Fernbeziehung und Mitbestimmung?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von stormkite 21.03.10 - 22:00 Uhr

Liebe Urbianer,

ich würde gerne wissen wir Ihr folgende Situation einschätzt:

Ich möchte mit meiner Tochter das Zimmer tauschen: Sie hat ein großes Kinderzimmer (25 qm), aber einen Spitzboden, direkt unter dem Dach. Der Firstbalken hat eine Höhe von 180 cm, direkt davon ab geht links und rechts die Dachbalken, die Wandhöhe ist nur 80 cm.

Bisher war meine Tochter kleiner als ich, jetzt wächst sie mir über den Kopf. Da sie sich viel im Zimmer bewegt, stößt sie sich häufig an den Dachbalken, und möchte mit mir das Zimmer tauschen, auch wenn das nur 1/2 so groß ist. Damit wären wir beide glücklich. (Im Schlafzimmer muss ich schließlich liegen, nicht rumgehen.)

Nur mein Freund ist total dageben!

Mein Freund und ich haben seit 3,5 Jahren ein Fernbeziehung. Er besucht mich jedes zweite Wochenende von Samstag auf Sonntag, und ist meistens am Mittwoch Abend für einige Stunden bei mir. Mehrere Tage hintereinander bleibt er nie, auch nicht im Urlaub oder sonst wann.

Er sagt, das Dachzimmer wäre völlig unzumutbar für ihn. Er ist 180 cm groß, er kann also unter dem Firstbalken aufrecht stehen - aber nur gerade so eben. Es wäre auch zu hell, zu hellhörig, die Treppe wäre zu steil und nennt etliche weitere Gründe, die ihm die Benutzung des Raumes unerträglich machen

Der Raum ist voll ausgebaut und renoviert, mit Laminat ausgelegt, hat zwei Dachfenster und eine verglaste Giebelwand. Er lässt sich gut verdunkeln. Ich empfinde es als ausgesprochen gemütliches und anheimelndes Zimmer. Meine Tochter hat da die letzten Jahre gerne gewohnt.

Da er so selten hier ist frage ich mich, ob ich bei der Raumaufteilung auf seine Bedürfnisse Rücksicht nehmen soll, oder ob ich meine Wohnung so nutze, wie das für mich und meine Kinder am praktischten ist.

Wie seht ihr das: Wie weit nehmt ihr Rücksicht auf die Bedürfnisse eures Fernbeziehungs-Partners, wenns um die Einrichtung Eurer Wohnung geht?

Fragende Grüße, Kite






Beitrag von dore1977 21.03.10 - 22:15 Uhr

Hallo,

ich führe keine Fernbeziehung (nur eine WE-Ehe) und ich würde die Zimmer tauschen wie ihr es für richtig haltet.

Man kann es mit der Rücksichtnahme auch übertreiben.

LG dore

Beitrag von tippseeins 21.03.10 - 22:22 Uhr

mh -

also ich finde, du und deine Kinder ihr lebt die meiste Zeit da und von daher sollte es doch für euch praktisch sein. Wie oft seid ihr denn im Schlafzimmer, wenn dein Freund da ist? ist es der einzige Ort, wo ihr euch aufhaltet?
Das wären für mich ausschlaggebende Fragen.

- ich meine, es hätte ja auch so sein können, dass das immer dein Schlafzimmer gewesen wäre, oder???

Ich glaube, ich würde es für mich gemütlich und für die Kinder passend machen.

schönen abend noch

die tippse

Beitrag von luka22 21.03.10 - 22:49 Uhr

Ist das dann gleichzeitig das Wohnzimmer? Ich verstehe es nur als Schlafzimmer. Richtig?

...da es für dich und deine Tochter die beste Lösung scheint, wäre es für deine Tochter schwer nachzuvollziehen, dass du die Bedürfnisse deines Partners, der selten da ist, über ihre stellst.

Ich würde auf jeden Fall tauschen. Dein Freund wird wohl verstehen, dass sich deine Tochter sehr viel länger in ihrem Zimmer aufhält und ihre Bedürfnisse daher Vorrang haben.

