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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von diba 22.03.10 - 14:57 Uhr

hallo

ich bin mutter von 3 kindern. meinen grossen sohn habe ich mit in die ehe gebracht,gemeinsam habe ich noch mit meinem mann 2 kinder bekommen. alles läuft eigentlich ganz gut. nur mein grosser (9 jahre) macht mir momentan sehr viele schwierigkeiten.

er beklaut uns seit einem halben jahr. es sind so kleinigkeiten,wie süsses usw...also im grunde nichts wertvolles,doch das vergehen ist das selbe.er kann uns auch nach etlichen gesprächen nicht erklären,warum er das tut. und aufmerksamkeit bekommt er sehr viel (frühchen,30ssw,leben hing am faden). er wird von allen genauso verwöhnt,wie die anderen beiden.

in der schule ist er jetzt schon 1 mal sitzen geblieben und wiederholt somit zur zeit die 2 klasse. er ist ein sehr soziales kind,hat sich nie mit irgendjemanden gestritten,bzw ist handgreiflich geworden. es gab nie klagen,ausser er ist sehr unkonzentriert.

naja,jetzt ist es ein 2 mal total ausgeratet. er soll von der schule aus noch nachmittags 15 min lernen. da so schönes wetter am donnertsag und freitag war,haben wir ausgemacht er holt es am wochenende nach. da ist er so dermassen ausgerastet,beschimpfte meinen mann als arschloch#schock und sprang an eine neue wohnungstüre mit den worten "ihr seit alle blöde,ich mache euch jetzt eure arbeit kaputt)#schock

er hat sich kaum beruhigen lassen,hat rumgeschrien als ob ihm etwas passiert...

ich habe dann erstmal versucht,die situation zu endschärfen und habe alle erstmal in verschiende zimmer geschickt,damit sich jeder beruhigen kann.

hinterher haben wir uns mit ihm unterhalten und auch dort das problem,er kann uns nicht sagen,warum er sich so verhalten hat. es kam jetzt zum 2 mal wie aus heiterem himmel.


ich habe einfach angst,davor wie er bald,wenn er noch grösser ist,sich verhält. wir versuchen hier alle unser bestes,es scheint nicht zu reichen.

er ist auch nicht eifersüchtig,er liebt seine geschwister beide abgöttig. ach,vielleicht sollte ich erwähnen,er weiss von seinem erzeuger nichts,ist mit meinem mann aufgewachsen.


was würdet ihr machen? ich traue mich auch nicht,damit jemanden um hilfe zu bitten. die denken doch sofort,och die ist so jung,3 kinder,das kann doch nicht gut gehen.

ich bin mit meinem latain wirklich am ende....und wir sind extra vor 2 jahren in ein toller dorf,bzw stadtteil gezogen,in der die kinder super aufblühen dürfen und noch mal kind sein dürfen,tolle schule usw....


habt ihr einen rat für mich?


liebe grüsse diana mit leon,robin und lana

Beitrag von lisasimpson 22.03.10 - 18:04 Uhr

"r weiss von seinem erzeuger nichts,ist mit meinem mann aufgewachsen."

dann wäre mein erster rat:
das muß schnellstmöglich nachgeholt werden (ich empfehle dazu z.B. das buch von Irmela Wiemann "wie viel wahrheit braucht mein Kind"- könnte einiges für euch klären!

zum zweiten denke ich, daß ihr euch von der vorstellung verabschieden dürftet, daß ein kind nicht eifersüchtig ist- ein kind ,daß spürt, daß es "anders" ist als seien geschwister zudem nochmal in einem besondern maße.

ich würde in dem fall eine erziehungsberatungsstelle empfehlen, denn hier ne "ferndiagonse" zu stellen ist sehr schwierig.

lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 22.03.10 - 20:07 Uhr

Eigentlich kann ich mich dem klugen Mädchen aus Springfield nur anschließen.

Beim stehlen von Süßigkeiten würde ich den Tipp geben, die Ursache des Folge-Problems zu überdenken. Ich halte es für ziemlich normal, dass ein Kind mit 9 Jahren selbstständig an den Kühlschrank geht, wenn es einen Schluck Milch trinken will, sich selbstständig ein Toast mit Nutella machen darf, wenn es Hunger hat oder sich einfach mal einen Apfel aus der Küche nehmen darf. Ich würde meinem Sohn wegen solcher Handlungen nicht als Dieb bezeichnen. Vielleicht ist er hier einfach schon alt und reif genug, dass man das auch mit den Süßigkeiten so handhaben kann. Er lernt in der Schule auch das Lesen, Rechnen und Schreiben - ich kann mir nicht vorstellen, dass ein vernünftiger Umgang mit Süßigkeiten für ihren Sohn nicht genau so einfach zu erlernen wären.

