Bestrafung angemessen

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von elister 23.03.10 - 17:44 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

bin etwas durch den Wind.
Unser Sohn 8 Jahre kam heute mit 2 Einträgen nach Hause.
Zu einem war er im Unterricht sehr unkonzentriert und hatte einige Ausseiandersetzungen mit anderen Kindern und zweitens hat er einen Gegenstand aus dem Klassenzimmer eingesteckt und wollte ihn nicht mal mehr rausgeben, nachdem die Lehrerin daraum gebeten hat und ihm erklärt hat, dass es Diebstahl wäre.
Er ist ein sehr tonangebendes Kind und möchte immer die 1. Geige spielen, verträgt wenig Kritik und hat öfter mal emotionale Ausbrüche. Dadurch eckt er natürlich mit vielen Kindern an und stört dadurch den Unterricht.
Er habt aber auch viele Freunde in der Freizeit wo er sich komischerweise unterordnen kann.
Sein Verhalten basiert leider auch auf einen langen ernsthaften Krankheitsfall. Wir und er kannten lange Zeit nur die Sorge um ihn.
Aber laufend gibt es irgenwelche Vorfälle, die ihm im nachhinein dann seeeeeeeeehr leid tun, aber für die anderen einfach nur verletzend sind.
Wir leben ihm das ganze Gegenteil vor und das ist was ich nicht verstehen kann. Bei uns gibts Regeln, Diziplin, ein Familienleben, Urlaub und eine Menge Spass.
Wir haben schon soviel ausprobiert mit Reden, Verboten usw.
Was würdet ihr in unser Situation tun.
Hauptprobleme in der Schule sind:
1. hält die Gesprächsregeln nicht ein
2. kann nie seine Schuld zu geben, es sind immer die andern
3. muss immer im Vordergrund stehen.

Einen Termin beim Kinderpsychologen habe ich mir geholt, aber sind lange Wartezeiten. In einer kleinen Gruppe hat er kaum Probleme. Aber in einer Klasse mit 26 Kindern bekommt er es nicht geregelt.

Ich merke ich habe schon wieder viel zu weit ausgeholt, ich hoffe ihr könnt es entschuldigen.

PS. Ich habe hier mal irgendwann gelesen, dass jemand einen Club eröffnen wollte, wo es um an krebserkrankte Kinder geht, kann mir da jemand weiterhelfen.

Liebe Grüße und einen schönen Abend

Beitrag von kawatina 23.03.10 - 18:30 Uhr

Hallo,

raten kann ich dir nicht.
Allerdings kenn ich die andere Seite.
Meine Kinder hatten schon krebserkrankte Kinder in der Klasse.
Manchmal war es die Hölle, weil es durchweg Tyrannen waren, die auch mit den Krücken Prügel verteilten und sich nichts sagen ließen.
Sogar Tische warfen diese um und warfen nach anderen Schülern Stühle.
Nicht selten kamen die aus anderen Schulen, die sie schlichtweg raus geworfen hatten.

Die Eltern waren angeblich machtlos, die Lehrer......scheinbar auch#augen

Schätze diese Kinder waren sich um ihren "Sonderstatus" sehr bewußt und gerade die Fürsorge und
(verständliche )Nachsicht hat bei dieser Entwicklung das Übrige getan.
Durch die Krankheit haben sie immer im Mittelpunkt gestanden, das legt man nicht einfach ab.

Ist halt schwer zu erklären.
In einer Klasse war mal ein Junge mit Asthma. Vielleicht nicht das beste Beispiel, aber vielleicht zeigt es auf, wie es meine.
Dieser Junge trat Mitschüler von hinten in die Kniekehlen oder in den Hintern und wenn die sich wehren wollten, rief er gleich das er ja Asthma hätte und sie ihn nicht anfassen dürften.
Auch wollte er immer das letzte Wort haben.
Wehrte sich denoch jemand, lief er direkt zum Lehrer und bekam nicht selten Recht.
Als die Mutter auf einem Elternabend noch erklärte was für ein lieber Junge das daheim wäre und was wir alle für schreckliche gewaltätige Monster hätten, habe ich der mal ordentlich meine Meinung mitteilt.

Daheim sind die Kinder immer anders als in der Schule.
Dort hat er nicht den Status, den er daheim hat.

Versteh mich bitte nicht falsch, aber er hat einiges durch gemacht und aus verständlichen Gründen wurde er anders behandelt, als ein gesundes Kind.
Viele Kinder reagieren entsprechend darauf.

Dein Sohn muss wahrscheinlich erst wieder lernen, das er einer von Vielen ist und nicht die Nummer 1.
Das braucht Zeit und eventuell professionelle Unterstützung.

LG
Tina