Falsche Zeit,falscher Ort-und doch alles real-kein Traum

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von tearsie 21.03.10 - 22:21 Uhr

Was ist die Geschichte meines Lebens?Wie sieht sie aus?Was bedeutet sie?Warum schreib ich sie auf?
Viele Fragen...keine Antworten.
Vielleicht schreib ich sie auf,weil es mir leichter fällt,als darüber zu reden...
Es ist alles nicht einfach,jeder hat so seine Schwierigkeiten im Leben,es gibt überall diese Hochs und Tiefs,
doch manchmal denk ich,das ich Unglück anziehe.
Ich frag mich manchmal..."Warum gerade ich?","Warum denn jetzt?".
Jeder kennt Schmerz,Trauer,Unglück...und und und...doch warum passiert es alles jetzt,zu dieser Zeit!?
Alles hat 1998 angefangen.Jeder weiß,wie es ist,wenn man einen Menschen verliert,den man liebt oder der einem viel bedeutet,
nicht nur,wenn man ihn aus den Augen verliert,sondern wenn dieser Mensch,einfach nicht mehr wieder kommt,
wenn er für immer verschwunden ist...
Wir waren draußen,im Park,haben gelacht,gespielt,ich war 14.
Was sollte man sonst großartig machen in dem Alter!?
Um 18 Uhr gabŽs immer Abendbrot,also ging ich nach Hause,aber da hab ich nicht geahnt,was noch passieren würde.
Ich kam durch die Tür,kein Geruch von dem Essen,totale Stille.
Ich ging ins Esszimmer,sah meine Mutter an,die Tränen in den Augen hatte und eine Freundin meiner Mutter saß daneben.
Meine Oma war krank,lange krank,doch wir dachten,sie würde wieder gesund werden,aber sie hat wohl geahnt,
das sie bald sterben würde.
Ich sah meine Mutter in die Augen und sie sagte mir,das um dreiviertel 6,die Uhr stehen blieb,die meine Oma,meiner Mutter
damals geschenkt hatte.
Da wusste ich,was passiert ist.Meine Oma war tot.
Ich nahm meinen Haustürschlüssel und rannte,ich rannte so schnell ich konnte,bin zu einer Freundin gerannt,
die ich fragte,ob sie mit mir rauskommen würde,doch sie wollte nicht.
Mir liefen Tränen in den Augen und sie hielt mich fest und ich erzählte ihr,was passiert sei.
Sie tröstete mich und irgendwann ging ich wieder nach Hause und danach fehlt mir jede Erinnerung.
Sechs Tage später war die Beerdigung.Wir saßen alle in der Halle.
Meine Mutter stand vor dem Sarg und schüttelte nur den Kopf.
Ich hab versucht,nicht zu weinen,doch als ich das sah,konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten.
Wie der Pastor redete,wusste ich endlich,was meine Oma für ein Leben geführt hatte.Ich fandŽs schön,was er da erzählt hat.
Das schlimme war der Weg zum Grab...ich kann mich genau dran erinnern.
Ich war oft da und hab mit meiner Oma geredet,als wär sie noch da.
Genau ein Jahr später,blieb diese Uhr wieder stehen,um die gleiche Zeit und da weiß ich,das meine Oma immer noch irgendwie da ist.
Ein halbes Jahr später,im Juli starb mein Onkel.
Ich hab ewig überlegt,ob ich zur Beerdigung gehe,aber ich wollte irgendwie nicht.
Wenn ich ihn gesehen habe,hab ich immer mit ihm erzählt und ich weiß noch,wie ich damals mit ihm auf Žner Bank gesessen habe.
Wir haben geredet und er hat mir immer Geld gegeben,obwohl er selbst nicht viel hatte.
Und ich werde mir niemals verzeihen,das ich damals zur Loveparade gefahren bin,anstatt mich zu verabschieden.
Das war ein schlimmer Fehler von mir und ich könnte mich heute,dafür ohrfeigen.
Zwei Jahre war das Leben ganz normal,bis auf den ständigen Liebeskummer,der immer da war,der nie ein Ende hatte...
Im September 2000,als ich 16 war,da ging es weiter.
Ich weiß nur,das am 30. September,glaub ich,ein Fußballspiel in Wittstock sein sollte.
Steven,den ich aus der Schule kannte,der immer voller Witz war und mit dem ich sehr gut klar gekommen bin,
war morgens spät dran.
Er ist mit seinem Motorrad wohl ziemlich schnell gefahren und in einer Kurve soll er diese geschnitten haben und frontal ins Auto gefahren sein.
