Meine Mutter..., sorry lang

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von ivenhoe 23.03.10 - 12:40 Uhr

Sorry, ich muss es mal loswerden, es plagt mich schon lange.
Letzten September hatte ich eine Myomoperation, das war auch der Auslöser, dass wir meine Eltern und meine Schwägerin in unseren Kinderwunsch eingeweiht haben. Wir wohnen alle recht nahe beieinander.

Ich hatte keine gute Zeit: die Operation und dann 4 Monate warten, bis man überhaupt wieder probieren durfte schwanger zu werden, waren schwer auszuhalten. An Weihnachten war es besonders schlimm. Das haben meine Eltern auch voll mitgekriegt.
Inzwischen haben wir 2 IUI hinter uns, ohne Erfolg.

Mich stresst einfach, dass meine Mutter nie nachfragt, selbst wenn ich Andeutungen mache, dass wir nun wieder in die KiWu-Kinik gehen müssen. Ihre Reaktion ist höchstens: ja gehen wir doch wieder mal miteinander weg (freier Tag in der Stadt). Als wir letztes Mal so unterwegs waren, habe ich den halben Tag geheult. Aber nie kommt wirkliches Interesse an der Sache auf oder eine Frage, was denn als nächstes läuft, oder dass sie mir die Daumen drückt.

Irgendwie sind wir kürzlich auf meinen Cousine zu sprechen gekommen. Sie hatte das erste Kind ein "Unfall" mit 23 und wollte dann unbedingt sofort ein zweites, was dann aber nicht gleich klappte (inzwischen hat sie 3 auf natürlichem Weg).
Meine Mutter: Ja die Arme hatte eine schwere Zeit hinter sich, die ist ja manchmal fast durchgedreht, weil sie gedacht hat, sie können keine Kinder mehr kriegen. Was die nicht alles unternommen haben, soviel Geld ausgegeben und dann klappts auf einmal von selbst..."

Da komm ich mir einfach super doof vor, ich stehe mitten in dem ganzen Stress und übe seit Jahren, lege mich unters Messer und meine Mutter sagt mir, was für eine arme meine Cousine war. Anstatt sich mal zu interessieren, wie es bei uns läuft.

Im Prinzip habe ich ein sehr gutes Verältnis zu meiner Mutter, umso eigenartiger ist dieses nicht Reden können über ein Thema das ja im Raum steht.

Bin ich zu empfindlich? Könnt ihr mit euren Müttern reden?
Ich weiss manchmal gar nicht, was ich ihr überhaupt noch anvertrauen soll, es kommt ja eh kein Interesse auf.

Danke fürs zuhören,
Grüsse Euch
ivenhoe







Beitrag von alexandraundtom 23.03.10 - 12:48 Uhr

Hey Du,

ich glaube unsere Mamas wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen?! Jedenfalls vermute ich das bei meiner Mama.

Als wir die Icsi Behandlung angefangen haben, habe ich meine Mama auch eingeweiht.

Sie wußte genau, wann die Punktion war und hat mich danach nicht 1 x angerufen um zu fragen wie es mir geht.... Im Gegenteil, sie hat dann am Wochenende drauf bei uns angerufen und uns gesagt wie sauer sie ist, daß mein Mann und ich nicht kommen um beim Holzhacken zu helfen :-[ Dementsprechend habe ich sie auch noch nicht über das Ergebnis der Icsi informiert...

Ich glaube einfach, Menschen die nicht in dieser Situation stecken, können das ganz einfach nicht nachvollziehen....

#liebdrueck
Alex

Beitrag von erongo-simba 23.03.10 - 12:59 Uhr

Hallo!

Oh je, das ist natürlich nicht schön, wenn eure Mütter dafür kein Verständnis haben.

Ich hab da zum Glück bei meinen Eltern ein offenes Ohr, aber das mag auch daran liegen, daß sie damals auch von Arzt zu Arzt gerannt sind und 7 Jahre gebraucht haben, bis ich dann doch als Glückstreffer entstanden bin.

Lasst euch mal #liebdrueck! Ihr schafft das schon, auch ohne die Unterstützung eurer Eltern. Ihr habt euch und eure Partner und das ist das wichtigste!

GLG:-)

Beitrag von cwallace 23.03.10 - 12:59 Uhr

Hallo Du liebe!

Auch meine Mutter ist so... habe versucht ihr zu erklären wo es wahrscheinlich hin geht und wie das Ganze ablaufen wird, aber sie hört dann gar nicht zu dann ist das einzige was sie sagt, dass das aber sehr viel Geld ist und das solle mal schön mein Mann alleine zahlen, da er ja auch der Grund ist, weswegen wir diesen Weg gehen müssen....:-[

Ich weiss nicht warum es Müttern da an einfühlunsgvermögen mangelt...

