Bin "nur" eine"Pump-Mami" ...

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von 2nini1983 20.03.10 - 22:33 Uhr

Hallo!!!!
Bin neu hier - mein Kleiner ist 19 Tage alt.
Muss leider abpumpen, weil ich beim Stillen dank meiner super-empfindlichen Brustwarzen extreme Schmerzen habe.

Bin ich eigentlich eine Still-Mami? Weiß immer nicht ob ich sagen darf, dass ich stille weil ich ja nur abpumpe...

Fühle mich irgendwie komisch deshalb...
Ist so ähnlich wie nach der Geburt meiner Tochter - da war ich nicht so richtig stolz auf mich weil ich die Geburt "nur" mit Hilfe der PDA geschafft habe - was ja Quatsch ist...

Kennt das eine von euch?

Beitrag von haruka80 20.03.10 - 22:49 Uhr

Ich habe leider auch nur gepumpt, leider, weil ich unbedingt stillen wollte und das nicht klappte, weil mein Sohn 3 Wo zu früh kam, gleich dei Flasche auf der ITS bekam, viel abnahm, die BRust verweigerte etc.
Versuch es so zu akzeptieren oder such eine Stillberatung auf, die sind super (war selber auch da, nur mein Sohn wollte einfach die Brust nach der ITS nicht mehr).
Mir war es nur wichtig, das er MuMi bekommt, damit konnte ich gut leben, das ich wußte, wir kuscheln beim TRinken und er hat die Geborgenheit.Es war aber nicht einfach für mich, grad die ersten Wochen, wo er immer abnahm und ich mich erstmal schlecht fühlte. DAs gab sich aber, einfach weil ich dachte: er kriegt ja das, was ich wollte. Wobei ich zufüttern mußte nach 5 Wochen...
Na ja, zur Geburt mit PDa kann ich nichts sagen, ich hätte eh ne PDA gewollt, bei mir wurde es aber ein KS, womit ich aber auch keine Probleme hatte, da es mir in der SS immer schlechter ging. Ich fands nur wichtig, das mein Lütter auf der Welt ist und ich ihn im Arm haben konnte, wie er zur Welt kam war zweitrangig im Prinzip, denn er war gesund und halt "mein Baby", das ich nach 8 Monaten endlich im Arm haben durfte.

L.G.

Haruka

Beitrag von dachhase123 20.03.10 - 23:00 Uhr

Hallo,

also: lass Dir von niemandem - erst recht nicht von Dir selbst! - einreden, Du wärst eine minderwertigere Mutter, wegen der oben genannten Gründe!!!!!

Nachdem ich mein 1. Kind nur 6 Wochen gestillt hab, konnte ich mein zweites Kind auch nur kurze Zeit voll stillen und ich hab wirklich alles probiert! Meine gesamte Stillzeit verbinde ich absolut nicht mit Harmonie oder Muttergefühlen sondern nur mit Schmerzen. Aber ich wollte das unbedingt, weil es halt "so sein soll". Damit hab ich mir das Leben echt schwer gemacht.

Jetzt, 8 Monate später, bereue ich es zutiefst. Ich hätte schon eher abstillen sollen, damit ich das alles richtig genießen könnte. Ich bin sooooo froh, dass das alles ein Ende hat! Habe mich fast 6 Monate da durch gequält und fand es einfach nur schrecklich. Es gibt halt scheinbar Frauen, die dermaßen empfindliche und zarte Brustwarzen haben, dass es weh tut. Ich hab bei beiden Kindern wirklich alles versucht! Und obwohl das bis heute ein empfindsames Thema bei mir ist, lasse ich mir von niemandem sagen, dass es hätte sein können.

Und PDA oder nicht: beim Zahnarzt bekommt man auch keinen Orden, wenn man ohne Betäubung auskommt. Warum soll man es sich unnötig schwer machen?

Sei stolz auf Dich!!! Du hast ein Kind ausgetragen und geboren, das ist ein Wunder!! :-)

Und ich finde es mehr als bewunderswert, dass Du pumpst. Das hätte ich sicher nicht durchgehalten. Habe das bei einer Freundin gesehen, das ist soooo aufwändig: ständig auskochen, erst pumpen, dann füttern...
Ich finde das ganz toll! Jeder Tropfen Muttermilch ist gut für Dein Baby, gepumpt oder gestillt.

Ich kann Dir nur sagen, ich finde, dass das Stillen völlig überbewertet wird und den Müttern von vielen Seiten ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Wenn es klappt: supertoll, da bin ich echt neidisch! Wenn nicht: nicht schlimm, denn ganze Generationen sind ohne groß geworden (ich z.B. - und ganz ohne Allergien!!).