Ich weiß nicht wirklich,was passiert war.Als ich davon hörte,war ich geschockt.
Er ist dann in die Unfallklinik nach Berlin geflogen worden.
Abends saßen wir bei einer Freundin und vor Angst und irgendwie war Schmerz da,fing ich an,zu kiffen.
Ich dachte mir,jetzt ist so oder so alles egal.
Wieder ein scheiß Fehler von mir.
Einen Tag später erfuhr ich,das er Hirntot sei und das er nie wieder so sein würde,wie er mal war.
Er hat damals gesagt,wenn ihm mal was passieren würde und wenn er "anders" sein würde,würde er nicht mehr leben wollen...
und so geschah es.
Am 2. Oktober erfuhren wir,das die Geräte abgeschalten wurden,die ihm am Leben hielten.
Seine Organe wurden zur Spende freigegeben.
Ich ging zu einer Freundin und fragte sie,ob sie mitkommen würde,wenn die Beerdigung ist.
Sie wusste von nichts und ich sah dann ihre Augen,voll geschockt.
Wir fuhren noch an die Unfallstelle,um Blumen dort hinzubringen.
Ich stand da,legte ihn ein Schlüsselanhänger und die Blumen hin.
Ich brach zusammen,saß auf der Straße und weinte.
Ein Freund hielt mich fest,drückte mich und brachte mich ins Auto.
Wir sammelten für einen Kranz.
Die Beerdigung war wohl glaub ich,2 Wochen später.
Wir kamen in Meyenburg an und gingen zusammen zum Friedhof.
So viele Menschen und in ihren Gesichtern so viel Schmerz und Trauer.
Die Rede hörten wir über Lautsprecher,doch ich konnte nicht mehr weinen.
Sie spielten sein Lieblingslied "Nur die besten sterben jung" und er war erst 16.
Der Weg zum Grab dauerte bestimmt 45 Minuten und da stand seine Familie mit rotunterlaufenden Augen.
Ich wollte nur weg von da.
Ich wollte nach Hause.
Man hat noch nicht mal den Tod von Steven verkraftet,da passiert schon das nächste.
Ich hab bei einer Freundin geschlafen und morgens um halb 9 wurde ich wach,durch das Tatütata eines Krankenwagens.
Hab mir nichts dabei gedacht,ging dann nach Haus,um mich zu duschen und am nachmittag trafen wir uns in der Bushaltestelle.
Meine Freundin sah mich an und sagte ganz schlicht "Kai ist tot!".
Ich habŽs ihr nicht geglaubt.
Dann hab ich irgendwie erfahren,das er und sein Freund wohl von der Disco nach Hause wollten,wo sie nie ankamen.
Sie sind vor einem Bahnübergang gegen einen Baum gefahren.
Kai war sofort tot und Tino starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Wir waren irgendwann an der Unfallstelle,um auch da Blumen hinzubringen.
Jetzt stehen bei Steven und Kai Kreuze.
Auf dem einen ein Name und auf dem anderen zwei.Ich habŽs nicht geschafft,zur Beerdigung zu gehen.Das konnte ich nicht.
Ich hab mir vorgenommen,niemals wieder auf einer Beerdigung zu gehen,doch wie es das Schicksal will...
Wir waren dann da,als alles vorbei war.
Zu dieser Zeit hab ich grad in Pritzwalk gearbeitet.
Wir hatten Besuch zuhaus,abends rief Žne Freundin an,sie würde gleich lang kommen.Sie hätte mir was wichtiges zu sagen.
Es war der 2.Weihnachtstag.Sie kam zu mir und sagte einfach nur "Es ist wieder was passiert!".
Ich hab gedacht,das es ein Witz sei.
Sie meinte nur Stefan,den ich auch aus der Schule kannte,hatte sich glaub ich,am 25. Dezember das Auto seiner Eltern genommen,
obwohl er keinen Führerschein hatte,um damit zum Tanz nach Stepenitz zu fahren,doch auch er kam da nie an.
Ich weiß nicht,was da passiert ist,aber ich weiß,das er gegen einen Baum gefahren ist.
Ich bin nie zur Unfallstelle gefahren und war auch nicht zur Beerdigung.
Seine Eltern kamen nach Pritzwalk und haben seine letzten Sachen abgeholt.Mir schossen tausende Gedanken durch den Kopf.
Hab nur weggesehen,damit ich die Augen der Eltern nicht sehen musste.
Im Klassenzimmer stand ein Bild auf seinem Tisch und eine Kerze.
Der Lehrer hatte irgendwas erzählt und die Worte,die er zum Schluß sagte,waren nur..."wegen eines tragischen Unfalls...",
an mehr kann ich mich nicht erinnern.Das war alles so traurig.Es zerriss mir das Herz.
