Abschied vom KiWu? weiter Hoffen? Gefühlschaos

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von maus-1 21.03.10 - 22:10 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Kennt ihr das Gefühl zu trauern? Um "Etwas", das nie wirklich da war?
Nach über drei Jahren aktivem KiWu und drei FG fühle ich mich nun völlig am Ende. Ich habe einfach keine Kraft mehr. Zumal ich meiner Schwester täglich zusehen muss, wie ihr Bauch immer größer wird (ist im 8.SSMonat).
Seit wir in einer KiWu-Praxis sind will sich einfach keine SS mehr einstellen (seit ein einhalb Jahren). Mein Mann sagt, dass liegt an den ganzen Hormonen die ich bekomm. Ich denke eher, dass mich der KiWu so sehr beherrscht, dass ich einfach nicht mehr "frei" bin. Aber ich kann auch nicht los lassen, solange ein Funke Hoffnung besteht. Und gerade das scheint uns im Weg zu stehen.
Ich fühl mich umgeben von einer Trauer, die keiner nachvollziehen kann. Wie auch, es gibt ja "nichts" zum Trauer. Ich trauere um meine Sternenkinder, die nur mein Mann und ich kannten, um die Hoffnung, die immer kleiner wird, um eine Zukunft mit Kind, die wir uns so schön vorgestellt haben. Aber wie kann ich mich vom KiWu verabschieden und richtig trauer, solange noch ein Funke Hoffnung besteht? Und setzt Trauer nicht das Mitgefühl und Verständnis der nächsten Mitmenschen voraus? Die aber einfach nicht verstehen können wo meine tiefe Trauer herkommt. Und wenn ich bald fast täglich meine Schwester mit ihrem Baby sehe. Da seh ich doch immer was ich mir so sehnlich wünsche und nicht habe. Wie soll ich das schaffen?
Im Moment funktioniere ich einfach nur noch. Erfülle, was von mir erwartet wird. Aber wo bleibe ich? Möcht mich einfach nur verkriechen und vor allem dass es endlich aufhört so unendlich weh zu tun.

Wie geht ihr mit solchen Gefühlen um?
Auch wenns jetzt ein wenig wirr war was ich da so niedergeschrieben habe würde ich mich doch freuen, wenn ihr mir ein wenig von euch "erzählen" könntet. In der Hoffnung, dass es mir hilft mit der ganzen Situation besser klar zu kommen.

Liebe Grüße an euch alle
Maus

Beitrag von schnecke7477 21.03.10 - 22:41 Uhr

Hallo,
habe mir gerade Deine Visitenkarte durchgelesen..... oh man.
Das tut mir sooooooo leid für Euch.
Bei uns war es vor einigen Jahren ähnlich. Es klappte einfach nicht....
Erst als wir die Hoffnung begraben hatten, zusammen mit dem Kinderwunsch, war ich auf einmal schwanger.
Macht Euren Kopf frei, fahrt in den Urlaub, genießt Eure Zweisamkeit und laß Deinem Körper ein bißchen Zeit, sich zu erholen. Deine Seele muss auch ausruhen.
Ich hoffe, ich konnte ein bißchen helfen.
Fühl Dich ganz doll#liebdrueck

Beitrag von schnecke7477 21.03.10 - 22:43 Uhr

Achja,
Du mußt vom KiWu keinen Abschied nehmen, aber gönn Euch eine Pause. Gönne Euch eine Zeit, in der andere Dinge im Vordergrund stehen.
Vielleicht ist es jetzt noch schwer zu verstehen, aber kümmere Dich um Deine Nichte/Neffe.

Ich drücke Euch ganz fest die Daumen

Beitrag von maus-1 22.03.10 - 11:21 Uhr

Hi!

Die Gedanken hab ich auch immer wieder. Wenn es nur nicht so verdammt schwer wäre loszulassen und nicht an den KiWu zu denken.
Und meinen Neffen aufwachsen zu sehen muss ich mir im Moment auch noch schön reden. Kommt vielleicht, wenn er dann mal da ist. Dann kann ich ja kaum noch weg laufen. Wenn es nur nicht so weh tun würde......

Beitrag von 444444444444444 22.03.10 - 00:08 Uhr

Hallo
Nach dem auch ich deine Visitenkarte gelesen habe.
Also ich persönlich würde noch Hoffnung sehen.

Ihr habt bis jetzt zwei Methoden gemacht.