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von stormkite 21.03.10 - 23:01 Uhr

Hallo Luka,

nein, wir haben ein großes Wohnzimmer. Es ist wirklich nur ein Schlafzimmer.

Und nein, mein Freund versteht nicht, das die Bedürfnisse meiner Tochter vorrang haben. Er hat mich dieses Wochenende, (da habe ich ihm meinen Entschluss für den Zimmertausch mitgeteilt) ziemlich schwer unter Druck gesetzt das ich diese Entscheidung wieder rückgängig machen soll.

Bisher habe ich das nicht getan. Bei einer so ausdauernden wie vehementen Argumentation seinerseits frage ich mich aber, ob ich die Dinge richtig sehe, oder tatsächlich gerade nur stur und uneinsichtig bin.

Verwirrte Grüße, Kite



Beitrag von oh nein 21.03.10 - 23:57 Uhr

Du bist nicht stur und uneinsichtig.
Ein Schlafzimmer ist ein Schlafzimmer, deine Tochter braucht einen Raum, in dem sie leben kann, sich bewegen kann.
Dein Freund handelt absolut übergriffig, wenn er dich deswegen unter Druck setzt.
Du hast keinen Grund, verwirrt zu sein, DU entscheidest, was das Beste für deine Tochter ist.

Beitrag von alltagsphilosoph 22.03.10 - 06:20 Uhr

Liebe Kite,

gibt es vielleicht einen anderen Grund als den offensichtlichen für seine Abneigung gegen den Raum?
Als erstes würde mir da Höhenangst o. ä. einfallen.
Frage ihn doch nochmal ganz ruhig, ob es vielleicht noch andere Gründe gibt - sein aktuelles Verhalten zeuge in Deinen Augen nämlich von wenig Verständnis für die Abläufe in Deinem Haushalt.

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 08:27 Uhr

Hallo Christian,

das Dachzimmer ist ein ganz normales Zimmer, bis auf die Tatsache, das die Decke halt aus Dachschräge besteht. Der Zugang ist eine ganz normale, feste, wenn auch etwas steile Treppe, keine Leiter.

Er hat bisher schon ungern in meiner Wohnung übernachtet. Selbst zu einer Übernachtung bei mir musste ich ihn sehr drängen. Er fährt nicht mit mir weg, z. B. an unbekannte Urlaubsorte, weil er Angst hat, er könnte da nicht schlafen. In dieser Hinsicht hat er eine echte Macke. Die legt sich seltsamerweise aber sofort, wenn es an einen Urlaubsort gehen soll, der ihm zusagt.

Von daher ist mir Bewusst, das ich da an ein absolutes Reizthema gehe. Aber ich habe für diesen Mann schon so viele Kompromisse gemacht. Nur waren das halt MEINE Kompromisse, und nicht die meiner Tochter. Darum gehts mir eigentlich. Ich habe es meiner Tochter zugesagt, sie freut sich auf ihr neues Zimmer, macht Pläne für die Einrichtung ...

Kite













Beitrag von fensterputzer 22.03.10 - 10:05 Uhr

das du dir solche Gedanken um seine UNBERECHTIGTEN Forderungen machst zeigt ja schon wie gut er dich bisher DRESSIERT hat. Mach Sitz, Platz, bl... mir einen. hol Bier von der Tanke... ja Massa memSahib oder wie?

Beitrag von luka22 22.03.10 - 13:26 Uhr

Wenn du es ihr fest zugesagt hast, würde ich auf keinen Fall ein Rückzieher machen.
Wenn er bei so einer Lappalie so einen Aufstand macht, ist es doch die Frage, ob er in euer/ dein Leben passt.

...außer er hat tatsächlich - so wie Christian es angedeutet hat - eine richtige Phobie vor beengten Räumen. Dann muss er das auch so kommunzieren...an meiner Entscheidung würde es aber nichts ändern. Dafür ist er einfach zu selten da!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 14:23 Uhr

Danke Luka.

Deine klare Einschätzung hilft mir, sicher zu sein, das ich hier nicht nur "Zickig" bin, sondern meine Entscheidung auch gegenüber einem Partner vertretbar ist.