Ich fing an Gedichte zu schreiben,fing an zu malen,um endlich mal diese Gedanken wegzubekommen.
Doch irgendwie half nichts...
Keiner hat gedacht,das es mal unsere Leute treffen würde.
2001 fing ich mit der Lehre an.Ich hab keinen Monat da gearbeitet,da kam der nächste Schlag.
Ich stand am Thresen,eine Freundin kam an,hielt mir ihr Handy vor die Nase und ich sollte diese Nachricht lesen,
wo drin stand,"Dulli aus Freyenstein hat sich tot gefahren!".
Ich ging auf mein Zimmer und weinte.Ich hab mich gefragt,ob es denn nie aufhören würde.
Ich wußte nicht,was ich machen sollte.Immer wieder das selbe.
Ich war am Boden zerstört,doch ich musste weiter arbeiten.
Als wir nach Hause fuhren,haben wir erfahren,was passiert ist.
Er wollte zur Arbeit,doch er war wohl in Eile.
Keiner weiß,wie es passiert ist,doch er war wohl sofort tot.
Uns wurde gesagt,das er friedlich aussah,als wenn er nur geschlafen hätte.Er ist frontal gegen einen Baum gefahren.
Der Motor des Autos lag auf seinen Beinen.Das Auto war zusammengefaltet,wie eine Kiste.
Das Foto in der Zeitung ließ mir Tränen über die Wangen laufen.
Es war der 2. Oktober,als er starb,genau wie Steven,nur ein Jahr später.
Der Tag der Beerdigung war da.
Es waren so viele Menschen da.Die Rede des Pastors hörten wir über Lautsprecher.Es war zu hören,wie seine Mutter in der Halle weinte
und da lief mir die Angst,die Trauer,wie ein kalter Schauer über den Rücken.
Ich glaube,er hatte einen weißen Sarg mit blauen Rosen,aber genau kann ichŽs nicht sagen..
Das Lied "Candle in the wind" spielte und da war alles vorbei.
Nach der Beerdigung sind wir alle zur Unfallstelle gefahren und haben dort jede Menge Rosen hingelegt.
Wir waren alle unfassbar.
Dann sind wir alle nach Hause gefahren.
Wir haben gehofft,das es endlich vorbei wäre und zwei Jahre lang ist nichts gewesen...zum Glück!!!
Ich hatte oft Albträume gehabt,hab uns immer wieder am Friedhof stehen sehen.
Da konnte ich kaum hochgehen,denn dieser Schmerz saß so tief.
Dann das,was niemand gedacht hatte.Kaum hatten wir dieses verkraftet,kam das nächste Unglück,das ich nie im Leben vergessen werde.
Es war Reiterfest,der 31. August 2003.
Es war warm und auf dem Platz hatten wir keine Lust mehr zu bleiben.
Wir sind nach Fincken zum See gefahren und zur gleichen Zeit wollte Marcus wohl noch eine letzte Runde drehen,
weil sein Auto nächsten Tag verkauft werden sollte,doch niemand hatte gedacht,das das für immer die letzte Runde gewesen sein soll.
Am See haben wir ein bißchen gesessen,gequatscht...und und und.
Mein Telefon klingelte,meine Mutter war dran und ihre Worte waren "Hier ging grad die Sirene,Otti und Christian Müller hatten einen Unfall!".
Irgendwie haben wir geahnt,das etwas schlimmes passiert ist,aber ich hab versucht meine Freundin zu beruhigen und ihr gesagt,
wir sollten uns nicht so verrückt machen,das wäre falsch,doch ich wusste,es ist was schreckliches geschehen,doch es war nicht Christian Müller,
der einen Unfall hatte und auch nicht Otti,sondern sein kleiner Bruder.
Wir wussten nicht,wo der Unfall passiert war,doch als wir in Freyenstein ankamen,sahen wir überall Notarzt,Krankenwagen und Feuerwehren,
überall Blaulicht und Menschen.
Ich stand da,konnte mich nicht bewegen vor Angst.Wir wussten nicht,wie es ihm geht.Ich fing an zu weinen,wenn man das weinen nennen kann.
Ich hielt mir die Hand vor dem Mund,weil ich das alles nicht fassen konnte...
Ein Freund ging hin,kam zurück und schüttelte nur mit dem Kopf.
Meine Beine zitterten,ich konnte mich nicht halten.Man hielt mich fest und nahm mich beiseite.
Eine Freundin schrie und brach zusammen.
Ich rief ihre Mutter an,die runterkam und wir brachten sie nach Hause.
Irgendwann stand ich da,verabschiedete mich mit Tränen in den Augen von einem Freund,der zur Arbeit fuhr.