Geschlechtsverkehr nach Plan
IUI

Du wurdest zwar auch schwanger aber laut Wiki und der Krankheit deines Mannes ist eine Fehlgeburt für "euch" sehr gross. Ich persönlich hätte eure zwei Methoden schon gar nicht gewählt.

Ich würde mich mit deinem Arzt sprechen ob eine IVF oder ICSI mit Polkörperdiagnostik möglich ist.
Da kann man zwar nur den Frauenanteil aussortieren aber falls es eine PICSI gibt nehmt auch diese. Wichtig auch evtl Blastotransfer um zu gucken ob sie sich überhaupt soweit entwickeln.

Am besten wäre es aber für euch ins Aussand zu gehen den dort ist die Aussortierung wohl noch um einiges besser.

Aber vielleicht soltet ihr euch mal zusammen setzen und euch nicht die Frage stellen ob es nicht sinnvoll für euch wäre auf Fremdsperma zurückzugreifen. Denn ihr geht auf jedenfall die Gefahr ein ein behindertes Kind zu bekommen wenn es überlebt.

Wir zum Beispiel gehen dieses Risiko nicht ein und haben uns für Fremdsperma entschieden um überhaupt Eltern zu werden und eines musst du dir immer sagen. Ohne euch wäre dieses Kind nie entstanden.

Wie ich mit diesen Gefühlen umgehe ich habe wieder Hoffnung weil wir jetzt einen anderen Weg gehen. Ich wäre ehrlich gesagt irgendwann daran kaputt gegangen wenn ich nur wegen der Unfruchtbarkeit meines Mannes auf ein Kind verzichtet hätte. Ich hätte ihn zwar nicht verlassen aber ich könnte nicht sagen ich bin glücklich.

Beitrag von maus-1 22.03.10 - 11:19 Uhr

Hallo!

Also die Translokation meines Mannes ist sehr groß. Damit auch das Risiko einer FG. Wenn es eine SS über die 14. Woche schafft liegt das Risiko für ein behindertes Kind nur noch bei knapp 1%.

Polkörperdiagnostik ist ausgeschlossen. Ebenso eine Untersuchung vor einem möglichen Transfer (auch im Ausland). Das wäre sehr zeit- und kostenintensiv und steht in keiner Relation mit dem "Nutzen". Darüber haben wir uns mit einigen Ärzten bereits ausführlich beraten.

Fremdsperma kommt für mich nicht in Frage. Aus vielerlei Gründen.

Im Moment steht eher die Frage im Vordergrund warum ich nicht mehr schwanger werde. Daran ist wohl meine Psyche stark beteiligt. Ich bin zu sehr fixiert und verkrampft.
Werd wohl versuchen müssen einen Weg zu finden damit umzugehen.

IVF oder ICSI haben wir noch nicht in Betracht gezogen, da ich ja 3 mal spontan SS wurde. Allerdings bevor wir uns in die KiWu-Behandlung begeben haben. Deshalb auch meine Befürchtung mit der Psyche.

Gruß

Beitrag von bw1975 22.03.10 - 08:10 Uhr

Hallo,

las dich mal #liebdrueck!

Mir gehts es derzeit genauso. ich habe aber das große Glück einen Sohn zu haben und ich bin dafür sehr dankbar!

Dennoch bin ich traurig darüber, wahrscheinlich nie ein Geschwisterkind für meinen Sohn zu haben und der Kinderwunsch ist dadurch das ich schon ein kind habe, ja nicht schwächer. Ich befinde mich auch in dieser Situation und überlege derzeit wie es weitergeht!

Ich hatte 2 IUI, 1 IVF (pos. plus Frühabort), 1 Kryo, 2.IVF! Alles negativ! Ich habe keine Kraft mehr! Wirklich! Dazu kommt, wir sind Selbstzahler!

Ich trauere ganz viel, um das was nie sein wird. ich versuche ganz aktiv damit abzuschließen. Es ist wie es ist und man muss irgendwann lernen das zu akzeptieren, obwohl es ja bei manchen bei Versuch 5 oder 6 geklappt hat!#kratz

Ich überlege auch, wieder zu verhüten, um mir das monatliche Hoffen zu ersparen! Bei uns soll soweit alles in ordnung sein,e s gibt keinen erklärbaren grund warum es nicht klappt! Dann hofft man natürlich erst recht, das es auf natürlichem Weg klappt und ist jeden monat aufs Neue enttäuscht!

