Asperger Syndrom?Bitte Rat......kann nicht mehr schlafen..

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von holyqueen 22.03.10 - 11:35 Uhr

Hallo!
Brauche wirklich Rat!Vorweg sei gesagt das ich die nächsten 2Wochen 5termine bei einem Kinderphsychologen habe!
Es geht um unseren Sohn Ben!
Er ist 7Jahre alt und geht in die 1.Klasse!
Ben war schon immer anders,ich kann das so schlecht beschreiben!
Nach der Geburt hob er gleich den Kopf,mit 5Monaten hat er gekrabbelt,mit 10Monaten gelaufen und mit 1Jahr konnte er reden wie ein weltmeister!Er war immer ein Bücherwurm!
Als er 2,5Jahre alt war habe ich wirklich gedacht,was Gott da in meine Arme gelegt hat!Er hat nur geredet,wusste nie wann endlich mal schluss ist und hat mich in die Verzweiflung getrieben!#schmoll
Mit 3,5jahren wurde ein Entwicklungstest gemacht!da war er auf dem stand eines 7jährigen!Habe aber keine Hilfe bekommen und dachte das ich das hinbekomme#heul
Nun bereue ich das!Vor 6Wochen wurde ein Intelligenztest gemacht!IQ 136(das wird aber nun noch mal getestet)
In der Schule fällt er durch seine Unruhe auf!er kann nicht still sitzen,sich schlecht konzentrieren aber ist ein guter Schüler!Besonders Mathe!
Wenn er mit Kindern spielt,ist ihm immer langweilig es sei denn jemand interessiert sich für Aliens,Ufos oder das DS spiel Zelda!Ansonsten fängt er an fies zu werden und die Freunde dürfen nix in seinem zimmer anfassen!
Letzte Woche hat er mich soooo provoziert,da ist die Situation eskaliert!Habe ihn angeschrien,getobt vor Wut und was sagt er zu mir"Kannst du bitte rausgehen,ich will jetzt in Ruhe Bücher gucken1"
:-(Er kennt die Grenze einfach nicht zwischen Nerven und nichtnerven!er schiesst immer über das Maß hinaus!Wiederholt Dinge soo oft,das es schon unangenehm ist!Wenn ich ihn in die SAchranken weisen will,guckt er mich nicht an und weiss andschliessend auch nicht was ich gesagt habe!#kratzTics hat er auch,die mich wahnsinnig machen!Ich ignoriere sie so weit es geht!Gefahr einschätzen ist auch ein Problem bei Ihm!Wenn ich mit ihm schimpfe nimmt er vieles so wörtlich und lacht!ben ist nicht aggresiv oder ein Haudegen,er ist anders als andere Jungs!
Ständig durfte ich mir,Kiga,anhören das er so anders ist!Und das ICH Fehler gemacht habe!
Aber ich habe keine Schuld daran,dass er so ist wie er ist!Ich liebe ihn auch soo sehr,aber ich will ihn einfach verstehen lernen!!Denn er ist mir manchmal sehr suspekt!
Beim vorgespräch aüsserte die psychologin Asperger und Hochbegabung!das wird nun gecheckt!Habe Angst vor dem was da kommt!
Wie soll ich das der Schule sagen?Wie der Familie?Ich brauche infos und eine Hilfestellung!Denn ändern kann ich ihn nicht!
Lg Yvi

Beitrag von emmapeel62 22.03.10 - 12:25 Uhr

Hast denn schon mal bei Google geschaut, da findest du ganz viele Artikel, auch von anderen betroffenen Eltern, zu dem Thema http://www.google.de/search?hl=de&q=asperger+syndrom+hochbegabung&btnG=Suche&meta=&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai= Es gibt auch spezielle Foren in denen du fragen kannst.

Gruß
emmapeel

Beitrag von kaffetante 22.03.10 - 12:36 Uhr

Liebe Yvi,

erstmal Kopf hoch. Aus "Erfahrung" weiß ich, dass die ersten Wochen nach so einer Diagnose erst einmal schlimm sind. Aber ich kann Dich trösten, es verläuft sich und dann bist Du dankbar, dass Du weißt woran Du bist und dass man Euch helfen kann.