Da kam ein Leichenwagen ganz langsam vorgefahren,seine Eltern und sein Bruder kamen zur Unfallstelle.
Ich wußte nicht,was ich machen sollte...ich sah sie und brach zusammen,eine Freundin hielt mich mit einem Freund fest.
Sie wollten mich nach Hause bringen,doch ich war starr und stumm,wollte nicht weg.
Man hat die Stimmen vom Staatsanwalt und der Feuerwehrmänner gehört.Ich kann von Glück reden,das ich nicht zuhause war zu der Zeit,
sonst wäre ich wahrscheinlich noch mit der Feuerwehr rausgefahren.
Meine Mutter rief an,fragte mich,wo meine Schwester sei,
doch ich fand sie nicht.Irgendwann stand sie da und ging auch bald nach Hause.
Ich weinte,ich schrie,ich konnte mich nicht halten.
Ich hab gewartet,bis das Auto abgeholt wurde.
Ich bin bis zum Markt gegangen und da stand Christian.Er hielt sich für einen "Mörder!".Er gab sich die Schuld für alles.
Er hat nur gesagt,das er hinter ihm gefahren ist und das er den Telefonmast hochgefahren ist,gegen die Scheune und das Auto kam kopfüber wieder runter.
Er war nicht angeschnallt,der Airbag ging nicht auf,er ist hinten durch die Scheibe geknallt.
Er hat ihn noch einmal angesehen,Marcus holte wohl noch ein letztes Mal Luft und hat dann die Augen zugemacht.
Ich hab gehört,das der Tacho in seinem Auto bei 140 km/h stehen geblieben ist und das er außer seinen schweren Verletzungen,
einen Genickbruch hatte.
Nächsten Tag hab ich mich mit einem Freund getroffen und hab an der Unfallstelle Blumen und ein Gedicht hingelegt.
Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen,habe nur geweint.
Der Tag kam,an dem die Beerdigung sein sollte.
Wir waren glaube ich,hunderte da oben.Ich stand nah an der Halle,hab nur auf den Boden gestarrt.
Wollte nicht weinen.
Dann kamen die Lieder aus den Lautsprecher."Abschied nehmen,KnockinŽ on heavens door" und "DonŽt say goodbye".
Bei dem Lied Abschied nehmen sah ich Christian.Er war voller Trauer,er fing an,laut zu weinen und dann schossen mir innerhalb von sekunden,
die Tränen in die Augen.
Der Sarg wurde rausgetragen,man hat sich immer gewünscht,mal alte Freunde wiederzusehen und nun waren sie alle auf der Beerdigung.
Es war still um mich herum,ich hatte sein Bild im Kopf.
Langsam kam ich seinem Grab näher und ließ die Rose fallen.
Ich sah die Familie dort stehen und ich hab es nicht geschafft das Weinen zurückzuhalten.
Ich war so unfassbar,ich wollte es nicht wahrhaben.
Ich hab gedacht,es ist alles nur ein böser Traum.
Marcus sein Onkel brach zusammen.Ich ging dort vorbei.
Wir trafen uns dann am Eingang und gingen alle zusammen zum Marktplatz.
Seine Mutter hat gesagt,das sie uns gern bei der Trauerfeier sehen wollte.
Wir haben überlegt,ob wir dahin gehen sollten,doch nach langer Zeit gingen wir dort hin,seiner Mutter zuliebe.
Wir haben über Marcus erzählt und haben darüber gelacht.
Als ich nach Hause ging,fasste ich Dennis nochmal an den Arm,um ihn irgendwie zu sagen,das es uns alle traurig macht
und das er es schaffen würde.
Doch noch nicht mal ich hab es geschafft,darüber hinwegzukommen.
Ich sehe die Bilder,habe die Gedanken und träume oft davon.
Das war der Tag,an dem Alles in mir starb,doch das war noch nicht alles...
Am 7. September 2004 gab es den nächsten Unfall.Ein paar Tage später rief mich eine Freundin an und sagte mir,ich solle die Zeitung aufmachen.
Ich sah die Todesanzeige einer Freundin,mit der ich zusammen gelernt habe.
Ich hab es nicht geschafft zur Beerdigung zu gehen.
Ich weiß nur,das sie auf dem Weg nach Hamburg auf der Autobahn eingeschlafen ist und in die Leitplanken fuhr.
Manchmal denk ich wirklich,das alles hört nie auf.
Ich hab solch eine Angst,das es noch nicht alles war.Ich hab solch eine riesen Angst...
Das war die Geschichte meines Lebens,die ich nie vergessen werde,nie!!!


