Kinder mit zu drei Beerdigungen?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von bodi-21 21.03.10 - 22:17 Uhr

Hallo,
am Dienstag ist mein Onkel mit 64 Jahren plötzlich verstorben, dann hat sich Donnerstag meine Tante das Leben genommen, weil sie nicht mehr alleine sein wollte und jetzt ist gestern auch noch meine Oma mit 90 Jahren gestorben - an gebrochenem Herzen, weil ihr Sohn vor ihr gestorben ist. Meine Kinder sind 2 1/2 und fast 6. Der Große hat schon verstanden, dass alle gestorben sind und vom Himmel auf uns herabschauen. Die Kleine natürlich nicht. Sie versteht nur nicht, warum wir nicht mehr zur Uroma gehen können, sie hat bei uns im Haus gewohnt, und wir waren eigentlich täglich nachmittags bei ihr. Wir haben uns überlegt, den Großen zu fragen, ob er mit zur Beerdigung der Uroma will, dann würden wir auch die Lütte mitnehmen. Da war die Beziehung näher. Die anderen zwei Beerdigungenn werden schon schwer genug für uns, da müssen die Kinder nicht unbedingt mit. Ich würde später mit beiden auf den Friedhof gehen. Sehe ich das falsch? Viele in meiner Familie sind der Meinung, dass Kinder gar nicht auf einen Friedhof gehören. Ich denke, das sie auch Abschied nehmen sollen. Wass soll ich denn nun tun?

Beitrag von tearsie 21.03.10 - 22:27 Uhr

Hallo...mensch lass dich mal ganz lieb drücken...das ist ja echt schwer für euch...,aber ich würde die beiden zu keiner Beerdigung mitnehmen,ich finde auch der große ist noch zu klein dafür.Tu ihm das noch nicht an,das Leben wird noch schwer genug...Lass es lieber.Ich wünsche euch ganz viel Kraft...

Beitrag von arkti 21.03.10 - 23:00 Uhr

Ich finde nicht das Kinder nicht auf einen Friedhof gehören.
Der Tod gehört zum Leben dazu und Kinder sollen auch das Recht bekommen Abschied zu nehmen.

Beitrag von tearsie 21.03.10 - 23:29 Uhr

Meinst du nicht,die Kinder werden noch oft genug zu einer Beerdigung gehen müssen?Also ich hatte die Wahl mit 7 Jahren und ganz ehrlich hab ich in dem Alter noch gar nicht geschnallt,was das eigentlich heißt,also glaube ich nicht,das man ein Kind mit 6 Jahren da mit hinnehmen soll.

Beitrag von arkti 22.03.10 - 00:34 Uhr

Also meine Kinder waren schon auf 3 Beerdigungen.
Ich habe niemals dran gedacht sie da auszuschließen, ganz im Gegenteil ich muss mir später nicht anhören das ich ihnen das Recht der Verabschiedung genommen habe.

Beitrag von willow19 22.03.10 - 13:24 Uhr

Ich hab es schon mehrfach geschrieben, dass ich damals mit nicht ganz 5 Jahren bei der Beerdigung meines Opas war, weil ich dies wollte. Auch hab ich mich vorher zu Hause bei meiner Oma am offenen Sarg von ihm verabschiedet. Meine Mutter wollte mich schon aufhalten, aber ich wollte ihm einfach noch etwas sagen und hätten mir meine Eltern dies verboten, hätte ich es ihnen bin heute nicht verziehen!

Liebe Grüße

Beitrag von maxundjan 22.03.10 - 05:52 Uhr

Hallo,

wenn dein Großer mit möchte, dann nimm ihn mit. Erzähl ihm, wie es dort sein wird, guckt euch vorher ein Buch an. Es gibt sehr viele schöne Bücher über den Tod. (amazon und dann Kinder und Trauer eingeben)
Kinder "stecken" den Tod und auch die Trauer viel besser weg als wir Erwachsenen.
Vielleicht hast du jemanden, der sich wenn die Kinder nicht mehr wollen um sie kümmern kann.

Ich habe meine Kinder auch mitgenommen und es hat ihnen nicht geschadet, im Gegenteil, mein Sohn wäre sher traurig gewesen nicht bei den Beerdigungen seines Bruders und Opas dabeizusein.
Auch jetzt geht er gerne zum Friedhof um seine Leute zu besuchen.

Laß die Kinder was malen und das nehmt ihr mit als Abschiedsgruß! (Mit Blumen als letzten Gruß wissen Kinder oft nichts anzufangen)

Viel Kraft und alles GUte!

