Beschneidung von Frauen

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Beitrag von kaktus0 20.03.10 - 22:08 Uhr

Guten Abend


vor einigen Jahren habe ich zum erstenmal über das Thema Beschneidung von Frauen gehört. Ich habe mich viel damit beschäftigt, Bücher gelesen, Reportagen geschaut, im Internet informiert und zuletzt dem Film Wüstenblume geschaut.

Das Thema beschäftigt mich sehr und gerade jetzt wieder nachdem ich den Film geschaut habe.

Hat sich jemand von Euch mit dem Thema beschäftigt? Hat jemand den Film von Waris Dirie gesehen?


Was denkt ihr über das Thema? Habt ihr euch schonmal damit auseinander gesetzt?


GLG

Beitrag von k_a_t_z_z 20.03.10 - 22:18 Uhr



Ich habe mich damit ausführlich beschäftigt.

Aber - so lange sich diese abartige, meist religiös begründete Ansicht nicht ändert kann man nichts tun.

Da hilft nur Aufklärung, die auch betrieben wird, leider dauert das, gerade in den wenig zivilisierten Gegenden.

In fünfzig Jahren ist das vielleicht kein Thema mehr - bis dahin können einem diese Frauen nur unendlich leid tun.

LG, katzz

Beitrag von 4mone 20.03.10 - 22:27 Uhr

Hi Kaktus,

ich habe mich auch sehr ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt - ich habe als ich 15 Jahre alt war, zum ersten Mal mit weiblicher Genitalverstümmelung Erfahrung ... eine alte gute Freundin von mir musste dies als Kleinkind über sich ergehen lassen.
Damals gab es dann auch darüber einen Artikel in der Bravo GIRL und wir haben das in den Biounterricht aufgenommen.

Meine Meinung? Selbst wenn man das Buch Wüstenblume oder den Film gesehen hat, kann man sich wohl nicht im Entferntesten vorstellen, welche Schmerzen diese Kinder durchleben. Ich finde es erstaunlich, was man alles über sich ergehen lassen kann, ohne zu sterben (auch wenn ein hoher Prozentsatz natürlich verstirbt)

Was dies für das weitere Leben erstmal in sexueller Hinsicht bedeutet, ist für mich schwer zu ertragen, ohne dass mir Tränen in den Augen stehen.
Gesundheitliche Defizite mal außer Acht gelassen.

Nein, es gibt absolut keine Begründung für dieses Ritual - ganz schlimm finde ich, dass die Religion / Rituale so stark für die Bevölkerung wiegen muss, dass sogar die eigene Mutter Zeuge / Helfer der Zeremonie ist...wie kann ich als Mutter es zulassen, dass meine Tochter auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod wandelt - für NICHTS???

Ich kann und will das auch nicht verstehen!

Beitrag von dover 20.03.10 - 22:33 Uhr

"... Rituale so stark für die Bevölkerung wiegen muss, dass sogar die eigene Mutter Zeuge / Helfer der Zeremonie ist...wie kann ich als Mutter es zulassen, dass meine Tochter auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod wandelt - für NICHTS??? "

Wenn man als Mutter DASSELBE durchgemacht hat und man es aus dem Umfeld nicht anders kennt und es "normal" ist für jeden dort, dann kann man sowas zulassen. Glaub mir... Auch wenn es in unseren Augen (als Europäer) grauenvolle Abartigkeit darstellt.

Beitrag von 4mone 20.03.10 - 23:21 Uhr

ICH kanns mir halt nicht vorstellen, bin aber auch weder glubig noch fanatisch noch mit solchen Erfahrungswerten "gesegnet"...

Ich kann nur von mir sprechen, die ja schon einen Totalzusammenbruch erleidet, wenn Aim'ee vom Schaukelelch fällt und weint :-)

Gerda WENN man das Gleiche durchgemacht hat, versucht man sein Kind doch zu schützen!?

Mone

Beitrag von dover 20.03.10 - 22:30 Uhr

Guten Abend...

Für mich abartig, ekelhaft und verstümmelung von Frauen. Hat für mich auch nichts mehr mit Religion zu tun.
Diese Abartigkeit kann ja nur dem Hirn eines Mannes entsprungen sein.


LG Dover

Beitrag von pcp 21.03.10 - 13:21 Uhr

Du weißt aber schon daß die Beschneidungen selbst von Frauen vorgenommen werden?

Beitrag von barbara67 20.03.10 - 22:44 Uhr

Für unseren europ. Verstand ist dieses Thema nicht begreifbar. Für uns ist es barbarisch für "die" Religion und Tradition und der tiefliegende (Aber)Glaube, unbeschnittene Frauen bekämen keinen Mann.
Ich habe beim Film und beim Buch Sturzbäche geheult.
Barbara

Beitrag von schwarzehanna 20.03.10 - 22:48 Uhr

Guten Abend,

seit ich vor beinahe 20 Jahren das erste Mal davon gehört bzw. Reportagen gesehen habe, läßt mich das Grauen darüber nicht mehr los.