Ich hoffe,ich hab euch nicht gelangweilt...Iris

Diesen Beitrag hatte ich mal vor Jahren hier reingesetzt in der Hoffnug,es sei alles,aber nein...,denn im Mai 2008,am Geburtstag meiner Eltern(haben beide am selben Tag Geburtstag),hat man meinen Onkel erhängt aufgefunden,aber er hat sich nicht das Leben genommen,nie und nimmer.
Er war viel zu fröhlich und liebte das Leben,hatte sehr viel Kohle,n super Job,hat sich dann mit seiner "Geliebten" wegen einem Haus gestritten(er hat Häuser gebaut),ist dann wütend gewesen,weil sie in einem Haus ne Party steigen ließ,das nächsten Tag verkauft werden sollte,hatte beim Catering-Service Essen bestellt,sich ein neues Auto gekauft und wollte am Abend noch schnell ein paar Glühbirnen in das neue Haus in die Lampen drehen,Auto blieb auf,er nahm nur den Werkzeugkoffer und die Glühbirnen mit hoch.
Der Nachbar schloß das Auto zu und legte einen Zettel an die Windschutzscheibe,wo drauf stand:"Deinen Schlüssel habe ich oben,hol ihn dir morgen früh"!
Mein Onkel holte ihn nicht ab,also ging der Nachbar rüber und sah ihn dort.
Ich versteh nicht,warum weder die Polizei,noch die Staatsanwaltschaft oder die Tochter(die jetzt im Geld schwimmt),auf mehrere Untersuchungen gepocht haben...Akte geschlossen,obwohl die Kripo gesagt hat,es sehe nicht nach Selbstmord aus...Was ist das für ein scheiß Staat in dem wir leben,wo es keine Gerechtigkeit gibt...keiner von uns ist bis jetzt damit klar gekommen,er hatte die Sonne in seinem Lachen,in seiner Seele,in seiner Stimme...und diese Sonne wird uns fehlen...