Leider wird das wohl darauf hinauslaufen, das er seine Übernachtungen bei mir einstellt, vermutlich auch die Besuche bei mir.

Im Prinzip erledigt sich damit wohl dann auch gleich die ganze Beziehung. Traurig, aber wahr.

Kite

Beitrag von luka22 22.03.10 - 20:04 Uhr

Ja, das ist wirklich traurig :-(.

Aber du kennst ja den blöden Spruch:

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Ich denke auch du verdienst einen Partner, der dich wirklich liebt, deine Kinder achtet und auf den du im Leben zählen kannst. Ich würde sagen: Bewährungspröbchen 1: gnadenlos durchgefallen. PECH für ihn. (Ich hoffe du siehst es genauso!)

Ward ihr denn lange zusammen? Hängt dein Herz noch sehr an ihm? Oder bedauerst du es eher, die Beziehung nicht schon eher beendet zu haben?

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von blahblah 22.03.10 - 17:46 Uhr

Der macht das schlau... wenn ihm was nicht passt kann er da nicht schlafen aber wenn er da schlafen will gehts?!

Abgesehen davon das ich meinem Mann eins Husten würde wenn der nur einen Tag am WE nach Hause käme ohne das das grad Notwendig wäre (zb wegen Job), finde ich das deine Tochter den größeren Anspruch auf das normal hohe Zimmer hat.
Sie lebt 7 Tage da drin er nur maximal eine Nacht...

Wie gefällt dir denn diese merkwürdige Beziehungskonstellation?

LG

die#bla

Beitrag von badguy 21.03.10 - 23:25 Uhr

Also ich könnte an keiner Stelle in deinem Schlafzimmer stehen. So was kann auf Dauer sehr lästig sein, ich weiß das aus eigener Erfahrung.

Prinzipiell muss ich mich natürlich fragen, ob mir eine solche Intervention zusteht. Das finde ich persönlich nicht. Du hast deine Wohnung, er die seine. Somit sollte das Thema durch sein, jeder bestimmt über seine 4 Wände.

Beitrag von stormkite 21.03.10 - 23:55 Uhr

Wie gesagt, mein Freund ist nur alle zwei Wochenenden und jeweils einmal die Woche stundenweise zu Besuch. Wäre er häufiger hier, würde ich die Situation anders bewerten.

Wenn deine Partnerin ein Schlafzimmer hätte, in dem du nur direkt in der Mitte des Raumes stehen kannst - wäre das für dich ein Grund, nicht mehr zu Besuch zu kommen, bzw. nicht mehr da zu übernachten?

Gruß, Kite

Beitrag von badguy 22.03.10 - 08:25 Uhr

Hätte wäre wenn. Das ist immer so ein Thema über Dinge zu diskutieren, die für einen selbst nicht aktuell sind.

Also ich für mich würde in dem Raum dann keine Party machen aber wegen so einer Nebensächlichkeit nicht mehr zu Besuch zu kommen oder zu übernachten, das kann ich mir für mich definitiv nicht vorstellen!

Sicherlich mag man sich anfangs nachts mal die Rübe anhauen aber normalerweise gewöhnt man sich an solche Dinge!

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 08:35 Uhr

Klar, wenn man nicht selber drin steckt, kann man leicht reden.

Danke das du trotzdem deine Sicht der Dinge beschreibst. Es ist schwierig zu entscheiden, ab wann eine Situation unzumutbar ist. Das liegt ja für jeden anders, das weiß ich.

Ich vermute, ich bin auch ziemlich sauer auf ihn, weil er sich bisher mit Besuchen sehr zurückgehalten hat, und sich auch so schon weigert, öfter als einmal alle 14 Tage bei mir zu übernachten. Das lässt mich natürlich nicht gerade offen sein für seine Forderungen.