Wer sich weiter informieren und/oder helfen möchte:

http://www.target-human-rights.com/

glg

schwarzehanna

Beitrag von flogginmolly 21.03.10 - 07:24 Uhr

Hi,

das schlimmste daran ist für mich, dass die Mütter, Tanten, Schwestern etc. der Kinder wissen was auf sie zukommt und es verschweigen. Dass der Teufelskreis nicht durchbrochen wird. Dass sie es ihren Kindern trotz alledem antun, weil es eben gemacht werden ''muss''.
Ich finde es gut, dass es starke Frauen gibt, die mit diesen Tabuthema brechen und sich wehren. Auch wenn es für sie selber zu spät ist. Ich habe egal ob Religiös oder Traditionell kein Verständniss fürs solche Rituale und dem blindem festhalten an Traditionen, vor allem nicht wenn es auf dem Rücken der Kinder weiter geführt wird, die sich nichtmal wehren können. Es fehlt an jeder Menge Aufklärung und Medizinischer Versorgung in den Ländern um dem ganzem ein Ende zu machen. Ich habe Angs vor jeglicher Religion und Tradition der man blind und stumm folgen muss. Ich kann einerseits teilweise nachvollziehen, dass es für viele Frauen einfacher ist zu sagen ''das ist bei uns Sitte'' und ''das gehört dazu''als zu kämpfen. Wo können sie hin? Wer hilft ihnen? Viele Familien leben nicht in Städten, verfügen nicht über Mediale Mittel und Wege um sich zu informieren, wurden so erzogen und wissen nicht wie es sich anders lebt, wissen nicht, das Sex etwas schönes für eine Frau sein kann. Sie wurden von klein auf indoktriniert. Ich habe den größten Respekt vor den Frauen die sich wehren und ihre Kinder vor den Grausamen Ritualen schützen. Aber es wird noch sehr sehr lange dauern um das blinde Vertrauen in Religion und Tradition zu beenden, dafür fehlt es einfach an zu vielem.
Überlegt dochmal, was in Europa noch passiert ist, als hier die Menschen lebten wie jetzt einige der Wüstenstämme. Bei uns wurden Frauen verbrannt, Menschen wurden öffentlich gegeißelt etc. Das ist noch gar nicht so lang her....

LG

Beitrag von nisivogel2604 21.03.10 - 10:06 Uhr

Ich finde dieses Thema sehr wichtig und leider viel zu wenig präsent in der Gesellschaft.

In Deutschland kommt es immer wieder vor das Ärzte die frisch entbundenen Frauen wieder zunähen wenn der Mann dies wünscht.

Davon ab steigt die Rate der beschnittenen Frauen in Deutschland momentan an. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.

LG

Beitrag von tykat 21.03.10 - 11:44 Uhr

Was?#schock
Wo hast Du diese Informationen her?

LG

Beitrag von tragemama 21.03.10 - 11:55 Uhr

Aus dem 2. Buch von Dirie evtl.

Beitrag von tykat 21.03.10 - 12:14 Uhr

Das war mir gar nicht bewußt..echt schlimm:-(

Beitrag von parzifal 21.03.10 - 13:51 Uhr

Beschneidungen sind fast immer eine nicht zu rechtfertigende Maßnahme.

Bei Mädchen ist dies zum Glück fast überall anerkannt.

Bei Jungen leider nicht. Nur medizinische Gründe sollten eine Beschneidung rechtfertigen. Gründe wie "sieht schöner aus" oder ist "hygienischer" sind Humbug und stammen von eigensüchtigen Menschen (häufig von Frauen, die ihre Kinder dazu zwingen).

Und wenn jetzt jemand den Grund für "eventuell möglichen" Gebärmutterkrebs einer zukünftigen Partnerin angibt sollte sich klar sein, dass er dann konsequenterweise auch eine Brustamputaion empfehlen sollte zur Vermeidung späteren Brustkrebses. Usw.usw.


Bei Religionsgründen kann ich die Entscheidung zwar nachvollziehen. Richtig wird sie aber dadurch auch nicht.

Beitrag von tykat 21.03.10 - 14:10 Uhr

Sehe ich genauso.
Obwohl ich es auch aus Religionsgründen nicht wirklich nachvollziehen kann..

Beitrag von manavgat 21.03.10 - 14:48 Uhr

Was soll ich schon darüber denken?

Es ist Körperverletzung, gehört verboten und bestraft.

Was sonst?

Gruß

Manavgat

Beitrag von similia.similibus 21.03.10 - 15:54 Uhr

#pro#pro#pro