Trennung mit Hindernis

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von mamileon 21.03.10 - 21:13 Uhr

Hallo,

vielleicht kann mir ja eine/r von euch helfen.

Ist jetzt eine längere Geschichte:
Wir sind seit zehn Jahren zusammen, davon seit sechseinhalb Jahren verheiratet.
Vor vier Jahren kam unser Großer zur Welt. An seinem ersten Geburtstag hat mein Mann gesagt, er will am nächsten Tag zur Gemeinde gehen und die Scheidung einreichen. Ich hab nämlich mit den Augen gerollt, weil er beim Tischdecken helfen sollte, Leon aber auf seinen Arm wollte und er nichts mehr gemacht hat.
Im darauffolgenden Jahr hab ich ne Beratung vorgeschlagen, weil ich so nicht mehr weitermachen wollte. Er meinte nur, dass bringe nix, kostet nur Geld.
So ging das wieder auf und ab - in einer Hochphase, wo ich noch mal Hoffnung geschöpft hab - "entstand" unser Kleiner. Hab in der Schwangerschaft oft geweint und bereut, dass das Baby unterwegs war. Bin aber froh, dass der Kleine da ist.
Schon im Krankenhaus hab ich gemerkt, dass es zwischen uns komisch ist. Hab mich zwar von ihm Küssen lassen, aber keine Empfindung bei gehabt. Und das lag nicht nur an den Hormonen. Er hat dann ständig nur an sich gedacht: ist oft in den Pool im Garten gegangen, und wenn ich was gesagt hab, hieß es: "dann kann ich ihn ja gleich abbauen" oder "warum haben wir den dann gekauft?" Im Haushalt hat er auch nix gemacht und so weiter. Als überlegt werden musste, ob wir den Großen an den Mandeln operieren lassen, war seine einzige Meinung, dass er seine noch drinne hat und deshalb für die OP keine Notwendigkeit ist. Musste also alles alleine ausmachen, denn sie war notwendig (was er später eingesehen hat).
Im Dezember sollte der Kleine getauft werden. Beim Taufgespräch wurde ne halbe Stunde wegen der Taufe gesprochen, über ne Stunde aber wg. der Ehekrise. Zwei Tage vor der Taufe kam er halb zwei nachts aus der Kneipe und meinte, ich solle bis Anfang Februar ausziehen, er macht das nicht mehr mit. Hab gemeint, dass ich sowas nicht nachts klären mag. Das ging dann ne Weile so hin und her und dann meinte er, er geht jetzt in die Garage und läßt das Auto zum Aufwärmen laufen. Hab das aber verhindert, weil ich ja weiß, was da passieren kann.
Im Januar hab ich uns dann für ne Beratung angemeldet, wo wir Ende Februar nen Termin hatten. Konnten da so einiges zur Aussprache bringen und haben einen Zettel mit Regeln zum Streiten bekommen. Zwei Wochen später hab ich im Bett mit unserem kranken Kleinen gelegen und plötzlich drüber nachgedacht, wann ich meinem Mann am besten sage, dass ich gehen will.
Hab's ihm jetzt gestern gesagt - er hat angedroht, sich umzubringen. Hab dann die Zimmertür zugeschlossen und als er durch's Fenster rauswollte, hab ich das zugehalten.
Er hat dann meine Eltern angerufen und denen das gesagt. Mein Bruder kam dann zum Glück. Männe hat dann einen Überbrückungsstillstand vereinbart: er tut nix und wir sollten heute noch mal bei meinen Eltern reden. Heute morgen hat er dann meiner Freundin und seinen Eltern von meinen Trennungsabsichten erzählt.
Am Nachmittag haben sie dann zu dritt auf mich eingeredet, dass ich es nochmal versuchen soll, alleine der Kinder zuliebe. Mein Mann hat dann gesagt, wenn ich es jetzt nochmal mit ihm probiere und nach einem Jahr feststellen, es ändert sich nix zwischen uns, dann ist das eben so und wir trennen uns (ohne das er sich was antut).
Hab mir jetzt Denkzeit erbeten, wo ich entscheiden werde, ob ich es den Kids zuliebe nochmal versuche oder ob ich bei der Trennung bleib.

Ich bin ihm gegenüber ohne wirkliches Gefühl: ich liebe ihn nicht mehr, ich hasse ihn aber auch nicht. Ich denke, dass sich nix zwischen uns ändern wird, obwohl ich zugeben muss, dass er mehr mit den Kids macht - ein Punkt, wo er sich geändert hat.
Klar wird eine Trennung für die Kids schwer, wobei der Kleine noch nicht alles mitkriegt. Aber es ist für sie ja auch nicht einfach, wenn wir uns mit Streitereien aufreiben, wie wir es momentan tun.

Ich bin völlig fertig und kann nicht mehr klar denken.

War jemand von euch schon mal in einer ähnlichen Situation? Weiß jemand einen Ausweg bzw. kann einen Rat geben?

Ich danke euch schon mal.

Viele Grüße,
Yvonne

Beitrag von verena32 21.03.10 - 22:49 Uhr

Hallo,

ich denke du hast ihm chancen genug gegeben etwas zu ändern und wenn du wie du selbst sagst, keine gefühle mehr hast, finde ich eine trennung die beste lösung. deinen kindern wird es besser gehen, da es dir auch besser gehen wird! ausserdem kann man einiges tun als eltern damit kinder eine trennung besser verkraften. ich habe mich selbst nach (zu) langer überlegungsphase im letzten jahr von meinem mann getrennt und mir gehts sehr gut seitdem und unsere tochter hat es auch besser verkraftet als ich dachte. ( wir hatten vorher jeden tag nur noch gestritten, was für eine 3-jährige viel schlimmer ist). dein mann versucht dich mit seiner selbstmorddrohung nur zu erpressen, lass es nicht mit dir machen!!
ich wünsche dir jedenfalls viel kraft und glück für die richtige entscheidung und deine zukunft!!
lg, verena

Beitrag von swety.k 22.03.10 - 11:57 Uhr

Hallo Yvonne,

eine Selbstmorddrohung ist echt das Letzte! Das macht er nur, um Dich zu erpressen und ich find's ne Schweinerei von ihm. Ganz ehrlich, da würde ich mich erst recht trennen.

Und: Ein Jahr Probezeit finde ich viel zu lang. Falls Du ihm wirklich noch eine Chance geben willst, dann einen Monat.

Fröhliche Grüße von Swety