Entscheidung

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mina88 23.03.10 - 12:37 Uhr

hallo alle zusammen #herzlich,

hatte vor einigen wochen berichtet,dass heute die gerichtsverhandlung ansteht,in der entschieden wird,was mit dem Pflegekind passiert,welches meine schwiegermutter zu sich genommen hat...#schock

kurz zusammengefasst:
meine schwiegermutter hat seit ca 3 jahren ein pflegekind.ist ja wirklich schön,dass es leute gibt ,die sowas machen,jedoch ist es so,dass meine schwiegermutter schon immer vollzeit als fillialleiterin,12 stunden jeden tag arbeitet.das kind ist dann meist bei uns bzw wenn nicht bei uns,dann bei nachbarn oder bekannten etc. untergebracht.
sie wird sehr hin und hergeschoben und hat nicht wirklich eine bezugsperson bzw eine art familienleben.
es wird nichts mit ihr unternommen und es wird erwartet,dass der kindergarten alle aufgaben der erziehung übernimmt.Sie hat große Defizite in Sprache bzw grammatik.kann sich sehr schwer ausdrücken.redet oft wiue in baby.macht noch in die hose...egal ob klein oder groß und sie kommt nächstes jahr in die schule,was mir sorgen macht,denn sie wurde schon ein jahr zurückgestellt,jedoch hat sich nicht viel verändert...
naja wie denn auch,wenn es niemand kümmert.
mein freund,der betreut sie zwar bzw holt sie zu uns,solang meine schwimu arbeitet,aber so wirklich sieht er auch keine verpflichtungen sich zu kümmern,worüber wir oft gestritten haben...
das kind wird um 4 ausm kiga abegholt und er brint sie halt dann um halb zehn abends heim...
ich finde das zu spät für ein kind...aber ich bin da wohl die einzige mit der ansicht...




Sorry jetzt ist es doch länger geworden....#schein

nun war heute verhandlung,da das JA der meinung war,dass mehr zeit für das kind da sein sollte etc und ne vollzeitstelle nicht möglich wäre...
ich habe sooooooo sehr gehofft,dass sich heute endlich was ändert bzw das es der maus besser gehen wird und was ist????
nix...der richter meinte,dass es nicht nötig sei kürzer zu treten und sprach somit gegen das JA.meine schwiegermutter konnt sich aus allem gut rausreden und nun geht es so weiter wie zuvor #schock...


ich bin irgendwie geschockt...aber ändern kann ich ja nichts.was meint ihr?findet ihr das rechtens?
sollte man ein pflegekind zu sich nehmen,wenn man es nur sonntags sieht und eigentlich das kind null betreut.stattdessen wieder keine familie bietet,keine liebe,keinen Halt????


ich bitte um meinungen.


vielen dank und lg

Beitrag von winterkindchen 23.03.10 - 12:59 Uhr

Puuh, das ist heftig. Versteh allerdings nicht, warum sich Deine Schwiegermutter rausreden konnte und das Jugendamt den Kürzeren gezogen hat. Als Pflegeeltern bekommt man doch Geld im Monat, damit sich ums Kind kümmern kann, wieso muss man da Vollzeit arbeiten gehen?
Es wird ja einen Grund geben, warum die Kleine nicht in der leiblichen Familie lebt, oder?
Ich finde, das klingt echt heftig. Hast Du das alles mal notiert und dem Jugendamt zur Verfügung gestellt?

Liebe Grüße

Beitrag von carrie23 23.03.10 - 13:20 Uhr

Gegenfrage: Sollte man Eltern die beide Vollzeit arbeiten gehen müssen die leiblichen Kinder wegnehmen?
Wieso ist es normal dass die Großeltern die Enkel betreuen wenn die Kinder bzw. Schwiegerkinder arbeiten aber es ist unnormal dass die Kinder und Schwiegerkinder das Kind der Großeltern betreuen.
Ich finde deine Schwiegermutter hat recht und ich muss ehrlich sagen meine Mutter hat vier Kinder und ist Vollzeit arbeiten gegangen genauso wie mein Vater.
Mein Bruder konnte sich übrigens auch artikulieren also denke ich nicht dass das Pflegekind derart hinten nach ist weil die Schwiegermama arbeitet.