Beitrag von yasemin27 22.03.10 - 00:16 Uhr

oh man :-( tut mir echt leid was in deinem leben passiert ist .

ich drück dich mal ganz lieb und wünsche dir vom ganzem herzen dass du nie mehr soviel trauer erleb en musst.

Beitrag von 444444444444444 22.03.10 - 10:57 Uhr

Hallo
Ich weiss viele werden diesen Beitrag nicht verstehen.

Aber deine Oma hatte sicher ein erfühltes Leben und irgendwann mal ist halt das "Leben" zuende. Zu deinen Freunden es ist zwar schade das sie gestorben sind aber in meinen Augen sind sie "selbst schuld." So wie ich gelesen habe haben sie alle Autounfälle selbst verschuldet.

Natürlich sind es deine Freunde aber deswegen verbaust du dir dein eigenes Leben? Ich würde an deiner Stelle echt mal in Erwägung ziehen dir ärztliche Hilfe zu holen.

Das mit deinem Onkel es ist zwar traurig aber da keiner genau weiss was passiert ist hilft es auch dir nicht weiter wenn du auch hier Jahrelang grübelst.

Wichtig ist für dich das du wieder anfängst zu Leben.
Der Tod gehört nun mal zum Leben und er wird dich auch noch öfters "begleiten".

Beitrag von anyca 22.03.10 - 16:31 Uhr

Doch, ich verstehe Dich. Eine Tante von mir liegt gerade im Sterben und wir hoffen einfach, daß es ein schneller und sanfter Tod wird. Sie ist 84 und klar hätte man es ihr gegönnt, daß sie munter 100 Jahre alt wird, aber wenn ein alter Mensch geht, muß man das auch akzeptieren. Bzw. natürlich vermißt man die Person, aber es als besonders schlimmes Schicksal hinzustellen, wenn die Oma stirbt, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen.

Die Unfälle sind natürlich tragisch - aber bei 140 nicht angeschnallt, was soll man dazu noch sagen?

Das ein Selbstmord die Angehörigen sehr verstört zurückläßt, kann ich natürlich schon verstehen.

Mir fällt aber eben schon auch auf, daß ich genauso eine Liste (vom Großvater über die an Drogen verstorbene Schulkameradin bis zum Baby der Nachbarin) aufstellen und mich als vom Schicksal gebeutelt hinstellen könnte, aber auf die Idee würde ich gar nicht kommen, weil der Tod eben zum Leben gehört, wie Du schon sagst.

Beitrag von claramia333 22.03.10 - 20:00 Uhr

Ich kann Dich so gut verstehen. Das hätte meine Geschichte sein können. Ich habe im Jahr 2000 meinen Führerschein gemacht und auch gleich beim ersten Mal bestanden. Nur einen Tag danach habe ich am Steuer so eine Panik bekommen, dass ich fast gegen eine Mauer gefahren wäre. Seitdem hat sich das Thema für mich erledigt. Ich habe nach 13 Todesfällen in meinem Familien- und Freundeskreiss aufgehört zu zählen. Darunter war Krankheit, Selbstmord, Verkehrsunfälle.
Heute habe ich unglaubliche Verlustängste,was mir besonders bei meiner kleinen Tochter schwer zu schaffen macht. Ich habe nie mit jemandem darüber gesprochen und versuche auch, das Thema so weit wie es geht zu ignoriern. Ist wahrscheinlich nicht die beste Idee... .

LG Clara
#liebdrueck