Also: mach Dich nicht selbst fertig! Genieß Dein Mutterdasein und SEI STOLZ auf Dich, Du kannst es wirlich sein!! #liebdrueck

Ganz liebe Grüße*Jana

Beitrag von nashivadespina 21.03.10 - 00:06 Uhr

Hast du schon Lanolinsalbe probiert und diverse andere Sachen die man gegen blutige/wunde Brustwarzen unternehmen kann? Wenn du dich mit dem abpumpen unwohl fühlen solltest kannst du ja auch mal eine Stillberaterin zur Rate ziehen..zB kostenlos über www.lalecheliga.de

Wenn du abpumpst kann es sein dass dein Baby zu wenig abbekommt da die Pumpe nie so effektiv saugt wie dein Baby selbst..deshalb würde ich stillen immer bevorzugen wenns eben geht. Normalerweise gewöhnen sich die Brustwarzen nach einigen Wochen daran und das stillen bleibt nicht schmerzhaft.

Beitrag von colejoe 21.03.10 - 01:16 Uhr

Hallo,
klaro bist du eine Stillmami, wobei ich deinen Gedankengang nachvollziehen kann. Mein Sohn ist jetzt 5 1/2 Monate alt und wir pumpstillen nach wie vor voll. Er hat ein verkuerztes Zungenbaendchen und ich habe Schlupfwarzen und das hat nicht sehr gut zusammengepasst. Wir haben es 5 Tage lang probiert, aber als er dann mehr als 15% seines Geburtsgewichts verloren hatte und nur zwei nasse Windeln und keinen Stuhlgang hatte, ging mir (entschuldige die Ausdrucksweise) der Arsch auf Grundeis und ich fing an abzupumpen und mit Flasche zu fuettern. Das klappte wunderbar, er nahm zu wie ein World champion (Groesse und Gewicht auf 99% Percentile) und war/ist das zufriedenste Baby der Welt. Fuer mich war es monatelang sehr schwer zu akzeptieren, dass er nicht aus der Brust trinken wollte und wir haben es immer wieder probiert, aber es hat nichts gebracht. Wir hatten auch einige Tiefs, z. B. im Dezember als wir von USA nach Deutschland geflogen sind und ich und meine Brueste sehr mit der Zeitverschiebung zu kaempfen hatten oder als meine Pumpe kaputt ging usw, aber wir haben jede Krise ueberstanden und von Woche zu Woche war ich gluecklicher, dass wir immer noch pumpstillen...
Ich koennte dir Romane zu diesem Thema erzaehlen, es ist wahrscheinlich die anstrengendste Art sein Kind zu ernaehren, aber es lohnt sich. Jeder Tag, jede Flasche Mumi, die dann Kind bekommt, ist pures Gold wert. Du kannst stolz auf dich sein, dass du dir die Muehe machst abzupumpen, du haettest ja auch schon laengst auf Saeuglingsnahrung umstellen koennen...
Dein Baby ist aber noch sehr klein und falls Du die Energie und das Durchhaltevermoegen hast, wuerde ich versuchen, es zurueck an die Brust zu bekommen (mit Hilfe einer guten Stillberaterin), es ist einfacher, vor allem, wenn man unterwegs ist und wesentlich zeitsparender. Aber, wenn es nicht klappt, dann ist Pumpstillen auf jeden Fall eine Alternative.
Zum Thema PDa kann ich dir folgendes sagen: meinen ersten Sohn habe ich auf "natuerliche" Weise entbunden, soll heissen, die Wehen kamen von alleine und ich hatte keine Schmerzmittel, es war eine schoene, aber auch sehr schmerzhafte Erfahrung, ich war erschoepft, verlor sehr viel Blut und konnte mich wegen meiner Geburtsverletzungen tagelang nur schlecht bewegen.
Mein zweiter Sohn wurde eingeleitet und, obwohl ich es wieder ohne Schmerzmittel versuchen wollte, liess ich mir eine PDA legen, denn die Einleitungswehen waren bei weitem schmerzhafter als die natuerlichen Geburtswehen. Ich war hinterher fitter als bei meinem ersten Sohn und konnte die Stunden nach der Geburt viel besser geniessen...(beides waren ambulante Geburten)
Du bist nicht weniger Mutter nur weil du mit PDA entbunden hast oder weil du nicht an der Brust stillst. Wir alle, egal, ob wir stillen oder nicht, ob wir Beikost mit 4 oder mit 6 oder erst mit 10 Monaten einfuehren, ob wir tragen oder Kiwa fahren, ob wir mal ein paar Stunden fuer uns beansprechen oder rund um die Uhr fuer unser Baby da sind, ob wir einen Babysitter haben, weil wir mal wieder auf ne Party gehen wollen oder ob wir uns aufopfern, ganz egal, welche Philosophie wir vertreten, wir sind alle Muetter, die fuer uns, fuer unsere Kinder die beste Entscheidung treffen und die unsere Kinder liebevoll und behuetet aufziehen.
Fuehl dich nicht "schlecht", sei stolz auf Dich, stolz, dass Du die Dinge so in Angriff nimmst wie sie kommen und geniesse jeden Tag der wertvollen Babyjahre, denn sie werden viel zu schnell vorbei sein.
So, das ist jetzt sehr lang geworden.
LG und alles Liebe wuenscht
colejoe, die im Nachhineein gar nicht so ungluecklich ueber das Pumpstillen ist, denn Mopsi ist ein Vielfrass (1200-1300ml/Tag) und wuerde, wenn ich "richtig" stillen wuerde, wahrscheinlich den ganzen Tag an meiner Brust haengen...