Wenn Sie (oder die Schule) das Gefühl haben, dass das Problem für die schulische Leistungen Ihres Sohnes seine Konzentrationsfähigkeit ist, würde ich raten, diese gezielt zu trainieren. Das schöne daran ist, dass das ganz spielerisch funktioniert und ihrem Sohn sogar - im vergleich zum lernen - Spass macht. Noch toller ist, dass das alles Übungen/Spiele sind, die man eigentlich mit der ganzen Familie spielen kann. Dann sind Kinder eigentlich besonders motiviert. Im Magazin Focus-Schule gab es vor einigen Jahren einen sehr interessanten Artikel mit dem Titel „Erfoglsfaktor Konzentration“, der viele nützliche Tipps, die in der Praxis auch durchführbar sind, bietet. Sie können den Artikel auf der Internetpräsenz des Verlages nachlesen (http://www.focus.de/schule/lernen/forschung/tid-8441/lernen_aid_231944.html). Sie finden dort auch eine Kategorie mit dem Titel: „Video-Lerntipps“, wo es viele interessante Informationen zu den Themen gibt, wie Kinder am besten lernen können. Wie man sie motivieren kann - warum Motivation so wichtig ist, wie Musik und Sport aber auch Nahrung und Schlaf eine sehr wichtige Rolle spielen.

Eigentlich können Kinder mit 9 Jahren Probleme bereits sehr gut artikulieren. Aber als Vater weiß ich auch, wie schwer es ihnen manchmal fällt, diese auszusprechen. Worauf würden Sie denn Tippen, was ihm auf dem Magen liegt? Im Regelfall ist der erste Gedanke - egal wie absurd er auch sein mag - eigentlich der richtige. Für mich als außenstehenden Dritten kommt zunächst einmal Frustration in Frage (bedingt durch das Wiederholen der Schulklasse oder auch diesen zusätzlichen Lerneinheiten); die Situation mit dem unbekannten leiblichen Vater und auch Eifersucht. Gerade Eifersucht kann unheimlich viele Ausprägungen haben. Eifersucht kann bereits entstehen, wenn er sieht, wie z.B. sein 6-Jähriger Bruder eben spielen darf und nicht für die blöde Schule lernen muss. Die Reaktion Ihres Sohnes impliziert eigentlich, dass ihn irgendetwas - auch wenn es für sie nicht ergründlich ist - frustriert haben muss. Was käme da in Frage? Oder haben Sie früher (die Jahre 5 bis 8) schon mal das Gefühl gehabt, das die Toleranzgrenze für Frustration bei ihrem Sohn eher gering ist?

Gibt es denn neben hin-und-wieder stehlen von Süßigkeiten und diesen 2 extremem Reaktionen noch weitere Situationen, die ihnen in den letzten Wochen/Monaten spanisch vorkamen oder - mit denen Sie zumindest nicht gerechnet hätten? Zumindest zwischen den Zeilen ließt sich raus, dass das, was Sie geschrieben haben, das Fass nur noch lediglich zum Überlauf gebracht hat. Kann natürlich sein, dass ich mich hier Irre - Sie wissen das schließlich am besten :-p

Abschließend kann ich Ihnen eigentlich nur sagen, dass, wenn Sie sich für solche Probleme professionelle Hilfe suchen (Erziehungsberatung o.ä.) niemand mit den Zeigefinger auf ihnen zeigen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie in der Vergangenheit hier in der „Öffentlichkeit“ sehr schlechte Erfahrungen gesammelt haben. Aber dort arbeiten fähige und einfühlsame Menschen, die Ihnen, Ihrer Familie und vor allem Ihrem Sohn wirklich helfen können; wenn Sie das Gefühl haben, dass die Situation mit ihren Sohn außer Kontrolle gerät. Je früher Sie diesen Schritt in Erwägung ziehen, je leichter wird es, ein mögliches Problem auszumerzen. Denn sollte wirklich ein ernstzunehmenderes Problem vorliegen, dieses mit der Zeit erfahrungsgemäß eher schlimmer anstatt besser wird.

Beitrag von diba 23.03.10 - 11:07 Uhr

ich danke dir vielmals für deine ausführliche hilfe....habe die ganze nacht über das was du geschrieben hast nachgedacht und werde meine einstellung ein wenig ändern.

werde mir dann auch hilfe holen und mit meinem sohn,viel,viel reden.




herzlichen dank für deine hilfe#liebdrueck

Beitrag von yvonnechen72 22.03.10 - 20:48 Uhr

>er weiss von seinem erzeuger nichts,ist mit meinem mann aufgewachsen.<

Meinst du damit, dass er nicht weiß, dass dein Mann nicht sein Vater ist oder weiß er es und kennt nur seinen Erzeuger nicht.
Sollte ersteres der Fall sein, solltet ihr ihn möglichst bald darüber aufklären.
Ich weiß nicht warum, aber mein erster Gedanke war der, dass sein Verhalten mit der Tatsache zu tun hat, dass dein Mann nicht sein Vater ist.

LG yvonne

Beitrag von petra1982 23.03.10 - 07:06 Uhr

Ihr hättet ihm die Wahrheit wohl lieber früher gesagt, aber holt es nach.

Er kommt ins teenie alter und wird deshalb so einen aufstand machen