Bei meinem ist es ähnlich. Er ist zwar gerade erst vier geworden (Gott sein Dank) und fiel im KIGA "negativ" auf. Zuhause war er immer sehr pflegeleicht. Wir sind mit ihm aufgrund seines Sozialverhaltens zu einer Psychologin gegangen (nicht dass das Verhalten so schlimm war, aber ich war fix und fertig, weil er eben zu Hause anderes war und ich so machtlos). Dort kam raus, dass er vermutlich hochbegabt ist...ich glaube das noch nicht so recht, aber Fakt ist, dass es zu Deinem viele Ähnlichkeiten gibt.

Mittlerweile ist sein Sozialverhalten fast vorbildlich, aber er treibt mich in den Wahnsinn mit seiner Fragerei. Concorde, Titanic usw....Gestern musste ich ne Stunde Reißaus nehmen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Teilweise ist es so schlimm, dass wir ihn zur Oma schicken, damit er die löchern kann. Die Schnute steht nie still. Er hört alles, sieht alles und argumentiert wie ein Erwachsener.

Alles ist immer langweilg, außer was Neues lernen. Zum Glück ist im KIGA ein Junge mit ähnlichen Neigungen, sonst wäre der Gang dorthin auch eine Katastrophe.

Auf die Schule freue ich mich auch schon ungemein #schwitz.

Wie gesagt, Kopf hoch - es kommen Tage, da wirst Du besser damit klar kommen.

LG

Beitrag von elternzeit-papa 22.03.10 - 19:30 Uhr

Hallo,

wenn der IQ Test stimmt (man bekommt aber normalerweise nicht fälschlich zu hohe Werte, höchstens zu niedrige, es sei denn, der Test wurde nicht korrekt durchgeführt), ist das Kind jedenfalls hochbegabt, und somit schon mal "anders".

Das Aspergersyndrom gibt es in verschiedenen Schattierungen, es ist keine "Schwarz-Weiß"-Diagnose. Er muss, wenn er das wirklich hat, bestimmte Dinge, die andere intuitiv beherrschen (z.B. Emotionen beim Gesprächspartner einschätzen) mühsam lernen, und er wird dabei niemals so gut sein wie ein "Naturtalent".

Andererseits: Jedes Kind ist anders und einzigartig. Daran ändern auch diese Sachen nichts. Du musst Klarheit über die Diagnosen bekommen, damit Du Dein Kind so gut wie möglich auf seinem Weg unterstützen kannst, und es wird viele Probleme geben. Aber andere Kinder haben auch Probleme (andere Probleme), und Du schaffst das!

LG

ez-p

Beitrag von jasahe 23.03.10 - 19:50 Uhr

Hallo Du!

Lass Dich mal nicht fertig machen. Psychologen sind auch nur Menschen, die Fehler machen können (zum Thema Asperger); warte ab und bleib ruhig. Mir persönlich wäre die Diagnose lieber als umgekehrt eine zum Thema Entwicklungsverzögerung oder zu niedriger IQ.
Mein Sohn, 11 J., ist auch sehr klug; habe mich geweigert, ihn zu testen. Konnte mit 2,5J. alle Buchstaben schreiben und lesen, mit 3J., jedes beliebige Wort buchstabieren (in Lautsprache natürlich) und mit 4,5 Jahren war es soweit; wir saßen im Auto und das Kind liest auf dem Krankenwagen vor uns: SAMARITER. Ist ja auch das einfachste Wort. Mit 5 Jahren saß er im KIGA mit einem Gleichgesinnten in der Kuschelecke und sie lasen einander Witze aus Büchern vor!!! Grundschule war Langeweile pur; die Lehrerin war aber so gut, dass sie ihn mit Sonderaufgaben immer auf Trab gehalten hat. Nun kam er aufs Gymnasium und hatte im Halbjahr einen Notendurchschnitt von 1,0.
Er hat auch immer wieder Tics; laut KiA deswegen, weil er innerlich unter Druck steht und nicht genügend Herausforderungen hat; z.B. seit Gymnasiumbeginn bis jetzt war Ruhe, jetzt grad haben wir die Phase Kopfzucken. Sozial ist er absolut unauffällig; außer dass er Gerechtigkeitsfanatiker ist. Mit Gleichaltrigen kommt er eher zurecht, wenn sie ihn auf der Intelligenzebene erreichen; ansonsten besser mit Jüngeren, weil er ihnen mehr nachsieht oder mit Älteren, weil sie seinem Intelligenzsinn und Gerechtigkeitsanspruch mehr entsprechen. Ich habe so viele Jahre gehört, dass mein Kind so anders ist - aber irgendwie immer positiv. Komischste Situation war vielleicht die, als er bei der letzten Fußball WM bei so einem Sammeltreff für Sticker mit mir war. Da hatten alle (meistens Erwachsene) Listen mit, welche Sticker ihnen fehlen. Mein Sohn nicht. Er fragte immer nach dem Stickerbündel des anderen (oft 100 Sticker und mehr), ging sie durch und zeigte auf die, die ihm noch fehlten. Es bildete sich eine Traube um uns, weil das niemand glauben konnte, dass er das wirklich konnte.
Mittlerweile hat es sich ziemlich beruhigt, er fällt immer mehr eine überdurchschnittlich gute, aber nicht auffällige Gruppe von Schülern hinein, ist stinkfaul beim Lernen, ist ein Chaotiker und unorganisiert, so gibt es genügend Boden für Kritik und Arbeit; auch für Hochbegabte...