Beitrag von blacknickinblue 23.03.10 - 13:54 Uhr

Das habe ich auch gedacht, als ich das gelesen habe.

Wahrscheinlich sind die Defizite des Kindes eher in seiner Vergangenheit zu suchen.

Beitrag von carrie23 23.03.10 - 13:55 Uhr

Eben, das Problem ist dass man für so eine Meinung oft gleich gesteinigt wird oder eben gar keine Antwort kommt.
In einem anderen Unterforum bekamen die User die ebenfalls dieser Meinung waren auch keine Antwort.

Beitrag von dani.m. 23.03.10 - 14:08 Uhr

Hm, prinzipiell hast du ja recht. Aber i.d.R. kommen Pflegekinder doch aus "schlechten" Familienverhältnissen und brauchen zumindest in der ersten Zeit EINE feste Bezugsperson. Und das ist in dem Fall wahrscheinlich (ich kenne ja die genauen Verhältnisse nicht) eben schief gegangen. Ich zumindest kenne keine Mutter, die nicht beruflich kürzer treten würde, wenn sie merkt, dass es ihrem Kind nicht gut geht. Das sollte doch bei Pflegekindern nicht anders laufen? Und gerade in dem Fall sieht es doch so aus, als ob es dem Kind in der Situation nicht gut geht. Ob es nun physische oder psychische Ursachen hat - eine "gute" (Pflege)Mutter würde das in meinen Augen erst mal abklären, statt weiter zu machen wie bisher und das Kind so lange Zeit anderen zu überlassen.

Beitrag von carrie23 23.03.10 - 17:44 Uhr

SIE erzählt aus ihrer Sicht, wissen wir was davon wahr ist und was nicht?
Das Familiengericht entscheidet selten willkürlich.

Beitrag von dani.m. 24.03.10 - 14:09 Uhr

Das hoffe ich doch! Auch wenn ich oft genug das Gegenteil erlebt habe :-( Aber FALLS es wirklich so zugeht (wovon ich jetzt einfach mal ausgehe) wäre so gut wie jede andere Entscheidung besser gewesen!

Beitrag von raena 23.03.10 - 14:25 Uhr

Für mich ist es ein himmelweiter unterschied ob ein Kind dass in eine intakte Familie geboren wurde, eine gesunde und intakte Bindung zu seinen Eltern hat von seinen Eltern betreut wird, die voll berufstätig sind


oder



ein Pflegekind, das eine kaputte Familie hat, keine Bindung zu Bezugspersonen hat, in der Entwicklung verzögert ist, das entwurzelt wurde (oder gar nie Wurzeln hatte) von jemanden betreut wird, der ihm eine Famile, Liebe, Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Bindung schenken soll (und dafür auch bezahlt wird) und der dann nie da ist!!!! Einem Kind wirklich helfen und damit die Voraussetzungen für ein gesunden Entwicklung (körperlich wie sozial und emotional) kann man damit nicht, das einzige was man verhindert hat, ist das es noch schneller mit dem Kind bergab geht.


Mit Sicherheit ist das Kind nicht "hinten nach" wegen der Schwiegermutter, aber es kommt wegen der Schwiegermutter auch nicht wirklich "hinten vor"

Wenn man sich schon dazu bereit erklärt Pflegemutter zu werden, dann sollte man diese Verantwortung auch ernst nehmen und dies nur tun wenn man sich wirklich um die kaputte Seele eines Kindes kümmern will und kann. .

Beitrag von braut2 23.03.10 - 15:54 Uhr

Ich kann mich noch an die Geschichte erinnern. Und ich kann gar nicht verstehen, wie ein Richter einfach die Bedenken des JA so übergehen kann ?? #kratz
Und ich finde weiterhin, daß jemand, der ganz bewusst ein Pflegekind aufnimmt, daß eine bestimmte Vergangenheit hat, das Kind nicht von A nach B schieben sollte.
Das hat durchaus nix mit Eltern zu tun, die Vollzeit arbeiten gehen. Sowas kann man einfach nicht vergleichen!!
Wie schonmal gesagt, ich kann mir kaum vorstellen, daß sich alles so geändert hat mit Pflegekindern. Mein Bruder hat damals selbst ein Pflegekind aufgenommen, da sind sie als Pflegeeltern immens kontrolliert worden.Der kleine hatte schwere Defizite und meine Schwägerin konnte/durfte nicht Vollzeit weiterarbeiten, weil das Kind sehr viel Zuwendung, Fürsorge und Förderung gebraucht hat, die mit einer Vollzeitstelle nicht vereinbar waren. Und das JA war dort ständiger "Gast" und hat geschaut welche Fortschritte das Kind gemacht hat.