Sandra

Beitrag von anyca 22.03.10 - 16:21 Uhr

Ich würde sie mitnehmen, wenn sie es möchten! Mit 6 bekommt man doch schon einiges mit und will nicht ausgeschlossen werden.

Meine erste Tochter hatte ich schon mit auf einer Beerdigung, als sie gerade mal 8 Wochen alt war, niemand hat sich daran gestört, im Gegenteil.

Beitrag von holidaylover 22.03.10 - 21:20 Uhr

einen 2 1/2 jährigen würde ich nicht mit zur beerdigung mitnehmen (lieber später das grab besuchen), dem 6 jährigen würde ich die entscheidung (nach gesprächen) selbst überlassen.
für deine verstorbenen #kerze#kerze#kerze
mein beileid!
stille grüße
claudia

Beitrag von melli.c 22.03.10 - 21:36 Uhr

Hallo
Mein Sohn war 2 als sein Opa starb (mein Vater). Da haben wir ihn nicht mitgenommen, da ich mich in dem Moment nicht um ihn kümmern konnte und er sowieso zu klein war. Als er 3,5 war starb sein Urgroßmutter und ich habe ihn (und sein Babybruder) mitgenommen. Er hat viele Fragen dazu gestellt, aber jetzt versteht er viel besser was überhaupt los war, auch als sein Opa starb. Muß dazu sagen das es auch eine sehr schöne Feier war, da sie mit 90 nach einem erfülltem Leben sterben durfte. Bei meinem Vater war das etwas schlimmer.
Ich durfte als 4-jährige nicht zur Beerdigung meiner Großmutter und war deswegen sehr traurig und wütend, auch wenn ich damals noch nicht viel verstanden habe vom Tod.
Liebe Grüße und mein Beileid.
Melli

Beitrag von melina24-09-07 23.03.10 - 11:53 Uhr

Oh mann mein herzliches beileid, du machst ja in einer woche soviel mit wie andere nichtmal in 10 jahren!Also mein Opa is vor nem monat gestorben und meine Kleine ( auch 2 1/2) war auch dabei! die kleinen verstehen das zwar noch nicht sogut aber der Große schon! die kleinen fragen dann zwar "wo is uropa" aber wir haben ihr erklärt dass er jetzt auf einer Wolke sitzt und aufpasst! Meine cousine war 7 als unsere oma gestorben ist und mein onkel und meine tante haben sie sogar zur beisetzung mitgenommen! (da wird der sarg nochmal aufgemacht!) das finde ich jetzt persönlich nicht gut aber gegen beerdigungen spricht ja nix!

#kerze #kerze #kerze für deine Lieben!

#kerze für Opa 24.02.2010 (mit 76 Jahren)
#kerze für Papa 20.07.2007 (mit 42 Jahren)
#kerze für Oma 28.07.2006 (mit 69 Jahren)
#kerze für Opa 28.11.2004 mit 71 Jahren

Beitrag von lieke 24.03.10 - 15:31 Uhr

Hallo,

ich würde das immer davon abhängig machen, was dein Gefühl dabei ist, wie das Verhältnis zum Verstorbenen ist und wie du die Situation vor Ort einschätzt.

Meine Kinder waren fast 4 als sie bei der Beerdigung ihres Bruders waren. Ich war skeptisch, sie mitzunehmen, aber alle, die uns im KH begleitet haben, haben uns dazu geraten. Es war richtig!

Im Jahr danach starb die Uroma, der Bruder eines Klassenkameraden, ein guter Freund von Papa und der Opa. Sie sind überall mit dabei gewesen. Es war genauso "normal" wie es für mich als Erwachsenen ist, soviele Sterbefälle auf einmal zu haben, also nicht normal. Aber es ist gut, dass sie wissen, wo sie jetzt sind. Wenn du einfach nur das Grab präsentierst kommen eh Fragen, wie "wie kommt die Oma denn da rein, ist es da dunkel usw"?

Ich würde dafür sorgen, dass du ggf weggehen kannst, wenn du siehst, daß sie es nicht packen. Oder jemanden bitten, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie sollten nicht gezwungen werden, die ganze Zeit zu bleiben, weil es nicht anders geht.
Kinder gehen an so etwas mit einer gesunden Neugier und haben ganz andere Assoziationen damit wie wir. Wenn ihr es zusammen mitmacht, könnt ihr auch eure traurigen Momente telien und sie fühlen sich nicht ausgegrenzt, weil Trauer etwas für Erwachsenen ist.

Es sind meistens die Erwachsenen, die Angst vor dem Umgang mit dem Tod haben und diese Ängste auf die Kinder schon so früh übertragen, eben weil sie sagen, "das ist nicht für Kinder". Ich halte das für falsch.

LG,
Lieke