Evtl. haben einige auch Schuldgefühle, dass es bei ihren Töchtern nicht so klappt... weil sie denken, dass sie das irgendwie Schuld sind... keine Ahnung... irgendwas "verbotenes" in der SS gemacht... oder so ....ich habe keine Ahnung!!!

vlG Conny

Beitrag von harry3 23.03.10 - 13:37 Uhr

Hi! Oh, ich kann dich gut verstehen. Gerade, wenn man ein enges Verhältnis zu seiner Mutter hat, schmerzt es umso mehr, wenn es gerade bei dem Thema keine rechte Nähe gibt. Meine Ma hat auch zu Beginn der Kinderwunschzeit echte "Klopper" gebracht. Als ich das erste Mal erzählte, dass ich traurig bin, dass es nicht klappt, meinte sie, ich solle mich nicht so anstellen, sie würde sich ja auch nicht darüber beschweren, dass sie noch keine Oma sei. #schock
Ein anderes Mal hing über dem Bett (meinem Bett) in meinem alten Zimmer bei ihr ein Kalender, den ihr meine Cousine, die ich nicht besonders mag, gebastelt hatte - mit Fotos von ihren Kindern. #zitter
Sie stellt sich im Umgang mit dem einzigen Enkelkind (meinem Neffen) immer in den Vordergrund. Dass ich als Tante auch eine wichtige Rolle habe und sie diese respektiert, zeigt sie nicht in ihrem Umgang. Sie ist richtig "kindersüchtig" und stürzt sich geradezu auf ihn.
Im Umgang mit meinem Kinderwunsch fühlt sie sich glaube ich recht hilflos.
Das hat viel Kummer mit sich gebracht ...viel Nachdenken ... auch viele Tränen.
Jetzt bin ich schon eine echt erfahrene Kinderwunsch-Häsin #hasi ;-) ... und weiß ... meine Ma liebt mich. Sie wünscht sich, dass ich glücklich bin. Es ist sehr schön, dass es sie gibt. Aber klar ist auch: Sie ist mir bei vielen Dingen hilfreich, bei vielen anderen nicht. Weil sie selbst im Mittelpunkt stehen möchte ... oder sich etwas nicht vorstellen kann .... weil sie manchmal zu oberflächlich ist ... und so weiter ...
Wir sind sehr unterschiedlich. Jeder würde sagen - ihr versteht euch doch super! Aber das Bedürfnis nach wirklicher Nähe zeigt sich vielleicht deutlich bei einem solch großen Problem wie dem unerfüllten Kinderwunsch. Und eigentlich ist das Problem vermutlich an sich schon da und wird hier nur sichtbar. Seit ich das vor nicht so langer Zeit nach vielen Kinderwunsch-Jahren begriffen habe (es sind immerhin 8) ... ist es leichter für mich. Ich vertraue mich wirklich guten Freunden an. Mein Mann und ich müssen uns nahe sein - das reicht! Er und ich stehen an Platz 1. Die weitere Familie ist - nur, weil sie Verwandtschaft ist - nicht unbedingt hilfreich. Macht nichts, wenn du einen Mann und gute Freunde hast, die dich verstehen.
So geht es mir ... und vielleicht hilft es ein wenig, es zu lesen ,,, sonst entschuldige mein #bla
Ich wünsche dir, dass es für dich leichter wird!
Liebe Grüße!#herzlich
Harry3

Beitrag von ivenhoe 23.03.10 - 13:55 Uhr

Hallo Harry3

Vielen Dank für deine Worte.
Du schreibst es richtig, gerade weil wir uns nahe stehen, ist es schwierig, das so zu akzeptieren.
Ich weiss auch, dass sie mich liebt und möchte, dass ich glücklich bin. Leider, bin ich mit diesem Thema bei ihr einfach an der falschen Adresse. Das lässt sich wohl nicht ändern.
Vielleicht weiss sie einfach auch nicht, wie reagieren.
Zum Glück habe ich einen lieben Mann, eine sehr liebe Freundin, die mich nur zu gut versteht und auch einige andere mit denen ich darüber reden kann.

Es tut auf jedenfall gut, zu lesen, dass man nicht alleine ist...

liebe Grüsse
ivenhoe

Beitrag von nilifer 23.03.10 - 16:48 Uhr

Hallo,

meine Mutter ist ein harter Knochen und würde mich fertigmachen wenn sie es wüßte und mich runterziehen.
Außerdem kann sie nie den Mund halten und quatscht alles weiter. Auf der anderen Seite behauptet sie sie liebt mich und denkt immer an mich.
Ich habe leider merken müssen, daß sie nicht zu den mirr nachstehenden Menschen gehört, denen ich vertrauen kann und bei denen ich mich gut oder besser fühle, wenn ich mit ihnen zu tun hatte.
Sie besteht nur aus Angst vor der bösen Welt und was alles passieren könnten und käme dann mit irgendwelchen Horrorgeschichten an, denen ich sofort anhören würde, daß sie von den gehässigen alten Hexen kommen, mit denen sie sich umgibt.