Was hältst du von Adoption?

LG bw

Beitrag von maus-1 22.03.10 - 11:26 Uhr

Hallo!

Über Adoption haben wir noch nicht ernsthaft nachgedacht. Ich denke auch, dass es bei uns recht schwierig wird. Mein Mann ist einiges älter als ich. Stell mir das schwierig vor.
Außerdem bin ich noch nicht soweit mich von einem eigenen Kind zu verabschieden. Fällt mir deshalb schwer ernsthaft über Alternativen nachzudenken.

Ich wünsch dir alles Liebe und viel Glück auf dem Weg zum Geschwisterkind. Dass sich deine Hoffnungen erfüllen werden.

Beitrag von daisydonnerkeil 22.03.10 - 09:17 Uhr

Hallo,
diese dunkle Gefühl nach einer FG kenne ich - wir waren sehr euphorisch, dass unsere 1. ICSI funktioniert hat. Und dann geschockt, als ich in der 8. Woche einen MA hatte.

So wie du schreibst, klingt das so, als ob niemand von den Schwangerschaften und FGs weiß. Wenn das so ist, fürchte ich, macht das Schweigen deinen Kummer womöglich schlimmer. Wir sind mit unserer KiWu-Behandlung und auch mit der SS sehr offen umgegangen und mussten dann natürlich auch offen mit der FG umgehen. Es war schon hart, allen unseren Leuten davon zu erzählen (zumal auch nicht jeder weiß, wie er mit so etwas umgehen soll ...). Aber mir hat das geholfen.

Ich hatte meine AS am 21.12 und habe Weihnachten nur geheult. Alle wussten davon, die meisten Verwandten waren sehr hilflos, aber immerhin musste ich nicht die Zähnen zusammen beißen und "Ihr Kinderlein kommet" mitsingen.

Wenn mich wieder einmal der Blues packt (bei der letzten Mens hatte ich eine SEHR dunkle Woche), heule und klage ich meinen Freunden die Ohren voll, die sich das auch alle geduldig anhören. Ich höre mir deren Liebeskummer oder Stress mit Kinderkrankheiten oder Karriere ja auch an.

Ein guter Kumpel von mir wird (ungeplant) Vater und ich fürchte, sein Kind wird ungefähr in der Zeit kommen, in der unsere Bohne gekommen wäre. So genau mochte ich noch nicht nachfragen. Das wird noch mal bitter. Aber auch er weiß von der FG und ist bei dem Thema so vorsichtig, wie es geht.

Und die Hoffnung? Die habe ich auch mit 41 und als ICSI-Kandidatin nicht verloren. Die lässt sich auch nicht so einfach abschalten. Vielleicht solltst du dir eine Pause gönnen, du bist jung. Vielleicht würde dich ein Jahr mit Verhütung freier machen. Verreise, versuch beruflich weiter zu kommen, mach schöne Dinge, die du als Mutter nicht mehr machen kannst. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe zu suchen, wenn du gar nicht mehr aus der Dunkelheit kommst.

Alles Gute,
Da.


Beitrag von maus-1 22.03.10 - 11:32 Uhr

Hallo!

Also mein nächstes Umfeld weiß vom KiWu und den FG. Trotzdem hab ich oft das Gefühl, damit allein zu sein und dass keiner meinen Schmwerz wirklich verstehen kann.

Auf Arbeit ist es extrem schwer für mich. Ich arbeite im Kindergarten..... Werde also täglich daran erinnert, was ich vielleicht nie haben werde. Die Arbeit als Bereicherung zu sehen, in der ich mich verwirklichen kann, meine Liebe auf fremde Kinder übertragen kann ist grad sehr weit weg. Im Gegenteil es wird bald zur Qual. Es fühlt sich einfach besch... an und ich kann es nicht mal richtig in Worte fassen.

Vielleicht sollte ich doch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen bevor ich kaputt gehe daran.

Ich wünsch dir alles Gute!

Beitrag von daisydonnerkeil 23.03.10 - 08:22 Uhr

Arbeit im Kindergarten ist natürlich sehr hart, quasi der tägliche Leberhaken. Das würde bei mir auch an die Substanz gehen.

Ich wohne die Hälfte der Zeit mit zwei Pubertierenden zusammen (14+16, die Töchter meines Partners aus seiner Ehe). Da frage ich mich eher zwischen drin: Will ich das wirklich? ;-)

Alles Gute,
Da.