Beitrag von marion2908 24.03.10 - 21:43 Uhr


Hallo Yvi,

das erinnert mich an die Aussage der Kindergärtnerin als Jan 5 Jahre alt war. "Wahrscheinlich ist er Autist", so lautete damals die Aussage. Deine Schilderung trifft haargenau auf meinen Sohn zu. Ich musste damals in ein Zentrum für Autisten. Sie haben ihn dann getestet und gemeint:"Sie haben wohl noch nie einen Autisten gesehen". Habe ich nicht, außer den Film "Rainman". :o) Einen Hauch von Autismus gibt es nicht, so die damalige Dame in dem dortigen Zentrum. Dann lautete die Diagnose ADHS. Als Jan in die Schule kam (IQ 138) entwickelte er sich immer mehr zu einem Außenseiter, er machte nicht mit, ihm war langweilig (zumindest nahm ich das an). Die Lehrerin riet mir zu Ritalin o.ä. Ich habe dann Globulis ausprobiert und sie da Agaricus muscarius C 30 (Fliegenpilz) hat super gut geholfen. Seitdem - so Jan - sei er nicht mehr so giftig. :o)

Die Lehrerin hat angenommen, dass er Ritalin bekommt. Er ist wie ausgewechselt. Versuchs mal, vielleicht hilft es bei Deinem Lütten auch.

LG
Marion

PS: Lass Dich nicht verrückt machen, die Kinder der nächsten Generation sind einfach "anders".

Beitrag von manavgat 25.03.10 - 09:18 Uhr

Ich halte Deinen letzten PS-Satz:

die Kinder der nächsten Generation sind einfach "anders".


für kontraproduktiv.

Sich nicht verrückt machen zu lassen bedeutet hoffentlich nicht, einem Termin mit einer Fachfrau ais dem Weg zu gehen, um sich eine Diagnose oder die Sicherheit dass alles in Ordnung ist abzuholen.

Gruß

manavgat

Beitrag von marion2908 15.05.10 - 23:58 Uhr



Hallo Manavgat,

ich war bei mehrern Fachmännern und Fachfrauen und bekam Diagnosen der unterschiedlichsten Art. Mit Sicherheit konnte mir von denen keiner sagen was mit Jan "los ist". Im Gegenteil mir konnte KEINER sagen, ob ihm was fehlt, oder ob er das eine oder andere "zu viel hat". Ich war auf dem besten Weg verrückt zu werden, weil ich von einem Termin zum anderen gegangen bin. Erst als das Procedere aufgehört hat, kam wieder Normalität in unser Leben.

Angefangen hat alles im Kiga, angeleiert von den Erziehern u. a. Dann in der Schule ging es weiter, hier wurde uns von den Lehrern angetragen, Jan wiederholt "testen" zu lassen.

Das ganze war kontraproduktiv! Denn es wirkte sich kontraproduktiv auf Jan aus. Und: Jan ist nicht der einzige, denn die Wartezimmer sind überfüllt und Termine dauern bis zu sechs Monaten bei den Fachmänner und -frauen. Es wächst eine ganz andere Generation auf, die mit ganz anderen Dingen klar kommen muss als wir, ist so.

Liebe Grüße
Marion