Sorry, aber das mußte jetzt sein.
Will nur sagen, es kann noch schlimmer sein!
Vielleicht sagt deine Mutter nichts, weil sie denkt, das setzt dich noch zusätzlich unter Druck.
Ich habe bei den "eingeweihten" darum gebeten, daß sie nicht nachfragen und ich von selbst berichten würde, wenn es darüber bei uns etwas Neues gibt.

Sprich dich mit ihr aus, das hilft bestimmt.
LG
nilifer

Beitrag von knuddelbeer 23.03.10 - 17:03 Uhr

Hallöchen!

Meine Mutter ist auch nicht anders, sie fragt nicht einmal wies mir geht oder ähnliches.Ich habe ihr immer alles darüber erzählt und war jedesmal tottraurig als keine Reaktion kam oder sie nur negativ darüber urteilte.

Ich von meiner Seite kann dir nur empfehlen, deiner Mutter gar nichts mehr davon zu erzählen, so kannst du auch nicht traurig über die Reaktion sein oder enttäuscht, wenn sie deine Tränen nicht wahr nimmt. Was ich dir ans Herz legen kann ist, schreibe ein Tagebuch. Ich tue es auch und stelle täglich fest, dass es eine sehr gute Sache ist. Deinem Tagebuch kannst du alle Ängste und Sorgen mitteilen.Was aber wichtig ist: Versuche deinen unerfüllten Kinderwunsch nicht zu negativ zu formulieren.Suche dir jeden Tag etwas Positives heraus, mache dir selber Mut und Träume von deinem Baby.

Ich hoffe ich konnte dir damit weiter helfen
Liebe Grüße
knuddelbeer

Beitrag von juliet76 23.03.10 - 18:02 Uhr

ich kann Dich gut verstehen, aber ich glaube eher, sie möchte nicht das du dich da mehr reinsteigerst und möchte dies nicht als Problem wahr nehmen, weil sie vielleicht denkt das es dir mehr weh tut. Meine Mutter und Schwester, die beiden sind die einzigsten in meinem Umkreis, die wissen das ich einen sehr starken Kinderwunsch habe, hören sich meine Belange mit viel Geduld an, bloß so richtig können sie es nicht nachfühlen, weil das etwas sehr individuelles ist was dein Körper und deine Seele beschäftigt,und der andere nicht in dir steckt. Da mußt du auch entspannter sein...

Beitrag von bensu1 23.03.10 - 18:30 Uhr

hallo ivenhoe,

ich kenne deine situation zwar nicht so genau, ich kann dir aber mitteilen, wie's mir zu diesem zeitpunkt ergangen ist.
mein mann und ich haben 5 jahre kiwu gehabt, eine menge tränen vergossen, sind zornig gewesen auf leute, die unverhofft zu kindern gekommen sind etc. etc.

im nachhinein haben viele leute gesagt, dass sie mit mir nicht über unseren kiwu gesprochen haben, weil sie nicht gewusst haben, wie sie mit meinen emotionen umgehen sollen.
sie merkten auch, dass ich (sobald das thema aufkam) unendlich traurig war und richtiggehend in ein loch gefallen bin, aus dem im schwer wieder raus kam. sie haben sich nicht getraut aus rücksicht auf mich!

flapsige bemerkungen, wie z.b. "bringts nix zsamm" waren zum teil auch dabei #klatsch

was mir aber sehr geholfen hat, war, dass ich viel mit meiner mutter telefoniert habe (wohnt 450 km weiter weg). ein "auge-in-auge"-gespräch wäre schwieriger gewesen. ich habe nicht gewartet, bis sie gefragt hat, ich habe sie schlichtweg niedergequatscht.

vielleicht hilft das auch bei dir? warte nicht, bis du gefragt wirst, sprich mit ihr! du brauchst jemanden, bei dem du den ganzen gefühlsmüll in deiner situation abladen kannst.

ich wünsch dir von herzen alles gute und lass den kopf nicht hängen #blume
lg

karin

Beitrag von 76vonni 23.03.10 - 22:03 Uhr

hallo ivenhoe

die situation kommt mir sehr bekannt vor.. ich hab das selbe erfahren wie du.. die menschen, von denen ich am meisten erhofft habe,drehten mir den rücken zu.. meine mutter, meine beste freundin..meine schwiegereltern.. andere probleme waren immer wichtiger.. ich wurde auch nicht gefragt wie es uns geht... und ein viel glück.. bei einer behandlung durfte ich auch nicht erfahren.. es ist so schade.. ich denke der halt der eigenen familie ist das wichtigste beim kiwu .. wir haben fast fünf jahre gekämpft und nach drei jahren ist mir der kragen geplatzt.. ich hab alles das ausgesprochen, was sich über die jahre angestaut hatte.. das tat mir sehr gut.. und hat wohl so einige menschen mal zum nachdenken angeregt..

lg vonni #blume