Kite

Beitrag von mini-bibo 22.03.10 - 08:58 Uhr

Hallo Kite,

ich habe gestern Deine Frage bereits gelesen und da dachte ich schon, das kann doch nicht sein, er ist wie Du schreibst 2 Nächte im Monat da und ein paar Stunden in der Woche und will Dir dann vorschreiben, wie Du die Zimmeraufteilung vorzunehmen hast? #schock

Das passt für mich nicht, und wie ich aus Deinen Worten entnehme, hättest Du es gerne, wenn er öfters kommen würde.
Weisst Du, warum das nicht der Fall ist?
Bist Du denn die anderen Wochenenden bei ihm? #gruebel

Aber nichtsdestotrotz, ich würde mir, in einem solch gelagerten Fall nicht reinreden lassen, bezüglich der Zimmeraufteilung!

LG mini

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 09:41 Uhr

Hallo Mini,

ja, die beiden anderen Wochenenden bin ich bei ihm.

Er will nicht bei mir übernachten, weil ihm die Wohnung insgesamt zu hellhörig ist, außerdem sind ihm meine beiden Kinder zu viel, weil er nicht der Typ für ein "WG-Leben" ist.

Auch das ist halt schon ziemlich kränkend für mich.
Ich empfinde eine immense Ablehnung von allem, was zu mir gehört.

Gruß, Kite

Beitrag von mini-bibo 22.03.10 - 09:47 Uhr

Hallo Kite,

wie geht er denn mit Deinen Kindern um?

Irgendwie hör ich bei Dir sehr viel... hmmm..... weiss nicht genau, wie ich das beschreiben soll #hicks ... unzufriedenheit, würdest Du dir mehr wünschen?

Habt ihr mal darüber gesprochen? Ihr seid ja schon etwas länger zusammen....

VG mini

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 14:19 Uhr

Wenn du mich das vor einem Jahr gefragt hättest, dann hätte ich gesagt, ja, ich würde mir mehr wünschen.

Ich habe das auch durch entsprechendes Engagement meinerseits deutlich gemacht, und nachdem da nicht viel zurückkam an Weihnachten Klartext gesprochen das ich mir eine andere Art der Beziehung wünsche.

Er hat ganz klar gemacht, das ich das nicht von ihm erwarten kann.

Er ist in vielerlei Hinsicht sehr anstrengend, und ich will inzwischen keine Energie mehr in diese Beziehung stecken, sondern nur noch das "Nette" genießen.

Kite

Beitrag von badguy 22.03.10 - 09:21 Uhr

Was ist unzumutbar? Das ist stark individuell. Für mich hört sich das bei euch schon ok an. Ist vielleicht eine reine trotzige Reaktion, aus welchen Gründen auch immer.

Ansprüche kann man stellen, wenn man sich regelmäßig irgendwo aufhält oder sich finanziell engagiert aber so m. E. nicht, definitiv nicht!

Beitrag von juniorette 22.03.10 - 10:19 Uhr

Hallo Kite,

ich finde, dein Partner hat bei der Schlafzimmerwahl von deiner Tochter und dir kein Mitbestimmungsrecht, so wenig wie er da ist.

Allerdings klingt es für mich, als würde er nur nach Gründen suchen, noch weniger Zeit in deiner Wohnung verbringen zu müssen.

Ob es wirklich nur an deiner Wohnung liegt (kann ja sein, dass sie hellhörig ist) oder an was anderem (keine Lust mehr auf eure Partnerschaft), kann ich nicht beurteilen.

LG,
J.

Beitrag von stormkite 22.03.10 - 12:23 Uhr

Hallo J.

er ist ziemlich verzweifelt, weil sein "Unwille" so zu übernachten mit seinem Bedürfnis nach Zusammensein mit mir kollidiert. Deshalb setzt er mich ja so unter Druck. Er hat in der Hinsicht eine echte Macke.

Nur hab ich halt wegen dieser Macke bereits sehr weit zurückgesteckt.

Gruß, Kite

Beitrag von frauke131 22.03.10 - 10:48 Uhr

Da es DEINE Wohnung und er selten da, dies nur ein Schlafzimmer ist, würde ich tauschen.

Deine Tochter muss in ihrem Zimmer ja auch LEBEN und solte daher das beste erhalten. Ich würde mir nicht reinreden lassen.

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