Wie gesagt, wenn es so arg ist wie Du beschreibst...... kann ich die Entscheidung des Gerichts nicht nachvollziehen.
Kümmert sich denn das JA weiterhin um den "Fall" ? Wird das Kind beobachtet bzw. werden irgendwelche Maßnahmen zur Förderung getroffen? Gibt es Familienhelfer, die sich um die Situation kümmern? Oder wird da alles einfach so hingenommen?

Beitrag von unicorn1984 23.03.10 - 20:07 Uhr

Das ist ja echt heftig und traurig, okay ich kenne eine die 6 Wochen jünger als meine Maus ist und besser reden kann als meine aber die ist halt öfter mit im Geschäft gewesen da waren viele Leute und alle haben sich mit ihr unterhalten.

Meine spricht für ihr Alter auch vernünftig, aber der Kindergarten ist doch nicht für die Erziehung zuständig!

Und halb 10 oder so find ich persönlich schon spät ich sag ja nichts wenn man da mal ne Ausnahme macht aber immer ?

Es tut mir so unendlich leid das es soo schreckliche Richter gibt.

Beitrag von p.sylvie 26.03.10 - 11:14 Uhr

Hallo
Ich bin selsbt Pflegemutter, ich hab den anderen Beitrag von dir auch gelesen, nun würde ich gerne etwas dazu sagen.

Es gibt so viele Familien wo die Eltern arbeiten, gnaztags, und diese Kinder werden den Eltern doch nicht abgenommen nur wegen der Arbeit. Dass das Kind ein Zu HAuse bekommen hat, dass es nicht in einem Kinderheim aufwachsen muss, dass es die Normalität eines Familienlebens kennen lernen darf, dass es eine FAMILIE hat die für sie sorgt, DAS ist das was zählt wenn Kinder in Pflegefamilien kommen.
Pflegekinder sind "besondere" Kinder mit vielen vielen Problemen und oft auch Behinderungen.
Die Auffälligkeiten die du beschreibst haben nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass die Pflegemutter arbeitet. Dadurch dass die Kleine in einer Familie lebt, hat sie das grosse Glück dass sie intensiver gefördert werden kann als in einem Kinderheim.
Denks du denn wirklich in einem Kinderheim würde sie auf die Schnelle richtig reden lernen und nicht mehr in die Hose machen?
UNser Pfelgesohn nässt auch ein, macht öfter auch tagsüber in die Hose. Er spricht schlecht, sucht ständig negative Aufmerksamkeit. Er ist aggressiv, ist stark bindungsgestört.
Nun ist er schon fast 1,5 Jahre bei uns , ich arbeite nicht und ich bin auch noch Erzieherin. Trotzdem habe ich es nciht geschafft ihn zu "heilen", was auch nicht wirklich Sinn und Zweck ist.
Pflegekinder haben schon so viel mitgemacht in ihrem Leben, sie haben oft grosse Verlustängste, verfallen in "Babyphasen" weil sie sich dann beschützter fühlen...
usw.. Es gitb so viel das man pber Pflegekinder wissen sollte bevor man urteilt.
Ich hab so oft das Gefühl dass Pfegefamilien auf die "Finger" geschaut wird. Jeder achtet darauf wie man das Kind behandelt und die Fehler die man macht, die werden dick rot angeprangert. Doch Pflegekinder haben das Recht auf ein normales Familienleben, sie haben das Recht auf eine Vorbereitung auf das Leben, und dazu gehören nun mal berufstätige Mütter und auch Eltern die mal Fehler machen und an ihre Grenzen geraten.
Pflegemutter zu sein ist ein harten Stück Arbeit, das nicht im annäherndsten so beazhlt wird, wie man es verdient hätte. Aber am Ende zählt das soliale Engagement.
Wenn du helfen willst, versuch doch der Kleinen eine gute Tante zu sein, verbring Zeit mit ihr, fördere sie....
Lg Sylvie