Beitrag von waffelchen 21.03.10 - 09:40 Uhr

Wenn dich einer fragt was dein Kind bekommt, dann sagste ja auch nicht "Ich pumpe ab" sondern "Ich stille", oder?

Der Gedanke nicht richtig stolz auf dich zu sein, weil du eine PDA hattest kann ich aber nachvollziehen. Ich hatte auch eine und im Nachhinein ärger ich mich darüber keine Kraft mehr gehabt zu haben. Nach 25 Std Schmerzen, Ohnmacht und Panik vor jeder Wehe war es richtig, aber es trübt den Stolz schon

Beitrag von gslehrerin 21.03.10 - 11:31 Uhr

Es trübt deinen Stolz?
Meinen nicht!

Beitrag von christbaumkuegelchen 21.03.10 - 09:51 Uhr

Hallo!

Du sprichst mir aus der Seele... bin zur Zeit auch Pump-Mami. Habe es nach der Geburt mit Stillen versucht, habe wirklich alles gegeben, bis meine Brustwarzen blutig waren. Im Krankenhaus hatten 10 verschiedene Leute 10 verschiedene Meinungen und jeder hat mir was anderes erzählt, als ich geäußert habe, dass ich befürchte, dass mein Sohn nicht satt wird. Das Ergebnis waren Schmerzen und durchheulte Nächte. Am letzten Tag im KH habe ich darauf bestanden, dass man zufüttert.

Meiner Nachsorgehebamme habe ich das alles erzählt und auch, dass der Kleine gar nicht von alleine wach wird, sondern wir ihn immer aufwecken müssen zum trinken. Sie hat mir dann einfach mal eine Pumpe "angehängt" und siehe da: viel zu wenig Milch :-(

Ich war wirklich sehr verzweifelt, hatte das Gefühl, ich könne mein Kind nicht ernähren und würde versagen. Vor allem, weil auch jeder fragt "Und, klappt das mit dem Stillen jetzt??". Kann man dann ja besonders gut gebrauchen.

Jetzt machen wir es so, dass ich regelmäßig abpumpe, um die Milchproduktion zu steigern (nehme jetzt auch Boxhornkleesamenkapseln). Das abgepumpte gebe ich dem Knirps und der Rest wird halt mit Flaschennahrung zugefüttert. Das werden wir jetzt mal zwei Wochen versuchen und wenn dann immer noch nicht genügend Milch da ist, dann kann ich mir wenigstens nicht vorwerfen, dass ich nicht alles versucht hätte.

Und das mit der PDA ist Quatsch. Geburt ist Geburt. Also Kopf hoch, Du hast eine süße, gesunde Tochter zur Welt gebracht und darauf kannste mächtig stolz sein.

LG
Christbaumkuegelchen

Beitrag von kja1985 21.03.10 - 11:24 Uhr

Klar stillst du, immerhin kriegt dein Kind deine Milch, aber vielleicht überlegst du es dir noch. Ich hatte auch sehr wunde Brustwarzen. Es waren die ersten sechs Wochen höllische Schmerzen, aber seitdem stille ich problemlos. Probier es doch notfalls mal mit Brusthütchen aus, die habe ich genommen wenn es ganz schlimm war.

Wie du dich auch entscheidest, ich hoffe du findest deinen Frieden damit ;-)

Beitrag von jans_braut 21.03.10 - 15:46 Uhr

Hallo,

sei stolz auf dich: Abpumpmamis leisten viel mehr als Stillmamis. Nicht falsch verstehen, aber wenn man nur stillt, hat man es auf jeden Fall leichter, als du mit der ganzen Abpumperei! Mit der PUmpe bist du nicht genauso effektiv, als wenn dein Baby saugen würde.
Es ist mechanisch, laut, enervierend und du musst andauernd umfüllen, reinigen, sterilisieren, Flaschen geben.

Such dir eine Stillhebamme und geh noch mal die Alternativen (Stillhütchen, Brust mit schwarzen Tee, frische Luft, Luffahandschuhe, kalte Brause abhärten??) durch.

Gruss

Ich habe etwa vier oder fünf Monate lang NUR zusätzlich abgepumpt (es war nicht schön, ich musste 2-3 Male abpumpen für eine komplette Mahlzeit)