzt da jetzt Karl Albrecht in seinem bescheidenen Haus in Essen und zahlt per Dauerauftrag 72 Mio. € monatlich an die Sozialistische Republik Deutschland? Und dafür wird er dann nicht erschossen, weil die Kriminalitätsrate so schön niedrig ist?<<<


Hört sich für mich nach einem fairen Deal an #cool
Du darfst nicht vergessen, dass es sich da um Prozentrechnung handelt. Herr Albrecht würde auch nach dieser Steuerzahlung noch gerade genug haben, um sich sein Brot beim Bäcker zu kaufen. Im Gegensatz zu vielen seiner Kunden.
Selbst dann, wenn er keinerlei Kapitalerträge aus seinem Vermögen erzielen würde.

Wir haben eine mMn perverse Situation in der die "Arbeit" des Geldes insgesamt mehr einbringt, als die Arbeit der Menschen (=> die echte Leistung & Produktivität).


Beitrag von grafzahl 21.03.10 - 00:02 Uhr

Wird denn die 5% Vermögenssteuer auf das jeweilige Restvermögen berechnet? Oder auf das Ausgangsvermögen, so dass es nach 20 Jahren bis auf 999.999,99 € aufgebraucht ist?

Und ich glaube - nein ich bin sicher - Herr Albrecht geht in der Schweiz Brot kaufen. Oder wo auch immer. Ganz sicher nicht in Deutschland. Es sei denn, man mauert ihn ein.

Aber das Wort "Mauer" kommt nur einmal vor - auf Seite 7: "untermauert"...

Haben sie vielleicht einfach vergessen zu schreiben.

Beitrag von le-cochon 23.03.10 - 20:30 Uhr

"Herr Albrecht würde auch nach dieser Steuerzahlung noch gerade genug haben, um sich sein Brot beim Bäcker zu kaufen..."

Genau, und was "genug" ist, das wird von oben bestimmt, eigentlich ganz so, wie das beim ALG2 immer angeprangert wird ;-)
"Suum quique" und wo Schluß ist, das bestimmt dann die Volkskammer, so dass sich außergewöhnliche Leistungen auch garantiert nicht mehr lohnen, denn... (die Katze hat sich in den Schwanz gebissen).

So richtig deine Kritik an dem Verhältnis zwischen "Arbeit des Geldes" und der "echten Leistung" und Produktivität sein mag, so weltfremd ist sie auch.
Kapitalerträge gibt es, muss es meiner Meinung nach geben und wird es in welcher Form auch immer in allen Systemen immer geben.
Das war selbst im deutschen Sozialismus nicht anders, nur wurde es dort qua definitionem geleugnet.
Letztlich ging aber dieses System genau deshalb unter, weil es mit anderen Volkswirtschaften nicht konkurrieren konnte und nach innen in einem tiefen Konflikt zwischen "versuchter Gerechtigkeit" und "Zwang zur Produktivität" bis hin zur Entmündigung der eigenen Bürger gefangen war.

Schwieriges Thema, und eigentlich sollte man es weniger plakativ behandeln, aber mir war gerade danach ;-)

Gruß
l-c

Beitrag von xenotaph 21.03.10 - 14:19 Uhr

#rofl

Beitrag von kampffrettchen 23.03.10 - 12:28 Uhr

Du machst einen Denkfehler: Du versuchst dir die Folgen der Linken Wahlversprechen vorzustellen. Dazu sind die nicht da, die sind reinste, unverfälschte Klassenpropaganda.

Und ein Haufen Frustrierter Altsozialisten und Neuversager springt darauf an wie Hunde auf einen Teller mit Wurst.

Ich mag die Formulierung von den "bedrohten, aber lebensfähigen Unternehmen". Das heißt übersetzt: "Unternehmen, die sich selbst in eine Schieflage manövriert haben."